Forum

Einloggen | Registrieren | RSS  

Barthman

E-Mail

04.12.2009,
11:53
 

Netzteil mit mehreren Ausgangsspannungen (Elektronik)

Ich baue gerade ein Netzteil für einen Röhrenvorverstärker und bräuchte noch zwei Bestätigungen für meine Überlegungen. Bin gerade dabei die Platine zu entwerfen und da ergeben sich für mich folgende Fragen:

1. Das Netzteil liefert 3 Spannungen: 48V, 245V und 12 V

Ich verwende 2 Print-Ringkerntrafos, es gibt 3 separate Spannungskreise, die an den Sekundärkreisen der Trafos anliegen, die Sekundärkreise der Trafos sind nicht in Reihe geschaltet (also zunächst voneinander unabhängig). An den Gleichspannungsausgängen der 3 Kreise liegen insofern folgende Spannungen an:

0V sowie 12V
0V sowie 245V
0V sowie 48V

Kann ich die 0V Ausgänge der 3 Kreise auf der Gleichspannungsseite problemlos zusammenschalten und diese "gemeinsame" Masse in der danach folgenden Röhrenschaltung nutzen? Ich denke schon, dass das geht, würde aber gerne noch Eure Meinung dazu hören, um sicher zu gehen, dass ich alles richtig mache.

2. Die Masse müsste zudem später mit dem Metallgehäuse verbunden werden, in das der Röhrenverstärker kommt, zudem wird das Gehäuse über das Erdkabel des Netzsteckers geerdet. Richtig?

Theo(R)

E-Mail

Düsseldorf,
04.12.2009,
12:14

@ Barthman

Netzteil mit mehreren Ausgangsspannungen

Hallo

Printtrafo hört sich nach wenig Strom an. Welche Ströme benötigt denn die Schaltung? Ich nehme mal an, die 12V sollen für die Heizung sein, die 245V die Anodenspannung, und die 48V die negative Gittervorspannung der Endröhren.

Den Minus dieser 48V darfst du schon mal nicht mit dem Minus der anderen Spannungen verbinden, sonst ist die Spannung ja nicht negativ.

Stell doch mal die gesamte Verstärkerschaltung hier rein. Dann ist gezielte Hilfe möglich.

Theo

Theo(R)

E-Mail

Düsseldorf,
04.12.2009,
12:26

@ Theo

Korrektur

» Hallo
»
» Printtrafo hört sich nach wenig Strom an. Welche Ströme benötigt denn die
» Schaltung? Ich nehme mal an, die 12V sollen für die Heizung sein, die 245V
» die Anodenspannung, und die 48V die negative Gittervorspannung der
» Endröhren.
»
» Den Minus dieser 48V darfst du schon mal nicht mit dem Minus der anderen
» Spannungen verbinden, sonst ist die Spannung ja nicht negativ.
»
» Stell doch mal die gesamte Verstärkerschaltung hier rein. Dann ist
» gezielte Hilfe möglich.
»
» Theo

Hallo

Ich habe den "Vorverstärker" übersehen, da gibt es natürlich keine Endröhren.

Sind die 48V für eine Phantomspeisung?

Theo

el-haber

04.12.2009,
13:33

@ Barthman

Netzteil mit mehreren Ausgangsspannungen

Hi,
wenn die 12V für die Heizung sind (sind das 6ACxx-Röhren), dann ist das vermutlich Wechselspannung. Die darf aus zwei Gründen nicht mit der restlichen Masse zusammenkommen:
1. Kathoden von indirekt geheizten Röhren oder Reihenschaltungen von Heizungen wären so nicht möglich. - direkt geheizte Kathoden müssen an Masse - eine negative Vorspannung mit Kathodenwiderstand ist dann aber nicht möglich.
2. Wechselstromeinstahlung in die Anodenspannung

Cu
St

Barthman

E-Mail

04.12.2009,
13:58

@ Theo

Korrektur

» Sind die 48V für eine Phantomspeisung?
»

Korrekt, die 48V sind zur Speisung von Kondensatormikrofonen und haben nichts mit der Röhrenschaltung zu tun. Die Trafo -Leistung sollte ausreichen, ich habe spezielle Talema Trafos mit je 35VA. Die Netzteil-Schaltung füge ich bei.

Hartwig

04.12.2009,
14:13

@ el-haber

Netzteil mit mehreren Ausgangsspannungen

Hi,
siehe meine Kommentare im Text:


» Hi,
» wenn die 12V für die Heizung sind (sind das 6ACxx-Röhren),

12,6V Heizung wird bei den US-Röhren mit einer führenden 12 kodiert, also z. B. 12AX7. Da wären wir bei dieser Röhre aber schon bei einem Spezialfall, da die identische Typenbezeichnung bei den E-Röhren ECC83 ist, also eine 6,3V Heizung angegeben wird. Der Grund ist, daß man die Heizfäden beider Systeme entweder parallel (6,3) oder in Reihe (12,6V) schalten kann.

dann ist das
» vermutlich Wechselspannung. Die darf aus zwei Gründen nicht mit der
» restlichen Masse zusammenkommen:
» 1. Kathoden von indirekt geheizten Röhren oder Reihenschaltungen von
» Heizungen wären so nicht möglich.

Bei indirekt geheizten Röhren ist eine max. Spannung zwischen Heizung und Katode angegeben, z. B. 100V. Bei 12,6V~ Heizung darf die Kathode also max. auf 82V liegen, wenn die Heizung auf Masse liegt. (Scheitelspannung der Heizspannung abziehen!). Häufig wurden Heizspannungen einseitig auf Masse gelegt, oft aber über Widerstände (z. B. 2x 100Ohm) zentriert. Manchmal findet man da auch ein Poti (Entbrummer). Sinn ist Verringerung der Brummeinstreuung. Die Brummeinkopplung erfolgt bei sauberen Aufbau eigentlich nur über die Kapazität zwischen Heizer und KAthode bzw. Heizer und G1.

- direkt geheizte Kathoden müssen an
» Masse - eine negative Vorspannung mit Kathodenwiderstand ist dann aber
» nicht möglich.

» 2. Wechselstromeinstahlung in die Anodenspannung

siehe Anmerkung oben, Modulation der Anodenspannung durch kapazitiven Einfluß auf die Katode/G1, eher nicht direkt auf die Anode.
»
» Cu
» St

Wie von Theo schon angedeutet, ist es eine Frage der Schaltung und der verwendeten Röhren.

Grüße

HArtwig

Hartwig

04.12.2009,
15:17

@ Barthman

Korrektur

HAllo,
das könnte gehen, alle Spannungen auf eine gemeinsame Masse zu legen. Nur Deine Hochspannung (245V) ist extrem grenzwertig ausgelegt. Die gezeigte Schaltung mit 2 12V-Trafos geht für geringe Ströme. Ich habe eben mal aus Spaß 2 60VA-Trafos (EI66x35) so zusammengeschaltet. Diese Trafos dürften einen Wirkungsgrad zwischen 80 und 90 % haben. Im Leerlauf hatte ich bei 225V Eingangsspannung 215V am Ausgang. (Mittelspannung 12,3V). Bei Belastung mit 50VA ging die Ausgangsspannung dann auf 185V runter, Mittelspannung 11,5V. Der enorme sekundärseitige Einbruch liegt daran, daß bei der Berechnung des Trafos der Wirkungsgrad mit einbezogen wird. Nur wenn man den Trafo jetzt "umgekehrt" betreibt, ist dann der Wirkungsgrad "doppelt so schlecht". Da mit geringerer Kerngröße der Wirkungsgrad rapide abnimmt, dürften Printtrafos hier also deutlich niedriger im Wirkungsgrad liegen. Ich würde in Deinem Fall unter Last nicht mehr wie 150-160V~ sekundär erwarten, also max. 210-225V DC. Und der Regler braucht ja auch noch was zum Leben!
Tip:
Bei den Elektronikversendern (der mit dem "C" z.B.) gibt es Netztrenntrafos, prim. 230V, sek. 2x 115V, ich glaube ab 30VA. Nehm sowas und bring die nicht benötigte Spannung mit einem entsprechend dimensionierten Regler (geht ganz einfach mit HV-Transistor und Z-Diode) auf die gewünschte Spannung runter, dann evtl. noch den "Feinregler" nachschalten. Das wäre etwas solider und nicht einmal viel teurer (OK, ein 12V-Trafo käme noch dazu).
Viele Grüße
Hartwig

Barthman

E-Mail

04.12.2009,
15:50

@ Barthman

Netzteil mit mehreren Ausgangsspannungen

» Deine Hochspannung (245V) ist extrem grenzwertig ausgelegt. Die gezeigte
» Schaltung mit 2 12V-Trafos geht für geringe Ströme.

Danke für die Tipps. Es handelt sich nur bei dem "gedrehten" Trafo um einen mit 2x12 V Sekundärspannung. Der erste Trafo hat 2x15V. Die Trafos haben einen Wirkungsgrad von 82% . Ich kann ja den Rest der Schaltung auch mal posten. Die Röhren sind ECC82.



Hartwig

04.12.2009,
16:25

@ Barthman

Netzteil mit mehreren Ausgangsspannungen

Hallo,
ok, das sind Ringkerne und 15 auf 12V, dann könnte das gehen. Heizspannung kann auf Masse gelegt werden (zu beachten ist die Ausgangsstufe in SRPP-Schaltung. Da liegt die Katode der oberen Röhre auf dem Anodenpotenzial der unteren Röhre. Aber die ECC82 hat meines Wissens eine Ufk von 180V, das sollte also reichen). Es gibt leute, die legen die Heizspannung nicht auf Masse sondern über eine Z-Diode auf 30-60V.
Viele Grüße
Hartwig

Hartwig

04.12.2009,
16:30

@ Hartwig

Heizspannung hochlegen

Hallo,
hier nochmal ein Link wo das Thema diskutiert wird...
http://www.hifi-forum.de/viewthread-111-1221.html
Grüße
Hartwig

Theo(R)

E-Mail

Düsseldorf,
04.12.2009,
16:47
(editiert von Theo
am 04.12.2009 um 16:51)


@ Barthman

Netzteil mit mehreren Ausgangsspannungen

Hallo

Wie hoch die Anodenspannung sein wird lässt sich bei dieser Schaltungsart nur schwer vorrausberechnen. Einfach probieren, es kommt nicht auf ein paar Volt an.

Wenn der Eingangsübertrager ständig im Signalweg bleibt, kann man die Phantomspeisung auch anders einspeisen. Sieh mal hier (die Schaltung 2):

http://www.schoeps.de/D-2004/PDFs/Mikrofonbuch_Kap13.pdf

Diese Schaltung hat den Vorteil, dass sie keine zwei 6,8K Widerstände braucht mit 0,1% (R1+R2).

Alle Massen treffen sich idealerweise an einem Sternpunkt, der liegt zumeist am Masseanschluss des Ladekondensators der Hochspannung. Wohlgemerkt, das ist die Schaltungsmasse! Nicht die Gehäusemasse. Wenn es kein Brummen gibt, kannst du an diesem Punkt die Masse auch mit dem Gehäuse verbinden (oder eventuell über einen Kondensator). Das lässt sich vorher nicht sagen, das hängt stark vom Aufbau und der Verdrahtung ab.

Theo

Barthman

E-Mail

04.12.2009,
17:14

@ Barthman

Danke!

Danke Euch für die interessanten Info's, das hilft mir zunächst weiter, um die Netzteilplatine fertigzuzeichnen. Ich werde insofern zunächst die Massen aller Einzelschaltungen am Ladekondensator der Hochspannung verbinden. Die Verbindung zum Gehäuse lasse ich ersteinmal weg.

Theo(R)

E-Mail

Düsseldorf,
05.12.2009,
13:05

@ Barthman

Danke!

Hallo

Die Originalseite von der deine Schaltung stammt kennst du? Bei der ausführlichen Beschreibung bleiben nur wenig Fragen offen:

http://www.gyraf.dk/gy_pd/g9/g9pd.htm

Theo