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Verständnisfrage Halbbrückenwandler vs. Vollbrückenwandler (Elektronik)
Ich lese auch heute noch sehr oft daß ab Leistungen von 200 bis 500W ein Vollbrückenwandler verwendet werden soll/muß und sich der Halbbrückenwandler nur für kleine Leistungen eignet.
Mit den Bauteilen und Schaltungen der '80er war das mal sinnvoll, BU326 mit Treibertrafo und was man alles so gemacht hat. Aber gilt das auch noch mit den heutigen MOSFETs und Gatetreibern (z.B. IRF740 & IR2113), oder wird da einfach nur immer wieder abgeschrieben was schonmal jemand so gesagt/geschrieben hat?
Mein Gedankengang ist folgender:
Baue ich eine Vollbrücke so bekommt die Primärwicklung vom Wandlertrafo die volle Zwischenkreisspannung und es fliest der volle Strom der nötig ist um die Ausgangsseite mit der benötigten Leistung zu versorgen. Benötigt werden 4 MOSFETs.
Baue ich eine Halbbrücke so bekommt die Primärwicklung vom Wandlertrafo die halbe Zwischenkreisspannung und es fliest der doppelte Strom. Benötigt werden zwei MOSFETs mit doppelter Strombelastbarkeit oder ich schalte 2* 2 paralell.
Daß ich ein Paar impulsfester Kondensatoren brauche wird dadurch ausgeglichen daß ich mir die Hälfte der Gateansteuerung sparen kann. Zusätzlich fallen auch noch die Probleme mit Gleichstromanteilen in der Primärwicklung weg wenn die Ansteuerung nicht exakt symmetrisch ist. Der einzige Nachteil den ich mir denken könnte wäre daß in einer Halbbrücke die Schaltimpulse über Streukapazitäten ungeschwächt übertragen werden während sich diese bei einer Vollbrücke durch die gegenphasigen Spannungen auch gegenseitig aufheben können.
Also mal kurz gefragt: Macht eine Vollbrücke in dem Leistungsbereich den man hobbymäßig nutzt irgendeinen Sinn, oder ist das einfach nur ein Anachronismus.
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