SSJ3 Vegotenks
18.06.2009, 10:05 |
Laderegler an größere Batterie anpassen (Elektronik) |
den folgenden Text kopier ich mal aus nem anderen Forum:
Vorweg ein paar Infos:
- es handelt sich um ein altes Moped aus DDR-Produktion. ursprünglich waren 6V verbaut, ich habe eine 12V anlage aus einem neueren Modell der Baureihe hineingebaut, zwecks 12V Bordnetz
- Die Ladung der Batterie erfolgt über eine einzelne Spule, die massepotentialfrei zu einem Gleichrichter geführt wird. der Plus-Ausgang des Gleichrichters ist dann mit dem Laderegler verbunden.
- der Laderegler besteht grob beschrieben aus einem OPV, der meiner meinung nach als Komparator arbeitet und einen Thyristor zündet sobald die Ladespannung höher ist als die Batteriespannung. übersteigt die batterie-spannung 14.4V soll der Thyristor nicht mehr gezündet werden. Schaltplan der 6V-version ist angehängt.
seit ich meine neue Batterie drin hab, spinnt die ELBA (elektronische Lade und Blink-Anlage) in bezug auf die Ladespannung. im leerlauf messe ich knapp 14v (!) im Batteriekreis obwohl ich am pluspol des gleichrichters im selben Augenblick maximal 10v messe... Vollgas sind bis zu 16v+ "drin". dazu kommt: wenn ich Verbraucher einschalte und ne Weile laufen lasse (Blinker, Standlicht, etc...), dann reagiert die Ladespannung zunächst ganz normal und verbleibt selbst bei Vollgas bei maximal 14.4V. Sobald die Batterie anscheinend ne gewisse Ladung überschreitet bin ich ruckzuck wieder bei 16v+...
die neue Batterie hat 9Ah. die alte war "platt" ohne ende, da is die elba auch immer brav bei max. 14.4V geblieben. die alte Batterie hatte 5Ah.
wie oben erwähnt spinnt der Ladeteil der ELBA. wobei er bis zu einem gewissen Füllstand der Batterie normal zu arbeiten scheint.
habe bereits versucht die ELBA mit ner zusätzlichen Diode am Masse-Eingang zu überlisten. hat aber leider nix gebracht :/ immer noch gute 16V bei Vollgas und knapp 14V im Leerlauf.
Ich weiß dummerweise nicht wo und wie ich genau in die Schaltung der ELBA eingreifen muß um sie an den anscheinend geringeren Innenwiderstand der neuen batterie anzupassen. im inneren der ELBA steht ein 10k Poti zur verfügung. habe aber für die 12V elba keinen schaltplan, nur einen für die 6V version. und ich weiß nicht in welche Richtung ich dieses Poti jetzt drehen muss und ob das überhaupt was bringt. es soll angeblich die Ladespannung einstellen können.
hab jetzt erstmal den Gleichrichter von der ELBA abgeklemmt, damit die Batterie keinen weiteren Schaden nimmt. da das aber kein Zustand ist, wäre ich über Hilfe sehr erfreut ^^
cya v3g0
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olit

Berlin, 18.06.2009, 11:37 (editiert von olit am 18.06.2009 um 12:26)
@ SSJ3 Vegotenks
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Laderegler an größere Batterie anpassen |
Hallo SSJ3 Vegotenks
Die Induktionsspannung der unbelasteten Lichtspule wird relativ hoch sein. Die Pulsierende Spannung wird mit der Zehnerdiode begrenzt. Und als Referenz genutzt. Ist die Batteriespannung hoch genug, kann der Komparator nicht kippen. Der Thyristor wird nicht gezündet.
Ist die Batteriespannung gering, ist die Pulsierende Halbwellenspannung am nicht invertierendem Eingang größer als am invertierenden. Der Komparator kippt und Zündet den Thyristor. Der erlischt, wenn die Halbwellenspannung der Spule, die Batteriespannung unterschreitet. So wird bei jeder Halbwelle entschieden, ob zünden oder nicht.
Der Einstellregler scheint zu hoch eingestellt zu sein. Der Schleifer müsste weiter nach Masse gestellt werden. Im Standgas zündet der Thyristor entweder nicht, oder er zündet, aber die Spannung der Induktionssuhle bricht bei der Anschaltung der Batterie entsprechend zusammen. Bei Follgas Hat sie genug Energie, einen derart großen Strom zu liefern, dass die Batteriespannung übergebührend steigt.
Nun bleibt die Frage, warum diese Erscheinung bei der alten Batterie nicht so prägnant in Erscheinung trat. Bei einer Sulfatierten hochohmigen Batterie sind die Spannungsimpulse nur für die Dauer der Zündung des Thyristors vorhanden. Und da die Batterie auch nicht so großen Strom aufnimmt erlischt der Thyristor vielleicht auch schneller. Die Neue Batterie ist so, dass sie die Spannung über den Zeitraum in dem der Thyristor gelöscht ist hält. Diese permanente Spannung misst dein Instrument. Bei der pulsierenden Spannung mit der alten Batterie integriert das Instrument die Impulse und zeigt einen geringeren wert.
Ich leiste keine Gewähr für meine Theorie, würde aber den Einstellregler etwas herunterdrehen.
Sonst kannst du die neue Batterie bald zu der Alten tun, wenn du sie, unter den momentanen Bedingungen, wieder anklemmen würdest.
Gruß olit |
SSJ3 Vegotenks
18.06.2009, 16:00
@ olit
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Laderegler an größere Batterie anpassen |
goil, erstmal danke für die ausführliche Antwort, die Verständnislücken in E-Technik schrumpfen grad sichtbar :D
» Hallo SSJ3 Vegotenks
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» Die Induktionsspannung der unbelasteten Lichtspule wird relativ hoch sein.
» Die Pulsierende Spannung wird mit der Zehnerdiode begrenzt. Und als
» Referenz genutzt. Ist die Batteriespannung hoch genug, kann der Komparator
» nicht kippen. Der Thyristor wird nicht gezündet.
» Ist die Batteriespannung gering, ist die Pulsierende Halbwellenspannung am
» nicht invertierendem Eingang größer als am invertierenden. Der Komparator
» kippt und Zündet den Thyristor. Der erlischt, wenn die Halbwellenspannung
» der Spule, die Batteriespannung unterschreitet. So wird bei jeder
» Halbwelle entschieden, ob zünden oder nicht.
» Der Einstellregler scheint zu hoch eingestellt zu sein. Der Schleifer
» müsste weiter nach Masse gestellt werden. Im Standgas zündet der Thyristor
» entweder nicht, oder er zündet, aber die Spannung der Induktionssuhle
» bricht bei der Anschaltung der Batterie entsprechend zusammen. Bei Follgas
» Hat sie genug Energie, einen derart großen Strom zu liefern, dass die
» Batteriespannung übergebührend steigt.
» Nun bleibt die Frage, warum diese Erscheinung bei der alten Batterie nicht
» so prägnant in Erscheinung trat. Bei einer Sulfatierten hochohmigen
» Batterie sind die Spannungsimpulse nur für die Dauer der Zündung des
» Thyristors vorhanden. Und da die Batterie auch nicht so großen Strom
» aufnimmt erlischt der Thyristor vielleicht auch schneller. Die Neue
» Batterie ist so, dass sie die Spannung über den Zeitraum in dem der
» Thyristor gelöscht ist hält. Diese permanente Spannung misst dein
» Instrument. Bei der pulsierenden Spannung mit der alten Batterie
» integriert das Instrument die Impulse und zeigt einen geringeren wert.
»
» Ich leiste keine Gewähr für meine Theorie, würde aber den Einstellregler
» etwas herunterdrehen.
»
» Sonst kannst du die neue Batterie bald zu der Alten tun, wenn du sie,
» unter den momentanen Bedingungen, wieder anklemmen würdest.
»
» Gruß olit
was ich aber immer noch nicht so ganz verstanden hab ist, wieso ich im Standgas knapp 14V kassiere, trotz daß mir das Meßgerät nur 10V am Gleichichter anzeigt. normalerweise müsste der komparator über die z-diode doch "gesperrt" sein (nicht mehr nach "oben" kippen können um den Thyristor durchzuschalten.
in der 12V ELBA befindet sich eine z-diode mit der Aufschrift "5,1 X6". hat da die 1 nicht mehr draufgepasst? weil 5,1V kann ich mir nicht so recht vorstellen. laut einer Liste aus DDR-zeiten entspricht diese Z-diode der Bauform nach einer SZX-Diode
ich probier jetzt erstmal das mit dem Poti 
cya v3g0 |
olit

Berlin, 18.06.2009, 18:18
@ SSJ3 Vegotenks
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Laderegler an größere Batterie anpassen |
» was ich aber immer noch nicht so ganz verstanden hab ist, wieso ich im
» Standgas knapp 14V kassiere, trotz daß mir das Meßgerät nur 10V am
» Gleichichter anzeigt. normalerweise müsste der komparator über die z-diode
» doch "gesperrt" sein (nicht mehr nach "oben" kippen können um den Thyristor
» durchzuschalten.
»
Vor dem Thyristor, also an der Spule misst du doch nur Halbwellen. Dein Messinstrument integriert daraus einen zwischenwert. Hier eben 10V. Die Batterie hält die Spannung während der Lücken. Also Gleichspannung 14V. |
SSJ3 Vegotenks
18.06.2009, 19:13
@ olit
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Laderegler an größere Batterie anpassen |
» » was ich aber immer noch nicht so ganz verstanden hab ist, wieso ich im
» » Standgas knapp 14V kassiere, trotz daß mir das Meßgerät nur 10V am
» » Gleichichter anzeigt. normalerweise müsste der komparator über die
» z-diode
» » doch "gesperrt" sein (nicht mehr nach "oben" kippen können um den
» Thyristor
» » durchzuschalten.
» »
» Vor dem Thyristor, also an der Spule misst du doch nur Halbwellen. Dein
» Messinstrument integriert daraus einen zwischenwert. Hier eben 10V. Die
» Batterie hält die Spannung während der Lücken. Also Gleichspannung 14V.
ahhh, alles klar *klick jemacht* danke ^^
cya v3g0 |
SSJ3 Vegotenks
27.06.2009, 04:06 (editiert von SSJ3 Vegotenks am 27.06.2009 um 04:18)
@ olit
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Laderegler an größere Batterie anpassen |
ich hab jetzt mal den Poti mehr gegen Masse gedreht. Das Ergebnis:
- entweder er läd gar nicht mehr
- er läd erst bei höheren Drehzahlen und ignoriert dann wieder völlig die Ladeelektronik (setzt weiterhin völlig aus)
die gemessene Spannung bri Vollgas entspricht im Prinzip der Sättigungsspannung des Generators abzüglich der Verluste in der Elektronik
ich hab mir jetzt grad mal noch n bischen meine Nacht um die Ohren geschlagen und mal versucht den Schaltplan mit den Werten für meine 12V ELBA aufzunehmen (hatte hier oben im Thread ja nur die 6V-Version angehängt)
bis auf die (vermutete) Z-Diode hab ich alles andere herausbekommen. die Z-Diode scheint eine Zener-Spannung von 5.1 V zu besitzen
--> www-user.tu-chemnitz.de/~heha/bastelecke/Konsumg%C3%BCter-Bastelei/DDR-Analogschaltkreise/szx21.gif <--
wer mir jetzt vielleicht weiterhelfen könnte, dem wäre ich sehr dankbar (ich hab auch keine scheu was in der schaltung umzulöten)
cya v3g0
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