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Maira(R)

04.08.2009,
17:23
 

Frequenzgenerator (Elektronik)

Hallo,

ich bin Doktorandin der Biologie und beschäftige mich mit dem Magnetkompass von Zugvögeln. Wir haben festgestellt, daß die Vögel, die bei uns an der Uni in Orientierungskäfigen (Emlen funnels) getestet werden, durch bestimmte elektromagnetische Frequenzen ihren Orientierungssinn verlieren (der Erdmagnet-kompass-Sinn wird gestört). Wir wissen aber nicht genau welche Frequenz(en) es sind, die die Vögel stören. Deshalb wollen wir nun gezielt Frequenzen aussenden (Bzw. zunächst weißes Rauschen und den Frequenzbereich des Rauschens nach und nach einschränken) und die Orientierungsfähigkeit der Vögel testen. Mit einem guten Ergebnis könnte man einen großen Beitrag zum Tier- und Umweltschutz leisten!

Mein Problem ist nun: Wie kann ich am besten Frequenzen (wie gesagt zunächst ein Rauschen) im Bereich von ~10Hz-3Mhz erzeugen und aussenden? Geht das mit einem Computer, mit einem Wobbler o.ä. und z.B. über einen einfachen Draht, der um den Versuchsaufbau gespannt wird? Wir haben schon einmal versucht die Frequenzen mit einem Signal Analyser auszusenden, aber dann haben wir festgestellt, daß der Signal Analyser an sich schon die Vögel gestört hat wenn er einfach nur angeschaltet war. Deshalb wäre ein einfacherer Aufbau mit weniger eingebautem technischem "Schnickschnack" ;-) wichtig.
Hat jemand eine Idee?!!

Und wie kann ich die ausgesendeten Frequenzen am besten messen? Gibt es für diesen Frequenzbereich eine geeignete Antenne?

Ich hogge auf ein paar tolle Ideen, weil ich mich in diesem Bereich leider gar nicht auskenne.... :-(

x y

04.08.2009,
17:44

@ Maira

Frequenzgenerator

» Deshalb wollen wir nun gezielt Frequenzen aussenden (Bzw. zunächst weißes
» Rauschen und den Frequenzbereich des Rauschens nach und nach einschränken)
» und die Orientierungsfähigkeit der Vögel testen.

Gibts denn bei euch an der Uni eine E-Technik Fakultät? Möglicherweise gibts da dann auch ein EMV-Labor, die haben alle dafür benötigten Geräte, und auch das Know-How die zu bedienen.

Ansonsten würde euch ein Frequenzgeneartor auf DDS Basis sicher reichen, ggf mit einem passenden Breitbandverstärker und einer Magnetischen Antenne.

Um vorhandene EM-Felder in dem Bereich zu detektieren und quantifizieren gibts ein recht preisgünstiges, und dennoch taugliches Messgerät von der Fa. Aaronia. Aber lass dich nicht von der bei denen ebenfalls ins Auge gefassen Handystrahlungsschiene irritieren, die Geräte taugen wirklich.

Hartwig

04.08.2009,
17:45

@ Maira

Frequenzgenerator

Hallo Maira,
10Hz bis 3MHz ist ein großer Frequenzbereich, mit einem einfachen Aufbau wird das nicht möglich sein. Und wahrscheinlich kommt ein anderer wichtiger Gesichtspunkt dazu: Die Arbeit soll ja sicher veröffentlicht werden, und insbesondere auf Kongressen gibt es immer "angenehme" Zeitgenossen, die nach Möglichkeiten suchen, so ein Projekt auseinanderzunehmen um nachzuweisen, daß nur sie recht haben. Das heißt daß der Versuchsaufbau technisch absolut "wasserdicht" sein sollte. Für diesen Zweck bräuchtest Du jemanden, der sich mit der EMV-Meßtechnik gut auskennt (denn eigentlich ist das ja das Thema: Du mißt Störstrahlungsbeeinflussung, nur eben nicht bei Geräten sondern an biologischen Objekten). Für die EMV-Meßtechnik gibt es entsprechende Sender / Antennen und Empfänger (Die vorhandene Umgebungsstrahlung (Handy, Lichtnetz, Rundfunksender usw.) sollte auch erfaßt werden wenn nicht sogar während der Versuche überwacht werden.) Also für ein derartiges Projekt ist ein EMV-Spezialist wahrscheinlich ein "Muß".
(Ich will dich nicht frustrieren, aber ich weiß, welche Auswirkungen Mängel im Versuchsaufbau haben können)
Viele Grüße
Hartwig

geralds(R)

Homepage E-Mail

Wien, AT,
04.08.2009,
17:58

@ Maira

Frequenzgenerator

» Hallo,
»
» ich bin Doktorandin der Biologie und beschäftige mich mit dem
» Magnetkompass von Zugvögeln. Wir haben festgestellt, daß die Vögel, die
» bei uns an der Uni in Orientierungskäfigen (Emlen funnels) getestet
» werden, durch bestimmte elektromagnetische Frequenzen ihren
» Orientierungssinn verlieren (der Erdmagnet-kompass-Sinn wird gestört). Wir
» wissen aber nicht genau welche Frequenz(en) es sind, die die Vögel stören.
» Deshalb wollen wir nun gezielt Frequenzen aussenden (Bzw. zunächst weißes
» Rauschen und den Frequenzbereich des Rauschens nach und nach einschränken)
» und die Orientierungsfähigkeit der Vögel testen. Mit einem guten Ergebnis
» könnte man einen großen Beitrag zum Tier- und Umweltschutz leisten!
»
» Mein Problem ist nun: Wie kann ich am besten Frequenzen (wie gesagt
» zunächst ein Rauschen) im Bereich von ~10Hz-3Mhz erzeugen und aussenden?
» Geht das mit einem Computer, mit einem Wobbler o.ä. und z.B. über einen
» einfachen Draht, der um den Versuchsaufbau gespannt wird? Wir haben schon
» einmal versucht die Frequenzen mit einem Signal Analyser auszusenden, aber
» dann haben wir festgestellt, daß der Signal Analyser an sich schon die
» Vögel gestört hat wenn er einfach nur angeschaltet war. Deshalb wäre ein
» einfacherer Aufbau mit weniger eingebautem technischem "Schnickschnack"
» ;-) wichtig.
» Hat jemand eine Idee?!!
»
» Und wie kann ich die ausgesendeten Frequenzen am besten messen? Gibt es
» für diesen Frequenzbereich eine geeignete Antenne?
»
» Ich hogge auf ein paar tolle Ideen, weil ich mich in diesem Bereich leider
» gar nicht auskenne.... :-(


---

Hallo Maira,

Das ist ein höchst interessantes Thema auch für mich.

Geräte wie zB.
Frequenzgenerator (ist üblich Sinus-Kurve) mit diesen Frequenzbereich gibt es genug am Markt.
--> Erweitert würde ich sagen - denke ich an einen Funktionsgenerator.
Das ist ein Gerät das, eben wie oben, die Signal-Frequenzen zur Verfügung stellt und das auch in verschiedenen Kurvenformen.
Dazu gibt es solche die modulierbar sind; Amplituden- (Spannungshöhe) und Frequenzmoduliert.
- Wobbeln auch mit dabei.

Interessant finde ich deine Feststellung, dass die Vögel (vielleicht nicht alle, ok) schon reagieren, wenn "nur"
der Signal-Analyser eingeschaltet ist.
- Das ist eigentlich kein Sender in dem Sinne, sondern hat üblich lediglich Eingänge und eine Anzeige.
Ok, die Funktionsvielfalt machts wieder, mit Monitor-Ausgang, oder Messbrückenschaltung, zB. wie auch immer....

Gemssen wird die Frequenz üblicher Weise mit einem Frequenzmessgerät, bzw. Oszilloskop.
Mit dem Oszi kann dann gleich auch die Signalkurvenform ansehen.
Gibt es da auch Daten, mit welcher Kurvenform die Vögel reagieren?
Bei magnetischen Elementen, bzw. Frequenzen rede ich üblich über die Kurvenform Sinus.

Ok, 2 bis 3 mehr? je nach Messaufbau, Geräte wirst sicher benötigen denke ich.
Nur ein Frequenzgenerator alleine wäre wenig - Anzeige brauchst auch, eventuell auch solches zum Aufzeichnen auf Papier.

Hm, im Nachdenken über den Analyser:
reagieren die Tiere lediglich auf die 50Hz? Wechselstrom? ist sinusförmig. Die Gerätestromversorgung?
Bzw.,,,, könnte es sein, dass Reaktion erflgt, weil vielleicht ein Schaltnetzteil im Gerät enigebaut wäre,
und das schwingt üblich bei mehreren KHz rechteckförmiger Strom? So je nach Netzteil bei 25kHz bis an die 100kHz.
(k-kilo-1000, Hz-Herz; nach Mr. Hertz bennant).
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Hertz

Ist mal so ein Ansatz der Überlegungen.
Näher ausgetüftelt kann man sicher einen Vorschlag mit Zeichnung posten.
Benötige mal so ein paar Daten:
zB. geplanter - gewünschter Abstand der Vögel zur Messanordnung;
Preisfrage - sicher ohne Schnikschnak, nur ungefähr zum
Begrenzen des Bereiches.
Nach dem Generator wird vielleicht ein Leistungsverstärker mit ???Lautsprecher??? notwendig.
-- Kostenvorstellung, damit man leichter mitdenken kann.
Verstärker für bis 3MHz ist kein Kleinholz, sondern was Großes. - Dagegen ein Audioverstärker wiederum nicht,
kann aber nur bis ein paar zig kHz.
-- So mal als Anhaltspunkt.

Na so ungefähr..

Grüße
Gerald

--
...und täglich grüßt der PC:
"Drück' ENTER! :wink: Feigling!"

x y

04.08.2009,
18:10

@ geralds

Frequenzgenerator

» Verstärker für bis 3MHz ist kein Kleinholz, sondern was Großes.

Kinderkram.;-)

Altgeselle(R)

E-Mail

04.08.2009,
18:13

@ Hartwig

Frequenzgenerator

» Hallo Maira,
» 10Hz bis 3MHz ist ein großer Frequenzbereich, mit einem einfachen Aufbau
» wird das nicht möglich sein. Und wahrscheinlich kommt ein anderer
» wichtiger Gesichtspunkt dazu: Die Arbeit soll ja sicher veröffentlicht
» werden, und insbesondere auf Kongressen gibt es immer "angenehme"
» Zeitgenossen, die nach Möglichkeiten suchen, so ein Projekt
» auseinanderzunehmen um nachzuweisen, daß nur sie recht haben. Das heißt
» daß der Versuchsaufbau technisch absolut "wasserdicht" sein sollte. Für
» diesen Zweck bräuchtest Du jemanden, der sich mit der EMV-Meßtechnik gut
» auskennt (denn eigentlich ist das ja das Thema: Du mißt
» Störstrahlungsbeeinflussung, nur eben nicht bei Geräten sondern an
» biologischen Objekten). Für die EMV-Meßtechnik gibt es entsprechende
» Sender / Antennen und Empfänger (Die vorhandene Umgebungsstrahlung (Handy,
» Lichtnetz, Rundfunksender usw.) sollte auch erfaßt werden wenn nicht sogar
» während der Versuche überwacht werden.) Also für ein derartiges Projekt
» ist ein EMV-Spezialist wahrscheinlich ein "Muß".
» (Ich will dich nicht frustrieren, aber ich weiß, welche Auswirkungen
» Mängel im Versuchsaufbau haben können)
» Viele Grüße
» Hartwig

Hallo,
dem kann ich mich nur anschliessen. Es gibt aber noch einen
weiteren Gesichtspunkt:
Frequenzen im Mhz-Bereich werden abgestrahlt und haben
eine gewisse Reichweite, können also andere Geräte stören.
Um nicht mit diversen Vorschiften über Störaussendung in
Konflikt zu kommen und auch um zu verhindern, dass fremde
Felder den Versuchsaufbau beeinflussen, wird wohl noch
ein abgeschirmter Raum benötigt.
Zusammengefasst: Man braucht ein komplettes EMV-Labor.
Grüße
Altgeselle

x y

04.08.2009,
18:15

@ Altgeselle

Frequenzgenerator

» Um nicht mit diversen Vorschiften über Störaussendung in
» Konflikt zu kommen und auch um zu verhindern, dass fremde
» Felder den Versuchsaufbau beeinflussen, wird wohl noch
» ein abgeschirmter Raum benötigt.
» Zusammengefasst: Man braucht ein komplettes EMV-Labor.

Naja, bei max 3Mhz hält der der Schirmaufwand in Grenzen.

Altgeselle(R)

E-Mail

04.08.2009,
18:30

@ x y

Frequenzgenerator

» » Um nicht mit diversen Vorschiften über Störaussendung in
» » Konflikt zu kommen und auch um zu verhindern, dass fremde
» » Felder den Versuchsaufbau beeinflussen, wird wohl noch
» » ein abgeschirmter Raum benötigt.
» » Zusammengefasst: Man braucht ein komplettes EMV-Labor.
»
» Naja, bei max 3Mhz hält der der Schirmaufwand in Grenzen.

Ja, mag sein. Es kommt darauf an, wie stark man die Felder
machen will. Zu Zeit findet ja "der große Feldtest" statt,
die Zugvögel fliegen dur alle Arten von Menschen erzeugter
elektromagnetischer Felder. Da die Vögel ja noch ankommen,
ergibt sich die Frage, wie stark die Felder sein dürfen.
Meines Wissens nach gibt es kaum Erkenntnisse über einen
"biologischen Wirkmechanismus" für Wechselfelder (thermische
Wirkung ist natürlich klar).

geralds(R)

Homepage E-Mail

Wien, AT,
04.08.2009,
18:48
(editiert von geralds
am 04.08.2009 um 18:49)


@ x y

Frequenzgenerator

» » Verstärker für bis 3MHz ist kein Kleinholz, sondern was Großes.
»
» Kinderkram.;-)

---
Ist ne Betrachtungsweise denke ich.
ok, einen Sinus basteln geht - Spielzeug-

Gut, ich dachte dann an den Ausgang, und zwar in der
Leistung, dass die Vögel dann was merken, wenn man sie
nicht gleich vom Himmel holen will.

Sicher wurde schon seit Beginn der Radiozeiten untersucht,
wie sich die Tiere, auch vorbei fliegende, in der Nähe
von Radiosendern verhalten, oder nicht?
LMK-Wellen sind ja eben so im gewünschten Bereich,
KW etwas drüber.
Und mit "horrenden" (aus der Sicht des Vogels stelle ich
mir mal vor, piep) Leistungen so ein paar KW??

Wie will man sie dann auch noch "anschießen"? Von der Seite oder von Vorne?
- da würde man schnell mal fast alle auf einmal erwischen;) ne, Spass beiseite.
Die passenden Antennen geben dann den Rest.

Ich weiß nicht, denke nicht, ob das dann noch Kinderkram bleibt.


gerald

--
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"Drück' ENTER! :wink: Feigling!"

Hartwig

04.08.2009,
18:54

@ Altgeselle

Frequenzgenerator

Hallo,
Der "große Feldtest" ist nach meiner Ansicht wenig aussagekräftig. Schließlich fliegen die Vögel nicht unter Blindflugbedingungen, d. h. sie bedienen sich möglicherweise mehrerer Navigationsmethoden: Sichtflug, orientiert an der Landschaft, Astronavigation (Sonnenstand) und Kompaßnavigation. Also keine Absturzgefahr bei Ausfall oder Störung eines Systems. Wenn ich mich nicht total irre, gab es ja in der (belebten) Erdgeschichte schon Phasen, in denen daß Magnetfeld zusammengebrochen war.
Ganz verblüffend wird es dann bei Fledermäusen, die nach optischer Wahrnehmung wissen, wie das "Echobild" aussehen wird und umgekehrt - Die ganze echtzeit-Signalverarbeitung einschließlich Energieversorgung, voll kunstflugfähig und selbstreproduzierend in wenigen Gramm untergebracht....
da sieht ein Microcontroller aus wie ein Steinzeitbollerwagen neben einem Formel-1 Fahrzeug....
Hartwig

Hartwig

04.08.2009,
19:05

@ geralds

Frequenzgenerator

Hallo Gerald,
Die Vögel werden im Überlandflug wahrscheinlich nicht auf Kompaßnavigation angewiesen sein - Wenn sie zu ihrem Baum wollen, bietet sich wahrscheinlich die klassiche Sichtnavigation an. Da wird wahrscheinlich der KW-Sender keine Wirkung zeigen, selbst wenn er die Vögel erheblich stören sollte. Nur bei Zugvögeln bei schlechtem Wetter oder über See z.B. müssen Magnet-Kompaß oder Sonne herhalten. Es bedarf also eines bestimmten Versuchsaufbaus um eine Beeinflußung der Magnetnavigation nachzuweisen, ebenso sind andere Störungen aususchließen. Alles nicht so einfach....
Hartwig

geralds(R)

Homepage E-Mail

Wien, AT,
04.08.2009,
19:23

@ Hartwig

Frequenzgenerator

» Hallo Gerald,
» Die Vögel werden im Überlandflug wahrscheinlich nicht auf Kompaßnavigation
» angewiesen sein - Wenn sie zu ihrem Baum wollen, bietet sich wahrscheinlich
» die klassiche Sichtnavigation an. Da wird wahrscheinlich der KW-Sender
» keine Wirkung zeigen, selbst wenn er die Vögel erheblich stören sollte.
» Nur bei Zugvögeln bei schlechtem Wetter oder über See z.B. müssen
» Magnet-Kompaß oder Sonne herhalten. Es bedarf also eines bestimmten
» Versuchsaufbaus um eine Beeinflußung der Magnetnavigation nachzuweisen,
» ebenso sind andere Störungen aususchließen. Alles nicht so einfach....
» Hartwig

---
Hallo Hartwig,

So ähnlich waren auch meine Vorstellungen-Überlegungen.
PS: da würde gerne mehr lernen, im bilogischen Bereich.
Ist nicht uninteressant das Thema.
Eben aus unzureichenden Erkenntnissen habe ich nur mal oberflächlich mit gemaunzt,
mein Gedankenaustausch eben, mittels meinem Verständis.

Was ich nicht weiß, kann mir irgendwie auch nicht vorstellen, vielleicht doch,
ob a l l e Vogelarten magnetisches Empfinden haben.
wie ists mit dem elektrischen Feld?


Gerald

--
...und täglich grüßt der PC:
"Drück' ENTER! :wink: Feigling!"

Hartwig

04.08.2009,
19:38

@ geralds

Frequenzgenerator

» » Hallo Gerald,
» » Die Vögel werden im Überlandflug wahrscheinlich nicht auf
» Kompaßnavigation
» » angewiesen sein - Wenn sie zu ihrem Baum wollen, bietet sich
» wahrscheinlich
» » die klassiche Sichtnavigation an. Da wird wahrscheinlich der KW-Sender
» » keine Wirkung zeigen, selbst wenn er die Vögel erheblich stören sollte.
» » Nur bei Zugvögeln bei schlechtem Wetter oder über See z.B. müssen
» » Magnet-Kompaß oder Sonne herhalten. Es bedarf also eines bestimmten
» » Versuchsaufbaus um eine Beeinflußung der Magnetnavigation nachzuweisen,
» » ebenso sind andere Störungen aususchließen. Alles nicht so einfach....
» » Hartwig
»
» ---
» Hallo Hartwig,
»
» So ähnlich waren auch meine Vorstellungen-Überlegungen.
» PS: da würde gerne mehr lernen, im bilogischen Bereich.
» Ist nicht uninteressant das Thema.
» Eben aus unzureichenden Erkenntnissen habe ich nur mal oberflächlich mit
» gemaunzt,
» mein Gedankenaustausch eben, mittels meinem Verständis.
»
» Was ich nicht weiß, kann mir irgendwie auch nicht vorstellen, vielleicht
» doch,
» ob a l l e Vogelarten magnetisches Empfinden haben.
» wie ists mit dem elektrischen Feld?
»
»
» Gerald

Hallo Gerald,
da hab ich ebenfalls keine Ahnung. Ich denke man kennt die rezeptoren noch nicht. Aber es gibt die sogenannten Elektrofische. (Zitteraal als bekanntes Beispiel). Die können per Elektroschock ihre beute lähmen. Aber man weiß auch, daß sie mit schwachen Feldern ihre Beute im Schlick z.B. orten können. Also haben die auch irgendwelche Feldsensoren. Als Hochspannungsquelle dienen übrigens spezialisierte Zellen, die parallel aufgeladen werden (ich glaube <100mV), dann werden alle Zellen in Reihe geschaltet und "batsch" also deutlich über 100V......
Also das "know-how" ist schon seit einigen Millionen Jahren vorhanden.......
Schönen abend noch
Hartwig

Maira(R)

05.08.2009,
17:33
(editiert von Maira
am 05.08.2009 um 17:34)


@ Altgeselle

Frequenzgenerator

» » » Um nicht mit diversen Vorschiften über Störaussendung in
» » » Konflikt zu kommen und auch um zu verhindern, dass fremde
» » » Felder den Versuchsaufbau beeinflussen, wird wohl noch
» » » ein abgeschirmter Raum benötigt.
» » » Zusammengefasst: Man braucht ein komplettes EMV-Labor.
» »
» » Naja, bei max 3Mhz hält der der Schirmaufwand in Grenzen.
»
» Ja, mag sein. Es kommt darauf an, wie stark man die Felder
» machen will. Zu Zeit findet ja "der große Feldtest" statt,
» die Zugvögel fliegen dur alle Arten von Menschen erzeugter
» elektromagnetischer Felder. Da die Vögel ja noch ankommen,
» ergibt sich die Frage, wie stark die Felder sein dürfen.
» Meines Wissens nach gibt es kaum Erkenntnisse über einen
» "biologischen Wirkmechanismus" für Wechselfelder (thermische
» Wirkung ist natürlich klar).


Es reichen oszillierende Felder im Bereich der Erdmagnetfeldstärke (60 mikroTesla). Dazu gab es schon Experimente (von Ritz 2004 und 2005): z.B. führten weißes Rauschen von 0,1-10 Mhz und Frequenzen im Radiofrequenzbreich (1.3 MHz und 7 Mhz) zu einer Desorientierung. Die Wirkung beruht (in der Theorie) darauf, daß hyperfeine Verbindungen von Radikalpaaren verändert werden, die (wieder theoretisch, aber es gibt viele unterstützende Experimente dazu) im Auge des Vogels für die Wahrnehmung des Magnetkompass zuständig sind. Wir scheinen aber im HF-Bereich besondere Störungen zu haben (90kHz). Das würden wir deshalb gerne näher untersuchen.

Maira(R)

05.08.2009,
18:11

@ Hartwig

Frequenzgenerator

Hallo,

Wahnsinn, wie schnell hier Antworten kommen! :-)
Also erst nochmal zum Versuchsaufbau und zu biologischem Hintergrundwissen:

Wir werden ein paar Vögel fangen und dann mit ihnen hier an der Uni in kleinen "Gartenhütten" unsere Versuche abhalten. Die Hütten sind 3x3m groß und die Vögel werden in kleine Trichterförmige "funnels" gesteckt, die mit kratzempfindlichen Papier ausgelegt sind. Auf diesem Papier hinterlassen die Vögel dann Kratzer, wenn sie in die Richtung hüpfen und flattern, die ihrer Zugrichtung entspricht (http://en.wikipedia.org/wiki/Emlen_funnel). In den Hütten steht ein Helmholtzspulensystem mit dem man das Erdmagnetfeld auch künstlich verändern kann. Mit solchen Aufbauten wurden schon viele Experimente gemacht, die auch gezeigt haben, daß die Vögel (die in den Hütten nur den Magnetkompass für ihre Orientierung haben und keine Sonne, Sterne oder Landschaften als Anhaltspunkte) sich entsprechend ihrer Zugrichtung orientieren können und auch mitdrehen, wenn man mithilfe der Spulen das Erdmagnfeld künstlich dreht. Sie können sich also bewiesenermaßen am Erdmagnetfeld orientieren (die Versuche wurden hauptsächlich mit nachts-ziehenden kleinen Singvögeln gemacht, Albatrosse sind ein bischen groß für das set-up ;-) ; aber man geht davon aus, daß alle Zugvögel das Erdmagnetfeld wahrnehmen und nutzen können). Draußen sind sie durch den ganzen Elektrosmok nicht gestört, weil sie sich eben mit Hilfe der der oben genannten anderen Orientierungssinne zurechtfinden können. Wie oben schon vermutet.

Es gibt 2 Theorien wie sich Zugvögel am Erdmagnetfeld orientieren können, einmal gibt es Magnetitkristalle im Oberschnabel, die anscheinend vor allem für die Magnetfeldstärke empfindlich sind, und von den vermutet wird, daß sie vor allem wie ein signpost-sinn funktionieren, also wenn er Vogel eine bestimmte Magnetfeldstärke erreicht, weiß er in etwa wo er sich befindet. Und es gibt die sogenannte Radikalpaartheorie, die besagt, daß die Vögel über komplizierte Prozesse im Auge das Magnetfeld wortwörtlich sehen können. Dieser Sinn ist für die eigentliche Navigation zuständig, funktioniert also wie ein Kompass. Diese Theorie geht sehr in die Quantenphysik und ist nicht so kurz zu erklären. Aber die Radikalpaare im Auge können durch oszillierende Magnetfelder in ihren Zuständen verändert werden, was zu anderen Endprodukten und letzendlich zu anderen "Bildern" vom Magnetfeld führt. Wenn der Vogel das " Bild" nicht kennt, ist er desoerintert. Auch das Erdmagnetfeld greift an dieser Stelle ein, aber das "Bild" kennen die Vögel eben und wissen es zu deuten, außerdem spielt es evtl eine Rolle, daß das Erdmagnetfeld ja statisch ist. Um die Vögel zu stören reichen a.G. dieses Mechanismus aber eben schon Frequenzen von der Stärke des Erdmagnetfeldes, also im Mikroteslabereich. Es gibt dazu auch schon Versuche, die zeigten, daß Vögel von weißem Rauschen im Bereich von 0.1-10 Mhz und Frequenzen im Bereich von Radiowellen (1,3 MHz und 7 MHz) ihre Orientierung verlieren. Wir sind jetzt am HF-Bereich interessiert, weil der Signalanalyser/generator eben störte als er nur an war und starke Störungen im Bereich von 90 kHz aussendete ( das hat ein Messteam herausgefunden). Hinzu kommt, daß die Vögel desoerientiert waren als die Alluminiumverkleidung der Holzhütten nicht richtig geerdet war. Nach richtiger Erdung waren die Störungen verschwunden, die Vogel konnten wieder orientieren. Wenn man Frequenzmessungen mit und ohne Erdung vergleicht findet man auch hier Frequenzen bei 90 kHz. Das ist also ein starker Kandidat.

Nochmal kurz zusammengefasst:
-die Hütten sind 3x3m groß und nur hier drin sollen die Störungen ausgesendet werden. Die Vögel sitzen in kleinen Aluminiumtrichtern und müssen nicht "vom Himmel geholt werden".
-es reicht eine Signalstärke im Mikroteslabereich
-am idealsten wäre ein Frequenzbereich von Hz - 3 Mhz, man müßte wohl evtl eine Antenne mit Spule nehmen (?)
-vielleicht reicht als Sender ja auch ein einfacher Draht (mehfach) um das set-up der Spulen gewickelt?

Reicht das an biologischem Hintergrund und an Eckdaten?

x y

05.08.2009,
19:27

@ Maira

Frequenzgenerator

» eine Antenne mit Spule nehmen (?)

Sag ich doch, magnetische Antenne.