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Silke K.

30.10.2013,
00:39
 

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern (Elektronik)

Ich wende mich hiermit an die Nutzer des Forums um eine Frage zu stellen:

Wie schätzen die erfahrenen Mitglieder den zukünftigen Bedarf an Elektronikentwicklern in Deutschland ein?

Die Zahl der Abiturienten und Studenten ist stark gestiegen und in den sogenannten MINT-Fächern sogar überpropotional, aber sind auch die Stellen gestiegen?

Die vorgetragenen Kritikpunkte lauten oft, in der Elektronik werden oft Auftragspakete komplett in das Ausland verlagert, Neueinstellungen vermehrt über Dienstleister getätigt und ältere Ingenieure aufs Abstellgleis geschickt.

Im Bereich der Personalberatung zeichnet sich ein widersprüchliches Bild:

Einerseits suchen Firmen verstärkt im Ausland nach Entwicklern, die Einstiegsgehälter für Absolventen steigen kaum und liegen hinter denen früheren Jahrgängen stark zurück, wenn man die Teuerung zugrunde legt.

Andererseits gehen in manchen Bereichen die Gehälter durch die Decke und es finden sich trotzdem kaum Leute.

Wie sehen das die Forenmitglieder?

Michael Krämer

E-Mail

30.10.2013,
11:36

@ Silke K.

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

>> Die Zahl der Abiturienten und Studenten ist stark gestiegen und in den sogenannten MINT-Fächern sogar überpropotional, aber sind auch die Stellen gestiegen?

Die Anzahl der Abiturienten mag steigen, was aber m.E. mehr an einer Absenkung der Anforderungen liegt. Es ist politisch gewünscht, daß möglichst viele Jugendliche Abitur machen. Schließlich protzen auch die Landesbildungsminister gerne mit den entsprechenden Quoten. Ich frage mich schon lange, wie es sein kann, daß inzwischen jährlich fast 1000 Abiturienten in NRW einen Durchschnitt von 1.0 haben. Das ist einfach lächerlich! Nicht daß diese 1000 nicht das Abitur verdient hätten (vor 25 Jahren hätten sie es mit 2.0 auch bekommen), aber was ist mit den 10000, die heute eine 4 im Durchschnitt haben? Daß die mit ihrem Abitur auch an die Hochschulen streben, ist dann verständlich und gerade in diesem Jahr mit den doppelten Jahrgängen sind die Eingangssemester überfüllt. Zumindest in den MINT Fächern wird sich dennoch in den ersten Semestern die Spreu vom Weizen trennen. Freilich gibt es mit dem Bachelor nur auch den Ingenieur-light.

>> Die vorgetragenen Kritikpunkte lauten oft, in der Elektronik werden oft Auftragspakete komplett in das Ausland verlagert, Neueinstellungen vermehrt über Dienstleister getätigt und ältere Ingenieure aufs Abstellgleis geschickt.

Meine Firma (Halbleiterhersteller) lässt viel im Ausland entwickeln. Neueinstellungen gibt es, aber es ist nicht gerade ein Boom. Auch von älteren Ingenieuren wird selbstverständlich erwartet, daß sie sich fortbilden. Wer bei der Barkhausen-Formel stehengeblieben ist und für wen Verilog, Modelsim und Spice Teufelszeug sind, der sollte sich nicht wundern, wenn er auf dem Abstellgleis landet.

>> Einerseits suchen Firmen verstärkt im Ausland nach Entwicklern, die Einstiegsgehälter für Absolventen steigen kaum und liegen hinter denen früheren Jahrgängen stark zurück, wenn man die Teuerung zugrunde legt.

Das ist so. Ich setze als einfachen Vergleich immer gerne die Kosten für den Frisör an. Als ich vor 25 Jahren als Ingenieur anfing, bezahlte ich 15 DM für einen Haarschnitt, jetzt zahle ich 18 Euro. Ein Ingenieur, der heute in derselben Situation ist wie ich damals, bekommt aber weniger als das Gehalt in Euro, das ich seinerzeit in DM bekam. Durch die kalte Progression zahlt er außerdem mehr Steuern. Ingenieure haben also durchaus verloren. Das hat viele Ursachen, es sind aber am Ende schlichtweg die Marktgesetze. Wenn wir MP3-Player und 16GB USB Sticks für 10€ kaufen wollen, dann kann der Ingenieur dafür nicht fürstlich entlohnt werden. Außerdem sind, um es vorsichtig zu formulieren, die Ingenieure anderer Länder auch gut ausgebildet und "willig". In einer Telco vor wenigen Tagen wurden einige meiner Kollegen unruhig, als es auf halb vier zuging, weil sie nach Hause wollten. Peinlich wurde es, als der Kollege aus Tokio anmerkte, daß er nun auch weg müsse, weil seine letzte Bahn kurz vor Mitternacht fährt. Es fehlt uns in Europa und übrigens auch in den USA mitunter am Wettbewerbsvorteil.

>> Andererseits gehen in manchen Bereichen die Gehälter durch die Decke und es finden sich trotzdem kaum Leute.

Daß es nicht leicht ist, gute Leute zu finden, habe ich oben schon geschrieben. Daß die Gehälter "durch die Decke gehen", kann ich nicht bestätigen. Falls das tatsächlich so ist, dürfte das eine große Ausnahme sein.

Silke K.

30.10.2013,
12:39

@ Michael Krämer

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

Danke für diese recht ausführliche Darstellung.

In der Tat ist es in der Halbleiterbranche ein wenig schwer geworden, einen angemessenen Job zu finden und auch zu behalten, angesichts der Tatsache, dass nicht wenige Firmen genau dort in den zurückliegenden Jahren stark abgebaut haben.

Nicht ganz nachvollziehen kann ich das Beispiel mit den Gehältern, dass heute in Euro weniger gezahlt würde, als damals zu DM-Zeiten in DM. Ich sehe aber schon einen Bruttoeinkommensverlust der Neuen gegenüber denen, die z.T. in den 1980er Jahren ihre Karriere begonnen haben. Die Problematik ist u.a. der Tatsache geschuldet, dass es damals noch einen deutlich höheren Spitzensteuersatz gab, der höhere Bruttogehälter in die Höhe trieb. Davon profitieren nun die älteren Ingenieure Mitte 40 und aufwärts.

Um ein Beispiel zu nennen, hatte ein Elektrotechnikingenieur mit einem Universitätsabschluss einer renommierten Hochschule, der sich im oberen Quartil des Jahrgangs befand, Anfang der 80er keine Probleme, die 60.000 DM Grenze zu "knacken". Gemäss Teuerungsrate wären das heute etwa 130.000, als rund 67.000 Euro. Bezahlt werden hier aber aufgrund der Gehaltssteigerungen und Stellenwechsel durchschnittlich rund 10.000 mehr. Ingenieure in wichtigen Entwicklerpositionen erhalten bis zu 100.000. Damit ist es sehr gut möglich, die gestiegenen Abgaben und Kosten, sowie Beiträge zur KV und RV zu finanzieren und es bleibt auch ein höheres Realnetto übrig. Ob dieses dem Knowhow-Wachstum angemessen ist, bleibt die Frage.

Umgekehrt finden sich aber praktisch keine Anfänger, die jenseits der 60.000 Euro eingestellt werden, es sei denn sie hätten Promotion. Viele liegen unter 50.000 - bekommen also schon zum Einstieg rund 20% weniger, als Ingenieure damals. Der Nettoverlust ist eklatant und beläuft sich auf wenigstens 25%.

Diesbezüglich muss ich zustimmen, dass die Ingenieurgehälter in weiten Bereichen eher sinken, als steigen und vor allem im Vergleich zu den nichtakademischen Angestellten klar verloren haben, wobei das Beispiel des Friseurs zwiespältig ist, denn auch wenn heute mehr zu zahlen ist, so verdienen Friseure heute brutto in Relation auch weniger, als damals.

Etwas verwundert bin ich über die Aussage, dass die Abitnoten gestiegen seien. War mir so nicht bewusst.


Rechnet man das Einstiegsgehalt

Silke K.

30.10.2013,
12:48

@ Silke K.

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

» Rechnet man das Einstiegsgehalt

hier wollte ich eigentlich fortfahren, habe aber auf senden, statt auf Vorschau gedrückt.

Rechnet man das Einstiegsgehalt, das heute durchschnittlich gezahlt wird, (ca. 44k) scheint der Abfall noch gewaltiger, allerdings ist es so, dass heute auch mehr Ingenieure eingestellt werden und dies vor allem im weiter unten angesiedelten Qualitätssektor. Leider ist es aber so, dass sehr viel mehr studieren und abschließen, sodass relativ weniger einen Job bekommen.

Damit spannt sich die Realitität sehr weit auf. Ein Topabsolvent kommt mit etwas Glück auf bis zu 60k Euro in einer erstklassigen Region, ein mittelmässiger bleibt bei gut der Hälfte stehen, wenn er sich z.B. in Ostdeutschland anstellen lässt. Allerdings wurden auch in 2008, also vor der Krise schon bis zu 55k ausgegeben um einen Passenden zu bekommen.

Michael Krämer

E-Mail

30.10.2013,
13:59

@ Silke K.

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

>> Die Problematik ist u.a. der Tatsache geschuldet, dass es damals noch einen deutlich höheren Spitzensteuersatz gab, der höhere Bruttogehälter in die Höhe trieb.

Laut Wikipedia zahlt heute jemand ab 250k€ Jahreseinkommen den Spitzensteuersatz. Ich denke daß dieser Eckwert 1980 nicht wesentlich anders war. Von 250k€ Jahresgehalt dürften die meisten Ingenieure weit weg sein, daher glaube ich nicht, daß der Spitzensteuersatz eine Rolle bei den damaligen oder heutigen Gehältern spielt.

>> Um ein Beispiel zu nennen...

Ich weiß nicht, woher die Zahlen kommen. Aus meiner Erfahrung bekam in den späten 80er Jahren ein Ingenieur mit etwas Berufserfahrung 70-90kDM im Jahr, während er heute 50-60k€ bekommt. Berufsanfänger liegen jeweils etwas darunter. Ich habe allerdings keinen branchenübergreifenden Überblick. Die Berufserfahrung war früher wie heute für das Gehalt wichtig. Also bitte nicht den Berufsanfänger von damals mit dem erfahrenen Ingenieur heute vergleichen.

>> Umgekehrt finden sich aber praktisch keine Anfänger, die jenseits der 60.000 Euro eingestellt werden, es sei denn sie hätten Promotion.

Ja, richtig. Eine Promotion alleine bringt gehaltsmäßig eigentlich nichts. Sie wird, was ich fair finde, wie Berufserfahrung gewertet. Wenn jemand also 3 Jahre an einem Hochschulinstitut an seiner Promotion gearbeitet hat, wird er mit einem anderen, der drei Jahre Berufserfahrung mitbringt, gleichgestellt.

>> Viele liegen unter 50.000 - bekommen also schon zum Einstieg rund 20% weniger, als Ingenieure damals. Der Nettoverlust ist eklatant und beläuft sich auf wenigstens 25%.

Ja, was mein Beispiel ja zeigen sollte.

>> ...wobei das Beispiel des Friseurs zwiespältig ist, denn auch wenn heute mehr zu zahlen ist, so verdienen Friseure heute brutto in Relation auch weniger, als damals.

Brutto kann ich das nicht beurteilen, aber netto glaube ich das gerne, das liegt an der Staatsrate. In den 80er Jahren hatten wir einen Mehrwertsteuersatz von 11%, heute sind es 19%, fast das doppelte. Die schon zitierte kalte Progression führt auch für den Frisör zu höheren Steuern. Außerdem gab es viele mehr oder weniger versteckte Steuererhöhungen, wie z.B. den Soli oder die Mineralöl- oder Tabaksteuererhöhung. Das war natürlich immer für einen guten Zweck, wie Rente oder Bildung.

>> Etwas verwundert bin ich über die Aussage, dass die Abitnoten gestiegen seien. War mir so nicht bewusst.

Zumindest in NRW ist das der Fall. Wenn ich mich recht erinnere gab es 2012 etwa 800 Abiturienten mit 1.0er Durchschnitt. Über die Ursachen will ich garnicht spekulieren, darüber streiten Parteien immerhin seit Jahrzehnten. Die diversen Pisa und ähnliche Studien zeigen allerdings leider einen gegenläufigen Trend, gerade auch in NRW. Komisch!

>> ...allerdings ist es so, dass heute auch mehr Ingenieure eingestellt werden und dies vor allem im weiter unten angesiedelten Qualitätssektor.

Das kann ich so pauschal nicht beurteilen, bin auch nicht sicher, was Du genau mit "unterem Qualitätssektor" meinst. Einen Wettbewerb werden wir in dem Bereich allerdings immer verlieren. Es wird immer einen geben, der es genausogut, aber billiger macht.

>> Ein Topabsolvent kommt mit etwas Glück auf bis zu 60k Euro in einer erstklassigen Region, ein mittelmässiger bleibt bei gut der Hälfte stehen, wenn er sich z.B. in Ostdeutschland anstellen lässt.

Diese Unterschiede sind ja nicht per se unfair. Gute Leute sollen gut bezahlt werden und in Ballungsregionen muß eine Firma mehr zahlen, damit die Angestellten ordentlich wohnen können.

Silke K.

30.10.2013,
17:04

@ Michael Krämer

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

Bez. der Gehälter:

Dein Wert von 80k,90k DM für Erfahrene stimmt. Ich hatte aber nur die Anfänger verglichen und zwar einmal den aus 1980 und den von heute und dabei die reale statistische Teuerung berücksichtigt. Real sind die Gehälter ja deutlich über der Teuerung gestiegen, weil es Gehaltsanpassungen gab wegen des Knowhow-anstiegs.

Um aber zu vergleichen, wie jemand, der heute beginnt, dasteht, muss man allein die Teuerung nehmen und das würde aus den 60k DM von damals eben die 130k DM von heute machen. Und die gibt es ja praktisch nirgends. Da aber auch die Gehaltsanstiege nicht deutlich höher ausfallen dürften, wenn überhaupt, stehen heutige Ingenieure erheblich schlechter dar. Und das schon brutto und besonders netto.

Der einzige Trost der bleibt, ist, das viele Dinge heute auch billiger sind, als vor 30 Jahren, z.B. die Computer und Telefone. Der private Konsum und das Vermögen steigen ja in D rapide an.

----

Zum Spitzensteuersatz: Damals zahlte man bis zu 53% Steuer, heute sind es 45% und dies betrifft nicht nur die EK > 250.000.

hws(R)

E-Mail

59425 Unna,
30.10.2013,
17:16

@ Silke K.

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

» Ingenieure in wichtigen Entwicklerpositionen erhalten bis zu 100.000.

Nur muß man dahin erstmal kommen. Einfaches Bachelor-Wissen reicht da nicht. Neben dem theoretischen Uni-Wissen ist auch noch Praxis geftagt. Und ständige Weiterbildung.
Traust du dir diese Aufgabe zu?
Ein "Statistisches Gehalt" bringt nix. Das gibts bei großen Firmen mit "Behördenstruktur". Aber wer den Weg wählt, ist selten der kreative hochbezahlte Spitzenentwickler. Da muß man sich seinen Arbeitgeber gut aussuchen, daß man diese Aufstiegschancen hat. (Und meist viel Einsatz und unbezahlte Überstunden bringen)

Vielleicht wäre das was für dich: http://www.techniker-forum.de/forum.php

hws

hws(R)

E-Mail

59425 Unna,
30.10.2013,
17:33

@ Silke K.

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

» Um aber zu vergleichen, wie jemand, der heute beginnt, dasteht, muss man
» allein die Teuerung nehmen und das würde aus den 60k DM von damals eben die ....

Ist dein einziges Interesse das Einstiegsgehalt bzw das (vermutlich) zu erreichende Spitzengehalt?
Man muß nicht gerade das Motto verfolgen "Arm, aber glücklich". Aber ein auskömmliches Einkommen, um Häuschen, Erziehung der Kinder, Unterhalt Familie, Urlaub und ein adäquates Auto - reicht das nicht?
Ich wollte nie einen Mercedes S-Klasse oder Porsche oder Hummer.

hws

Silke K.

30.10.2013,
18:56

@ hws

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

Nein, ich bin keine Ingenieurin sondern arbeite im Bereich der Unternehmensberatung sowie Coaching für Bewerber. Von daher sehe ich die aktuelle Situation speziell aus der Ecke der Personalbeschaffung und Karriereoptionen.

Ich gebe die Frage aber gerne an das Forum weiter:

In wieweit sind Ingenieure bereit, auf Gehalt zu verzichten, um noch in ihrem favorisierten Job zu arbeiten?

Ich frage das aus 2 Gründen:

1. Ich sehe, dass immer mehr Ingeniere, als Fachkräfte mit einem technischen Diplom in die Richtung Software und IT abwandern, weil dort mehr (oder noch überhaupt etwas) zu verdienen ist ..

2. Oft genau die Haltung vorliegt, die ich Deiner Frage entnehme, nämlich, dass es ein Kompromiss sein könnte, in guten und spannenden Jobs zu arbeiten und dabei mit weniger zufrieden zu sein

Wäre mal interessant.

Meine Haltung zu Punkt 2: Ich mache nicht diese Erfahrung, sondern die Jobs, die ansprichsvoll, gut und spannend sind, werden auch meistens sehr gut bezahlt. Nur in der Forschung an Unis und Foschungsgesellschaften kann man sehen, dass sehr freie Jobchancen und Tätigkeiten mit 100% Befriedigung des Forschungsdrangs, so gut frequentiert werden, dass ein Überangebot an Bewerbern vorliegt und wenig gezahlt werden kann.

Silke K.

30.10.2013,
18:59

@ hws

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

Wie ich in der Antowrt auf den anderen Zweig schon geschrieben habe, geht es weniger um einen Job für mich, als um Jobs für meine Kunden und Mandanten.

Ich stimme aber in jedem Fall zu, dass die 100.000 die Ausnahme sind und nur Ingenieure betreffen, die eine gute technische Karriere hingelegt haben und aussergewöhnliches Wissen haben. Ansonsten ist das nur im disziplinarischen Zweig, also bei Teamleitern aufwärts erreichbar.

PeterGrz(R)

Homepage E-Mail

Berlin,
31.10.2013,
09:20

@ Silke K.

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

» 2. Oft genau die Haltung vorliegt, die ich Deiner Frage entnehme, nämlich,
» dass es ein Kompromiss sein könnte, in guten und spannenden Jobs zu
» arbeiten und dabei mit weniger zufrieden zu sein
»
» Wäre mal interessant.

91 hatte ich einen sehr interessanten Job: Schichtleiter an einem Ionenbeschleuniger, bis zu 2000 Parameter einstellen und ohne auch etwas Vorstellung in Physik usw nicht/kaum machbar stressig, Schichtbetrieb auch am WE.
Politik ändert sich => Umstrukturierungen => ich musste in ne andere Abteilung: eigendlich stink langweilig, völlig unterfordert! Aber ich hatte damals zwei schulpflichtige Töchter ohne Frau => das Risiko aus der Forschun ÖD in de freie Wirtschaft was suchen? Und wer hat einen Beschleuniger? Elektronik war in den Jahren auch sehr wenig gefordert... ich war da 40, kein Risiko,...


»
» Meine Haltung zu Punkt 2: Ich mache nicht diese Erfahrung, sondern die
» Jobs, die ansprichsvoll, gut und spannend sind, werden auch meistens sehr
» gut bezahlt. Nur in der Forschung an Unis und Foschungsgesellschaften kann
» man sehen, dass sehr freie Jobchancen und Tätigkeiten mit 100% Befriedigung
» des Forschungsdrangs, so gut frequentiert werden, dass ein Überangebot an
» Bewerbern vorliegt und wenig gezahlt werden kann.

Na sooo frei kann da auch nichts ausgelebt werden: es ist immer von der Politik abhängig!!! Fukuschima => Forschungsreaktor ist politisch riskant => der wird 2020 am 1. Januar zu gemacht! Punkt Aus.
Früher so 93: Tandembeschleuniger 8 MV kann Kernphysik machen: politisch nicht mehr interessant => wird abgebaut, verschenkt!
Einzig die Augentumortherapie lebt noch!

--
MfG
Peter

Michael Krämer

E-Mail

31.10.2013,
14:51

@ Silke K.

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

nur kurz, weil ich im Moment wenig Zeit habe:

» Der private Konsum und das Vermögen steigen ja in D rapide an.
Das rechnet sich jeder so hin, wie er es braucht. Vor ein paar Monaten ging durch die Presse, daß das Privatvermögen der Deutschen deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt. Insbesondere die Regionen, die Transfergelder erhalten (Zypern, Griechenland) liegen mit ihrem Privatvermögen über dem der Deutschen.

» Zum Spitzensteuersatz: Damals zahlte man bis zu 53% Steuer, heute sind es
» 45% und dies betrifft nicht nur die EK > 250.000.
Das müsste man mal mit spitzem Bleistift nachrechnen. Wie schon gesagt lag ja damals auch die Mehrwertsteuer bei 11 oder 13%, man konnte das Arbeitszimmer und seinen PC absetzen und hatte manche andere Vergünstigung, die heute gestrichen ist. Politiker haben noch nie eine Steuer gesenkt, ohne sich das Geld woanders wiederzuholen. Inzwischen werden sie ja sogar gewählt, wenn sie ankündigen, die Steuern zu erhöhen, weil jeder glaubt, daß es nur die anderen trifft.

Michael Krämer

E-Mail

31.10.2013,
14:58

@ Silke K.

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

» 1. Ich sehe, dass immer mehr Ingeniere, als Fachkräfte mit einem
» technischen Diplom in die Richtung Software und IT abwandern, weil dort
» mehr (oder noch überhaupt etwas) zu verdienen ist ..
Das ist, was ich mit den Kräften des Marktes meinte.

» 2. Oft genau die Haltung vorliegt, die ich Deiner Frage entnehme, nämlich,
» dass es ein Kompromiss sein könnte, in guten und spannenden Jobs zu
» arbeiten und dabei mit weniger zufrieden zu sein
Das Gehalt ist doch immer nur ein Teil des gesamten Vergütungspakets. Wenn das Betriebsklima schlecht ist, die Aufgabe bescheiden und die Arbeitsplatzsicherheit nicht gegeben, dann muß das Gehalt hoch sein. Wenn der Chef in Ordnung ist und die Aufgabe spannend, dann nimmt man auch etwas weniger Gehalt in Kauf. Aber an jedem Monatsende fällt die Entscheidung, ob man weitermacht oder sich etwas anders sucht. Auf Dauer wird aber auch die spannendste Aufgabe langweilig und dann muß eben doch das Gehalt stimmen, damit die Entscheidung wieder zugunsten des Unternehmens ausfällt. Und keiner lässt sich auf Dauer abhängen.

geralds(R)

Homepage E-Mail

Wien, AT,
31.10.2013,
16:46
(editiert von geralds
am 31.10.2013 um 18:01)


@ Michael Krämer

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

» nur kurz, weil ich im Moment wenig Zeit habe:
»
» » Der private Konsum und das Vermögen steigen ja in D rapide an.
» Das rechnet sich jeder so hin, wie er es braucht. Vor ein paar Monaten ging
» durch die Presse, daß das Privatvermögen der Deutschen deutlich unter dem
» EU-Durchschnitt liegt. Insbesondere die Regionen, die Transfergelder
» erhalten (Zypern, Griechenland) liegen mit ihrem Privatvermögen über dem
» der Deutschen.
»
» » Zum Spitzensteuersatz: Damals zahlte man bis zu 53% Steuer, heute sind
» es
» » 45% und dies betrifft nicht nur die EK > 250.000.
» Das müsste man mal mit spitzem Bleistift nachrechnen. Wie schon gesagt lag
» ja damals auch die Mehrwertsteuer bei 11 oder 13%, man konnte das
» Arbeitszimmer und seinen PC absetzen und hatte manche andere Vergünstigung,
» die heute gestrichen ist. Politiker haben noch nie eine Steuer gesenkt,
» ohne sich das Geld woanders wiederzuholen. Inzwischen werden sie ja sogar
» gewählt, wenn sie ankündigen, die Steuern zu erhöhen, weil jeder glaubt,
» daß es nur die anderen trifft.

---
Hallo Michael,

Nunja,,, ich habe nun den ganzen Thread verfolgt und muss
leider sagen, dass hier viel zuviel "geträumt" wird.

Leider werden hier (in diesem Gesellschaftgebiet) viel zu viele Halb- gar Viertelwahrheiten geplaudert,
welche letzten Endes sich als plumpe Lügen herausstellen.

Die Realität sieht viel düsterer aus.

Niemand weiß ganz genau, was sich so landesweit an Dramen abspielt.

Diese "irrigen" Gehaltsvorstellungen, zu allermeist aufgrund von
Knebelverträgen entstanden, brechen jetzt total nieder;
und zwar schnell und mit zischendem Lärm.
"zich und weg","verdunstet".

Niemand kann und darf sich mehr auf Lorbeergewinne ausruhen.
Diese Zeiten sind für allezeit vorbei.

Es genügt, als Beispiel, wenn der Sohnemann die Firma seines Papas übernimmt und
den Spezi, der mit dem Papa in der Firma mitgewachsen ist, zwecks "Bereinigung" rauswirft.

Was macht der nun, zB bereits über 50 gewordene Freizeittechniker --
- der darf sich dann vom Elektronik-Dr.Dr.Ing. zum Besenschwinger-Dr.Dr.Ing. aufschwingen.

Wir kennen alle die Sprüche, die so in den Firmen kreuz-quer die Runde machen.
Einer der nicht (mehr) bei der hiesigen Bier-Kneipenstammrunde mitmacht,
bzw. mangels Gesundheit nicht mitmachen kann,
oder nicht mehr dem Firmen-Fussballclub die Fahnenstange hält,
oder sich nicht mehr rasiert, sein Bauch bereits überhängt,
hat die besten Chancen, ein Arbeitsmarkt-Dauereinkäufer zu werden.
Der wird ganz einfach rausgeäkelt.
Na dann, hast das große Glück mit so 1000 - 1500 Eur netto monatlich, deinen täglichen Sold bestreiten zu können.
100000,Eur - was sollen diese aberwitzigen Träume - so ein Wucher!

Nichts gegen dich, oder Silke, ganz im Gegenteil, aber jeder träumt
und kann nicht weiter blicken, als über sein Dorf hinaus.

Ich kenne keinen Spezi mit über 100000Eur Gehalt/Mon. hier in AT.
Die paar Leute, zB bei der Raumfahrt, Luftfahrt, oder Reaktortech.,
sind nicht das Ziel der überwältigenden Mehrheit der normalen Arbeitssuchenden
(gemeint: solche vom AMS, oder Headhunter/ grrr: Leihpersonalvermittler!!!! vermittelte).

Diese Anzahl kann man an der Hand abzählen, suchen für sich selbst, müssen aber laufend massivste Abstriche machen.
Die meisten (also AMS vermittelte) arbeiten in klein bis mittel bis übermittel
großen Betrieben und werden daher auf ewig geknüppelt.


-->> In dem Moment, wenn du mehrere Firmen bereits,
""sage ich mal, !""hilfreichstens," flachhändig helfend hier" wegen mangels Aufträgen, wechseln musstest,
... du dann immer bei der nächsten erklären musst: 'wegen Wirtschaft',
bist du aber schon längst in deren Blickfeld: """der wechselt ja dauernd die Firmen, da muss ja damals was gewesen sein....!"
"ist sicher 'kein' zuverläßlicher Mitarbeiter...!"
-- tja, dann... Michael, dann hast den Ar... hinten hoch, und du weißt nicht mehr,
wie du diesen "Fleck" wieder weg bekommst.
Und es ist völlig egal, was du vorher so toll verdient hattest, diese Firma gibt ganz einfach nicht mehr her,
die nächste?.. wann findest sie? .. in einigen Monaten, Jahren?? .. in der Zwischenzeit laufen die Kosten,
schwinden dein Wissen und Qualität, wirst frustiert,
sodass dieser Frust in die nächste Firma getragen wird,
sodass sie annehmen, und bekommt prompt die Antwort: 'du bist Hackel-Faul, immer nur raunzend'.
In Wirklichkeit musst, bzw. willst schon längst dort in diese Firma rein,
weil du deine bereits erworbenen Qualitäten, auch erworbenen "Reichtum", nicht verlieren willst.

Grüße
Gerald

--
...und täglich grüßt der PC:
"Drück' ENTER! :wink: Feigling!"

geralds(R)

Homepage E-Mail

Wien, AT,
31.10.2013,
18:05

@ Silke K.

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

Hi Silke,

siehe bitte mal hier:
http://www.elektronik-kompendium.de/forum/forum_entry.php?id=196056&page=0&category=all&order=last_answer

Grüße
Gerald
----

--
...und täglich grüßt der PC:
"Drück' ENTER! :wink: Feigling!"

hws(R)

E-Mail

59425 Unna,
31.10.2013,
21:07

@ geralds

Einschätzung des Bedarfs an Elektronikentwicklern

» Was macht der nun, zB bereits über 50 gewordene Freizeittechniker --
» - der darf sich dann vom Elektronik-Dr.Dr.Ing. zum
» Besenschwinger-Dr.Dr.Ing. aufschwingen.

Ein Doppeldoktor-Ing ist kein Freizeittechniker. Und der findet auch mit 50 noch was neues.
Total daneben!

» 100000,Eur - was sollen diese aberwitzigen Träume - so ein Wucher!

Ich weiß ja nicht, ob du dich schonmal irgendwo beworben hast und es dort um Gehaltsvorstellungen ging.
Die Summen sind üblicherweise das Jahresgehalt! Und zwar brutto. Ergibt (bei 13.Monatsgehalt) Brutto gut 7 1/2 monatlich.
Und damit relativiert sich dein ganzer restlicher Sermon.

» Nichts gegen dich, oder Silke...
» ... vom AMS, oder Headhunter/ grrr: Leihpersonalvermittler!!!!

Sie IST wohl ein Headhunter bzw das Gegenstück in der Personalabteilung einer großen Firma.

hws