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Frank W aus DD

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Dresden,
21.07.2008,
09:40
 

IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem (Elektronik)

Hallo alle miteinander.
Erst mal ein großes Lob an das gesamte ELKO. Es ist bisher der einzige Web-Auftritt, in welchem ich so manche Lösung für ein Problem gefunden habe, dank der kompetenten Antworten im Forum.
Nun aber zu meiner Frage. Wer hat Erfahrungen mit dem 4066 als Signalquellenumschalter?
Beim Umbau meines Arbeitszimmers kam mir die Idee, mein Projekt etwas aufzubohren. Dabei soll ein weiteres Gerät entstehen - das bereits vor Jahren fertiggestellte bleibt in meinem "Museum". Ich benutze es als Audio-Quellen-Umschalter. Dabei mußte ich feststellen, daß es ein Problem des Übersprechens gibt - nicht zwischen den Stereokanälen (habe getrennt für rechts und links je einen 4066 benutzt) sondern zwischen den Quellen untereinander. Da ich als Erweiterung jetzt auch noch ein Videosignal mit umschalten möchte, wäre ich über ein paar "Erfahrungsberichte" dankbar. Auch wenn es sich beim 4066 um einen Analogschalter handelt, bin ich der Meinung, das die Signalrichtung nicht ganz egal ist. Weiterhin habe ich festgestellt, daß das durchzuschaltende Audiosignal pegelmäßig Einfluß auf die Steuerspannung hat (umgeschaltet wird mit einem Schieberegister-IC per entprellter Taste, durchgeschltete Quelle wird mit LED angezeigt). In einem alten RFT-Verstärker, ebenfalls mit 4066 als Quellenumschalter, habe ich gesehen, daß 2x4066 in "Reihenschaltung" benutz werden, um das Audiosignal zu schalten - vielleicht ist das schon die Lösung des Problems. Wie gesagt, vielleicht hat jemand von Euch Erfahrungen damit und kann mir ein paar Tips geben.
Vielen Dank und liebe Grüße aus Dresden.
Frank

Jüwü(R)

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Würzburg,
21.07.2008,
10:21

@ Frank W aus DD

IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem

Ich benutze es als
» Audio-Quellen-Umschalter. Dabei mußte ich feststellen, daß es ein Problem
» des Übersprechens gibt - nicht zwischen den Stereokanälen (habe getrennt
» für rechts und links je einen 4066 benutzt) sondern zwischen den Quellen
» untereinander. Da ich als Erweiterung jetzt auch noch ein Videosignal mit
» umschalten möchte, wäre ich über ein paar "Erfahrungsberichte" dankbar.
» Auch wenn es sich beim 4066 um einen Analogschalter handelt, bin ich der
» Meinung, das die Signalrichtung nicht ganz egal ist. Weiterhin habe ich
» festgestellt, daß das durchzuschaltende Audiosignal pegelmäßig Einfluß auf
» die Steuerspannung hat (umgeschaltet wird mit einem Schieberegister-IC per
» entprellter Taste, durchgeschltete Quelle wird mit LED angezeigt). In
» einem alten RFT-Verstärker, ebenfalls mit 4066 als Quellenumschalter,
» habe ich gesehen, daß 2x4066 in "Reihenschaltung" benutz werden, um das
» Audiosignal zu schalten - vielleicht ist das schon die Lösung des
» Problems. Wie gesagt, vielleicht hat jemand von Euch Erfahrungen damit und
» kann mir ein paar Tips geben.
» Vielen Dank und liebe Grüße aus Dresden.
» Frank

Ich habe mit dem 4066 immer gute Erfolge gehabt. Audio u. Videosignale bis 10MHz schaltet der bestens.
Die Signalrichtung ist auch egal. Dein Problem liegt bestimmt woanders. Die Schaltung sollte nicht zu hochohmig sein - bei Audio habe ich die Schalter mit 10k abgeschlossen. Dann soltest unbedingt parallel zu den Pins der Betriebsspannungsanschlüsse Stützkondensatoren vorsehen (~ 0,47 bis 1uF).
Wie versorgst du die ICs? Wenn du nur mit positiver Spannung arbeitest mußt du mit Koppelkondensatoren an jedem Eingang und Ausgang arbeiten, dabei muß der Eingang mit 2 Widerständen (je 100k) als Spannungsteiler auf halbe Ub gebracht werden. Bei symmetrischer Versorgung brauchst das nicht.
Ich hoffe dir soweit geholfen zu haben.

Jürgen

Frank W aus DD

E-Mail

Dresden,
21.07.2008,
10:36

@ Jüwü

IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem

Hallo Jürgen.
Danke für die prompte Antwort. Stütz- und Koppelkondensatoren sind vorhanden. Ich arbeite nur mit positiver Ub (5V, da als Schieberegister D195 aus der Ramschkiste). Aber die Spannungsteiler auf Ub/2 fehlen an den Eingängen!
Werde die nächsten Tage mal neuen Testaufbau machen.
Danke und liebe Grüße aus DD.
Frank

Jüwü(R)

E-Mail

Würzburg,
21.07.2008,
10:59

@ Frank W aus DD

IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem

» Hallo Jürgen.
» Danke für die prompte Antwort. Stütz- und Koppelkondensatoren sind
» vorhanden. Ich arbeite nur mit positiver Ub (5V, da als Schieberegister
» D195 aus der Ramschkiste). Aber die Spannungsteiler auf Ub/2 fehlen an den
» Eingängen!
» Werde die nächsten Tage mal neuen Testaufbau machen.
» Danke und liebe Grüße aus DD.
» Frank

Hab in IN was gefunden (Bild 4):

http://www.ferromel.de/tronic_275.htm

Jogi(R)

Da,
21.07.2008,
11:48

@ Frank W aus DD

IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem

Ist lange her, daß ich mit sowas gespielt hab. Aber gut, ein bisschen was ist noch haften geblieben.

Allgemein sind diese Bilateral-Analog-Schalter gut bis in den Videobereich hinein brauchbar. Richtungsabhängigkeit kann ich nicht nachvollziehen, schon von der inneren Schaltung her nicht. Sowas ist mir zumindest auch nie aufgefallen,ich hab nie eine Vorzugsrichtung geschaltet.
Aber ein paar andere Besonderheiten sollte man im Auge behalten.

- Die Typen unterscheiden sich deutlich. Ein HCT4066 ist "besser" als ein 4066, dieser wieder ist besser als ein 4016. deutlich besser als diese alle zusammen sind die Vergleichstypen von AD (hab die Typnummern natürlich nicht im Kopf).
Man muß es im Vorfeld abklären welche Parameter man bevorzugt und welche man vernachlässigt, da sie sich wie in der E-Technik üblich immerzu widersprechen.

- Die Schalter sind antiparallele MOSFET´s und genauso verhalten sie sich auch, das zu vergegenwärtigen hilft bei der Entwicklung schon mehr als die immerzu gezeichneten Schalterkästchen.

- Die Schalter haben einen endlichen R-DS-On und R-DS-Off, genau das muß man bei der Beschaltung berücksichtigen. Man muß sie also niederohmig anfahen und hochohmig abschließen, damit sich das Übersprechen in Grenzen hält.

- 70dB sind mit den besten Typen von AD im Signalweg duchaus drin, für Video reicht das, für normale Audioschaltunen auch. Für High-End-Audio ist es viiiele zu wenig.

- Verbesserung tritt ein, wenn man zwei "Schalter" in Serie schaltet und dazwischen einen nach Masse legt, der natürlich invertiert schalten muß.

- Man muß in Spannungsanpassung auf jeden Fall hochohmig abschließen und niederohmig anfahren, schon dem bestmöglichen Übersprechen zuliebe, aber auch wegen möglichst geringer nichtlinearer Verzerrungen. Außerdem muß der Schalter gleichspannungs- und offsetfrei bleiben. Eigentlich alles logische Dinge, die man aber gerne vergißt. Man hat es so selber in der Hand, ob man mit 1...10% k3 arbeiten muß oder 0,01% (bei AD noch viel weniger) erreicht.

- Verbesserung aller Schaltparameter tritt wenn man logisch drüber nachdenkt auch ein, und das war oft meine bevorzugte Methode, wenn man in Stromanpassung arbeitet, also wenn man die Schalter die ja eh Audio-Eingänge umschalten sollen, an eine Sammelschiene in 0-Ohm-Technik legt. Dann könnte man (grau ist alle Theorie) sogar den ganzen Verhau aus Schaltern und Eingängen meterlang unabgeschirmt durch´s Zimmer verlegen.

- Die Schalter sollen auf definiertem Potential liegen, also den Eingang (hier ist immer von _jedem_ Eingang die Rede) abtrennen (Koppel-C) und auf Masse ziehen, wenn man normal symmetrsich arbeitet. Muß man unsymmetrisch arbeiten, legt man den Schalter (jeden Schalter) auf halbe Ub. Den Klimbim bis auf den Koppel-C kann man sich natürlich (da kommt man schnell drauf) in Stromanpassung sparen, die Sammelschiene übernimmt dann den richtige DC-Bias.

- Die Schaltspannung muß sauber sein, also gut gesiebt. Sie sollte als Rampe hochfahren um Knackser zu vermeiden. Alternativ muß man im Signal-Nulldurchgang schalten, bei einem Audiosignal nicht ganz einfach. Das sind übrigens Extreme, normalerweise wird man den Knackser schon kaum hören, wenn man mittels Rampe ansteuert.

- Bedenken, daß der Schalter niemals 0 Ohm erreicht, die Besten kommen bei 30...0,3 Ohm R-DS-on raus, schlechtere (4016) bei 150...300 Ohm. Das ist wichtig, wenn man zeitkonstante Netzwerke schalten will (RIAA-Entzerrer, Tonband-Wiedergabe-Entzerrer, Tonfilter-Netzwerke, Kompander-Systeme usw.)

Wie man sieht, kann man mit ein bisschen Überlegung und ein bisschen Materialeinsatz an richtiger Stelle schon sehr gut mit diesen Schalterlingen arbeiten.

--
Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem.

Frank W aus DD

E-Mail

Dresden,
21.07.2008,
12:06

@ Jogi

IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem

Hi Jogi,
vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen - kurz und präzise. Hatte mich schon durch ältere Datenblätter gewühlt. Bei der dort enthaltenen Informationsflut kommt man schnell von Hundertstel ins Tausendstel... Ich vertraue da lieber Erfahrungsberichten - wie halt hier im ELKO.
Danke und liebe Grüße aus DD
Frank

Frank W aus DD

E-Mail

Dresden,
21.07.2008,
12:08

@ Jüwü

IC 4066 als Quellenumschalter hat Übersprechproblem

Hallo Jürgen,
ist ja auch 'ne prima Seite.
Werde mich erst mal ausklinken - habe Zahnschmerzen - flitze mal schnell zu Doc.
Bis später.
Frank