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Schlagwort Fachkräftemangel - Mehr Trug als Schluß? (Elektronik)
» Aber könnt ihr mir bitte einmal sagen, was es mit dem Thena
» Fachkräftemangel auf sich hat
Der einzige mir bekannte einigermaßen aktuelle echte Fachkräftemangel (wenn man vom Mangel an Landärzten absieht) war um die Jahrtausendwende als der Dotcom-Boom, angefeuert durch den wenig seriösen "Neuen Markt" und den Mobiltelefonie-Boom, quasi alle IT-Kräfte in Firmen gebunden hat, die im Endeffekt nur heiße Luft produziert haben. (Viele versuchten sich im Umkreis von Verwalten von "Content" und merkten irgendwann, dass niemand den Content produziert, der hätte verwaltet werden sollen. Der Ausweg war dann "Web 2.0", aber da war die Dotcom-Blase schon geplatzt.)
Nach dem Platzen der Blase gab's erstmal Krise. Hier war jeweils ein Betreuer beim Arbeitsamt zuständig für je 800 IT Akademiker. Die Zahlen für die Nichtakademiker kenn ich nicht, vermutlich war's da noch schlimmer.
Aber bereits kurz danach wurde wieder der IT Fachkräftemangel proklamiert, ohne dass dieser wirklich vorhanden war. Trau! schau! wem? Der sogenannte Mangel wird seither von IHKs, DIHT, Herrn Sinn und ähnlichen postuliert. Diese vertreten Kreise, die logischerweise nicht das geringste Interesse haben, dass Fachkräfte vernünftig bezahlt werden. Also werden zwei Dinge propagandistisch gefördert: Beschleunigung der Ausbildung unter Senkung des Niveaus (Bologna-Prozess, Berufsakademien, Studiengebühren etc.) und der Import von billigen Arbeitskräften irgendwoher. Letzeres funktioniert nicht so gut, weil der "Computer-Inder" englisch sprechen kann und in den USA mehr verdient als die Fachkräfte bei uns, in anderen Branchen wird es vermutlich ähnlich sein.. Ersteres klappt prima, die Leute lassen sich an den Hochschulen zu Fachidioten ausbilden.
Früher hat man sich als Student ja auch um fachfremdes Lernen aktiv bemühen müssen. Aber heute scheint das schon das Bemühen fast unmöglich zu sein.
m
PS: Als Akademiker hat man in Deutschland beim Arbeitsamt etwas weniger Druck, da Akademikern anscheinend a-priori mehr Initiative und bessere Fähigkeiten, sich zu bewerben, unterstellt werden. Nicht-Akademiker bekommen recht schnell einen "Coach", der Stress macht (zweistellige Zahl von Bewerbungen pro Woche abzugeben auf total sinnfreie Angebote, weil über-/unter- oder gar nicht für diese qualifiziert).
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