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Schaltplan entwerfen - Methodik (Schaltungstechnik)

verfasst von Dirk, 13.12.2009, 21:05 Uhr

» Hallo Dirk,
» der Schaltplan ist eigentlich bereits das Ergebnis einer Reihe von
» Entscheidungen, die zuvor zu treffen sind:
»
» 1) Funktionelle Anforderungen an das fertige Gerät / Baugruppe genau
» festlegen
» 2) Blockschaltbild entwerfen, dabei würde ich noch nicht auf die
» verwendeten Technologien (µC oder Analogtechnik) eingehen.
» 3) Wenn dann Motorleistung einschließlich der Betriebsbedingungen
» (Lastwechsel, Zeitverhalten, Genauigkeit, Störsicherheit,
» Ausfallsicherheit, Fehlerverhalten, Baugröße, Umgebungsbedingungen etc.)
» festliegen, kann man abschätzen, was der µC übernehmen kann. Dann kann man
» die restliche Elektronik / Mechanik konzipieren, z. B.:
» - Wie soll die Drehzahl erfaßt werden? Daraus ergibt sich die
» Sensorschaltung.
» - Dann die Motorsteuerung - hier spielen Betriebsspannung, Strom,
» Energiebetrachtungen, Abwärme, Spannungssicherheit etc. eine Rolle.
» - Bestimmt ist auch entscheidend, ob man mit einer Technologie bereits
» Erfahrung hat und vertraut ist oder Zeit investieren will, sich in andere
» Lösungswege einzuarbeiten.
» - Man muß über die entsprechenden Mittel (Meßgeräte, Werkzeuge
» etc.)verfügen, um die Baugruppe aufbauen und prüfen zu können.
» - Wirtschaftliche Aspekte sowie Beschaffbarkeit der Teile können auch
» entscheidend sein, nicht zuletzt die Herstellungskosten (geht es um ein
» Einzelstück oder ist Sereienfertigung geplant (Fertigungsaufwand,
» Abgleich, Wartungsaufwand!!)?)
» 4) Jetzt kann man darangehen, die Schaltung zu entwickeln. Bei
» entsprechender Erfahrung kan man das direkt machen, sonst ist die
» Durchsicht von Beispielen (z. B. Applikationsschriften der
» Halbleiterhersteller einschließlich deren Berechnungsbeispielen) zu
» empfehlen. Möglicherweise erkennt man jetzt Probleme mit der bisherigen
» Konzeption und muß Änderungen oder Anpassungen vornehmen, schlußendlich
» hat man jetzt die idee wie die Schaltung aussehen könnte.
» - Jetzt könnte man entweder den Entwurf per Schalungssimulation testen und
» umsetzen, was aber erhebliche Erfahrung mit der verwendeten Simulation
» erfordert. Man kann auch den klassischen Versuchsaufbau wählen und dann
» die Schaltung testen und optimieren, wenn man sich seiner Sache sicher ist
» (was je nach Projektart erhebliche Erfahrung voraussetzt!!) kann man aus
» dem Schaltplan eine Platine ableiten, aufbauen und hoffen, das es
» geht.....
»
» Ein "Kochrezept" zur Schaltungsentwicklung gibt es also nicht. Auch ist
» das, was ich hier aufgezeigt habe, mit Sicherheit nicht vollständig, es
» kommt immer auf den Einzelfall an. Und manchmal können scheinbar
» unwesntlich erscheinende Details ein ganzes Konzept zu Fall bringen. Wie
» schon mehrfach in anderen Antworten Erwähnt, spielt Erfahrung hier eine
» große Rolle.
»
» Viele Grüße
» Hartwig

@Alle: Vielen Dank für jede Antwort!
(Kann man hier auch Beiträge verfassen, ohne auf ein bestimmtes Posting zu antworten?)

@Hartwig
Dein Beitrag hilft mir weiter! Ich weiß jetzt, wie ich mich bei meinem Studium orientieren und was ich mir an Wissen und Fähigkeiten noch alles aneignen muss. Nochmals besten Dank.



Gesamter Thread:

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