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Messgleichrichter - 2 Varianten (Elektronik)
Hallo,
welche Schaltung du nimmst, ist wohl eine Frage der Anwendung. Durch die "Einheitswiderstände" können beide Schaltungen mit Widerstandsarrays aufgebaut werden - das verbessert die Temperaturstabilität - wenn das wichtig wäre. Die 2. Schaltung erspart dir zwar einen Widerstand, dafür bekommen beide OPVs ein Gleichtaktsignal. So gesehen würde ich eher die erste Schaltung vorziehen. Die Anpassung wäre dann durch einen (festen) Serienwiderstand in der GK des 2. OPV's möglich - oder eben in einer evtl. nachfolgenden Stufe.
Nachtrag:
Für 50Hz bei geringer Dynamik mag die 2. Schaltung ok sein. Für z.B. den NF-Bereich bei größerer Dynamik taugt die 2. Schaltung nicht. Durch die Gleichtaktansteuerung sind die OPVs eingangsseitig eher übersteuert. Die Gleichrichtung erfordert schnelles Schalten an der Nullinie - also dort, wo du/dt am höchsten ist (~125mv/µs @ 20kHz & 1Vpeak). Da gelangen OPVs wie TL07x bereits im NF-Bereich an ihre Grenzen (bw=1MHz), was zu einem signalabhängigen Offsetfehler nach der Gleichrichtung im unteren %-Bereich führt. Letzteres gilt natürlich für beide Schaltungen. Aber bei Einsatzt der 1. Schaltung kannst du einen Vorverstärker einsetzen, was auch der niederohmigen Ansteueung zugute kommt, zusammen mit der besseren Aussteuerbarkeit und der gewünschten Amplitudenanpassung. Da erkenne ich keinen Grund, die 2. Schaltung einzusetzen.
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