Hoki
13.03.2008, 10:52 |
Spuleninduktivität bei Flachspulen (Elektronik) |
Guten Tag,
ich habe zwei Flachluftspulen die zu Induktionserwärmungszwecken genutzt werden. Beide Spulen haben jeweils 800uH. Wenn ich die Spulen parallel schalte und weit genug auseinander sind, ergibt das ganze ziemlich genau 400uH. Eine Änderung der Induktivität tritt ein wenn sie parallel übereinander liegen und der Abstand kleiner 10cm ist.
Interessant ist auch noch der Wicklungssinn. Wenn beide Spulen mit gleichem Wicklungssinn übereinander liegen dann erhöht sich die Induktivität und ist größer 400uH (ca. 450uH bei 10cm). Wenn sie direkt übereinanderliegen verhalten sie sich beinahe so wie nur eine Spule und die Induktivität erhöht sich auf knapp 800uH. Wenn ich die obere Spule nun drehe (umgekehrter Wicklungssinn und Stromrichtung) wird der Wert kleiner als 400uH. Wenn die Spulen direkt übereinanderliegen geht die Induktivität gegen Null.
Hat jemand vielleicht eine Erkärung für diesen Effekt in verständlicher Form. Vielen Dank. |
Elektronix
13.03.2008, 11:05 (editiert von Elektronix am 13.03.2008 um 11:10)
@ Hoki
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Spuleninduktivität bei Flachspulen |
Zuncht einmal sei angemerkt: Wenn Du eine Spule umdrehst, ändert sich nicht der Wicklungssinn, nur die Stromrichtung.
Klassicher Fall: Sobald die beiden Spulen sich nahe genug annähern, gibt es Wechselwirkungen zwischen den Magnetfeldern.
Tatsächlich gibt es diese Wechselwirkungen IMMER, denn die Magnetfelder sind theoretisch unendlich groß. Nur sind die Wirkungen ab einer bestimmten Entfernung zu schwach, um sie zu messen.
Bei gleichsinnig gewickelten Spulen mit gleicher Sromflußrichtung verstärken sich die Magnetfelder, dadurch erhöht sich die Induktivität, bei gegensinniger Wicklung oder gegensinnigem Stromfluß heben sich die beiden Magnetfelder auf. -- Und die Grundgebihr is aa scho drin. DOS is jo nett.. |
Hoki
13.03.2008, 14:34
@ Elektronix
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Spuleninduktivität bei Flachspulen |
» Bei gleichsinnig gewickelten Spulen mit gleicher Sromflußrichtung
» verstärken sich die Magnetfelder, dadurch erhöht sich die Induktivität,
» bei gegensinniger Wicklung oder gegensinnigem Stromfluß heben sich die
» beiden Magnetfelder auf.
Vielen Dank schonmal für die Antwort. Ja ist schon klar dass sich nicht der Wicklungssinn ändert, sondern die Stromrichtung und damit verbunden die Magnetfeldrichtung. Ich mache mal die Behauptung, wenn das Magnetfeld verstärkt wird erhöht sich die Induktivität. Wenn diese Behauptung ríchtig ist, müssten sich die Magnetfelder bzw. Magnetfeldlinien bei umgekehrter Richtung des Stromes d.h. umgedrehter Spule addieren.
Ich hab mal ein paar Bilder gezeichnet um das zu verdeutlichen. Dort erkennt man dass sich die Feldlinien außerhalb der Leiter addieren. Das heißt eigentlich müsste sich die Induktivität vergrößern, doch es verkleinert sich. Das kann ich mir nur dadurch erklären das es wie bei zwei Stabmagneten wie im Bild 2 funktioniert, und zwar heben sich im Raum zwar auf doch verstärken sich im Innern der Magneten.
D.h. der Spulenquerschnitt müsste wie ein Stabmagnet sein wodurch die Feldlinien gehen und im Innern addieren sich die Feldlininien, 3. Bild. Ich hoffe man kann das alles aus den Bildern erkennen.
Ist das richtig soweit. Sind da noch andere Details zu beachten?

Bild 1

Bild 2

Bild 3 |
Elektronix
13.03.2008, 15:03 (editiert von Elektronix am 13.03.2008 um 15:15)
@ Hoki
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Spuleninduktivität bei Flachspulen |
Du bist da über Deine eigenen Zeichnungen gestolpert.
Du mußt bedenken, daß die Magnetfelder nicht an der benachbarten Spule enden, sondern sie *durchdringen* und sich dahinter fortsetzen. Die Feldlinien der ersten Spule, die JENSEITS der zweiten Spule verlaufen, zeigen in die *entgegengesetzte* Richtung des zweiten Magnetfeldes, heben sie also auf- genauer: die beiden Felder werden voneinander subtrahiert. -- Und die Grundgebihr is aa scho drin. DOS is jo nett.. |
Hoki
13.03.2008, 17:55
@ Elektronix
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Spuleninduktivität bei Flachspulen |
ahh ok.. nun Fakt ist, dass im Falle von Bild 3 die Induktivität sich verringert je näher man kommt. Dabei habe ich wie du schon gesagt hat vergessen die Feldlinien aufzuzeichnen die jeweils jenseits der andere Spule verlaufen. Da gebe ich dir Recht die Feldlinien jenseits von der Spule subtrahieren sich.
Kurz zusammengefasst damit es auch endlich klar wird und das Geheimnis gelüftet . Also je näher die Spulen zueinander sind, wirken sich die Feldlinien die jenseits der anderen Spule verlaufen stärker aus und bewirken so eine zunehmende Abnahme des Magnetfeldes und gleichzeitig der Induktivität. Im Innern addieren sie sich zwar doch wirken sich die Felder die jenseits verlaufen stärker aus.
Kann man das so sagen ??
» Du bist da über Deine eigenen Zeichnungen gestolpert.
» Du mußt bedenken, daß die Magnetfelder nicht an der benachbarten Spule
» enden, sondern sie *durchdringen* und sich dahinter fortsetzen. Die
» Feldlinien der ersten Spule, die JENSEITS der zweiten Spule verlaufen,
» zeigen in die *entgegengesetzte* Richtung des zweiten Magnetfeldes, heben
» sie also auf- genauer: die beiden Felder werden voneinander subtrahiert. |
Hoki
13.03.2008, 17:57
@ Hoki
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Spuleninduktivität bei Flachspulen |
» Im Innern addieren sie sich zwar doch wirken sich die Felder
» die jenseits verlaufen stärker aus.
Mit Innern meine ich natürlich der Raum zwischen den Spulen. |
Elektronix
13.03.2008, 20:40
@ Hoki
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Spuleninduktivität bei Flachspulen |
» eine zunehmende Abnahme
Ja, so etwa kann man es sagen... -- Und die Grundgebihr is aa scho drin. DOS is jo nett.. |
J.R.

14.03.2008, 00:14 (editiert von J.R. am 14.03.2008 um 00:14)
@ Hoki
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Spuleninduktivität bei Flachspulen |
» ich habe zwei Flachluftspulen die zu Induktionserwärmungszwecken genutzt
» werden. Beide Spulen haben jeweils 800uH. Wenn ich die Spulen parallel
» schalte und weit genug auseinander sind, ergibt das ganze ziemlich genau
» 400uH. Eine Änderung der Induktivität tritt ein wenn sie parallel
» übereinander liegen und der Abstand kleiner 10cm ist.
»
» Interessant ist auch noch der Wicklungssinn. Wenn beide Spulen mit
» gleichem Wicklungssinn übereinander liegen dann erhöht sich die
» Induktivität und ist größer 400uH (ca. 450uH bei 10cm). Wenn sie direkt
» übereinanderliegen verhalten sie sich beinahe so wie nur eine Spule und
» die Induktivität erhöht sich auf knapp 800uH. Wenn ich die obere Spule nun
» drehe (umgekehrter Wicklungssinn und Stromrichtung) wird der Wert kleiner
» als 400uH. Wenn die Spulen direkt übereinanderliegen geht die Induktivität
» gegen Null.
»
» Hat jemand vielleicht eine Erkärung für diesen Effekt in verständlicher
» Form. Vielen Dank.
Was du "entdeckt" hast, ergibt sich aus der Formel zur Definition der Induktivität:
L = Phi/I
Auf deutsch: Die Induktivität einer Spule ist das Verhältnis aus dem vom Draht umschlossenen magnetischen Fluß und dem den Fluß erzeugenden Strom. Wenn sich das Magnetfeld der Drähte verstärkt, erhöht sich auch der Fluß, also auch die Induktivität. Im umgekehrten Fall verringert sich die Induktivität entsprechend.
Jörg |
Hoki
14.03.2008, 10:41
@ J.R.
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Spuleninduktivität bei Flachspulen |
Super vielen Dank für die Antworten.. |
Kendiman

14.03.2008, 11:16
@ Hoki
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Spuleninduktivität bei Flachspulen |
Hallo,
Hier tritt ein Effekt auf, der sich bei 2 Spulen bemerkbar macht, wenn die Magnetfelder der Spulen sich gegenseitig beeinflussen. Sie können sich addieren, dann erhält man die 4-fache Gesamtinduktivität (Idealfall).
Sind die Magnetfelder entgegengesetzt, so heben sie sich gegenseitig auf. Keine Induktivität(Idealfall).
Zur Erklärung noch ein Bild.
Gruß von Kendiman
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Kendiman

14.03.2008, 15:28
@ Hoki
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Spuleninduktivität bei Flachspulen |
Hallo Hoki,
in der Zeichnung (Bild 3) steckt ein Denkfehler
(oder nur fehlerhaft gezeichnet).
Ich habe eine neue Zeichnung angefertigt.
Magnetfelder heben sich auf, wenn sie gegeneinander wirken. Sie verstärken sich, wenn die Kraftlinien gleichgerichtet sind.
Kein Magnetfeld = keine Induktivität
Starkes Magnetfeld = große Induktivität
Gruß Kendiman
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