telloum
17.02.2011, 14:43 |
Verzerrerschaltung verstehen (Elektronik) |
hallo alle zusammen, ich bin neu hier im Forum
Ich versuche die Schaltung momentan genau nachzuvollziehen
http://fuzzcentral.ssguitar.com/fuzzface.php
es ist ein Verzerrer für eine Gitarre.
Ich habe aber ein paar Verständnisschwierigkeiten
1. die Verzerrung entsteht durch Übersteuerung. Aber wie kann ich mir anschaulich erklären, dass das Signal verformt wird (Rechteck). Eine Erklärung ist mir begegnet, die besagt, dass das Signal durch den ersten Transistor so verstärkt wird, asss der zweite es nicht mehr wiedergeben kann, weil es dann höher als die Betriebsspannung wäre.
die zweite Erklärung war, dass das Signal bei seinen Spitzenwerten so groß ist, dass es beim 2. Transistor in den nichtlinearen Kennlinienbereich fällt und dadurch nicht mehr richtig verstärkt wird und abflacht. Aber was passiert bei dieser Variante mit dem anderen Teil der Halbwellen??denn nach meinen Kenntnissen ist die Kennlinie erst für hohe Eingangssignale nicht linear...
2. Ein Rechtecksignal ist aus einem Grundton und einer (unendlichen) Zahl seiner Oberwellen zusammengesetzt. DASS also bei der Verzerrung Oberwellen entstehen müssen, lässt sich mathematisch begründen, aber kann man es auch physikalisch erklären, also warum entstehen in der Schaltung physikalisch neue Frequenzen???
3. Mit dem Kondensator und dem Poti "unten" in der Schaltung lässt sich der Verzerrungsgrag einstellen. Wie funktioniert das genau??also warum wird ein Kondensator zur Regelung der Rückkopplung benutzt??also was genau Macht dieser Kondensator mit der Rückkopplung und wie macht er es???
Mir ist klar, dass das einige Fragen sind die zudem auch noch sehr speziell sind, aber ich würde mich tierisch über Hilfe freuen!!
Vielen dank schon mal |
klausthal
17.02.2011, 16:09 (editiert von klausthal am 17.02.2011 um 18:28)
@ telloum
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Verzerrerschaltung verstehen |
» hallo alle zusammen, ich bin neu hier im Forum
» Ich versuche die Schaltung momentan genau nachzuvollziehen
» http://fuzzcentral.ssguitar.com/fuzzface.php
» es ist ein Verzerrer für eine Gitarre.
» Ich habe aber ein paar Verständnisschwierigkeiten
» 1. die Verzerrung entsteht durch Übersteuerung. Aber wie kann ich mir
» anschaulich erklären, dass das Signal verformt wird (Rechteck). Eine
» Erklärung ist mir begegnet, die besagt, dass das Signal durch den ersten
» Transistor so verstärkt wird, asss der zweite es nicht mehr wiedergeben
» kann, weil es dann höher als die Betriebsspannung wäre.
» die zweite Erklärung war, dass das Signal bei seinen Spitzenwerten so groß
» ist, dass es beim 2. Transistor in den nichtlinearen Kennlinienbereich
» fällt und dadurch nicht mehr richtig verstärkt wird und abflacht. Aber was
» passiert bei dieser Variante mit dem anderen Teil der Halbwellen??denn nach
» meinen Kenntnissen ist die Kennlinie erst für hohe Eingangssignale nicht
» linear...
»
» 2. Ein Rechtecksignal ist aus einem Grundton und einer (unendlichen) Zahl
» seiner Oberwellen zusammengesetzt. DASS also bei der Verzerrung Oberwellen
» entstehen müssen, lässt sich mathematisch begründen, aber kann man es auch
» physikalisch erklären, also warum entstehen in der Schaltung physikalisch
» neue Frequenzen???
»
» 3. Mit dem Kondensator und dem Poti "unten" in der Schaltung lässt sich
» der Verzerrungsgrag einstellen. Wie funktioniert das genau??also warum
» wird ein Kondensator zur Regelung der Rückkopplung benutzt??also was genau
» Macht dieser Kondensator mit der Rückkopplung und wie macht er es???
»
» Mir ist klar, dass das einige Fragen sind die zudem auch noch sehr
» speziell sind, aber ich würde mich tierisch über Hilfe freuen!!
» Vielen dank schon mal
###########
3. stelle dir den schleifer des potis nach unten auf GND gedreht vor. da ist der kondi wirkungslos. das signal wird über den 100k widerstand auf die basis des ersten transi zurückgeführt --> pos. rückkopplung und erhöhung des eingangspegels.
drehe den schleifer nach oben. da schließt der kondi das signal, das eigentlich pos rückgekoppelt werden soll, gegen GND kurz, so daß es nicht auf die basis des ersten transi pos. rückgekoppelt wird.
1. beide erklärungen sind richtig. es leuchtet ja ohne weiteres ein, daß der output der schaltung hier weder die +Ub betriebsspannung über- noch die -Ub betriebsspannung unterschreiten kann. ein sinus zB mit zu großer amplitude muß demzufolge oben wie unten mehr oder minder abrupt geclippt werden, dh seine extrema werden abgeschnitten, grenzfall: rechteck.
2. daß das signal bei übersteuerung verändert wird, ist ja unstrittig. es passiert, physikalisch gesehen, etwas mit dem signal. welche möglichkeiten hat die physik, dieser tatsache ausdruck zu verleihen? die frequenz ändert sich nicht, die amplitude ändert sich nur unwesentlich, die phasenlage bleibt gleich. das ergebnis ist halt, daß jede nicht-sinusschwingung aus sinusschwingungen verschiedener amplituden und geradzahligen vielfachen der grundwelle zusammengesetzt ist. - man kann es halt nicht anders als herr fourier ausdrücken, und deine fragestellung ist im grunde unphysikalisch...
klausthal |
telloum
17.02.2011, 20:16 (editiert von telloum am 17.02.2011 um 20:18)
@ klausthal
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Verzerrerschaltung verstehen |
zu 1. noch mal..
also die Argumentation mit der Betriebspannung finde ich logisch. Aber bezüglich der Kennlinie bin ich mir noch nicht ganz sicher. Das nichtlineare Verhalten setzt doch erst bei höheren Strömen ein. also wenn man ganz einfach sagt bei den spitzen der positiven Halbwellen. aber für ein Rechteck müssen ja auch die negtiven Halbwellen begrenzt werden...kann man das auch mit der Kennlinie so ähnlich wie für die positiven Halbwellen begründen??
http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0203112.htm
anschaulich an dieser kennlinie: wenn man von einem Arbeitspunkt aus eine negaltive Halbwelle betrachtet, wie wird sie begrenzt??
zu 3. was genau meinst du mit: "da schließt der kondi das signal, das eigentlich pos rückgekoppelt werden soll, gegen GND kurz", also wie entsteht ein kurzgeschlossenes Signal??
dann ist mir noch eine andere "blöde" Sache aufgefallen
hat das rückgekoppelte Signal dieselbe Phase wie das Eingangsignal? ich meine mich zu erinnern, dass ich mal gelernt habe, dass das Ausgangssignal eines Transistors um 180 grad in der Phase verschoben ist. aber das rückgekoppelte Signal wird doch nur vom ersten Transistor gedreht und vom zweiten nicht mehr, da die Rückkopplung nicht vom Ausgang des zweiten Transistors ausgeht. dann wäre die Rückkopplung um 180 grad zum eingang verschoben und würde doch das Eingangsignal abschwächen.
ich bin mir da im Moment überhaupt nicht sicher
wäre für weitere Hilfe sehr dankbar!!(auch wenn das ein Haufen Fragen ist ) |
hws

59425 Unna, 17.02.2011, 20:34
@ telloum
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Verzerrerschaltung verstehen |
In der Schaltung selbst gibt es keine "negativen Halbwellen". Sämtliche Spannungen müssen zwischen Null und Ubatt liegen.
Das geschieht über den 2µ2 Eingangskondensator
» zu 3. was genau meinst du mit: "da schließt der kondi das signal, das
» eigentlich pos rückgekoppelt werden soll, gegen GND kurz", also wie
» entsteht ein kurzgeschlossenes Signal??
Stecke einen Draht in die beiden Löcher der Steckdose. Da hast du die 230V kurzgeschlssen
Ein Kondensator ist für Gleichspannung nicht durchlässig, Widerstand unendlich.
Für Wechselspannung ist er aber durchlässig. Mit dem Kondensator kann man ein Wechselsignal (z.B. Tonfrequenz) kurzschließen wie mit einem Draht. Und dann ist das Signal eben "platt".
hws |
PeterGrz

Berlin, 18.02.2011, 13:10
@ telloum
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Negative Rückkopplung! |
» zu 1. noch mal..
» also die Argumentation mit der Betriebspannung finde ich logisch. Aber
» bezüglich der Kennlinie bin ich mir noch nicht ganz sicher. Das
» nichtlineare Verhalten setzt doch erst bei höheren Strömen ein. also wenn
» man ganz einfach sagt bei den spitzen der positiven Halbwellen. aber für
» ein Rechteck müssen ja auch die negtiven Halbwellen begrenzt werden...kann
» man das auch mit der Kennlinie so ähnlich wie für die positiven Halbwellen
» begründen??
Der Arbeitspunkt der Schaltung liegt innerhalb der Betriebsspannung! Also sind beide Halbwellen da!
»
» http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0203112.htm
» anschaulich an dieser kennlinie: wenn man von einem Arbeitspunkt aus eine
» negaltive Halbwelle betrachtet, wie wird sie begrenzt??
»
» zu 3. was genau meinst du mit: "da schließt der kondi das signal, das
» eigentlich pos rückgekoppelt werden soll, gegen GND kurz", also wie
» entsteht ein kurzgeschlossenes Signal??
»
» dann ist mir noch eine andere "blöde" Sache aufgefallen
» hat das rückgekoppelte Signal dieselbe Phase wie das Eingangsignal? ich
» meine mich zu erinnern, dass ich mal gelernt habe, dass das Ausgangssignal
» eines Transistors um 180 grad in der Phase verschoben ist. aber das
» rückgekoppelte Signal wird doch nur vom ersten Transistor gedreht und vom
» zweiten nicht mehr, da die Rückkopplung nicht vom Ausgang des zweiten
» Transistors ausgeht. dann wäre die Rückkopplung um 180 grad zum eingang
» verschoben und würde doch das Eingangsignal abschwächen.
» ich bin mir da im Moment überhaupt nicht sicher
»
» wäre für weitere Hilfe sehr dankbar!!(auch wenn das ein Haufen Fragen
» ist )
Da hat sich Klausthal wohl verschrieben: es is ne negative Rückkopplung.
Wenn Poti ganz unnten wird das Signal wenig verstärkt => sicher unverzerrt.
Je weiter nach oben drehst, steigt die verstärkung bis zum Einsetzen der Begrenzung: Signalgröße +/- nahe Betriebsspannung.
MfG
Peter -- MfG
Peter |
klausthal
18.02.2011, 15:18
@ PeterGrz
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Negative Rückkopplung! |
» » zu 1. noch mal..
» » also die Argumentation mit der Betriebspannung finde ich logisch. Aber
» » bezüglich der Kennlinie bin ich mir noch nicht ganz sicher. Das
» » nichtlineare Verhalten setzt doch erst bei höheren Strömen ein. also
» wenn
» » man ganz einfach sagt bei den spitzen der positiven Halbwellen. aber
» für
» » ein Rechteck müssen ja auch die negtiven Halbwellen begrenzt
» werden...kann
» » man das auch mit der Kennlinie so ähnlich wie für die positiven
» Halbwellen
» » begründen??
»
» Der Arbeitspunkt der Schaltung liegt innerhalb der Betriebsspannung! Also
» sind beide Halbwellen da!
»
» »
» » http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0203112.htm
» » anschaulich an dieser kennlinie: wenn man von einem Arbeitspunkt aus
» eine
» » negaltive Halbwelle betrachtet, wie wird sie begrenzt??
» »
» » zu 3. was genau meinst du mit: "da schließt der kondi das signal, das
» » eigentlich pos rückgekoppelt werden soll, gegen GND kurz", also wie
» » entsteht ein kurzgeschlossenes Signal??
» »
» » dann ist mir noch eine andere "blöde" Sache aufgefallen
» » hat das rückgekoppelte Signal dieselbe Phase wie das Eingangsignal? ich
» » meine mich zu erinnern, dass ich mal gelernt habe, dass das
» Ausgangssignal
» » eines Transistors um 180 grad in der Phase verschoben ist. aber das
» » rückgekoppelte Signal wird doch nur vom ersten Transistor gedreht und
» vom
» » zweiten nicht mehr, da die Rückkopplung nicht vom Ausgang des zweiten
» » Transistors ausgeht. dann wäre die Rückkopplung um 180 grad zum eingang
» » verschoben und würde doch das Eingangsignal abschwächen.
» » ich bin mir da im Moment überhaupt nicht sicher
» »
» » wäre für weitere Hilfe sehr dankbar!!(auch wenn das ein Haufen Fragen
» » ist )
»
» Da hat sich Klausthal wohl verschrieben: es is ne negative Rückkopplung.
» Wenn Poti ganz unnten wird das Signal wenig verstärkt => sicher
» unverzerrt.
» Je weiter nach oben drehst, steigt die verstärkung bis zum Einsetzen der
» Begrenzung: Signalgröße +/- nahe Betriebsspannung.
»
» MfG
» Peter
###########
wo der peter recht hat, hat er recht. - übrigens hängt die wirkung doch sehr stark vom ausgangswiderstand des vorgeschalteten gerätes ab, wenn man den 100K in betracht zieht.
klausthal |
telloum
19.02.2011, 18:24
@ klausthal
|
Negative Rückkopplung! |
ok, damit habt ihr mir schon mal super geholfen!!
die groben Fragen sind geklärt
aber jetzt noch die letzten Feinheiten...
ich verbinde mit einem poti immer, dass man an verschiedenen Stellen in der Schaltung (anschaulich am Schaltplan) das Signal abgreift...ich hab mich jetzt gefragt, wie ich mir anschaulich durch die position des potentiometers erklären kann, wie stark die Rückkopplung ist...meine Idee: an dem potiwiderstand fällt spannung ab. schiebt man den Pfeil im schaltplan weiter nach oben, wird das Signal früher durch den Kondensator abgegriffen. der Kondensator hat dann sozusagen mehr Einfluss, da der "verstellbare" Widerstand des potis kleiner wird. je mehr einfluss der Kondensator hat, dest weniger Rückkopplung...eine primitive erklärung aber naja...dabei ist mir der Begriff des Soannungsabfalls aufgefallen. Sollte man ihn hier benutzen??mein problem dabei ist nämlich dann, das nach meiner primitiven erklärung mehr Spannung an dem 100 kilo Widerstand abfällt, wenn ich den Widerstand des Potis verkleinere, wodurch doch der einfluss des Kondensators verringert wird. Ich glaube mein eigentliches Problem ist das ich den zusammenhang des 100 K widerstandes und des Potis mit dem Kondensator nicht erkenne was bewirkt eine Änderung des potis??fällt dann mehr Spannung ab, schließt der Kondensator größere Teile des Signals kurz??und wie spielt dabei die Spannungsteilung eine Rolle??
ich glaub das ist der komplizierteste Beitrag den ich so bis jetzt verfasst hab (sprachlich)
sorry
blöderweise mach ich noch weiter...
noch mal bezüglich der Halbwellen: ich meinte nicht die negativen Halbwellen in der Schaltung, sondern die des Eingangssignals...also wenn man vom Arbeitspunkt ausgeht und sich von dort iauf der Kennlinie langsam nach links bewegt( also zu didriegeren Strömen), dann findet man ja anders als rechts eher eine lineare Kennlinie als eine nichtlineare wie recht vom Arbeitspunkt...klar, wenn das Signal zu groß ist, dann werden beide Seiten des Eingangs abgekappt, aber wenn es noch nicht die Betriebsspuannung übersteigt, dann treffen doch nur die "positiven Eingangshalbwellen" auf Nichtlinearitäten, also wäre es kein Rechteck...wo ist hier mein Denkfehler, oder wie kann man das erklären??
p.s: auch wemm immer weiter Fragen kommen, eure Beiträge sind klasse und helfen mir viel weiter |
klausthal
19.02.2011, 21:50 (editiert von klausthal am 19.02.2011 um 21:52)
@ telloum
|
Negative Rückkopplung! |
» ok, damit habt ihr mir schon mal super geholfen!!
» die groben Fragen sind geklärt
» aber jetzt noch die letzten Feinheiten...
» ich verbinde mit einem poti immer, dass man an verschiedenen Stellen in
» der Schaltung (anschaulich am Schaltplan) das Signal abgreift...ich hab
» mich jetzt gefragt, wie ich mir anschaulich durch die position des
» potentiometers erklären kann, wie stark die Rückkopplung ist...meine Idee:
» an dem potiwiderstand fällt spannung ab. schiebt man den Pfeil im
» schaltplan weiter nach oben, wird das Signal früher durch den Kondensator
» abgegriffen. der Kondensator hat dann sozusagen mehr Einfluss, da der
» "verstellbare" Widerstand des potis kleiner wird. je mehr einfluss der
» Kondensator hat, dest weniger Rückkopplung...eine primitive erklärung aber
» naja...dabei ist mir der Begriff des Soannungsabfalls aufgefallen. Sollte
» man ihn hier benutzen??mein problem dabei ist nämlich dann, das nach
» meiner primitiven erklärung mehr Spannung an dem 100 kilo Widerstand
» abfällt, wenn ich den Widerstand des Potis verkleinere, wodurch doch der
» einfluss des Kondensators verringert wird. Ich glaube mein eigentliches
» Problem ist das ich den zusammenhang des 100 K widerstandes und des Potis
» mit dem Kondensator nicht erkenne was bewirkt eine Änderung des
» potis??fällt dann mehr Spannung ab, schließt der Kondensator größere Teile
» des Signals kurz??und wie spielt dabei die Spannungsteilung eine Rolle??
»
» ich glaub das ist der komplizierteste Beitrag den ich so bis jetzt
» verfasst hab (sprachlich)
»
» sorry
»
» blöderweise mach ich noch weiter...
» noch mal bezüglich der Halbwellen: ich meinte nicht die negativen
» Halbwellen in der Schaltung, sondern die des Eingangssignals...also wenn
» man vom Arbeitspunkt ausgeht und sich von dort iauf der Kennlinie langsam
» nach links bewegt( also zu didriegeren Strömen), dann findet man ja anders
» als rechts eher eine lineare Kennlinie als eine nichtlineare wie recht vom
» Arbeitspunkt...klar, wenn das Signal zu groß ist, dann werden beide Seiten
» des Eingangs abgekappt, aber wenn es noch nicht die Betriebsspuannung
» übersteigt, dann treffen doch nur die "positiven Eingangshalbwellen" auf
» Nichtlinearitäten, also wäre es kein Rechteck...wo ist hier mein
» Denkfehler, oder wie kann man das erklären??
»
» p.s: auch wemm immer weiter Fragen kommen, eure Beiträge sind klasse und
» helfen mir viel weiter
#############
zu komplizierte denke, fürchte ich. wenn der schleifer des poti "oben" steht, so liegt an dem rechten bein des 100K kein signal, da es ja durch den großen kondi am emitter gegen GND kurzgeschlossen wird. (stelle dir das poti in seinen grenzeinstellungen wie einen schalter vor). also keine neg gegenkopplung über den 100k widerstand. anderes extrem: der schleifer des potis steht unten auf GND, dann liegt das (phaseninvertierte) signal am rechten pin des 100K widerstandes an, und an der basis kommt es zu einer subtraktion der eingangsspannung und der spannung am emitter des 2. transi (neg. gegenkopplung). wie schon bemerkt, hängt diese subtraktion stark vom ausgangswiderstand des vorgeschalteten gerätes ab.
was nun die verzerrungen angeht, so sind beide transen an den verzerrungen beteiligt, so daß hoffentlich der obere wie der untere teil des eingangssignals durch je einen transen "ähnlich" verändert wird. das kann man aber nur mit einem oszilloskop beurteilen.
klausthal |
geralds

Wien, AT, 20.02.2011, 01:51 (editiert von geralds am 20.02.2011 um 02:16)
@ telloum
|
FUZZ Beispielschaltung |
Hi,
Hier hast einen Fuzz, etwas "modernerer" Bauart:
http://analogguru.an.ohost.de/001/schematics/SeymourDuncan_TweakFuzz.gif.
(bitte NACH dem ...gif den Punkt entfernen, dann kommst direkt hin.... das Bild ist groß)
Am Eingang hast einen umschaltbaren Hochpass, für einige Frequenzen.
Dann hast folgend einen 2 stufigen Verstärker,
mit der Rückkopplung am Emitter von der zweiten Stufe.
-- Die Verstärkungseinstellung (GAIN) für die Signalspannung (AC).
Diese Gain hebt und vergrößert damit das Signal, bis es klippt.
-- Mit dieser Bauteilwahl geht das recht schnell ins Klipping.
Die Transis sind TUN (Transistor-Universal-NPN).
Der C1 an Q1 macht den Tiefpass auf einer sehr hohen Frequenz,
und verhindert auch ein Schwingen des Transis.
Dann gehts AC-entkoppelt (über C2) zum Lautstärkesteller zum Ausgang.
Mit dem 2fachen Umschalter S2 kannst das Signal am Fuzz auch vorbeiführen,
so dass er "abgschaltet" keine Funktion hat.
Somit kommt das Originalsignal zum Ausgang.
Noch einen Satz:,,, weil es angesprochen wurde....
Das ist ein 2stufiger Transiamp in Emitterschaltung.
Daher wird das Signal 2 mal gedreht, so dass es "seitenrichtig" am Ausgang ankommt.
Nur halt 360° phasenverschoben, bzw. zeitverzögert.
PS:
Schau dir mal auch andere "Verzerrungs- bzw. Signalverformungsmöglichkeiten" an:
zB
1. so wie du es hier hast- durch Übersteuern
2. Durch Signalumformung zB Schmitttrigger
3. Durch Auflagerung, oder durch Modulation,
-- zB ein Rechtechteck wird auf das Signal gelegt,
-- oder ein Rechteck moduliert das Signal.
Sowas findest ganz toll in der elektronischen Musik,
Synthesizer,
Orgeln, dem Sprachverfremder wie der Vocoder...
.... die berühmte Roboterstimme...
hier wurde früher gern der Signalgenerator-IC XR2206
verwendet.... bzw. dessen Begleiter-IC's XR2207, XR2208.
Das waren feine Spielerein mit diesen Käferchen.
Grüße
Gerald
-- -- ...und täglich grüßt der PC:
"Drück' ENTER! Feigling!" |
telloum
20.02.2011, 17:23 (editiert von telloum am 20.02.2011 um 17:37)
@ geralds
|
FUZZ Beispielschaltung |
ok, @ klausthal: deine Argumentation ist sehr einleuchtend!
wenn ich dich also jetzt richtig verstanden habe, dann hat die negative Rückkopplung (also das invertierte oder um 180 grad verschobene Signal) gar keine Verstärkung, sondern eine Abschwächung zur Folge...also ernn viel rückgekoppelt wird, schwächt man das Eingangssignal stärker. im einen Extremfall würde man also entweder das Eingangsignal stark reduzieren (keine Zerre) und im anderen würde man es eben nicht reduzieren oder verstärken (viel Zerre):im ketzteren Fall würde man versuchen also das Eingangsignal möglichst unverändert zu lassen...ist das so richtig??
dann jetzt noch mal zu der Kennlinie: ich versucht mal anschaulich das darzustellen, was ich meinte (angefügte Bilder, sie sind nicht sehr gut gezeichnet)
im untersten Quadranten( ist ja eigentlich kein Quadrant, aber hier egal) sieht man das Einganssignal (sinus). das Signal wird durch einen Transistor verstärkt. im ersten Bild sieht man die ideale Verstärkung: das Signal wird über die Kennlinie in gleichen Zeitabschnitten auf den linken Quadranten gezeichnet, welcher also jetzt das durch die Kennlinie verstärkte Signal zeigt.
das zweite Bild zeigt eine Verzerrung durch Nichtlinearität: die eine Halbwelle des Eingangsignals wird zwar auch an der kennlinie abgetragen, jedoch ergibt sich im ausgangsignal eine Abflachung der Kurve auf Grund der Nichtlinearität der Kennlinie.
das Problem ist nun, dass sich diese Abflachung nur bei den positiveren Halbwellen einstellt, da die Nichtlinearitäten erst bei steigender Stromstärke auftreten und nicht in dem Anfangebereich der Kennlinie. also ausgehend vom Arbeitspunkt (in der Zeichnung=AP) erhält man für die "positiven" Eingangshalbwellen eine Verzerrung und für die anderen nicht. ich hoffe ich konnte mein Problem halbwegs verständlich darstellen. diese ganze sache wurde erst zum Problem, als ich gelesen habe, dass verzerrungen durch Nichtliearitäten auftreten, ich aber gelernt habe, dass diese erst für die höheren Eingansspannungen auftreten und nicht für die niedrigeren...
ich betrachte also im moment den Zustand, wenn das signal noch nicht über die Betriebsspannung hinaus verstärkt werden soll und dadurch abgeflacht wird.
ich will euch echt nicht nerven aber ich hab noch eine weitere Frage allgemein, die nichts mit der Schaltung zu tun hat: ich beschäftige mich im moment halt viel mit schaltungen und habe etwas von der Spannungsbegrenzerwirkung einer Diode in Durchlassrichtung gelesen. also dass dioden in durchlassrichtung keine Spannungen wiedergeben, die über ihre schwellenspannung hinausgehen. warum ist as so??
nir erschien diese Frage zu unwichtig für einen neuen Beitrag, deshalb poste ich sie auch noch hier und hoffe auf weitere Antworten
http://www.elektronik-kompendium.de/forum/upload/20110220173551.pdf
P.s.: sorry ich hab grad gemerkt, dass die PDF-Datei gedreht ist, bitte noch richtig drehen |
telloum
21.02.2011, 21:39
@ telloum
|
FUZZ Beispielschaltung |
ok, ich hab noch mal über die Kennliniengeschichte und die Diode noch mal nachgedacht und konnte alles verstehen...mein letztes "Problem" bleibt jetzt der Kondensator...
könntet ihr mir vielleicht hier noch mal Rückmeldung geben ob ich das mit der negativen Rückkopplung richtig verstanden habe, so wie ich es im lezten Beitrag dargestelllt hab??
wär echt super |