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wirklich Luftspalt? (bisher Unterschied Drosseln..) (Bauelemente)

verfasst von J.R.(R) E-Mail, 08.08.2004, 15:47 Uhr

Hallo Ingo,

» Gibt es keine hochwertigen Speicherdrosseln in Ringkern-Bauform?

Kann ich nicht ausschließen, glaube ich aber nicht. Marktüblich sind die Pulverkerne, die aber größere Verluste haben als Ferritkerne.

» Ich dachte bisher immer der Luftspalt ist zum reproduzierbaren Erzeugen
» von magnetischen Kreisen, wenn Eisenhaltige Teile zusammengesetzt werden.

Nein, der Luftspalt ist der eigentliche Energiespeicher einer Drossel und hat damit eine wesentliche Funktion.

» Je größer der Luftspalt, desto geringer wirkt sich die Fertigungstoleranz
» des Spaltes auf die magnetischen Eigenschaften aus.

Ist zwar richtig, aber nur ein nützlicher Nebeneffekt.

» Andererseits versucht
» man den Luftspalt wegen der höheren Streuung so klein wie möglich zu
» halten.

Streuung und Luftspalt haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Dass das äußere Streufeld i.d.R. mit zunehmenden Luftspalt größer wird, ist auch nur ein Nebeneffekt. Den Luftspalt versucht man nur dann gering zu halten, wenn man den Magnetisierungsstrom gering halten will. Das ist z.B. bei 50-Hz-Netzttrafos oder Flußwandler-Trafos der Fall und natürlich bei stromkompensierten Drosseln, wo es auf hohe Induktivität ankommt, jedoch keine Energie gespeichert werden muß.

» Ich dachte, dass beim Ringkern diese "nichtmagnetischen Strecken"
» (Luft ist das wohl nicht) zwischen den Korngrenzen fein verteilt im ganzen
» Ring sind, und damit weniger Streuung erzeugen.

Ob sich der Luftspalt nun konzentriert an einer Stelle befindet oder gleichmäßig über den ganzen Kern verteilt ist, ist fast egal. Die geringe Streuung des Ringkernes ist in dessen idealer Form begründet. Durch einen konzentrierten Luftspalt ergäbe sich natürlich eine Asymmetrie, die die Streuung erhöhen würde.

» Deswegen werden bei
» Leistung als Netztrafos auch Ringkerne benutzt.
» Habe ich das falsch gedacht, oder die Antwort nur falsch verstanden?

Bei Trafos macht man das erstmal wegen der geringen Störfelder, die sich aus der idealen Kernform ergeben und wegen der optimalen Ausnutzung des Eisenkernes, der vollständig bewickelt werden kann. Daraus ergibt sich eine höhere Leistung/Bauvolumen. Durch die gleichmäßig verteilte Bewicklung ergibt sich außerdem eine geringe Streuinduktivität, was sich in einem niedrigeren Innenwiderstand bemerkbar macht.

» Kann es sein, dass die Aussage "Ferritkern mit Luftspalt" sich speziell
» auf Schalenkerne bzw. EI-Bauformen zutrift, jedoch nicht auf Ringkerne?

Ja, Ringkerne für Drosseln mit Luftspalt habe ich zumindest noch nicht gesehen.

» Dass Stromkompensierte Drosseln aus Material mit breiter Hysterese
» besteht, könnte könnte ich aus deinen Erklärungen verstehen.

Nein, Hysterese in Kernen ist grundsätzlich unerwünscht, es sei denn, du willst Daten speichern :-)

» Aber eine
» hohe Permeabilität ist doch gewollt, sonst könnte man gleich nur Luft
» (µ=1) nehmen?

Es geht um eine Optimierung, die dann gegeben ist, wenn der Kern gerade in die Sättigung kommt, wenn auch die Belastungsgrenze der Spule erreicht ist. Ist der Luftspalt zu klein, kommt der Kern in die Sättigung, bevor die Belastungsgrenze der Spule erreicht ist. Ist er zu groß, bzw. ist kein Kern vorhanden, kommt die Spule an ihre Belastungsgrenze, bevor die maximal mögliche Energie gespeichert wurde. Nur mit dem richtigen Luftspalt läßt sich in einer Spule die maximal mögliche Energiespeicherdichte erreichen.

Jörg



Gesamter Thread:

Unterschied Speicherdrossel - Entstördrossel - Ingo, 07.08.2004, 17:50 (Bauelemente)
Unterschied Speicherdrossel - Entstördrossel - JR, 08.08.2004, 01:12
wirklich Luftspalt? (bisher Unterschied Drosseln..) - Ingo, 08.08.2004, 12:49
wirklich Luftspalt? (bisher Unterschied Drosseln..) - BatailIonDAmour, 08.08.2004, 13:29
wirklich Luftspalt? (bisher Unterschied Drosseln..) - J.R.(R), 08.08.2004, 15:47