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JanisW(R)

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30.01.2013,
17:21
 

Quarze einfach tauschen? (Bauelemente)

Hallo,
aufgrund des LTE Netzausbaus werden Frequenzbänder, die früher für Veranstaltungstechnik benutzbar waren unbenutzbar bzw ist es illegal diese weiterhin zu nutzen.
Da der Austausch bzw die Neuanschaffung von Headsets sehr viel Geld kostet, kam mir die Idee, wie bei den RC-Auto-Fernbedienungen vorzugehen. Dort gibt es meines Wissens die Möglichkeit durch einfaches austauschen des Quarz auf eine andere Frequenz zu wechseln.
Die Idee ist, auch bei Sender und Empfänger einfach den Quarz zu ersetzen um auf die neuen Frequenzen zu wechseln.

Ist das so ich sag mal "ohne weitere" möglich, oder macht dann die Elektronik nicht mit?
Die Geräte waren damals in Verschiedenen Ausführungen zu kaufen, also unterscheiden sich in den benutzten Frequenzen. Ich könnte mir vorstellen, dass auch mit dem Gedanken der Produktivität darauf geachtet wurde, mit möglichst wenig unterschiedlichen Komponenten in den sonst baugleichen Geräten auszukommen, um die verschiedenen Frequenzen zu "erreichen".

Ich habe zwei der betroffenen Geräte aufgeschraubt. Auf der Platine sind 3 Quarze zu erkennen. Ich habe ausgerechnet, dass ein gemeinsamer Faktor von den drei auswählbaren Sendefrequenzen auf die drei Oszillatorfrequenzen gilt.
Fakten:
Quarzbezeichnungen: A) 33.4208 j8 B) 33.4333 k8 C) 33.4625
Sendefrequenzen: I) 812.800MHz II) 813.100MHz III) 813.800MHz

Gemeinsamer Faktor liegt bei 41,1181 , wenn ich davon ausgehe, dass die "8" hinter den Kleinbuchstaben auf den Quarzen für "x *10^8" steht.
(Nebenbei, kann das sein? 3,3GHz klingt sehr viel für einen Quarz...)

Folglich gibt es einen direkten, gemeinsamen Zusammenhang zwischen der Quarz- und der Sendefrequenz und ich erhoffe mir, wie gesagt, durch austauschen der Quarze in den Bereich von 863MHz bis 865MHz zu kommen.
Ist ein derartiger Sprung möglich, oder macht das die "Begleitelektronik" nicht mit, bzw hat dann falsche Werte? (Ich denke an Kondensatoren und R´s, die ja um den Quarz gehören)

Fragen über Fragen, ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt. Wenn dennoch Unklarheiten herrschen, bitte einfach nachfragen! ;-)

Vielen Dank schonmal für die Mühe,
LG Janis

Theo(R)

E-Mail

Düsseldorf,
30.01.2013,
18:31

@ JanisW

Quarze einfach tauschen?

Hallo

Das ist so nicht möglich. Die Filter sind auf die jeweilige Frequenz abgeglichen. Einerseits um nur die Erwünschte Frequenz durchzulassen, aber andererseits auch um unerwünschte Frequenzen zu sperren, damit sie nicht zum Antennenausgang gelangen.

Gerade bei diesen hochwertigen breitbandigen Funkverbindungen muss alles ganz genau abgestimmt sein, sonst leidet sofort die Qualität der Verbindung. Oftmals müssen auch Bauteile getauscht werden, um überhaupt wieder in den abstimmbaren Bereich zu kommen. Wenn dann noch Spulen oder Kondensatoren nur aus beachbarten gedruckten Leiterbahnen bestehen, kannst du das ganz vergessen.

Voraussetzung wäre zumindest der komplette Satz Schaltungsunterlagen, das genaue Funktionsverständnis jedes Bauteils, und ein nicht ganz billiger Gerätepark.

Theo

PS: Meinst du wirklich, jemand wird bei einer Veranstaltung die Frequenzen kontrollieren wenn alles funktioniert?

Theo(R)

E-Mail

Düsseldorf,
30.01.2013,
18:43

@ Theo

Nachtrag

Hallo

Bei dir stehen Quarz und Frequenz in einem Verhältnis 1:24.

Die Quarzfrequenz des Obertonquarzes wird also um den Faktor 24 erhöht, und die ZF von 10,7 MHz dazugezählt.

Oder andersherum: Wunschfrequenz minus 10,7MHz geteilt durch 24 = Quarzfrequenz.

Bringt dich aber auch nicht weiter.

Theo

JanisW(R)

E-Mail

30.01.2013,
19:30

@ Theo

Quarze einfach tauschen?

» Das ist so nicht möglich. Die Filter sind auf die jeweilige Frequenz
» abgeglichen. Einerseits um nur die Erwünschte Frequenz durchzulassen, aber
» andererseits auch um unerwünschte Frequenzen zu sperren, damit sie nicht
» zum Antennenausgang gelangen.
»
» Gerade bei diesen hochwertigen breitbandigen Funkverbindungen muss alles
» ganz genau abgestimmt sein, sonst leidet sofort die Qualität der Verbindung.

Die Befürchtung hatte ich auch, zumindest so ansatzweise. Hört sich alles komplexer an als es auf den ersten Blick aussieht, aber ist naheliegend. :-/

» Oftmals müssen auch Bauteile getauscht werden, um überhaupt
» wieder in den abstimmbaren Bereich zu kommen. Wenn dann noch Spulen oder
» Kondensatoren nur aus beachbarten gedruckten Leiterbahnen bestehen, kannst
» du das ganz vergessen.
»
» Voraussetzung wäre zumindest der komplette Satz Schaltungsunterlagen, das
» genaue Funktionsverständnis jedes Bauteils, und ein nicht ganz billiger
» Gerätepark.

Die Quarze würd ich noch gelötet bekommen, doch wie du vermutest, für den SMD-Rest fehlt mir Gerät UND Dokumentation. So würde das Ganze auch vielzuviel Zeit in Anspruch nehmen... Danke trotzdem vielmals!


» PS: Meinst du wirklich, jemand wird bei einer Veranstaltung die Frequenzen
» kontrollieren wenn alles funktioniert?

Ne, das wird nicht passieren, aber ab 2015 besetzt LTE das gesamte Band, und seit einigen Monaten hat die Übergangszeit begonnen. Eins unser Headsets ist schon "betroffen" und wird von den viiel viel stärkeren LTE Masten und den vielen Smartphones mit LTE gestört. Das macht sich durch knacken und rauschen bemerkbar, und wenn das während einer Veranstaltung auftritt, ist das ziemlich unpraktisch... :-p
Wie gesagt, eins ist schon fast dauerhaft betroffen, ein anderes sporadisch, eins noch gar nicht. Aber das kommt noch, es wird immer mehr -.- Wie in einem Horrorfilm :-p Schei* mobiles Internet ;-)

Vielen Dank nochmal
LG
Janis

Theo(R)

E-Mail

Düsseldorf,
30.01.2013,
20:22

@ JanisW

Quarze einfach tauschen?

Hallo

Ich weiss ja nicht, wie dein Empfängereingang aussieht? BNC-Buchse mit abnehmbarer Antenne dran?

Ich hatte das Problem mal im 570MHz-Bereich. Ich habe dann eine UHF-Fernsehantenne als Richtantenne benutzt, statt der kleinen ausziehbaren Stabantenne. Je nachdem von wo ich die Antenne auf die Bühne gerichtet habe, waren alle Störungen weg. Brauchst du nur ein Boxenstativ für eine Antennenhöhe von 2-3m und eine Trommel Antennenkabel.

Theo

JanisW(R)

E-Mail

30.01.2013,
22:28

@ Theo

Quarze einfach tauschen?

» Ich weiss ja nicht, wie dein Empfängereingang aussieht? BNC-Buchse mit
» abnehmbarer Antenne dran?
ne, ne feste Antenne, bzw beweglich aber nicht "verlängerbar"...

» Ich hatte das Problem mal im 570MHz-Bereich. Ich habe dann eine
» UHF-Fernsehantenne als Richtantenne benutzt, statt der kleinen ausziehbaren
» Stabantenne. Je nachdem von wo ich die Antenne auf die Bühne gerichtet
» habe, waren alle Störungen weg. Brauchst du nur ein Boxenstativ für eine
» Antennenhöhe von 2-3m und eine Trommel Antennenkabel.

Das hört sich an, als ob die Probleme nicht plötzlich sondern schon immer da waren (?).
Wir haben die Dinger jetzt schon sicher 5Jahre und erst kürzlich traten diese Störungen auf. Sind auch keine "Schwäche-Störungen", also Thema zu großer Abstand, denn auch bei abgeschalteten Sendern treten Sporadische Krächzer auf, alle LED flackern, also ich interpretiere das so, dass irgendwas von außerhalb stört, der Empfänger erkennt Signal, schaltet sich an und aus etc.

Die Zeit passt auch mit den LTE- Ankündigungen zusammen, denn kurz nach Beginn der Übergangsphase ging die Geschichte los. Nach ein bisschen Googeln findet man dann auch die betroffenen Bänder übereinstimmend mit den von LTE benutzten Bänder.

Aber trotzdem Danke für diese originelle Idee ;-)

LG
JanisW

Jüwü(R)

E-Mail

Würzburg,
01.02.2013,
08:49
(editiert von Jüwü
am 01.02.2013 um 08:53)


@ JanisW

Quarze einfach tauschen?

Im Bereich von 822 bis 832MHz kannst du noch ungestört dein Headset nutzen. Es kommt ja auch noch auf die Pegel der Übertragung an die "on stage" (max. 20m) sicherlich höher sind als das einfallende Störsignal. Ansonsten stufenweise die Frequenz ändern bis man eine "Lücke" gefunden hat.