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ickke

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18.02.2021,
12:36
 

Poti nach Reinigung einfetten? (Bauelemente)

Guten Mittag!

Der Balance-Regler meines Verstärkers (Baujahr 1970r) kratzt stark. Der Lautstärkepoti kratzt ebenfalls, aber nicht so stark.

Nun dachte ich mir, mache ich mal eine Reinigung mit "Tuner 600". Wenn es nur verschmutzt ist und nicht abgenutzt, könnte es was bewirken.

Nun zu meiner eigentlichen Frage: haltet ihr es für sinnvoll, nach der Reinugung etwas Schmierfett oder ähnliches aufzutragen? Das dürfte dann zwar besser gleiten, jedoch besteht doch die Gefahr, dass durch das Schmierfett der Dreck hinterher erst recht drauf haftet, oder?

Was sagt ihr dazu? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?



Vielen Dank im Voraus :)

Hartwig(R)

18.02.2021,
14:08

@ ickke

Poti nach Reinigung einfetten?

Hallo,
kann man machen, z. B. sehr sparsam Vaseline einsetzen. Ich mache sowas allerdings nicht und habe noch nie dadurch "Nacharbeit " gehabt. (Ich habe in der Vergangenheit einiges an Meßgeräten (HP/Tek/Philips) überholt bzw restauriert). Aus der Diskussion halte ich mich raus, die oft strapazierte Erfahrung steht meist (statistisch gesehen) auf tönernen Füssen.
Hartwig

bigdie(R)

18.02.2021,
15:08

@ ickke

Poti nach Reinigung einfetten?

Ich nehm dafür immer blaue Tinte. Wellenschalteröl K aus DDR Zeiten. Mitunter bekommt man das noch bei ebay Das kriecht überall hin

Sel(R)

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Radebeul,
18.02.2021,
19:44
(editiert von Sel
am 18.02.2021 um 19:47)


@ bigdie

Poti nach Reinigung einfetten?

» Ich nehm dafür immer blaue Tinte. Wellenschalteröl K aus DDR Zeiten.
» Mitunter bekommt man das noch bei ebay Das kriecht überall hin

Exakt! Da gabs, neben der blauen Tinte, noch die rote Tinte. Ist auch ganz gut anwendbar und bringt meiner Meinung nach sogar was. Das Zeugs nennt sich auch "Granowski´s Rache"... :-D



Klar pappt neuer Staub dadurch auch gut an. Doch auch ohne Öl oder Fett kommt der Staub ans Poti. Ohne Öl kratzt der Staub auf der Kohlebahn, mit Öl "schmatzt" der Staub drüber. Was nun besser ist, das kann bitte jeder selbst rausfinden. Übrigens, die Lagerung der Potiachse sollte mit Fett, nicht mit Öl geschmiert werden. In Fett kriecht der Staub ungern rein, er bleibt auf der Oberfläche. Erst bei genügend viel Bewegung wird der Staub ins Fett nach innen transportiert, das dauert. Bei Öl schwimmt Staub im Ölfilm drin rum und gehorcht den Gesetzen der Schwerkraft. Und die lautesten Kratzer im Audiokanal kommen meiner Erfahrung nach von der Potiachse, nicht von der Schleiferbahn.

LG Sel

--
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Ich bin ein Elektronikbastler, der ab und zu ein paar Informationen sucht ...

ickke

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18.02.2021,
20:39

@ Sel

Poti nach Reinigung einfetten?

Von der Achse, das geht? Welches Schmierfett ist dafür geeignet, und wie schmiere ich überhaupt die Achse? Muss ich den Poti dazu auseinandernehmen?

Sel am Handy

19.02.2021,
00:58

@ ickke

Poti nach Reinigung einfetten?

» Von der Achse, das geht? Welches Schmierfett ist dafür geeignet, und wie
» schmiere ich überhaupt die Achse? Muss ich den Poti dazu auseinandernehmen?

Die Achse ist eine bewegliche Masseverbindung. Zum Reinigen muß die Achse abmontiert werden. Leider überleben das nicht alle Potis, ganz besonders die aus neuerer Fertigung (also aus den letzten 20 Jahren). Als Fett geht jedes harz- und säurefreies Fett.

LG Sel

Hartwig(R)

19.02.2021,
10:02

@ Sel

Poti nach Reinigung einfetten?

Hallo,
» Und die
» lautesten Kratzer im Audiokanal kommen meiner Erfahrung nach von der
» Potiachse, nicht von der Schleiferbahn.
»
jetzt versuche ich gerade, mir das zu erklären.
- die Masseverbindung der Potiachse ist ohne Funktion für das Poti selbst - liegt also nicht im/am Signalweg.
- bei Drehknöpfen aus Metall entsteht hier eine Masseverbindung zum Bediener, wenn das Potigehäuse mit Masse verbunden ist.
- ein par Potis, die hier herumlagen (Preh, Ruwido, asiatische Produkte) hatten allesamt Erdkapaziäten zwischen Schleiferbahn (alle Kontakte zusammen) und dem Gehäuse von um die 20pF. Ich gehe jetzt davon aus, dass zur Schleiferbahn die Hauptkapazität zum Gehäuse gebildet wird, zwischen Achse und Schleifer können es nur wenig pF sein.
- Bei Masseverbindung des Gehäuses erfolgt die vermutete Krach-Signaleinkopplung also nur über die wenigen pF zwischen Achse und Schleifer. Dementsprechend müßten recht hohe Spannungssprünge zwischen Achse und Gehäuse, also über dem Lager, die Ursache sein. Also evtl, statische Entladungen, Das würde aber eine tatsächlich kräftige Isolation zwischen Achse und Gehäuse bedingen. Bei den Potis hier besteht die Achse immer aus Stahl, das Lager, also der Gewindeansatz ebenfalls aus Stahl oder Zink-Druckguss. Durch Lagerabrieb wird im Laufe der Zeit das Lagerfett von Metallpartikeln durchsetzt sein, also wahrscheinlich keinen sehr hohen Isolationswiderstand mehr bieten.
- Einzige Erklärung könnten für mich evtl. Potis mit Al-Achsen (sowas habe ich früher, so erinnere ich mich, aus Radios der Kriegsproduktion ausgeschlachtet) sein, Das sich mit der Zeit bildende Oxyd oder das vielleicht vorhandene Eloxal sorgen dann für Isolierung, ausgeschlagene Lager reduzieren die Reibungs ;-). Da könnten Vielleicht Störungen entstehen. Eine fehlende Masseverbindung oder gar schlechte Masseführung könnten die begünstigen. Beweis: Der Bediener berührt während dem Verstellen des Potis die Gerätemasse, dann sollte alles ruhig sein...Dann wäre das Poti aber ein Fall für den Schrott.

In der antiken Geschichte der Rundfunkreparatur waren diese "Massekracher" von den Drehkos bekannt, da war der Rotoranschluß über Schleifer und die Achse herausgeführt, während die Stator-Blechpakete isoliert gelagert waren.

das bedeutet für mich: Soll das zu reparierende Gerät weiterhin im Einsatz sein, würde ich ein kratzendes Poti gleich durch ein vernünftiges - z.B. für Audiokram von Alps - ersetzen. Nur wenn aus musealen Gründen der Originalzustand erhalten bleiben soll, würde ich einen Reinigungsversuch unternehmen. Demontieren würde ich es dafür ohne wichtigen Grund nicht, das geht zuweilen nicht spurenlos am Poti vorbei, mit Totalschaden ist dabei zu rechnen (Also vorher Ersatzstrategie vorbereiten, ein leicht kratzendes Poti ist besser als keins ;-) bzw. kein wirklich passendes.

Grüße
Hartwig

ickke

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19.02.2021,
10:13

@ Sel am Handy

Poti nach Reinigung einfetten?

» » Von der Achse, das geht? Welches Schmierfett ist dafür geeignet, und wie
» » schmiere ich überhaupt die Achse? Muss ich den Poti dazu
» auseinandernehmen?
»
» Die Achse ist eine bewegliche Masseverbindung. Zum Reinigen muß die Achse
» abmontiert werden. Leider überleben das nicht alle Potis, ganz besonders
» die aus neuerer Fertigung (also aus den letzten 20 Jahren). Als Fett geht
» jedes harz- und säurefreies Fett.
»
» LG Sel

Abmontieren? Das klingt heikel. Das würde ich mich als letztes wagen.

Ich hab zwei schicke Fotos von den Reglern gemacht (ich mag solche Detailaufnahmen :D):

Lautstärkeregler:



Balance-Regler:


Wie man sieht besitzen beide Potis erfreulicher Weise große Öffnungen.

Gibt es eine gute Alternative zum "Wellenschalteröl K"? (wollte jetzt nicht extra ein Museum reisen :p) Was ist mit
- Kontakt 701 (Vaseline-Spray, Säure und Silikonfrei)
- Sprühöl 88 (Feinschmieröl; säure- und silikonfrei, alterungsbeständig und verharzt nicht)
- Ballistol Universalöl (säure und harzfrei)

Das Sprühöl 88 überzeugt mich am meisten. Was sagt ihr dazu?

ickke

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19.02.2021,
11:29

@ Hartwig

Poti nach Reinigung einfetten?

Danke für Deine ausführliche Beschreibung. Hartwig!
Bei Berührung ist nichts ruhig. Nur wenn ich nicht drehe ist alles gut.

Ich habe die beiden Potis erstmal mit Tuner 600 gereinigt und werde mir wohl ein gutes Öl bestellen damit alles vernünftig flutscht.
Originalzustand ist für mich schon wichtig, deshalb versuche ich es mal mit reinigen und einfetten. Wenn das nichts nützt, ab in die Tonne mit dem Poti. Da ist dann doch die Funktionalität wichtiger als die Originalteile unter der Haube.

Hast Du mit ALPS gute Erfahrungen gemacht? Ich hatte mal eine Anlage aus den 80er die auch Schalter von ALPS verbaut hatte. Ich bin fast wahnsinnig mit den Schaltern geworden weil die so durch waren und nur gespackt haben. Kann natürlich auch an der Vorgeschichte (Vorbesitzer) liegen.

ickke

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19.02.2021,
14:25

@ ickke

Nachtrag: Band-Regler sorgt für Tonverzerrung

NACHTRAG zu meinem Vorpost:

Nach Reinigung mit Tuner 600 ist kein Kratzen mehr aufgetreten. Das ist schonmal gut!

Nun ist plötzlich der rechte Kanal verzerrt. Das ist nichts neues und ist schon öfters vorgekommen. Nur hatte ich vorher hauptsächlich den Lautstärke- oder Balance-Regler in Verdacht weil die ebenfalls spinnen (bzw. jetzt ja nicht mehr).

Aber auch der Band-Umschalter (tuner, band, aux, phono) könnte es sein. Letzteres scheint sich zu erhärten. Denn als diese Tonverzerrung auftrat, habe ich zuerst am Lautstärkepoti und dann am Balance-Poti rumgespielt, die Verzerrung verschwand aber nicht. Als ich dann aber den Band-Umschalter vorsichtig betätigte, verschwand die Verzerrung.

Ich habe den Umschalter erstmal mit Tuner 600 behandelt, auf der Hoffnung das sich das bessert. Nach der Trocknung werde ich versuchen das Problem zu reproduzieren (was nicht immer gelingt).

Vielleicht hat je jemand Erfahrung mit solcherei Umschaltern. Hier mal zwei Fotos:




Hartwig(R)

19.02.2021,
17:29

@ ickke

Nachtrag: Band-Regler sorgt für Tonverzerrung

Hallo,

ich kann nicht erkennen, ob das gezeigte Gebilde wirklich ein Schalter ist, oder nur ein Getriebe, welches die Drehbewegung des Betätigers in eine Schub-Zug-Bewegung umsetzt und sich die eigentlichen Schalterkontakte verteilt auf der Platine befinden. Wenn letzteres der Fall sein sollte, wird ein Austausch schwer, die Reinigung ebenfalls. Persönlich nehme ich nie Sprays, zur Reinigung nur rückstandslos flüchtige Lösungsmittel wie Ethanol oder Isopropanol. Bei Ethanol kann je nach Herkunft das Vergällungsmittel Probleme bereiten, in dem Fall würde ich selbst Wodka vorziehen ;-) (ist aber ernst gemeint). Zuweilen findet man Angaben über zulässige Reinigungsmittel in den Datenblättern industrieller Bauelemente,

Ob Alps oder andere Hersteller - wenn man nicht -zig von den Dingern unter Einhaltung aller Spezifikationen eingesetzt hat, kann man nur ganz schwer eine ernsthafte Aussage über deren Qualität machen - dementsprechend interpretiere ich auch viele solcher Aussagen. Bei Alps aus Japan findet man am ehesten Potis, die denen in asiatischen Geräten verbauten Teilen nahe kommen. Hier in unseren Gefilden wird oft Piher aus Spanien angeboten - ich habe mit denen auch nie schlechte Erfahrungen gemacht, nur ist die Auswahl gering und die Bauweise sehr schlicht. Dafür kann man die 6mm-Achsen mit dem Weichdrahtschneider kürzen ;-)

Wenn es genau sein muß und es auf Linearität und Tk ankommt, halte ich nach Cermet-Potis Ausschau, die bekommt man z.B. bei Bourns, Das sind natürlich keine Schnäppchen. Und es gibt noch eine Reihe anderer Hersteller ....

Grüße

Hartwig

Sel(R)

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Radebeul,
19.02.2021,
19:52
(editiert von Sel
am 19.02.2021 um 19:54)


@ ickke

Poti nach Reinigung einfetten?

» Ich hab zwei schicke Fotos von den Reglern gemacht (ich mag solche
» Detailaufnahmen :D):
»
» Lautstärkeregler:
»
»
» Balance-Regler:
»

Die Metallbecher vom Regler kannst leicht und gefahrlos abnehmen (Laschen aufbiegen). Dann den Regler mit Alkohol (reinst!) und sehr weichem Pinsel reinigen, dann den Metallbecher wieder drauf. Nichts schmieren! Die Potiachse lass aus bei der Reinigung, nur die Schleiferbahn und den Abgriff. Den Allolohl gibts in der Apotheke als 99%igen entwässerten Ethanol, vergällt. Den vergällten Alkohol solltest wählen, denn der kostet nicht so viel. Mußt den sicher bestellen, das wird nicht vorrätig sein. Das Zeugs MUSS entwässert sein! Der Alkohol mit 95% etwa macht hier keinen Effekt.

LG Sel

--
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Ich bin ein Elektronikbastler, der ab und zu ein paar Informationen sucht ...

ickke

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20.02.2021,
09:39

@ Sel

Poti nach Reinigung einfetten?

» Hallo,
»
» [...] ein Getriebe, welches die Drehbewegung des Betätigers in eine
» Schub-Zug-Bewegung umsetzt und sich die eigentlichen Schalterkontakte
» verteilt auf der Platine befinden.
Yepp, gut beschrieben.


» Die Metallbecher vom Regler kannst leicht und gefahrlos abnehmen (Laschen
» aufbiegen). Dann den Regler mit Alkohol (reinst!) und sehr weichem Pinsel
» reinigen, dann den Metallbecher wieder drauf. Nichts schmieren! Die
» Potiachse lass aus bei der Reinigung, nur die Schleiferbahn und den
» Abgriff. Den Allolohl gibts in der Apotheke als 99%igen entwässerten
» Ethanol, vergällt. Den vergällten Alkohol solltest wählen, denn der kostet
» nicht so viel. Mußt den sicher bestellen, das wird nicht vorrätig sein. Das
» Zeugs MUSS entwässert sein! Der Alkohol mit 95% etwa macht hier keinen
» Effekt.


Ich habe noch einen Kanister voll mit 99,9%igem Ethanol. Der ist zwar vergällt, aber der Prozentsatz dürfte demnach nicht höher als 0,1 sein (meistens wird 1% hinzugegeben) und sollte kein Problem darstellen.

habe ich das so richtig verstanden, oder ist die Füllmenge zu hoch?:

ickke

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20.02.2021,
12:34

@ Hartwig

Nachtrag: Band-Regler sorgt für Tonverzerrung

» Hallo,
»
» [...] ein Getriebe, welches die Drehbewegung des Betätigers in eine
» Schub-Zug-Bewegung umsetzt und sich die eigentlichen Schalterkontakte
» verteilt auf der Platine befinden.
Yepp, gut beschrieben.


» Die Metallbecher vom Regler kannst leicht und gefahrlos abnehmen (Laschen
» aufbiegen). Dann den Regler mit Alkohol (reinst!) und sehr weichem Pinsel
» reinigen, dann den Metallbecher wieder drauf. Nichts schmieren! Die
» Potiachse lass aus bei der Reinigung, nur die Schleiferbahn und den
» Abgriff. Den Allolohl gibts in der Apotheke als 99%igen entwässerten
» Ethanol, vergällt. Den vergällten Alkohol solltest wählen, denn der kostet
» nicht so viel. Mußt den sicher bestellen, das wird nicht vorrätig sein. Das
» Zeugs MUSS entwässert sein! Der Alkohol mit 95% etwa macht hier keinen
» Effekt.


Ich habe noch einen Kanister voll mit 99,9%igem Ethanol. Der ist zwar vergällt, aber der Prozentsatz dürfte demnach nicht höher als 0,1 sein (meistens wird 1% hinzugegeben) und sollte kein Problem darstellen.

habe ich das so richtig verstanden, oder ist die Füllmenge zu hoch?:

Hartwig(R)

20.02.2021,
13:52

@ ickke

Nachtrag: Band-Regler sorgt für Tonverzerrung

»
» habe ich das so richtig verstanden, oder ist die Füllmenge zu hoch?:
»
»

Das Poti ganz eingetaucht?? so habe ich das nie gemacht. Auch wenn Fett in der Theorie nicht alkohollöslich ist, können Schmiermittel, die meist ein Gemisch verschiedener Komponenten sind, durch Ethanol angegriffen oder ausgewaschen werden. So versuche ich möglichst, die Waschlösung gezielt an die Kontakte zu bringen und von Lagern fernzuhalten.

Zur gezielten Abgabe der Waschlösung nehme ich eine Einmalspritze mit stumpfer Kanüle - letztere kann man kaufen, die Kanülenenden sind poliert, so verkratzt man nichts. Oder man nimmt einen passenden Isolierschlauch.

Je nach Verschmutzung lasse ich das Waschmittel - also den Alkohol - durchlaufen oder benetze nur, dabei bewege ich die Kontakte.

Bei sehr hartnäckiger Verschmutzung benutze ich auch Reiniger auf Wasserbasis, dann spüle ich unmittelbar nach der Reinigung mit mit destiliertem Wasser nach, danach "trockne" ich wieder durch eine Wäsche mit Ethanol. Das Ethanol verbindet sich mit dem Wasser und fließt zusammen ab - bis kaum noch Wasser vorhanden ist, Das restliche Ethanol verdunstet, der minimale Rest Wasser auch recht schnell. So wird weitere Korrosion verhindert. Ein Haartrockner kann zusätzlich helfen.

Sollte nachschmieren erforderlich sein bringe ich das Schmiermittel mit einem Draht oder Uhrmacherschraubendreher gezielt auf, so dass möglichst wenig verläuft und Staubfallen bildet.

Allerdings muß ich dazu sagen, dass ich die meisten dieser "Rettungsversuche" in der Schaltung vornehme, da ich dann sofort den Erfolg kontrollieren kann, zuweilen sind eben wiederholte Reinigungsgänge erforderlich. Ist das Poti (oder der Schalter) einmal ausgebaut, ist meist ein Austausch angesagt, selbst wenn das Umbauarbeiten erfordern sollte.

Grüße
Hartwig

Sel(R)

E-Mail

Radebeul,
23.02.2021,
11:31
(editiert von Sel
am 23.02.2021 um 11:35)


@ ickke

Poti nach Reinigung einfetten?

» Ich habe noch einen Kanister voll mit 99,9%igem Ethanol. Der ist zwar
» vergällt, aber der Prozentsatz dürfte demnach nicht höher als 0,1 sein
» (meistens wird 1% hinzugegeben) und sollte kein Problem darstellen.
»
» habe ich das so richtig verstanden, oder ist die Füllmenge zu hoch?:
»


Habe dein Posting erst jetzt gesehen, Tschuldigung.

Natürlich kannst das Poti tauchen. Doch dann solltest du den Schleifer paarmal bewegen und dabei auch alle Luft aus dem Poti klopfen, das Poti paar Minuten einweichen lassen. Der Allolohl muß überall hin können. Wenn du ganz sicher gehen willst, das das Vergällungsmittel keinen Schaden anrichtet in der Zukunft, dann spüle das Poti mit seeeehr viel destilliertem Wasser. Sehr viel bedeutet eben nicht nur mal kurz eintauchen, sondern richtig auswaschen. Vergällungsmittel ist extrem verdünnbar und dann immer noch auf der Oberfläche. Zur Überprüfung des Erfolgs des Auswaschens hilft eine, aber effektive und genaue alte Methode. Die Potioberfläche mal kurz anlecken, also die Kostprobe. Geeignet ist da sehr gut die Unterseite am Blech. Einen besseren Rezeptor fürs Vergällungsmittel hast du nicht in Werkstatt oder im Haus.

Zum anschließenden Fetten geht auch sogenanntes Kleböl. Das wird verwendet in diesen Minigetrieben von Klappen, die sich ganz langsam ohne Motorkraft bewegen sollen (mittels kleinen Zahnrädern), ich weiß es nicht besser zu beschreiben. Die waren früher an alles Öffnungen wie bei den Kassettenfächern von Audio- oder Videorekordern. Dieses Öl darf nur zwischen die Potiachse und der Hülse der Achse (Gehäuse) kommen. Du kannst einen Tropfen auf die trockene (!) Achse geben und mittel kleinem Spatel das Öl in den Zwischenraum Achse/Gehäuse drücken. Das passt dann schon, eventuell hilft ein Erwärmen auf etwa 40°C, da wird das Öl flüssiger. Nicht zuviel drangeben, das Öl darf nicht auf die Schleiferbahn schmatzen.

LG Sel

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