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Hartwig

06.01.2008,
16:52
 

Durchbruchspannung von Dioden (Bauelemente)

Hallo und einen schönen Sonntagnachmittag,
ich hab eine Frage zur Messung der Durchbruchspannung von Dioden: Im Laufe der Zeit haben sich so manche Dioden in der Bastelkiste angesammelt. Für viele dieser Exemplare fand ich die Datenblätter, aber eben nicht für alle. Da es sich dabei aber meist um Neuware handelt, würde ich diese ungern entsorgen. Da Strom und Baugröße in einem gewissen Zusammenhang stehen, gilt es also, die Durchbruchspannung zu ermitteln. Experimentell ist mir das auch gelungen - über einen Vorwiderstand (etliche MOhm) konnte ich die Durchbruchspannung messen. Nur weiß ich nicht, welche Sicherheit ich bei dieser Methode habe (Ich gehe davon aus, daß es zu einer lokalen thermischen Schädigung der Sperrschicht kommen kann, also u. U. weit unter der nominalen thermischen Belastbarkeit der jeweiligen Diode) - oder liege ich da falsch? Meines Wissens werden nach der Herstellung die Dioden nach Durchbruchspannung selektiert - wie mißt man dort? Weiß das hier jemand? Bei gepulsten Messungen ist wohl auch mit Einfluß der Sperrschichtkapazität zu rechnen. Wie wird so eine Meßschaltung dimensioniert? Gilt das dann auch sinngemäß für Ge-Typen und Schottky-Dioden? Ich weiß, viele Fragen, aber ich bin im Netz nicht richtig fündig geworden - nur jede Menge Übungen, dann aber meist mit Z-Dioden. Oder allgemein gehaltene Beschreibungen, daß bei Überschreiten der Durchbruchspannung das Bauelement zerstört wird.....
Vielen Dank schon mal für jede praktische Info!
Hartwig

Zwinkerle(R)

06.01.2008,
17:38

@ Hartwig

Durchbruchspannung von Dioden

» Da Strom und Baugröße in einem gewissen Zusammenhang
» stehen,

Vergiss das ganz schnell wieder, stimmt nähmlich nicht.

--
Don't feed Trolls!!!

Hartwig

06.01.2008,
19:34

@ Zwinkerle

Durchbruchspannung von Dioden

» » Da Strom und Baugröße in einem gewissen Zusammenhang
» » stehen,
»
» Vergiss das ganz schnell wieder, stimmt nähmlich nicht.
Hallo Zwinkerle,
das war ja nun auch nicht meine Frage...., vielleicht hätte ich "Bauform" schreiben sollen, da Du vielleicht an die Sinterglas-Typen denkst. Aber wenn ich an die Gehäuse von z. B. 1N4148, 1N400x, 1N540x denke, sehe ich da schon einen Zusammenhang. Leistungsbedingt stimmt das natürlich nicht für Z-Dioden, aber die meinte ich ja nicht. Und auch nicht Brückengleichrichter, vergossen im Gehäuse.
Hartwig

Zwinkerle(R)

06.01.2008,
20:05

@ Hartwig

Durchbruchspannung von Dioden

» das war ja nun auch nicht meine Frage....
ich weiß
» vielleicht hätte ich "Bauform"
» schreiben sollen, da Du vielleicht an die Sinterglas-Typen denkst.
Nein, dachte ich dabei nicht.

MfG

--
Don't feed Trolls!!!

erikl(R)

E-Mail

Prien,
06.01.2008,
22:30

@ Hartwig

Durchbruchspannung von Dioden

» ... gilt es also, die Durchbruchspannung zu ermitteln. Experimentell
» ist mir das auch gelungen - über einen Vorwiderstand (etliche MOhm) konnte
» ich die Durchbruchspannung messen.

Im Prinzip ist das schon richtig, nur musst Du dabei 2 Dinge berücksichtigen (der Diodenstrom liegt ja dann wohl im Bereich von einigen bis einigen ...zig oder vllt. 100µA):

1. Für größere (und sehr große) Dioden ist das u.U. zu wenig, weil ihr Sperrstrom schon in dieser Größenordnung liegen könnte

2. Du musst den Eingangswiderstand Deines Meßgeräts berücksichtigen (falls der nicht sehr viel größer als Dein Vorwiderstand ist).

» Nur weiß ich nicht, welche Sicherheit
» ich bei dieser Methode habe (Ich gehe davon aus, daß es zu einer lokalen
» thermischen Schädigung der Sperrschicht kommen kann, also u. U. weit unter
» der nominalen thermischen Belastbarkeit der jeweiligen Diode) - oder liege
» ich da falsch?

Bis auf ganz wenige Ausnahmen (z.B. Ge-Spitzendioden, oder solche aus exotischen Halbleitermaterialien, die meist als Strahlungsdetektoren Verwendung finden) können Dioden im Durchbruch (das ist die Meßmethode) nur durch thermische Überlastung kaputt gehen.

» Meines Wissens werden nach der Herstellung die Dioden nach
» Durchbruchspannung selektiert - wie mißt man dort? Weiß das hier jemand?

Mit eingeprägtem Konstantstrom, der dem Diodentyp angepasst ist. Dieser Strom ist meist im Datenblatt bei der Angabe der Durchbruchspannung angegeben.

» Bei gepulsten Messungen ist wohl auch mit Einfluß der
» Sperrschichtkapazität zu rechnen. Wie wird so eine Meßschaltung
» dimensioniert?

Bei einer DC-Messung spielt der Einfluß der Sperrschichtkapazität keine Rolle;
zur Messung wird lange genug abgewartet.

» Gilt das dann auch sinngemäß für Ge-Typen und
» Schottky-Dioden?

Ja. Bis auf die o.a. Ausnahmen.

» Ich weiß, viele Fragen, aber ich bin im Netz nicht
» richtig fündig geworden - nur jede Menge Übungen,
» dann aber meist mit Z-Dioden.

Da funktioniert's genauso.

» Oder allgemein gehaltene Beschreibungen, daß bei Überschreiten
» der Durchbruchspannung das Bauelement zerstört wird.....

Wie gesagt, nur bei thermischer Überlastung.
Außer ... s.o.

» Vielen Dank schon mal für jede praktische Info!
» Hartwig

--
Gruß, erikl

Hartwig

06.01.2008,
22:41

@ erikl

Durchbruchspannung von Dioden

» » ... gilt es also, die Durchbruchspannung zu ermitteln. Experimentell
» » ist mir das auch gelungen - über einen Vorwiderstand (etliche MOhm)
» konnte
» » ich die Durchbruchspannung messen.
»
» Im Prinzip ist das schon richtig, nur musst Du dabei 2 Dinge
» berücksichtigen (der Diodenstrom liegt ja dann wohl im Bereich von einigen
» bis einigen ...zig oder vllt. 100µA):
»
» 1. Für größere (und sehr große) Dioden ist das u.U. zu wenig, weil ihr
» Sperrstrom schon in dieser Größenordnung liegen könnte
»
» 2. Du musst den Eingangswiderstand Deines Meßgeräts berücksichtigen (falls
» der nicht sehr viel größer als Dein Vorwiderstand ist).
»
» » Nur weiß ich nicht, welche Sicherheit
» » ich bei dieser Methode habe (Ich gehe davon aus, daß es zu einer
» lokalen
» » thermischen Schädigung der Sperrschicht kommen kann, also u. U. weit
» unter
» » der nominalen thermischen Belastbarkeit der jeweiligen Diode) - oder
» liege
» » ich da falsch?
»
» Bis auf ganz wenige Ausnahmen (z.B. Ge-Spitzendioden, oder solche aus
» exotischen Halbleitermaterialien, die meist als Strahlungsdetektoren
» Verwendung finden) können Dioden im Durchbruch (das ist die Meßmethode)
» nur durch thermische Überlastung kaputt gehen.
»
» » Meines Wissens werden nach der Herstellung die Dioden nach
» » Durchbruchspannung selektiert - wie mißt man dort? Weiß das hier
» jemand?
»
» Mit eingeprägtem Konstantstrom, der dem Diodentyp angepasst ist. Dieser
» Strom ist meist im Datenblatt bei der Angabe der Durchbruchspannung
» angegeben.
»
» » Bei gepulsten Messungen ist wohl auch mit Einfluß der
» » Sperrschichtkapazität zu rechnen. Wie wird so eine Meßschaltung
» » dimensioniert?
»
» Bei einer DC-Messung spielt der Einfluß der Sperrschichtkapazität keine
» Rolle;
» zur Messung wird lange genug abgewartet.
»
» » Gilt das dann auch sinngemäß für Ge-Typen und
» » Schottky-Dioden?
»
» Ja. Bis auf die o.a. Ausnahmen.
»
» » Ich weiß, viele Fragen, aber ich bin im Netz nicht
» » richtig fündig geworden - nur jede Menge Übungen,
» » dann aber meist mit Z-Dioden.
»
» Da funktioniert's genauso.
»
» » Oder allgemein gehaltene Beschreibungen, daß bei Überschreiten
» » der Durchbruchspannung das Bauelement zerstört wird.....
»
» Wie gesagt, nur bei thermischer Überlastung.
» Außer ... s.o.
»
» » Vielen Dank schon mal für jede praktische Info!
» » Hartwig



Hallo erikl,
Vielen Dank für diese ausführliche Antwort! Eine Stromangabe in Zusammenhang mit der Durchbruchsspannung ist mir bisher nocht nicht aufgefallen, ich werde mal darauf achten. Die meßtechnischen Probleme sind mir schon klar, aber das klappte mit "Bordmitteln" trotzdem ganz gut.
Viele Grüße
Hartwig