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Elektriker

22.10.2009,
18:06
 

Lumotast 75 Anschluss (Elektronik)

Hallo, ich habe ein Tasterfeld in einem Gehäuse mit 3 Tastern für eine Torsteuerung. Die Taster sind vom Typ Lumotast 75 (bis 250V und 4A). Durch die Taster fliessen höchstens 100 mA weil die Motoren über ein Schütz angesteuert werden, jedoch liegen 230V an.
Jetzt die Frage: Mit was für Aderleitungen darf ich die nach DIN-Norm anschliessen?
Ich bin ich mir nicht sicher ob ich flexible Aderleitung (z.B. H07V-K) benutzen darf oder ob es H07V-U sein muss weil die Taster bauartbedingt keine Schraubklemmen haben sondern Klemmen zum Anlöten.
Desweiteren möchte ich nicht unbedingt 0,75mm² oder größer nehmen, da die Klemmen sehr klein sind. Ich finde aber in keiner Tabelle für Verlegearten Informationen über die Absicherung von kleineren Querschnitten als 1,5mm².

Thomas Z

22.10.2009,
20:37

@ Elektriker

Lumotast 75 Anschluss

» Hallo, ich habe ein Tasterfeld in einem Gehäuse mit 3 Tastern für eine
» Torsteuerung. Die Taster sind vom Typ Lumotast 75 (bis 250V und 4A). Durch
» die Taster fliessen höchstens 100 mA weil die Motoren über ein Schütz
» angesteuert werden, jedoch liegen 230V an.
» Jetzt die Frage: Mit was für Aderleitungen darf ich die nach DIN-Norm
» anschliessen?
» Ich bin ich mir nicht sicher ob ich flexible Aderleitung (z.B. H07V-K)
» benutzen darf oder ob es H07V-U sein muss weil die Taster bauartbedingt
» keine Schraubklemmen haben sondern Klemmen zum Anlöten.
» Desweiteren möchte ich nicht unbedingt 0,75mm² oder größer nehmen, da die
» Klemmen sehr klein sind. Ich finde aber in keiner Tabelle für Verlegearten
» Informationen über die Absicherung von kleineren Querschnitten als 1,5mm².

Nun denn die Norm bzw das Detail der Verlegeart heißt ja
"Referenz-Verlegearten A1, A2, B1, B2, D①, C, E, F, G
für Kabel und Leitungen für feste Verlegung in
und an Gebäuden nach DIN VDE 0298-4/2003"
und nicht im Tastenblock und ist daher nicht anzuwenden.

Da muss eine andere Norm her.
"Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen mit Kupferleiter und
PVC-Isolierung (Betriebstemperatur 70 °C) bei fester Verlegung und
Dauerbetrieb1), Umgebungstemperatur 40 °C nach EN 60204-1/1998"
und die geht wenigstens bis 0,75 "runter" Dafür gibts nur mehr die Verlegearten B1 B2 C E und ist originnelerweise für 40 Grad!!
0,75 ist aber nur für B1 spezifiziert Iz 7,6A In 6A
Häufung, andere Temperaturen etc gilt aber wieder die DIN VDE 0298-4/2003

Ist dir 0,75 noch immer zu dick dann wirst du selbst eine der Norm gleichwertige Schutzmaßnahme erfinden und nachweisen müssen. Du wirst wohl wenig Lust haben dich mit dem I²t herumzuschlagen daher nimmst eine Glasrohrvorsicherung mit 1A. Da könnte man auch den Nachweis führen je nach Charakterisitik und vorgelagerter Anlage welcher maximaler Kurzschlußstrom auftreten kann und ob der dem zulässigen Schaltvermögen entspricht.

Ok eine 1A mittelträge wird bei 10fachen In in 50-90ms abschalten. Ein Ik von 10A sollte auch in der allerletzten Tastersation erreicht werden.
Über den möglichen maximalen Ik kann ich da ohne Netzkenntnisse natürlich nix sagen.

Deine lötpunkte kannst ja nur mit H07V-K anschließen. Beim U kannst nicht mehr (oder sehr schwer) nachweisen dass durch den Gehäusezusammenbau nicht unzulässige Drücke/Spannungen auf die Lötstelle kommen

Elektriker

23.10.2009,
14:30

@ Thomas Z

Lumotast 75 Anschluss

Danke Thomas. So eine ausführliche Antwort ohne Gegenfragen und Abschweifungen zu anderen Themen wünscht man sich doch! Hast mir gut geholfen...

x y

23.10.2009,
14:39

@ Elektriker

Lumotast 75 Anschluss

» Danke Thomas. So eine ausführliche Antwort ohne Gegenfragen und
» Abschweifungen zu anderen Themen wünscht man sich doch! Hast mir gut
» geholfen...

War wirklich pragmatisch. Ich würde aber dennoch auf eigene 'Norm' verzichten, und halt Olfex o.ä. in 0,5qmm verwenden, wenn keine Bewegung drauf ist auch gelötet.

geralds(R)

Homepage E-Mail

Wien, AT,
23.10.2009,
15:04

@ Elektriker

Lumotast 75 Anschluss

» Danke Thomas. So eine ausführliche Antwort ohne Gegenfragen und
» Abschweifungen zu anderen Themen wünscht man sich doch! Hast mir gut
» geholfen...

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Hallo Elektriker,

zudem,..... wieviel Norm braucht ein Mensch?

-- ok, ich philosophiere ausnahmsweise mal, normungerecht.

Ich gehe bei solchen Elementen auf dessen Datenblatt und dessen Anwendungs-Bestimmung aus.

zB.
http://www.ck-components.com/lumotast-75/industrial-controls,43404,en.html



Angabe:
DC 220V mit 200mA Strombelastbarkeit.

--> Umgelegt auf den Schalterquerschnitt ---> umgelegt auf den Drahtquerschnitt.
=> Kabel, Drahtdatenblatt....

Weil, meine Logik mal, ein Schalter sollte ja mind. den gleichen Querschnitt haben wie die Leitung.
In Wirklichkeit sollte ja kein Schalter im Stromfluss "sichtbar" sein. - also gleiche Stärke.

So, dann kommt nur noch die Spannungsfestigkeit der Isolation dazu.
Das bestimmt dann eben den Durchmesser der Kabelader. - könnte ja sein, dass es wo eng eingebaut wird..etc..

Das wars. -- ok, nicht normgerecht - jedoch wo ist die Grenze von oben nach unten, und umgekehrt?!!!!??
Das wäre nun meine Mindestforderung - Überlegung.

Da nun ja das Kabel länger ist - Zu und Ableitung, dann gebe
ich noch in passenden "Prozenten" etwas Toleranz dazu,
um den Leitungswiderstand zu minimieren.

Quergedanke halt dabei - ein Schalter sollte eben auch nicht eine Sicherung werden. ;)

Norm hin/her - ok, auf Aufforderung passe ich es halt auf die Stufe, den dazu zuständigen Normtext an.
Muss halt einmal nachsehen, aber erst jetzt, und nicht dauernd, um damit die Zeit zu "verschleudern".

Je öfter auf "Normen" geäugt wird, um so entmündigter - "dümmer" wird man. Meine Meinung.

Grüße
Gerald

--
...und täglich grüßt der PC:
"Drück' ENTER! :wink: Feigling!"