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Küne

24.04.2008,
15:57
 

Verstärkerbau (Elektronik)

Hallo, kann man aus Leistungsstarken Transistoren z.B. 2N3055 Audioverstärker Bauen, wenn ja dann wie. Wenn es geht, nur mit wenigen anderen Bauteilen. Ich möchte einen Audioverstärker ohne IC bauen.

MFG Küne

Elektronix(R)

24.04.2008,
16:14

@ Küne

Verstärkerbau

» Hallo, kann man aus Leistungsstarken Transistoren z.B. 2N3055
» Audioverstärker Bauen, wenn ja dann wie. Wenn es geht, nur mit wenigen
» anderen Bauteilen. Ich möchte einen Audioverstärker ohne IC bauen.
»
» MFG Küne

Theoretisch geht das, kommt halt drauf an, welche Leistungen der Verstärker abgeben soll. 2N3055 sind recht dicke Brocken. Bei zu wenig Eingangsleistung fangen die dicken Transis an zu rauschen.

--
Und die Grundgebihr is aa scho drin. DOS is jo nett..

Zwinkerle(R)

24.04.2008,
16:16

@ Küne

Verstärkerbau

» Hallo, kann man aus Leistungsstarken Transistoren z.B. 2N3055
» Audioverstärker Bauen, wenn ja dann wie.

Klar kann man. Hat man vor Erfindung der Endstufen IC's ja auch so machen müssen.
Die Antwort uaf den 2. Teil der Frage klingt jetzt neunmalklug, aber mit der entsprechenden Schaltung halt. Welche Leistung soll denn abgegeben werden können?

--
Don't feed Trolls!!!

Küne

24.04.2008,
17:07

@ Zwinkerle

Verstärkerbau

Welche Leistung soll denn abgegeben
» werden können?

hab nier nen 150W max Woofer. der Transistor kann 115W ab. Da kommt dann noch eine generelle frage. Sollte ein Audiosystem 1:1 (also 150W Lautsprecher auf 150W Verstärker)
oder in einem anderen Verhältnis aufgebaut sein? Mir ist klar, dass der 115W Transistor den Woofer nicht komplett aussteuern kann, aba das muss in diesem Falle auch nicht sein. MFG Küne

Zwinkerle(R)

24.04.2008,
17:33

@ Küne

Verstärkerbau

» hab nier nen 150W max Woofer. der Transistor kann 115W ab.
Was 2 völlig verschiedene Dinge sind.

» Da kommt dann noch eine generelle frage. Sollte ein Audiosystem 1:1 (also 150W
» Lautsprecher auf 150W Verstärker)
» oder in einem anderen Verhältnis aufgebaut sein?
Die Boxen sollten die Leistung schon aushalten. Du kannst natürlich auch 6W-Boxen an einen 100W-Verstärker anschließen. Nur richtig aufdrehen würde ich dann eher nicht. Ist also davon abhängig was du möchtest.

--
Don't feed Trolls!!!

Hartwig

24.04.2008,
18:13

@ Küne

Verstärkerbau

» Welche Leistung soll denn abgegeben
» » werden können?
»
» hab nier nen 150W max Woofer. der Transistor kann 115W ab. Da kommt dann
» noch eine generelle frage. Sollte ein Audiosystem 1:1 (also 150W
» Lautsprecher auf 150W Verstärker)
» oder in einem anderen Verhältnis aufgebaut sein? Mir ist klar, dass der
» 115W Transistor den Woofer nicht komplett aussteuern kann, aba das muss in
» diesem Falle auch nicht sein. MFG Küne


die für den 2N3055 angegebenen 115W stehen für die max. thermische Belastung bei optimaler Kühlung - in der Praxis ist der Wert aber nicht zu erreichen. Mit der Leistungsabgabe hat dieser Wert nur bedingt zu tun.

Beispiel: eine typische Gegentaktendstufe mit 2x 2N3055 hat/hatte eine Versorgungsspannung von etwa 60V. Dann kann der Verstärker theoretisch max. 60Vss an den Lautsprecher abgeben. Praktisch würde man bei derartiger Vollaussteuerung einen sehr hohen Klirrfaktor bekommen, 50Vss sind da schon realistischer als max. Ausgangsspannung. 50Vss entsprechen ~17,5V effektiv. Mit 8-Ohm Lautsprechern kommst Du dann auf 38W, 76W bei 4Ohm. Das sind auch so etwa die typischen Leistungsdaten von einfachen Gegentaktverstärkern mit dem 2N3055. Das ist auch von der thermischen Belastung der Transistoren her eine Größenordnung, die mit normaler Konvektionskühlung (Große Kühlkörper im durchlüftetem Gehäuse machbar ist (so "über den Daumen" 30W pro 2N3055 ist machbar, etwas mehr ist möglich, nur muß man dann die Kühlung genau berechnen (was man sowieso tun sollte)). Beispiel: Die max. Sperrschichttemp. ist 200°C. Max. Umgebungstemperatur sei 50°C (Die Temperatur kann im Verstärker erreicht werden!). Dann hast Du eine max. Temperatursteigerung von 150°C. Der Transistor selbst hat einen Wärmewiderstand von 1,5°C/W. Ein gängiger Kühlkörper erreich etwa 3°C/W. macht zusammen 4,5°C/W. Jetzt teilst Du 150°C durch 4,5°C/W und erhältst etwa 33W. Wenn Du dem Transistor unter diesem Bedingungen mehr zumutest, stirbt er....soviel zu den 115 Watt! Willst Du also mehr Watt haben, mußt Du höhere Spannungen nehmen (vorsicht, da wird es eng für den 2N3055) oder eine Brückenschaltung wählen (Quasi Gegentaktschaltung zweier Verstärker).
Grüße
Hartwig

Theo

24.04.2008,
18:33

@ Küne

Verstärkerbau

Hallo

Sieh dir mal diese Schaltung an:




Es ist die Endstufe eines 60W Mono-Mischverstärkers von K+H (also ein Qualitätsprodukt). Die Transistoren könnte man anpassen. Hast du dir das so vorgestellt?

Also ich freue mich eigentlich, dass es inzwischen ICs gibt, die einen solchen Aufwand überflüssig machen.

Theo

hws(R)

E-Mail

59425 Unna,
24.04.2008,
19:04

@ Küne

hast du dir das so vorgestellt?

2 dicke 2N3055, zwei oder 3 Treibertransistoren als Vorstufe mit je nem Kollektorwiderstand, evtl noch nen Emitterwiderstand und nen Kondensator?

Einfach 3 oder 4 "Transistorgrundschaltungen" hintereinander?

Nee, das funktioniert in der Praxis nicht.

Wie so ein diskreter Aufbau aussieht, hat Theo hier reingesetzt.

Und auch wenn du auf Qualität und Rauschfreiheit total verzichtest - sehr viel sparst du auch dann nicht ein.

Wenn's so ist, wie ich vermute - vergiss es.

hws

Jüwü(R)

E-Mail

Würzburg,
24.04.2008,
19:09

@ Theo

Verstärkerbau

» Hallo
»
» Sieh dir mal diese Schaltung an:
»
»
»
»
» Es ist die Endstufe eines 60W Mono-Mischverstärkers von K+H (also ein
» Qualitätsprodukt). Die Transistoren könnte man anpassen. Hast du dir das
» so vorgestellt?
»
» Also ich freue mich eigentlich, dass es inzwischen ICs gibt, die einen
» solchen Aufwand überflüssig machen.
»
» Theo

Lass den Nachbau von K u. H - Endstufen!

Sie klingen saugut - besser als manches Endstufen-IC, aber die funktionieren nur mit besonders ausgelesenen Transistoren!

Ich empfehle dir diese Seite:

http://www.discovercircuits.com/A/a-audioampa.htm

Jüwü(R)

E-Mail

Würzburg,
24.04.2008,
19:12

@ hws

hast du dir das so vorgestellt?

» 2 dicke 2N3055, zwei oder 3 Treibertransistoren als Vorstufe mit je nem
» Kollektorwiderstand, evtl noch nen Emitterwiderstand und nen Kondensator?
»
» Einfach 3 oder 4 "Transistorgrundschaltungen" hintereinander?
»
» Nee, das funktioniert in der Praxis nicht.
»
» Wie so ein diskreter Aufbau aussieht, hat Theo hier reingesetzt.
»
» Und auch wenn du auf Qualität und Rauschfreiheit total verzichtest - sehr
» viel sparst du auch dann nicht ein.
»
» Wenn's so ist, wie ich vermute - vergiss es.
»
» hws

Warum?
Ich würde mir das jederzeit zumuten und macht mehr Spass!

Jogi(R)

Da,
24.04.2008,
19:21

@ Küne

Verstärkerbau

» Hallo, kann man aus Leistungsstarken Transistoren z.B. 2N3055
» Audioverstärker Bauen, wenn ja dann wie. Wenn es geht, nur mit wenigen
» anderen Bauteilen. Ich möchte einen Audioverstärker ohne IC bauen.
»
» MFG Küne

Gehen tut alles, aber nicht aus dem Ärmel.
Die alten Eisenbeißer sind auch mal was zickig, um da 30W rauszubekommen, mehr wird es bei einigermaßen passablem Klang nicht werden, mußt du schon ca. 4W Steuerleistung reinschieben. Die Schaltung muß den niedrigen Verstärkungsfaktor berücksichtigen, der Blechnapf ist noch dazu nur in Kollektorschaltung dazu zu bewegen überhaupt die 20kHz-Grenze zu überspringen, er ist bisserl lahm für heutige Ansprüche.
Aber er ist ein Kampfpanzer und war auch in diesen eingebaut, als Abfeuerungs-Endstufe.
Er klingt recht gut und warmtönig (viel k2) und man kriegt ihn schlecht tot.

Tip: Mal bei Elektor stöbern, die haben immer wieder mal einen Endverstärker mit dem ollen Bottich entwickelt, aber fang vor 1990 an zu suchen, seit dem ist Elektor ziemlich abgestiegen.

--
Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem.

Theo

24.04.2008,
20:56

@ Theo

Nachtrag Schaltung 1

Hallo

Habe mal etwas im Keller gewühlt. Elektor-Halbleiterheft `72.

Theo

24.04.2008,
20:57

@ Theo

Nachtrag Schaltung 2

» Hallo
»
» Habe mal etwas im Keller gewühlt. Elektor-Halbleiterheft `72.
»


Küne

24.04.2008,
21:38

@ Jogi

Verstärkerbau

Ok, danke für eure Hilfe, ja ich hab es mir vorgestellt, einfach nen paar Transistoren nehmen und fertig ist der Verstärker, aber das war wohl nichts, danke euch!

hws(R)

E-Mail

59425 Unna,
25.04.2008,
08:46

@ Jüwü

hast du dir das so vorgestellt?

» » Wenn's so ist, wie ich vermute - vergiss es.
»
» Warum?
» Ich würde mir das jederzeit zumuten und macht mehr Spass!

Probiers, aber es funktioniert nicht.

Wie man so einen Endverstärker nur mit diskreten Bauteilen aufbaut, hat dir Theo gezeigt. Mit knobeln und knausern kannst du vielleicht noch 2 Transistoren und nen paar R's und C's einsparen, aber weniger ist nicht drin.

Wenn das ginge, warum sind trotzdem selbst in Billigverstärkern so viele Bauteile in der Endstufe? Haben die Chinesen / Japaner Geld zu verschenken?
Du kannst davon ausgehen, dass die um jeden Cent, jeden Widerstand knapsen, um das Produkt möglichst billig machen zu können.

hws

Jogi(R)

Da,
25.04.2008,
13:23

@ Theo

Nachtrag Schaltung 2

» » Hallo
» »
» » Habe mal etwas im Keller gewühlt. Elektor-Halbleiterheft `72.
» »
»
»
»

Ich krieg immer so eine leichte Ausschlag-Neigung wenn ich völlig überkommene, damals schon als Notlösung durchs Knie ins Auge geschossene, Quasi-Komplementär-Endstufen sehe ;)

Die letzte passable mit großem Bahnhof etablierte 3055er Endstufe, war imho die 1978er "Elektornado". Aber die wurde auch schon nicht mehr mit Blech-Bottichen ausgestattet, schon garnicht quasi-komplementär, sondern mit den da schon lange verfügbaren Komplementär-Päärchen MJE2955/3055 im TO220 Gehäuse.
Das Ding hab ich damals mal von 2x75W auf 2x100W aufgebohrt (höhere Betriebsspannung, kräftigerer Treiber) und dann als ca. 200+W kräftige Brücke assembled.
Klang (in der Erinnerung immer besser als real) göttlich, Leistung dampfhammermäßig.
Der luxuriös ausgestattete Vollverstärker, eine Eigenkonstruktion mit hermetisch abgedichteten (exgeschützten:-D ) Goldkontakt-Eingangs-Relais, 4fach-Lautstärke-Poti das jeweils 3fach angezapft verschiedene Loudness-Kennlinien ermöglichte, nicht meßbarem Klirrfaktor der Vorstufen, nicht mehr meßbar kleinem Rauschanteil, stabiler Leistungsabgabe an Lasten von <1...xx Ohm (so einen dicken Trafo haben heute nur noch Schweißgeräte) bei völliger Linearität (DC-gekoppelt, <<0,1dB) bis über 50kHz (ohne die später eingebauten HF-Sperrkreise) läuft heute noch.

Aber ich komme in´s Schwafeln.
Was ich sagen wollte ist, der Fragesteller kann ja mal bei Elektor nach "Elektornado" suchen...

--
Gruß Jogi - Es ist bereits alles gesagt, nur noch nicht von Jedem.