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Saitenquäler

20.07.2019,
12:26
 

Symmetrierung Heizspannung (Elektronik)

Servus zusammen,

ich sitze gerade an einem Mesa "Geigenverzerrer" (Gitarrenverstärker) und wundere mich etwas über die Symmetrierung der Heizspannung.
Hier ein Schaltungsausschnitt:



Die 6,3V~ werden hier über zwei 100 Ohm Widerstände auf Masse gepackt, also das Übliche. Die Röhre im Eingang wird mit Gleichspannung beheizt, auch noch normal.
Aber: hinter dem Gleichrichter wird die Heizspannung nochmals über zwei 150 Ohm Widerstände auf Masse gelegt. Ist das nicht doppelgemoppelt? Oder gar kontraproduktiv?
Die Kiste summt nämlich recht heftig. Nehme ich die zwei 150 Ohm Widerstände (hinterm Gleichrichter) raus ist Ruhe.
Ich verstehe das nicht nicht so wirklich und würde mich über eine Erklärung freuen.

Gruß,
Noel

JBE(R)

bei mir zu hause,
20.07.2019,
17:01
(editiert von JBE
am 20.07.2019 um 17:22)


@ Saitenquäler

Symmetrierung Heizspannung

» Servus zusammen,
»
» ich sitze gerade an einem Mesa "Geigenverzerrer" (Gitarrenverstärker) und
» wundere mich etwas über die Symmetrierung der Heizspannung.
» Hier ein Schaltungsausschnitt:
»
»
»
» Die 6,3V~ werden hier über zwei 100 Ohm Widerstände auf Masse gepackt, also
» das Übliche. Die Röhre im Eingang wird mit Gleichspannung beheizt, auch
» noch normal.
» Aber: hinter dem Gleichrichter wird die Heizspannung nochmals über zwei 150
» Ohm Widerstände auf Masse gelegt. Ist das nicht doppelgemoppelt? Oder gar
» kontraproduktiv?
» Die Kiste summt nämlich recht heftig. Nehme ich die zwei 150 Ohm
» Widerstände (hinterm Gleichrichter) raus ist Ruhe.
» Ich verstehe das nicht nicht so wirklich und würde mich über eine Erklärung
» freuen.
»
» Gruß,
» Noel

Nun richtig ist es ja schon auch, die Gleichspannung zu Symmetrieren, das hat aber weniger was mit Brummunterdrückung zu tun, sondern wegen
der nicht gleichmäßigen über dem gesamten Heizdraht emittierenden Elektronen, das ist ja gerade der Nachteil einer Gleichspannungsheizung.

Und jede Röhre verhält sich da anders.

Ist der Elko noch OK ?, wenn dieser Kapazität verloren hat, wird die Brummspannung zwangsläufig größer.

Ist der Gleichrichter noch OK.

Sind auch die Spannungen OK.

Ist der Heizfaden noch OK.

Ist auch die weitere Last die sonst noch daran hängt OK.

Wenn du das alles mit ja beantworten kannst, kann man diese Widerstände zumindest soweit erhöhen, dass das Brummen soweit weg ist.

Nun Arbeitpunkte verschieben sich im Laufe der Zeit Zwangsläufig, somit funktioniert die Schaltung neben den sonst üblichen eingestellten Werten.

Röhrentechnik ist zwar sehr einfach, hat aber auch so seine Tücken, besonders da wo man es am wenigsten vermutet.

Stelle dir den Heizdraht als Poti vor , mit dem Schleifer kannst du die Spannung einstellen um so mehr der Schleifer richtung 0V rückt
um so geringer ist die Spannung, salopp usgedrückt verhält es sich mit der Emittierung im Heizdraht genauso.
Ok der Prozess ist natürlich etwas komplizierter, als wie jetzt mit dem Poti als Vergleich.

--
Für Gramm-atik, Schreibrechtslinksfehler, Interp(f)unktion, KLEIN und groß Schreibwaren, fragen Sie irren Leerrehr und oder Duden.
:erregt:

Saitenquäler

21.07.2019,
14:14

@ JBE

Symmetrierung Heizspannung

» Nun richtig ist es ja schon auch, die Gleichspannung zu Symmetrieren, das
» hat aber weniger was mit Brummunterdrückung zu tun, sondern wegen
» der nicht gleichmäßigen über dem gesamten Heizdraht emittierenden
» Elektronen, das ist ja gerade der Nachteil einer Gleichspannungsheizung.
»
» Und jede Röhre verhält sich da anders.
»
» Ist der Elko noch OK ?, wenn dieser Kapazität verloren hat, wird die
» Brummspannung zwangsläufig größer.
»
» Ist der Gleichrichter noch OK.
»
» Sind auch die Spannungen OK.
»
» Ist der Heizfaden noch OK.
»
» Ist auch die weitere Last die sonst noch daran hängt OK.
»
» Wenn du das alles mit ja beantworten kannst, kann man diese Widerstände
» zumindest soweit erhöhen, dass das Brummen soweit weg ist.
»
» Nun Arbeitpunkte verschieben sich im Laufe der Zeit Zwangsläufig, somit
» funktioniert die Schaltung neben den sonst üblichen eingestellten Werten.
»
» Röhrentechnik ist zwar sehr einfach, hat aber auch so seine Tücken,
» besonders da wo man es am wenigsten vermutet.
»
» Stelle dir den Heizdraht als Poti vor , mit dem Schleifer kannst du die
» Spannung einstellen um so mehr der Schleifer richtung 0V rückt
» um so geringer ist die Spannung, salopp usgedrückt verhält es sich mit der
» Emittierung im Heizdraht genauso.
» Ok der Prozess ist natürlich etwas komplizierter, als wie jetzt mit dem
» Poti als Vergleich.


Servus JBE,

erst mal vielen Dank für Deine Erklärung!
Ich habe die Ursache für die Summerei nach langem Suchen und Basteln gefunden. Und das nur durch Zufall.
Um die 4 Dioden und den Elko zu erneuern musste ich erst mal etliche Käbelchen ablöten.
Ansonsten hätte ich die Platine nicht ausbauen können. Beim Zusammenbauen fiel mir dann ein
Elko am Schalter für die Clean/Gain Umschaltung auf der da eigentlich nicht hingehört. Da hat wohl
der Vorbesitzer mal an dem Verstärker gebastelt.
Hier auf den Bilder zu sehen.





Nun, den Elko ausgelötet und der Verstärker ist ruhig. Da ich in meinem früheren Berufsleben ein Strippenzieher war und mir mein weniges Wissen über Röhrenverstärker über Jahre nur „angelesen“ habe fehlt mir natürlich bei solchen Fehlern der nötige Überblick und das Verständnis mancher Schaltungen.
Dafür kann ich aber recht gut an den Saiten meiner „Stratocaster Geige“ zupfen.

Gruß,
Noel