Saitenquäler
26.02.2026, 13:37 |
Messmöglichkeit Ruhestrom (Elektronik) |
Servus zusammen,
ich habe mal eine Frage zu den Möglichkeiten den Ruhestrom (Anodenstrom) bei Röhrenendstufen messen zu können. Bisher habe ich in der Regel zwischen die Kathoden der Endröhren und Masse einen 10 Ohm Widerstand gepackt und hatte somit einen "Messpunkt" für den Anodenstrom. (z.B. 250mV = 25mA) Aber, da messe ich ja auch den Schirmgitterstrom mit. Ist wohl unerheblich, aber er ist eben da mit drinne. Jetzt kam mir eine, ich hoffe nicht verrückte, Idee. Der Innenwiderstand von einem Multimeter bei "Strommessung" sollte doch eigentlich so klein sein, dass ich einfach mit dem Multimeter "über" den Ausgangstrafo messen kann. Denn die Primärwicklungen sind doch im Vergleich zum Multimeter gigantisch hochohmig und sollten somit das angezeigte Messergebnis nicht (kaum) verfälschen. Ist das so machbar (messbar) oder denke ich falsch?
L.G.
Noel |
simi7
D Südbrandenburg, 26.02.2026, 14:15
@ Saitenquäler
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» Ist das so machbar (messbar) oder denke ich falsch?
Kommt auf dein Messgerät an.
Manche haben gerade in den kleinen Strommessbereichen einen nicht unerheblichen Innenwiderstand.
Wenn du den Anodenkreis sowieso auftrennen willst, dann bau einen Widerstand ein und mache die Messung im mV-Bereich. |
Saitenquäler
26.02.2026, 14:32
@ simi7
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» Kommt auf dein Messgerät an.
» Manche haben gerade in den kleinen Strommessbereichen einen nicht
» unerheblichen Innenwiderstand.
» Wenn du den Anodenkreis sowieso auftrennen willst, dann bau einen
» Widerstand ein und mache die Messung im mV-Bereich.
Nein, ich will den Anodenkreis nicht auftrennen. Ich will mit dem Multimeter (mA-Bereich) einfach "über" die Wicklung vom AÜ messen. Eine Strippe vom Messgerät an die Mittelanzapfung ... da wo die Anodenspannung "reingeht" und die andere Strippe an eine Anode. Jetzt sollte doch der Anodenstrom so gut wie nur über dem mA-Meter fließen (Innenwiderstand Messgerät/Widerstand Primärwicklung) und mir den Anodenstrom recht exakt anzeigen. Ein Widerstand zwischen Anode und AÜ ist gefährlich. Geht der kaputt, spielt das Schirmgitter der Röhre Anode ... die Röhre stirbt. |
Hartwig
26.02.2026, 16:29
@ Saitenquäler
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» » Kommt auf dein Messgerät an.
» » Manche haben gerade in den kleinen Strommessbereichen einen nicht
» » unerheblichen Innenwiderstand.
» » Wenn du den Anodenkreis sowieso auftrennen willst, dann bau einen
» » Widerstand ein und mache die Messung im mV-Bereich.
»
» Nein, ich will den Anodenkreis nicht auftrennen. Ich will mit dem
» Multimeter (mA-Bereich) einfach "über" die Wicklung vom AÜ messen. Eine
» Strippe vom Messgerät an die Mittelanzapfung ... da wo die Anodenspannung
» "reingeht" und die andere Strippe an eine Anode. Jetzt sollte doch der
» Anodenstrom so gut wie nur über dem mA-Meter fließen (Innenwiderstand
» Messgerät/Widerstand Primärwicklung) und mir den Anodenstrom recht exakt
» anzeigen. Ein Widerstand zwischen Anode und AÜ ist gefährlich. Geht der
» kaputt, spielt das Schirmgitter der Röhre Anode ... die Röhre stirbt.
Deine Idee kann ich nachvollziehen, aber irgendwie widerstrebt es mir, die Ua so direkt an die Anode zu legen, da ist das Messgerät wenig geschützt. Aber der Trafo hat ja durch die Wicklung auch einen gut messbaren Kupferwiderstand. Sorgst du dafür, dass am Gitter Ruhe herrscht, wird der Gleichspannungsabfall an der Wicklung auch Aufschluss geben. Ausserdem hättest du hier bei Bedarf sogar die Möglichkeit, die Temperatur im Trafo zu messen . Zu beachten wäre auch noch, dass die Trafos als Induktivitäten einen hohen Wechselstromwiderstand haben - da könnte dir bei der Messung ein Restbrumm auf der Anodenspannung einen erheblichen Fehler verursachen - das würde ich auf jeden Fall überprüfen. Das würde dann auch die Messung nach deiner Idee betreffen. Wahrscheinlich werden daher lieber Kathodenwiderstände zum, Messen eingebaut und der Schirmgitterstrom in Kauf genommen - und gegen Masse zu messsen wäre mir auch irgendwie lieber. |
xy

26.02.2026, 16:55
@ Saitenquäler
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
Den Schirmgitterstrom kann man am Schirmgittervorwiderstand messen. |
Eierschale
26.02.2026, 22:30
@ Saitenquäler
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» anzeigen. Ein Widerstand zwischen Anode und AÜ ist gefährlich. Geht der
» kaputt, spielt das Schirmgitter der Röhre Anode ... die Röhre stirbt.
Ein großzügig dimensionierter Widerstand an geringer Spannung. Warum sollte der kaputt gehen? |
Saitenquäler
27.02.2026, 10:16
@ Hartwig
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» Aber der Trafo hat ja durch die Wicklung auch einen gut messbaren
» Kupferwiderstand. Sorgst du dafür, dass am Gitter Ruhe herrscht, wird der
» Gleichspannungsabfall an der Wicklung auch Aufschluss geben.
Servus Hartwig,
prima Idee, warum bin ich da nicht selbst darauf gekommen ... zumal, das fiel mir beim Lesen deiner Antwort ein, ich habe vor längerer Zeit einmal bei einem Engl-Verstärker von einem Band Kollegen die Endröhren erneuert und zum Einstellen des Ruhestroms hat Engl im Schaltplan auch den Spannungsabfall über den Primärwicklungen des AÜ als Messwert genannt.
L.G.
Noel |
xy

27.02.2026, 10:37
@ Saitenquäler
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» » Aber der Trafo hat ja durch die Wicklung auch einen gut messbaren
» » Kupferwiderstand. Sorgst du dafür, dass am Gitter Ruhe herrscht, wird
» der
» » Gleichspannungsabfall an der Wicklung auch Aufschluss geben.
»
» Servus Hartwig,
» prima Idee, warum bin ich da nicht selbst darauf gekommen ... zumal, das
» fiel mir beim Lesen deiner Antwort ein, ich habe vor längerer Zeit einmal
» bei einem Engl-Verstärker von einem Band Kollegen die Endröhren erneuert
» und zum Einstellen des Ruhestroms hat Engl im Schaltplan auch den
» Spannungsabfall über den Primärwicklungen des AÜ als Messwert genannt.
Naja, Kupfer hat halt schon einen nicht geringen TK. |
Saitenquäler
27.02.2026, 10:41
@ xy
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» Naja, Kupfer hat halt schon einen nicht geringen TK.
Was ist das? |
xy

27.02.2026, 11:04
@ Saitenquäler
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» » Naja, Kupfer hat halt schon einen nicht geringen TK.
»
» Was ist das?
Der Widerstand hängt von der Temperatur ab. |
Saitenquäler
27.02.2026, 11:15
@ xy
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» » » Naja, Kupfer hat halt schon einen nicht geringen TK.
» »
» » Was ist das?
»
» Der Widerstand hängt von der Temperatur ab.
Ach so. Das mag sicherlich bei einem Netztrafo eine Rolle spielen, der im Betrieb schon mal recht warm wird, aber bei einem Ausgangsübertrager? Die erwärmen sich im Betrieb doch nicht, zumindest habe ich das noch nie feststellen können. Von daher sollte das zur Ruhestromeinstellung doch passen.
L.G.
Noel |
xy

27.02.2026, 12:01
@ Saitenquäler
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» Ach so. Das mag sicherlich bei einem Netztrafo eine Rolle spielen, der im
» Betrieb schon mal recht warm wird, aber bei einem Ausgangsübertrager? Die
» erwärmen sich im Betrieb doch nicht, zumindest habe ich das noch nie
» feststellen können. Von daher sollte das zur Ruhestromeinstellung doch
» passen.
Der wird im richtigen Betrieb schon warm. Da liegt man ruckzuck mehr als 10% daneben. |
Saitenquäler
27.02.2026, 12:16
@ xy
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
» » Ach so. Das mag sicherlich bei einem Netztrafo eine Rolle spielen, der
» im
» » Betrieb schon mal recht warm wird, aber bei einem Ausgangsübertrager?
» Die
» » erwärmen sich im Betrieb doch nicht, zumindest habe ich das noch nie
» » feststellen können. Von daher sollte das zur Ruhestromeinstellung doch
» » passen.
»
» Der wird im richtigen Betrieb schon warm. Da liegt man ruckzuck mehr als
» 10% daneben.
OK. Aber in der Praxis ist es doch so: Ich stöpsle neue Endröhren in den Krachmacher, stelle das Einstellpoti für Ruhestrom (heute sagt ja wohl BIAS) auf max. negative Gittervorspannung, lasse den Verstärker ein viertel Stündchen eingeschaltet, und stelle dann den angegebenen Ruhestrom ein. Dann wird mit der Kiste ein, zwei Tage krach gemacht und dann guckt man noch mal nach dem Ruhestrom. Na ja, zumindest mache ich das so ...
L.G.
Noel |
Hartwig
27.02.2026, 12:33
@ Saitenquäler
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
... deswegen ja schon meine Bemerkung zu Temperaturmessung. Aber Du kannst ja auch einfach kurz vor der Messung das Gerät ausschalten, dann den Wicklungswiderstand messen (anodenseitig darf natürlich nur die unbeheizte Röhre an der Wicklung liegen und die Elkos der Ua sollten möglichst entladen sein) - dann hast du den temperaturkorrigierten Wert - der natürlich mit der Zeit wieder abfällt. Wenn du keine klimatisierte Werkstatt hast, fallen die Ruheströme im heissen Sommer durch den Tk etwas niedriger aus  |
Saitenquäler
27.02.2026, 12:54
@ Hartwig
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Messmöglichkeit Ruhestrom |
Servus Hartwig,
meine Werkstatt ist unser Proberaum und der ist, da er sich in einem alten Bunker befindet, dank verdammt dicker Wände nicht nur "Vollklimatisiert" sondern auch, zur Freude der Nachbarschaft, extrem schallundurchlässig. Spaß beiseite ... also, wenn ich an einem Krachmacher die Endröhren erneuere ist die Kiste natürlich kalt. Auch wenn ich nach ein, zwei Tagen den Ruhestrom kontrolliere. Aber wie ich mich kenne, und ich kenne mich nach über 70 Jahren recht gut, werde ich auch weiterhin 10 Ohm zwischen die Kathoden und Masse packen ... diese Messerei und Rechnerei ... nö, is nix für 'nen alten Geigenzupfer.. |