paraninio

31.08.2009, 09:08 |
Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre (Schaltungstechnik) |
Hallo
Ich habe eine Frage zu meinem alten Röhrenradio.
Ich bin gerade beim restaurieren meines Röhrenradios, habe auch viele Kondensatoren schon getauscht und es funktionierte einwandfrei. Bis auf Vorgestern, als mir ein Widerstand abgeraucht ist und die Feinsicherung durchgebrannt ist. Ich denke, dass ich den Fehler gefunden habe. weil eine Leitung und das Gehäuse, die zu dich zusammen waren den Kurzschluss verursacht haben. Allerdings hat mich das die Gleichricherröhre AZ 41 gekostet.
Nun möchte ich keine neue Röhre einbauen mit der Gefahr, dass diese wieder durchbrennt, denn dann sind auf einen Schlag 13 € futsch. Ich wollte statt der Gleichrichterröhre ein Brückengleichrichter einbauen um zu sehen, ob noch weitere Teile an dem Radio kaputt gegangen sind.
Ich hab die Spannungen gemessen. Sowohl an der Heizung, als auch an den Anoden ist alles in Ordung.
Ist es möglich, dass mit einem Brückengleichrichter zu realieren und was muss ich dabei beachten.
Vielen Dank und viele Grüße
Paraninio |
paraninio
31.08.2009, 09:16
@ paraninio
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Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre |
Hier noch der Teil des Schaltplans.
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Theo

Düsseldorf, 31.08.2009, 09:22
@ paraninio
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Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre |
» Ich hab die Spannungen gemessen. Sowohl an der Heizung, als auch an den
» Anoden ist alles in Ordung.
»
Hallo
Wenn der Gleichrichter defekt ist, wie kann dann die Anodenspannung in Ordnung sein?
Ein Brückengleichrichter hat weniger Verluste durch den geringeren Innenwiderstand. Das bedeutet, dass die Anodenspannung um bis zum 1,4-fachen ansteigt. Das muss die restliche Schaltung aushalten können, das müssen aber vor allen Dingen die Netzteilelkos vertragen können.
Völlig unproblematisch wäre es, wenn du in die Plusleitung (zwischen Gleichrichter und erstem Kondensator) einen Widerstand einlötest, der die Spannung wieder auf den "Röhrenwert" absenkt. Das werden ein paar hundert Ohm bei entsprechender Wattzahl sein. Ich hoffe, du hast die Spannung noch an der Röhre gemessen (oder es steht im Schaltplan). Sonst musst du den Widerstand austesten.
Theo |
paraninio
31.08.2009, 09:26
@ Theo
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Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre |
Ich habe die Heizspannung gemessen und die liegt bei 4 Volt, wie es sein soll. Aber der Heizfaden glüht nicht, auch wenn ich den Widerstandswert messe zeigt das Messgerät nichts an.
Die Spannung an den 2 anderen Pins zeigt 290 Volt. Dem Datenblatt zufolge sollten 300 V anliegen.
Daher vermute ich, dass der Heizdraht hinüber ist.
Die Spannungen von Trafo scheinen ja soweit in Ordung zu sein. |
Theo

Düsseldorf, 31.08.2009, 09:34
@ paraninio
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Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre |
Hallo
Da wird sie wohl defekt sein. Die AZ41 ist übrigens als einfache Diode geschaltet. Da die Spannung an der Primärseite des Trafos abgenommen wird, hast du nicht die übliche Netztrennung. Vorsicht! Ich würde in diesem Fall sogar dazu raten, eine neue AZ41 einzusetzen.
Theo |
paraninio
31.08.2009, 09:43
@ Theo
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Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre |
Ja, ich möchte die auch wieder einsetzen, wenn ich sicher sein kann dass der Fehler behoben ist, wie gesagt, ich denke dass es von den Kontakten kommt die sich berührt haben. Aber um sicher zu gehen, wollte ich es zuerst mit einem Brückengleichrichter probieren, da ein neue Röhre recht teuer ist, auch bei ebay gibts keine unter 12 €. Wenn es funktioniert, dann setze ich natürlich wieder eine AZ41 ein. |
Hartwig
31.08.2009, 10:02
@ paraninio
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Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre |
HAllo Paraninio,
da die AZ41 als einfache Diode eingesetzt ist, wäre der Ersatz durch z. B. eine einzige 1N4007 möglich.
Wie Theo bereits sagte, haben Gl.-Röhren einen in Vergleich zu Si-Dioden höheren Innenwiderstand. Für die AZ41 kann man aus dem Datenblatt entnehmen:
bei 30mA > 24V Durchlaßspannung
bei 70mA > 42V Durchlaßspannung
Daraus ergibt sich ein Widerstand von grob 700 Ohm pro Diodensystem. Mit beiden Systemen parallel also etwa 350 Ohm.
Wenn Du als Widerstand 470Ohm wählst, kommt das ganz gut hin, da das Gerät wahrscheinlich für 220V ausgelegt wurde, wir jetzt aber 230V Nennspannung haben.
Belastbarkeit des Widerstandes mindesten 10W, besser mehr. Gegebenenfalls (Chassismontage!) auf Isolation achten!
Viel Erfolg
HArtwig |
paraninio
31.08.2009, 13:17
@ Hartwig
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Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre |
Danke für deine Antwort.
Ich werde es mal ausprobieren. Da es ja nur zu Testzwecken ist werde ich die Bauteile auf eine Hartpapierplatine löten und danach, wenn alles funktioniert, die Az 41 wieder einsetzen.
Viele Grüße
Paraninio |
Hartwig
31.08.2009, 15:43
@ paraninio
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Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre |
Hallo,
nur um Mißvertändnissen vorzubeugen (Du sagtest Bauteile...): Ein Brückengleichrichter macht in diesem Fall keinen Sinn! Also die Röhre ziehen, die Dioden über die entsprechenden Anschlüsse auf der Lötseite der Fassung löten und dann noch den Widerstand sicher unterbringen...
Viele Grüße
Hartwig |
paraninio

31.08.2009, 22:25
@ Hartwig
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Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre |
Hallo, ich nochmal
Ich habe eben die Dioden angelötet und auch einen 11 W Widerstand. Das Radio funktioniert wieder.
Vielen Dank für die Tipps.
Aber eine Frage hab ich dann doch noch.
Ich hab zuerst den ersten pin mit der Diode verbunden und getestet und dann hab ich die 2. Diode an den anderen Pin gelötet un nochmal getestet. Und meiner Meinung nach war das Brummen des Radios mit einer Diode weniger und mit dem Anlöten der 2. Diode etwas mehr, aber warum? Ich werde aber jetzt eine Röhre nehmen und wieder einsetzen, da der Widerstand verdammt heiß wird.
Also nochmals Danke.
Viele Grüße
Paraninio |
Hartwig
31.08.2009, 23:46
@ paraninio
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Brückengleichrichter statt gleichrichterröhre |
Hallo Paraninio,
ich kann nur spekulieren, warum es mit 2 Dioden mehr brummt. Grundsätzlich macht es wenig Sinn, Halbleiterdioden ohne entsprechende Ausgleichswiderstände parallel zu schalten. Je nach Elko und Belastung haben die Dioden ja einen mehr oder weniger kurzen Stromflußwinkel. Ist der jetzt bei beiden Dioden Durch Exemplarstreuungen noch unterschiedlich, würde ich davon Ausgehen, daß zusätzliche Störungen/Oberwellen erzeugt werden und sich als Brummen bemerkbar machen.
Grüße
Hartwig |