bart
22.04.2009, 20:25 |
Kapazitiver Blindwiderstand (Elektronik) |
Guten Abend.
Ich verstehe die Vorgänge eines Kondensators im Wechselstromkreis nicht so richtig.
Es soll doch so einen nicht vorhandenen Widerstand darstellen. Dann müsste doch eine Spannung abfallen. Der Kondensator lädt sich doch aber immer auf die Spitzenspannung auf und ich müsste doch dann immer die Effektivspannung meiner Spannungsversorgung messen? Problem ist bei einer Schaltung, bei dem der Kondensator dazu dient, 220 V auf 110 V zu begrenzen.
Danke im voraus |
Harald Wilhelms

22.04.2009, 21:01
@ bart
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Kapazitiver Blindwiderstand |
» Problem ist bei einer
» Schaltung, bei dem der Kondensator dazu dient, 220 V auf 110 V zu
» begrenzen.
Das geht nicht. Du kannst höchstens den Strom begrenzen.
Gruss
Harald |
Kendiman
22.04.2009, 21:09
@ bart
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Kapazitiver Blindwiderstand |
» Guten Abend.
» Ich verstehe die Vorgänge eines Kondensators im Wechselstromkreis nicht so
» richtig.
» Es soll doch so einen nicht vorhandenen Widerstand darstellen. Dann müsste
» doch eine Spannung abfallen. Der Kondensator lädt sich doch aber immer auf
» die Spitzenspannung auf und ich müsste doch dann immer die
» Effektivspannung meiner Spannungsversorgung messen? Problem ist bei einer
» Schaltung, bei dem der Kondensator dazu dient, 220 V auf 110 V zu
» begrenzen.
» Danke im voraus
Hallo Bart,
bei Wechselspannung hat ein Kondensator (bestimmte Kondensatoren) einen Kapazitiven Widerstand. Dieser Widerstand ist mit normalen Ohm-Metern nicht meßbar.
Dieser Blindwiderstand Xc errechnet sich
Xc = 1/(2*pi*f*C)
darin ist f die Frequenz der anliegenden Wechselspannung, und C die Kapazität des Kondensators.
Einen Kondensator als Vorwiderstand einzusetzen um die Spannung von 220 V auf 110 V zu reduziere ist möglich.
Dazu muß man aber die Gesetze der Wechselstromtechnik kennen. Entweder man kann mit der komplexen Rechnung umgehen oder über den guten alten Satz des Pythagoras die Lösung finden. Ein Kondensator verursacht eine Phasenverschiebung, bei der man das Ohmsche Gesetz nicht so einfach anwenden kann.
Eine Erklärung ist mit wenigen Worten nicht möglich.
Gruß
Kendiman |
bart
22.04.2009, 21:31
@ bart
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Kapazitiver Blindwiderstand |
Ja , ich möchte nur verstehen was beim Kondensator innen drin passiert. Mit Rechnungen hab ich ja kein Problem nur das Verständnis (physikalisch gesehen).
Vielleicht kann mir das einer näher bringen.
Danke |
Harald Wilhelms

22.04.2009, 21:41
@ bart
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Kapazitiver Blindwiderstand |
» Ja , ich möchte nur verstehen was beim Kondensator innen drin passiert. Mit
» Rechnungen hab ich ja kein Problem nur das Verständnis (physikalisch
» gesehen).
» Vielleicht kann mir das einer näher bringen.
Stell dir ein Rohr mit einer Gummimembran vor.
Wenn Du dort abwechselnd saugst und pustest,
hast Du einen ähnlichen Effekt, wie mit einem
Kondensator im Wechselstromkreis.
Gruss
Harald |
bart
23.04.2009, 06:41
@ Harald Wilhelms
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Kapazitiver Blindwiderstand |
Warum fließt dann einmal ein großer Strom und einmal ein kleiner Strom und wie kann ich mir den Spannungsabfall erklären. Und wie lang fließt der hohe Strom (Kurzschluss) und geht dann zurück in Abhängigkeit mit der Generatorspannung.
Danke |
Streber
23.04.2009, 10:06
@ bart
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Kapazitiver Blindwiderstand |
» Warum fließt dann einmal ein großer Strom und einmal ein kleiner Strom und
» wie kann ich mir den Spannungsabfall erklären. Und wie lang fließt der
» hohe Strom (Kurzschluss) und geht dann zurück in Abhängigkeit mit der
» Generatorspannung.
» Danke
Nunja, irgendwann ist der Kondensator voll und hat einen hohen inneren Widerstand (es geht nichts mehr rein), somit fließt ein geringer Strom. Fällt die Halbwelle der Sinusschwingung jetzt wieder ab, fängt der C an sich zu entladen --> Der C ist nun Bereit sich wieder zu füllen (geringer innerer Widerstand). Mit negativer Halbwelle füllt er sich dann auch wieder, nur mit anderer Polarität.
Das ganze geht nun hin und her. Der Blindwiderstand wird hierbei durch die eigendliche Dauer (Frequenz) und Kapazität des C bestimmt. Sprich, wie lange dauert es bis er wie voll geladen ist --> somit kommste auf dein Blindwiderstand !!! |
SpecialGuest
23.04.2009, 19:35
@ bart
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Kapazitiver Blindwiderstand |
» Warum fließt dann einmal ein großer Strom und einmal ein kleiner Strom und
» wie kann ich mir den Spannungsabfall erklären. Und wie lang fließt der
» hohe Strom (Kurzschluss) und geht dann zurück in Abhängigkeit mit der
» Generatorspannung.
» Danke
Stell dir "Hans den Eimerentleerer" vor. Also die Aufgabe von Hans ist den Eimer die ganze Zeit mit Wasser zu befüllen und leer zu machen . Warum er das macht? keine Ahnung ist auch egal. Der Vorgang entspricht Wechselstrom AC.
Wasser entspricht Strom
Wassermenge : Ladung q
Eimer : Kondensator
Eimervolumen : Kapazität
Schnelligkeit von Hans : dv/dt
Kraft : Spannung
Hans : Hans
In einem Eimer passt nur eine bestimmte Menge an Ladungen bzw. Wasser. Wenn der Eimer voll ist dann passt auch nix mehr rein. Der Strom wird Null. Widerstand steigt. Es kann kein Wasser mehr fließen Spannung erreicht einen gewissen Maximalwert.
Stell dir vor je schneller Hans den Eimer befüllen und entleeren kann, desto mehr Wasser kann er befüllen und desto weniger Kraft kommt ihm entgegen (Spannungsabfall)
Mathematisch gesprochen ist das
iC=C*(dvC/dt) (Kondensatorstrom)
oder
vC=(1/C)*integral[i*dt]
oder
vC(t)=(1/C)*q(t)
Je schneller Hans den Eimer befüllt und entleert, desto mehr Wasser kann er befüllen in einer bestimmten Zeit.
Den Eimer(bzw. Kapazität) stellst du dir am besten wie eine Frau beim Sex vor, je schneller Hans sich auf und ab bewegt desto williger wird sie und lässt den Schwanz von Hans tiefer rein oh tschuldigung mehr Wasser bzw. Strom durch.
hahaha ist mir nur so spontan eingefallen das ganze.. tja der Kondensator ist nicht einfach zu verstehen genauso wie die Frauen
Das mechanische Analog zur Kapazität ist eine Feder
v=(1/K)*(df/dt) [mechanisch]
Je schneller du die Feder auf und ab bewegt desto kleiner der Widerstand und höher der Leitwert.
Drücke gegen eine Feder und halt es wirst du eine Gegenkraft spüren (DC, Spannung = Max). Wenn du aber dein Finger auf und ab bewegst zusammen mit der Feder, wirst du kaum was spüren(AC, Spannung = 0). Die auf und ab Bewegung bzw. Richtungswechsel stellt quasi den Wechselstrom dar.
Analog zur Frau beim Sex ist das: Je schneller du sie knallst desto williger wird sie (widerstand fällt) und tiefer lässt die Frau dich hinein, je tiefer heißt mehr strom rein und weil sie willig geworden ist und ihre Gegenwehr abgebaut hat ist verbrauchst du weniger kraft
hence weniger Spannung!!
*lach mich krank  |
bart
26.04.2009, 14:06
@ SpecialGuest
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Kapazitiver Blindwiderstand |
Hm. Wenn jetzt bei der positive Halbwelle der Kondensator sich lädt und er hat eine geringe Kapazität, dann fließt ja Strom solange er sich auf lädt und wenn es fließt dann so lange kein Strom bis er sich wieder entlädt, sprich bis der spitzenwert der Spannung erreicht wurde? Aber ich kann doch an dem Kondensator keinen Spannungsabfall messen, weil er sich doch immer auf den Spitenwert auflädt von der Generatorspannung, oder nicht ? |
bart
12.05.2009, 18:04
@ Streber
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Kapazitiver Blindwiderstand |
Fällt die Halbwelle der Sinusschwingung jetzt wieder ab
Ist die Sinusschwingung, die sich am Kondensator bildet, ist diese synchron mit der Generator-Sinusschwingung? |