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Schlagwort Fachkräftemangel - Mehr Trug als Schluß? (Elektronik)

verfasst von silent_seb E-Mail, Kempten, 14.06.2011, 08:25 Uhr

Guten Morgen, vereehrte Forenmitglieder.

Ich hoffe, jedem geht es gut?

Die Betreffzeile zeigt den Kern dieses Beitrags kurz und knapp. Nun will ich kurz dazu die Situation schildern, die bei mir vorhanden ist.

Ich bin selbst Student (Dipl. Wirtschaftsingenieur), und habe da mancherlei Zweifel, was meinen Komilitonen und mir sich an der FH darbietet. Wir werden angepriesen, als wären wir die Landesretter schlecht hin, Professoren sagen in die versammelte Gruppe, dass wir "nach der Überreichung des Diploms beim ersten Schritt aus der FH mit Angeboten überhäuft werden".

Hier ist und bleibt jedoch ein fahder Beigeschmack, wenn man die deutsche Medien- und Politiklandschaft verfolgt. Seit dem 1. Mai ist eine weitere Arbeitsmarktreform - diesmal für unkomplizierteres Reinkommen für ausländische (Hoch-?)Qualifizierte - wirksam. Trotzdem bekomme ich in meinem eigenen (durchaus auch persönlichen und privaten) Umfeld mit, dass technisch ausgebildete "Fachkräfte" (Niveau Techniker und höher) über Zeitarbeitsfirmen als Reinigungskraft Böden schruppen dürfen. "Ja, mei, falsch beworben!", "Selbst schuld!" und solche Aussagen könnte man nun von sich geben, bzw. hören. Und die Medien jagen Ausschreie nach dem Motto "Fachkräftemangel! Hilfe! Meine Rente ist absolut nicht mehr gesichert!" raus.

Nicht viel hilfreicher sind Aussagen und Studien von Instituten. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung meine, Fachkräftemangel sei eine "Farta Morgana" (http://www.sueddeutsche.de/karriere/fachkraeftemangel-in-deutschland-viel-panik-nichts-dahinter-1.1024301). Das Institut für Arbeits- und Berufsforschung erhob jedoch eine Studie, nach der wir - Berufsspezifisch - schon längst alles verloren hätten.

Selbst hier in Elko wurde einmal in einer Diskussion das Thema "Fachkräftemangel" diskutiert (http://www.elektronik-kompendium.de/forum/forum_entry.php?id=110395&page=0&category=all&order=time).

Ich selbst suche schon längere Zeit einen Art Aufsatz, eine Studie oder vergleichbares, woraus manche Schlussfolgerungen gezogen werden. Gibt es denn eine Studie oder sonstiges, die Erhebungen über folgendes macht:
- Wie viel technisches Personal ist anderweitig beschäftigt (Techniker als Metzgergehilfe)? In welchem Arbeitsverhältnis?
- Beim Statistischem Bundesamt werde ich nicht viel schlauer als in den unendlichen Weiten des www. Den ich fand z. B. keine Zahl über 1.-€ Jober. Oder gibt es das noch? Wie setzt sich diese Gesamtzahl der 1€ Jober zusammen? (nur ungelernte Hilfskräfte jeglischer Sparte oder auch Ingenieure, Steuerberater, ...?)
- Wurde das Arbeitsamt an sich schon einmal genauer - vorallem in Bezug auf Missmatching (wenn Arbeitsvermittler, z. B., einen Elektroniker zum Bewerben auf eine Stelle für Mediengestaltung schickt) - unter die Lupe genommen?
- Habe persönlich den Eindruck, dass Fachkräftemangel nicht nur in technischen Sparten anzutreffen ist. Eine Verwandte von mir arbeitet in einem Steuerbüro, in dem im März jemand gekündigt hat. Nicht nur, dass von Arbeitsamt absolutes "Missmatching" (auf vollwertige Stelle einer Steuerfachangestellte wurde eine vor 9 Monaten nach Deutschland gekommene Polin, die z. Zt. einen 3-Monatskurs bei der IHK besucht, geschickt) betrieben wird, sondern sich auch hier starke Schwierigkeiten auftuen, gelernte und erfahrene Arbeitskräfte zu finden. Ist das nur ein persönlicher Eindruck mit zustätzlicher regionaler Beschränktheit?
-Ich selbst muss zugeben, dass ich hinter die Rechnung zwecks demographischem Wandel noch nicht ganz dahintergestiegen bin. Mein Kasus-Knaxus ist die Frage, ob demographischer Wandel nur für sich steht? Oder in Bezug auf andere Themen? (Bsp.: "100.000 Arbeitnehmer gehen in Rente, davon sind 20.000 auf'm Bau tätig. Durch den Demographischen Wandel kommen nur 50.000 Schulabsolventen nach, von denen 1.000 eine Ausbildung auf'm Bau machen. Nicht nur die 50.000 weniger Stellen spülen dementsprechend (Wie viel eigentlich?) weniger Steuern in die Staatskasse, sondern durch das Minus an 19.000 Arbeitern auf dem Bau können weniger Häuser / Fabrikhallen gebaut werden, wodurch Investitionen in Deutschland flach fallen, weshalb nach Polen / China / Indonesien / ... investiert wird, weil da mehr Geburten und mehr Menschen sind." Falsches Beispiel?)

Ich will niemanden persönlich angreifen! In dem Thread, den ich hier mitgebostet habe ("Techniker, Ingenieure, Studenten"), sind auch persönliche Schicksalsschläge, die auch mich treffen könnten. Aber könnt ihr mir bitte einmal sagen, was es mit dem Thena Fachkräftemangel auf sich hat oder ob das Anpreisen der technischen Absolventen (erinnere mich dabei an einen Film aus der Realschulzeit, der über den 1. Weltkrieg handelte und Schüler vom Lehrer für den Dienst an der Front angestachelt wurden) "seine Richtigkeit hat"? (Wenn Zahlen genannt werden, bitte mir Verweis, woher die Zahlen stammen)

Mit herzlichen Grüßen, Silent_Seb



Gesamter Thread:

Schlagwort Fachkräftemangel - Mehr Trug als Schluß? - silent_seb, 14.06.2011, 08:25 (Elektronik)
Schlagwort Fachkräftemangel - Mehr Trug als Schluß? - Mathias100, 14.06.2011, 15:04
Schlagwort Fachkräftemangel - Mehr Trug als Schluß? - Ich bin enttäuscht!, 14.06.2011, 23:10