Forum

Einloggen | Registrieren | RSS  

greehnorh25(R)

Homepage E-Mail

Schweiz, Zürich,
02.01.2010,
14:21
 

Was bedeutet PRESET? Das gleiche wie RESET? (Elektronik)

Verzeiht mir die Frage.
Ich höre im Zusammenhang mit Countern und Flipflops immer wieder den Begriff PRESET.
Ist dammit RESET gemeint? oder sind das zwei verschiedene Begriffe? Und sei dann mit PRESET gemeint?
Google hat mir bis anhin nicht geholfen.

Danke für euere Hilfe.

freundliche Grüsse

m(R)

02.01.2010,
14:31

@ greehnorh25

Was bedeutet PRESET? Das gleiche wie RESET?

» Verzeiht mir die Frage.
» Ich höre im Zusammenhang mit Countern und Flipflops immer wieder den
» Begriff PRESET.
» Ist dammit RESET gemeint? oder sind das zwei verschiedene Begriffe? Und
» sei dann mit PRESET gemeint?


Ein Zähler mit PRESET Eingang hat auch Eingänge für einen Startwert. Durch Aktivieren von PRESET wird der dort angelegte Wert als Zählerstand übernommen. (Oft macht man so etwas am Anfang irgendeiner Verarbeitung. Daher der Name.)

Die Funktion ist natürlich in den entsprechenden Datenblöttern beschrieben.

HTH,
m

Technik_Freak(R)

02.01.2010,
14:33

@ greehnorh25

Was bedeutet PRESET? Das gleiche wie RESET?

» Verzeiht mir die Frage.
» Ich höre im Zusammenhang mit Countern und Flipflops immer wieder den
» Begriff PRESET.
» Ist dammit RESET gemeint? oder sind das zwei verschiedene Begriffe? Und
» sei dann mit PRESET gemeint?
» Google hat mir bis anhin nicht geholfen.
»
» Danke für euere Hilfe.
»
» freundliche Grüsse

Preset heißt übersetzt so etwas wie Voreinstellung. Reset ist die Rücksetzung, Preset, die setzung eines Signales.

Nachzulesen auf der Seite 27 (Wie arbeitet ein FlipFlop):

www.emsp.tu-berlin.de/lehre/mixed-signal-baugruppen/AB_01

schaerer(R)

Homepage E-Mail

Kanton Zürich (Schweiz),
02.01.2010,
15:03

@ Technik_Freak

Was bedeutet PRESET? Das gleiche wie RESET?

» www.emsp.tu-berlin.de/lehre/mixed-signal-baugruppen/AB_01

BACK TO THE ROOTS in der Digitaltechnik. Sehr schöner Bericht. Ich erinnere mich noch selbst sehr gut an diese alten IBM-Prints. Es gab da solche diskret aufgebaute halbe Flip-Flops sogar noch mit Germaniumtransistoren - ja richtig gelesen halbe Flip-Flops - mit denen der Student an der ETH-Zürich ("Institut für Fernmeldetechnik" wie damals das heutige "Institut für Signal- und Informationsverarbeitung" hiess) praktische Übungen durchführen konnte.

Da gibt's auch noch beeindruckende Bilder:
http://www.computersciencelab.com/ComputerHistory/HistoryPt4.htm

Das waren noch Zeiten... :ok: :lol: :cool:

--
Gruss
Thomas

Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9

greehnorh25(R)

Homepage E-Mail

Schweiz, Zürich,
02.01.2010,
16:29

@ schaerer

Was bedeutet PRESET? Das gleiche wie RESET?

Danke für die Hilfe.
Habe auf die Datei Back to the Roots von schaerer gelesen.
Ich bin noch in den startlöchern der Elektronik. In der Schule behandeln wir leider alles sehr oberflächlich und gehen nicht ins Detail. Darum auch die Frage.
Wie der Reset-Eingang im Detail funktioniert habe ich herausgefunden. Doch wie funktioniert der Preset?

schaerer(R)

Homepage E-Mail

Kanton Zürich (Schweiz),
02.01.2010,
17:38

@ greehnorh25

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität...

» In der Schule behandeln wir leider alles sehr oberflächlich und gehen nicht ins Detail.

Jetzt kommt es drauf an welche Art von Schule es ist. Ist eine technische Hochschule, wie die Uni eine ist, oder ist es eine Fachhochschule?

Bei Hochschulen wundert mich diese Haltung nicht. Sie ist leider üblich, wobei es im Sinn von der Nadel im Heuhaufen wohltuende Ausnahmen gibt. Für eine Fachhochschule wäre diese Haltung wirklich bedenklich.

Ich finde es auch nicht gut, wenn technische Hochschulen wie Unis, für die praxisbezogene Seite der Elektronik so gut wie nichts tun, weil diese vielleicht die Ausrede zuvorderst haben, dass der Student sich das ja alles auch selbst beibringen kann. Diese Ausrede kann auch eher ein Ausdruck der Resignation sein. Kommt ein wenig drauf an ob es ein eher Aussenstehender sagt oder ein Student oder eine Studentin der oder die im Studium involviert ist.

Das wäre jetzt der dritte Anlauf Zündstoff zu diesem Thema zu liefern. Vielleicht mit etwas mehr Erfolg. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt... :ok:

Muss man denn immer gleich mit einer Photonen-Torpedo-Kanone feuern, um einen Lawineneffekt auszulösen? :cool: :-P

--
Gruss
Thomas

Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9

greehnorh25(R)

Homepage E-Mail

Schweiz, Zürich,
02.01.2010,
18:34

@ schaerer

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität...

Ich mache eine Lehere zum Elektroniker. Studium noch weit weg. Beschäftige mich jedoch intensiv und gerne mit Elektronik in der Freizeit.
Es ist eben so. Wenn ich ausgebildete Elektroniker nach dem Preset Frage, dann sagen die, sie hätten es mal in der Schule gehabt, wüssten es jedoch nicht mehr. Doch wir in der Schule behandeln das leideir nicht mehr.
Das grösste Thema bei uns ist uC.

tom-tronic

03.01.2010,
01:41

@ greehnorh25

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität...

» Ich mache eine Lehere zum Elektroniker. Studium noch weit weg. Beschäftige
» mich jedoch intensiv und gerne mit Elektronik in der Freizeit.
» Es ist eben so. Wenn ich ausgebildete Elektroniker nach dem Preset Frage,
» dann sagen die, sie hätten es mal in der Schule gehabt, wüssten es jedoch
» nicht mehr. Doch wir in der Schule behandeln das leideir nicht mehr.
» Das grösste Thema bei uns ist uC.

Hallo,
beim "googlen" von Preset findest du auf Wikipedia eine recht gute Erklärung. Man könnte die Funktion in der Elektronik auch als "Load" (laden eines Wertes) bezeichnen. Wird in der Digitaltechnik z.B. dazu benutzt um einen Zähler auf einen bestimmten Wert zu setzen und ab dort auf- oder abwärts zählen zu lassen. Beispiel wäre das TTL Urgestein Up/Down Zähler SN 74193.
Gruß Thomas

schaerer(R)

Homepage E-Mail

Kanton Zürich (Schweiz),
03.01.2010,
09:10

@ greehnorh25

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität...

» Ich mache eine Lehere zum Elektroniker. Studium noch weit weg. Beschäftige
» mich jedoch intensiv und gerne mit Elektronik in der Freizeit.

Das finde ich genau richtig und ausgezeichnet. Du wirst von Deinem Hobby dann viel profitieren, wenn Du Dich nicht nur auf den Nachbau von Bausätzen beschränkst.

» Es ist eben so. Wenn ich nach dem Preset Frage,
» dann sagen die, sie hätten es mal in der Schule gehabt, wüssten es jedoch
» nicht mehr.

Wenn das aber ausgebildete Elektroniker sind, die auf Dich angesetzt sind, Dich in Deiner Lehre zu unterstützen, dann ist dieses billige Verhalten eine Unverschämtheit! :angry:

» Doch wir in der Schule behandeln das leider nicht mehr.

Ich frage mich was für eine Schule dies überhaupt ist. Was steht bei denen denn im Lehrplan? Die hat doch die Pflicht erst mal die ganz simplen Grundlagen der digitalen Elektronik euch Azubis beizubringen. Und davon ist ein Begriff wie Preset nur gerade ein kleines aber wichtiges Detail davon.

» Das grösste Thema bei uns ist uC.

Das soll heutzutage ein grosses Thema sein, kommt aber erst danach.

Meine Guete habe wir's eigentlich weit gebracht. Die Normalität wird durch kranke Zustände definiert! :angry: :angry: :angry:

--
Gruss
Thomas

Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9

Hartwig

03.01.2010,
10:59

@ schaerer

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität...

Hallo Thomas,

das schein ein globales Problem zu sein. Vor etlichen Jahren schon ist mir bei jungen Kollegen in den USA manchmal mangelndes Grundlagenwissen aufgefallen - als ich kürzlich mit einem jungen E-Technik Ing. aus Frankreich sprach, so erklärte der mir sehr freimütig, daß er den Eindruck hatte, als "Mausklicker" ausgebildet worden zu sein - ausreichend um Applikationen am PC zusammenzuklicken . . . Das Grundlagenwissen war seiner Meinung nach im Studium stark unterrepräsentiert.

Und der Fehler hat sich überall bereits in der Schule eingeschlichen. Keine vernünftige Allgemeinbildung (soziales Grundlagenwissen!!), dafür stupide Fakten, ganz à la Gottschalk und "Wer wird Millionär" - Verdummung bis zum Abwinken - wird aber mit Bildung verwechselt.

"Unbequeme" Fächer werden bereits in der Schule "abgewählt" - man will ja schließlich Naturwissenschaftler werden, was soll man sich da mit Sprachen (auch wenn es die eigene ist - siehe manchmal Schreibstil hier in einigen Beiträgen) oder gar Geschichte beschäftigen....

Die Mißstände in der technischen Ausbildung sind lediglich ein Symptom - und wir sehen das gleiche bei den Politikern und Managern - mangelnde Grundlagen eben, nicht in deren Ausbildung vermittelt - wie bereits gesagt. (Daher sind auch Beschimpfungen dieser Personengruppen nicht hilfreich und sinnvoll). Wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir nicht nach Schuldigen suchen, sondern versuchen/helfen, uns zu ändern - Eltern, Schule und Erziehung sollten der Fokus sein.

Und um wieder zum Thema zu gelangen - mit halbwegs vernünftigen Englischkenntnissen und etwas gutem Willen und der Fähigkeit, Google zu benutzen, hätte die Frage nach dem "Preset" nicht gestellt werden müssen. Wenn die Kollegen des Fragestellers das nicht wußten, dann sollten sie einem Leid tun .....Das soll jetzt kein Vorwurf an den Fragesteller sein, aber vielleicht ein Anstoß zum Nachdenken - um sich zu ändern sollte es nie zu spät sein....

Viele Grüße

Hartwig

tom-tronic

03.01.2010,
12:36

@ Hartwig

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität...

» Hallo Thomas,
»
» das schein ein globales Problem zu sein. Vor etlichen Jahren schon ist mir
» bei jungen Kollegen in den USA manchmal mangelndes Grundlagenwissen
» aufgefallen - als ich kürzlich mit einem jungen E-Technik Ing. aus
» Frankreich sprach, so erklärte der mir sehr freimütig, daß er den Eindruck
» hatte, als "Mausklicker" ausgebildet worden zu sein -


Dem kann ich nur zustimmen, dies betrifft aber nicht nur die Elektronikbranche sonderen geht durch alle Berufsgruppen. Wenn heute jemand KFZ-Mechatroniker lernt, kann wohl mit dem Super-schicki-micki Computertester umgehen und die Fehlercodes auslesen, aber wahrscheinlich nicht richtig erklären wie ein Wankelmotor funktioniert.
Gruß Thomas

tom-tronic

03.01.2010,
12:48

@ tom-tronic

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität...

» » das schein ein globales Problem zu sein. Vor etlichen Jahren schon ist
» mir
» » bei jungen Kollegen in den USA manchmal mangelndes Grundlagenwissen
» » aufgefallen - als ich kürzlich mit einem jungen E-Technik Ing. aus
» » Frankreich sprach, so erklärte der mir sehr freimütig, daß er den
» Eindruck
» » hatte, als "Mausklicker" ausgebildet worden zu sein -
»
Hallo, vergesst meinen letzten Eintrag und nehmt den!;-)
War vieleicht etwas missverständlich wegen der Namen.

Dem kan ich nur zustimmen, dies betrifft aber nicht nur die Elektronikbranche sondern geht durch alle Berufsgruppen. Wenn heute jemand KFZ-Mechatroniker lernt, kann er wohl mit dem Super-schicki-micki Computertester umgehen, aber wahrscheinlich nicht richtig erklären, wie ein Wankelmotor funktioniert.

Gruß, auch ein Thomas

Hartwig

03.01.2010,
12:57

@ tom-tronic

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität...

. . . Wenn heute
» jemand KFZ-Mechatroniker lernt, kann wohl mit dem Super-schicki-micki
» Computertester umgehen und die Fehlercodes auslesen, aber wahrscheinlich
» nicht richtig erklären wie ein Wankelmotor funktioniert

das ist ja auch schon viel verlangt ;-)
aber dank "Rechenprothese" ist das Nachprüfen von einfachen Betriebparametern per Kopfrechnung oft schon eine Herausforderung....

Viele Grüße

HArtwig

ps: lange keinen Rho 80 mehr gesehen .....

schaerer(R)

Homepage E-Mail

Kanton Zürich (Schweiz),
03.01.2010,
13:18

@ Hartwig

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität... (1)

WICHTIGER HINWEIS:
Dieses Posting erfolgt als zwei Postings, weil die maximale Anzahl der Zeichen pro Posting von 5000 überschritten wird.

Hallo Hartwig,

» das schein ein globales Problem zu sein. Vor etlichen Jahren schon ist mir
» bei jungen Kollegen in den USA manchmal mangelndes Grundlagenwissen
» aufgefallen

Es ist sogar so, dass dieses Problem zuerst in den USA entstand und danach durch die viel zu oft unkritische Amerikanisierung in allen möglichen Lebensbereichen sich in den europäischen Ländern niederschlug und noch niederschlägt.

Das ist nicht einfach nur so daher gesagt. Ich weiss aus den vergangenen Jahrzehnten von einem Professor und einigen Instituts-Assistenten die davon nach der Rückkehr von USA-Aufenthalten von dieser Tendenz berichteten, als man in hier in Westeuropa erstmal nur den Kopf schüttelte. Heute ist es längst soweit, dass wir über unsere eigene Blödheit den Kopf schütteln dürfen.

» als ich kürzlich mit einem jungen E-Technik Ing. aus
» Frankreich sprach, so erklärte der mir sehr freimütig, daß er den Eindruck
» hatte, als "Mausklicker" ausgebildet worden zu sein - ausreichend um
» Applikationen am PC zusammenzuklicken . . . Das Grundlagenwissen war
» seiner Meinung nach im Studium stark unterrepräsentiert.

An dieser Stelle ganz wichtig! Ging es dabei um eine e-technische Hochschulausbildung oder ist es eine Fachhochschule, die man in CH früher als Technikum bezeichnete?

Wenn dies klar ist, werde ich weiter etwas dazu schreiben...

» Und der Fehler hat sich überall bereits in der Schule eingeschlichen.

Wobei mir diese allzu werturteilslose Formulierung "eingeschlichen" nicht so gefällt, weil ich glaube nicht daran, dass so etwas einfach nur so geschieht. Da wird viel mehr bewusst getan als einem klar ist, weil dieses Tun natürlich in den Medien nicht an die grossen Glocken gehängt wird.

» Keine vernünftige Allgemeinbildung (soziales Grundlagenwissen!!), dafür
» stupide Fakten, ganz à la Gottschalk und "Wer wird Millionär" - Verdummung
» bis zum Abwinken - wird aber mit Bildung verwechselt.

Ich schütte das Kind nicht mit dem Bad aus, wenn ich immer wieder sage: Die Völkerwanderung verlief stets von Ost nach West, aber die Dummheitwanderung von West nach Ost.

Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass keineswegs nur Mist aus den USA nach Europa kommt, leider aber trotzdem viel zu viel...

Es ist schon weit mehr als 10 Jahre her, als sich mein damaliger Chef nach einem USA-Aufenthalt in einer sehr berühmten technischen Uni beklagt hat, dass der eigentliche Technikerberuf dort recht am Aussterben ist. Ingenieure haben dort für ihn eine Schaltung realisiert die nicht funktionierte. Er brachte sie mit in die Schweiz und gab mir eben als Nicht-Ingenieur den Auftrag die Schaltung zum Laufen zu bringen.

» "Unbequeme" Fächer werden bereits in der Schule "abgewählt" - man will ja
» schließlich Naturwissenschaftler werden, was soll man sich da mit Sprachen
» (auch wenn es die eigene ist - siehe manchmal Schreibstil hier in einigen
» Beiträgen) oder gar Geschichte beschäftigen....

Und das geht dann weiter bis in die fachspezifischen Grundlagenfächern und da wird es dann speziell problematisch.

In den technischen Hochschulen/Unis werden die Grundlagen auf das rein theoretische Niveau reduziert und die praxisorientierten Grundlagen werden z.T. vollständig vernachlässigt.

Diese müssen an einer technischen Hochschulen/Uni nicht so "breit" vermittelt werden wie an einer Fachhochschule, aber ganz weglassen geht nicht. Da wird noch ein Bumerang zurückkommen!

Die praxisorientierte Elektronik muss an einer technischen Hochschulen/Uni so weit vermittelt werden, dass der Student getriggert wird selbstständig nach weiteren Wegen in dieser Richtung zu suchen und sich praxisbezogen vertiefen. Einfach nichts oder als wie weniger tun und von den Studenten zu verlangen, dass sie alles selbst machen, ist zu billig und halt ganz einfach auch unrealistisch.

Die praxisorientierte Elektronik muss an einer technischen Hochschule/Uni so weit vermittelt werden, dass der Student getriggert wird selbstständig nach weiteren Wegen in dieser Richtung zu suchen und sich praxisbezogen vertiefen. Einfach nichts oder als wie weniger tun und von den Studenten zu verlangen, dass sie alles selbst machen, ist zu billig und halt ganz einfach auch unrealistisch.

In einem andern Posting habe ich ein gutes Beispiel von der ETH-Zürich geschrieben, das zeigt, dass man diesbezüglich einiges ohne allzu grossen hintergrundpolitischen Aufwand kapiert und umgesetzt hat. Mehr dazu hier:
http://www.elektronik-kompendium.de/forum/forum_entry.php?id=110471

(Fortsetzung folgt…)
**************************************************************************

--
Gruss
Thomas

Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9

schaerer(R)

Homepage E-Mail

Kanton Zürich (Schweiz),
03.01.2010,
13:20

@ Hartwig

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität... (2)

**************************************************************************
Fortsetzung

» Die Mißstände in der technischen Ausbildung sind lediglich ein Symptom -
» und wir sehen das gleiche bei den Politikern und Managern - mangelnde
» Grundlagen eben, nicht in deren Ausbildung vermittelt - wie bereits
» gesagt. (Daher sind auch Beschimpfungen dieser Personengruppen nicht
» hilfreich und sinnvoll). Wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir nicht
» nach Schuldigen suchen, sondern versuchen/helfen, uns zu ändern - Eltern,
» Schule und Erziehung sollten der Fokus sein.

Das was Du erwähnst ist sehr wichtig. Man muss den Problem auf den Grund gehen. Aber nur den Weg den Du vorschlägst dauert zu lange und darum muss man an mehreren neuralgischen Punkten ansetzen und dazu gehört durchaus Kritik gegenüber diesen angesprochenen Personengruppen. Weil man darf durchaus damit rechnen, dass es Leute unter denen gibt, die *keine Mimosen* und bereit sind etwas zu tun.

Ich bin eigentlich immer und somit auch hier der Auffassung, dass das veraltete Paradigma des Entweder-oder durch das des Sowohl-als-auch ersetzt werden sollte. Also ganz im Sinne: Das eine tun und das andere nicht lassen.

Ich denke, dass solche Diskussionen wie diese hier durchaus einen kleinen Teil zu einer Bewusstseinsveränderung beitragen können, weil "das ELKO" sehr GOOGLE-sensitiv ist und viele suchende Menschen betreffs dieses Thema auf solche Diskussionen im ELKO fündig werden. Einige davon mag es zum Nachdenken anregen. Wenn man loben soll, muss immer auch Kritik (halt auch mal in Form des Schimpfens) selbstverständlich sein. Immer nur auf Mimosen Rücksicht nehmen kann auch ein Extrem sein.

Aber eben, das ist meine Meinung. Du hast diesbezüglich eine andere, die ich als Demokrat selbstverständlich respektiere, wenn auch nicht akzeptiere.

» Und um wieder zum Thema zu gelangen - mit halbwegs vernünftigen
» Englischkenntnissen und etwas gutem Willen und der Fähigkeit, Google zu
» benutzen, hätte die Frage nach dem "Preset" nicht gestellt werden müssen.

Ich habe jetzt nicht viel Zeit genommen, stellte aber mit dem Eintrag von "preset counter" und "preset latch" fest, dass ich für einen Azubi nichts Adäquates gefunden habe. Mit mehr Zeitaufwand vielleicht schon...

Was ich damit zum Ausdruck bringen will, die Frage im ELKO eines Azubi nach dem Preset ist schon berechtigt. Er hätte diese Frage vielleicht besser auf die digitalen ICs fokussieren müssen.

Das ELKO ist wirklich für jedes Bildungs-Niveau da. Wenn man merkt, dass es sich jemand zu leicht macht, darf man ihn natürlich auch kritisieren und da denke ich, ist Diplomatie angesagt, damit man einen jungen Azubi nicht gleich wieder verscheucht. Man muss sowas halt etwas abwägen, das nicht natürlich nicht immer leicht ist.

» Wenn die Kollegen des Fragestellers das nicht wußten, dann sollten sie
» einem Leid tun .....Das soll jetzt kein Vorwurf an den Fragesteller sein,
» aber vielleicht ein Anstoß zum Nachdenken - um sich zu ändern sollte es
» nie zu spät sein....

Damit hast Du recht. Vor allem wenn diese Kollegen solche in einem fortgeschrittenen Lehrjahr sind.

--
Gruss
Thomas

Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9

Hartwig

03.01.2010,
17:52

@ schaerer

Je nach Art der Schule ist es leider die Normalität... (2)

Hallo Thomas,
"Die Völkerwanderung verlief stets von Ost nach West, aber die Dummheitwanderung von West nach Ost." da die Erde nun mal rund ist, gelangen beide Migrationsbewegungen wieder an ihren Ausgangspunkt ;-)
Aber im Grunde stimme ich Dir zu, ich denke, daß sich auch unsere Meinungen nicht grundlegend unterscheiden.
Allerdings glaube ich weniger an eine geplante Initiative hinter vielen Mißständen (da überschätzt Du die vemeintlichen Drahtzieher erheblich - und wenn sie so clever wären, hätten sie das alles nicht nötig!). Ich könnte allenfalls dem Vorwurf der Duldung machen.
Aus eigener Erfahrung mit meinem Nachwuchs (beide jetzt über 20 und somit aus der Schule) habe ich es auf Elternabenden nur zu oft erlebt, daß Eltern erheblichen Druck auf Lehrer/Schule ausübten, um ja keine Versäumnisse aufkommen zu lassen. Meistens Versuche der Eltern, die eigenen Probleme auf den Nachwuch zu projezieren und dort zu beheben. Die Lehrer sind in der unglücklichen Lage, das Berufsleben, auf das sie ja ihre Schüler vorbereiten sollen, gar nicht zu kennen. Also können sie wenig dazu beitragen geschweige denn eine Richtung selbst vorgeben. Und so driftet das Bildungssystem dahin. Und die Politiker wiederum sind auf die Stimmen der Eltern angewiesen. Ein Zyklus, in dem Sachkompetenz eine untergeordnete Rolle spielt. Zweifellos ist Bildung wichtig, nur müssen Fähigkeit und Fertigkeit ausgewogen vorhanden sein. Bei uns überwiegt derzeit die Fähigkeit, also die Bedeutung des Wissens. Fertigkeit ist nicht gefragt, ist auch zu teuer in der Ausbildung.
Daß diese Entwicklung aus den USA kam, ist erklärlich, schließlich gab es dort kein historisch gewachsenes Berufsausbildungssystem wie in Europa im Handwerk. Einzig im akademischen Bereich konnten sich bestimmte Traditionen entwickeln, meist auch aufgesetzt auf europäischen Fundamenten.
Und in Europa hat man in der Euphorie des Wirtschaftswachstums in den 50er/60ern diese Traditionen als Ballast empfunden und über Bord geworfen. Andererseits war bestimmt auch eine Anpassung an immer schnellere Wechsel des Berufsumfeldes erforderlich, so wie damals wären wir also auch nicht weit gekommen. Wahrscheinlich sind wir mit der "Zielorientiertheit" nur über das Ziel hinausgeschossen und müssen jetzt wieder zurückrudern. Der PC im KLassemzimmer z. B. ist nur dann sinnvoll, wenn die jeweiligen Grundkenntnisse in Mathe, Physik, Sprachen sowie Kommunikation (sozialer Umgang!!) nicht nur bekannt sind, sondern beherrscht werden. Leider sind wir gerade davon weit entfernt. Und damit sind wir wieder beim Mausklicker und dem Link zu anderen Postings, auch dem der arbeitslosenen Ingenieure sowie deren Manager und der Politiker. .....
Und da muß man sich die Frage stellen, wo man im eigenen Umfeld dazu beitragen kann, diese Situation zu verbessern. Und dann sieht man irgendwann, wo man was machen kann. . .
Schönen Sonntag noch
Hartwig

ps: Das war jetzt wieder ein Grufti-Dialog, wahscheinlich so ziemlich das Letzte, was der Ursprungsposter bewirken wollte. :-(