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Ulrich Neumann

E-Mail

29.02.2008,
14:57
 

Trafo (Elektronik)

Hallo,
Wie kann man bei einem Trafo berechnen für welche Spannungen er ausgelegt ist, wenn man nur die Widerstandswerte der Wicklungen hat? Es sind keine Angaben vorhanden.
Gruss Ulli

fatzke(R)

Gladbeck!,
29.02.2008,
15:02

@ Ulrich Neumann

Trafo

» Hallo,
» Wie kann man bei einem Trafo berechnen für welche Spannungen er ausgelegt
» ist, wenn man nur die Widerstandswerte der Wicklungen hat? Es sind keine
» Angaben vorhanden.
» Gruss Ulli


Hi Ulli!

Hmm...ein Freund von mir Testet Trafos mit einer kleineren Wechselspannung aus und rechnet dann das Verhältnis aus und auf 220 V AC hoch.
Geht natürlich nur wenn du eine kleine Wechselspannung zur verfügung hast.
Ich weiß aber nicht mehr ob ich das noch so richtig im Kopf habe! Vielleicht wissen andere dazu mehr!

Ob es rein aus den Widerstandswerten der Wicklungen ausrechenbar ist weiß ich leider nicht...

Ich hoffe ich konnte dir irgendwie helfen :-)

--
>> Hauptsache Glücklich <<

Theo

29.02.2008,
15:52

@ fatzke

Trafo

Hallo

Das mit der kleinen Wechselspannung ist schon richtig.

Einfach ist es, wenn nur eine Primär- und eine Sekundärwicklung vorhanden ist. Angenommen es ist ein Trafo von 220/24V, dann wirst du wenn du z.B. 12V an die Wicklung mit den dickeren Drähten legst, an der anderen Wicklung 110V messen.

Wenn ich annehmen kann, dass es sich um einen Trafo handelt, bei dem die höchste Spannung die Primärspannung von 220V ist, schliesse ich an diese Wicklung ein Voltmeter an, und an irgend eine andere Wicklung mein verstellbares Wechselspannungsnetzteil. Dann wird hochgedreht, bis das Messinstrument an der Primärwicklung 220V anzeigt. Dann brauche ich nur noch die einzelnen Wicklungen auszumessen.

Wenn die Primärwicklung aus mehreren Teilen besteht, muss ich die wenn es einzelne Wicklungen sind alle hintereinanderschalten, wenn es eine Wicklung mit mehreren Anzapfungen ist, nehme ich die mit dem höchsten Widerstand. An der Anzahl der Anzapfungen und der Widerstände kann ich sehen, ob der Trafo für 110/220/230/240V gewickelt ist.

Bei einem Röhrentrafo suche ich mir die Wicklung mit den dicksten Drähten aus, und gebe 6,3V drauf. Dann kann ich an einer anderen Wicklung meine 220V und an einer weiteren Wicklung die noch höhere Anodenspannungswicklung ausmessen.

Wenn du einen Trafo hast, der drei verschiedene Heizspannungen, eine Gittervorspannung, zwei Anodenspannungen und mehrere getrennte Primärwicklungen hat, hast du was fürs Wochenende.

Theo

x y

29.02.2008,
16:08

@ Ulrich Neumann

Trafo

» Wie kann man bei einem Trafo berechnen für welche Spannungen er ausgelegt
» ist, wenn man nur die Widerstandswerte der Wicklungen hat? Es sind keine
» Angaben vorhanden.

Messen! Dazu benötigt man lediglich einen Stelltrafo und ein Multimeter. Primärspannung im Leerlauf langsam erhöhen bis der Strom überproportional ansteigt, von der Spannung dann 20-25% abziehen.

schaerer(R)

Homepage E-Mail

Kanton Zürich (Schweiz),
29.02.2008,
16:16

@ x y

Trafo

» » Wie kann man bei einem Trafo berechnen für welche Spannungen er
» ausgelegt
» » ist, wenn man nur die Widerstandswerte der Wicklungen hat? Es sind
» keine
» » Angaben vorhanden.
»
» Messen! Dazu benötigt man lediglich einen Stelltrafo und ein Multimeter.
» Primärspannung im Leerlauf langsam erhöhen bis der Strom überproportional
» ansteigt, von der Spannung dann 20-25% abziehen.

Extrem praxisbezogen. Genau sowas gehoert in die DSE-FAQ:
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/

Gruss
Thomas :-D :-D :-D
--
Mein ELKO-Buch ueber Opamp und Instumentation-Amplifier:
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/index.htm#my_literatur
http://www.elektronik-kompendium.de/shop/buecher/operationsverstaerker-und-instrumentationsverstaerker

--
Gruss
Thomas

Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9

Theo

29.02.2008,
18:13

@ x y

Da hätte ich noch Fragen...

Hallo

Da ich die einfachen Dinge liebe, habe ich das gleich ausprobiert.

Bei mir klappt das nicht. Ich habe einfach einen 12V Halogentrafo mit der Primärseite an mein Netzteil angeschlossen. Dann habe ich hochgedreht bis auf ca. 500V, aber da steigt kein Strom übermässig an. Volle 1000V (die kann das Netzteil) draufzugeben trau ich mich nicht so recht. Mache ich da was falsch?

Ausserdem könnte ich ja wenn mir die Primärwicklung bekannt ist, gleich 230V anschliessen und die Spannungen an den anderen Wicklungen messen.

Die (angenommene) Primärwicklung mit 25% Überspannung zu versorgen wird auch nicht so einfach sein, der Normalbastler hat einen Stelltrafo, der höchstens 250-260V abgibt.

Theo

x y

29.02.2008,
21:04

@ Theo

Da hätte ich noch Fragen...

» Bei mir klappt das nicht. Ich habe einfach einen 12V Halogentrafo mit der
» Primärseite an mein Netzteil angeschlossen. Dann habe ich hochgedreht bis
» auf ca. 500V, aber da steigt kein Strom übermässig an. Volle 1000V (die
» kann das Netzteil) draufzugeben trau ich mich nicht so recht. Mache ich da
» was falsch?

Hast du mal den Strom über der Spannung aufgetragen? Am Diagramm sieht mans besser. Es kann aber durchaus sein, dass der Trafo sich für höhere Spannung eignet, er wurde dann für recht geringe Magnetisierung ausgelegt, das verringert die Eisenverluste, sieht man bei Ringkerntrafos gar nicht so selten.


» Ausserdem könnte ich ja wenn mir die Primärwicklung bekannt ist, gleich
» 230V anschliessen und die Spannungen an den anderen Wicklungen messen.

Zweifellos, aber die Nennbelastbarkeit hat man damit leider noch nicht. Die kann man einigermaßen anhand der Drahstärke abschätzen, eigentlich müsste man aber die Erwärmung messen.

» Die (angenommene) Primärwicklung mit 25% Überspannung zu versorgen wird
» auch nicht so einfach sein, der Normalbastler hat einen Stelltrafo, der
» höchstens 250-260V abgibt.

Der Normalbastler behift sich mit ein paar zusätzlichen Trafos aus der Bastelkiste, zumindest solange es nicht um heftige Magnetisierungsströme geht.