Pit1509
12.02.2026, 12:27 |
Frage zu 5V / 30A Netzteil (Elektronik) |
Hallo zusammen,
folgende Anschluss-Pins (großes Industrie-Netzteil mit 2 Steck-Pin-Reihen) habe ich bisher verstanden:
- Eingang 230VAC (L, N, PE)
- Ausgang 5V und GND
Nun sind um die 5V+ und GND Ausgangs-Pins herum noch zwei Pins die im Netzteil (geöffnet und fotografiert) an folgende Punkte gehen - siehe 2 Fotos (zu einem zusammengeheftet) darauf die roten Kreise.
Hat mir jemand aufgrund dieser beiden eingelöteten Platinen (Maße ca. 50x18 mm) und der darauf enthaltenen Bauteile einen Denkanstoss, was da passieren könnte?
Könnte es eine von aussen reingeführte Freigabe sein, um den "stromkräftigen" 5V Ausgang überhaupt frei zu schalten?
Danke im voraus für Eure Tipps dazu!
( Das alte Netzteil ist ein Philips Typ PE1123/00 U / Modellcode WB056530732 N / RegisterNummer 1744 (350VA 5V 30A) )
Gruss Pit
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Hartwig
12.02.2026, 12:40 (editiert von Hartwig am 12.02.2026 um 13:41)
@ Pit1509
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Frage zu 5V / 30A Netzteil |
Bei 5V 30A würde ich sofort die Anschlüsse für "remote sense" suchen! (damit die Regelung die Spannung am Verbraucher regelt und somit den Spannungsabfall auf der Zuleitung zum Verbraucher ausgleicht).
Diese Anschlüsse sind meist auf der Klemmleiste des Netzteil herausgeführt und u.U. ab Werk mit +5V und -5V/gnd gebrückt und werden dann bei Nutzung an der Klemmleiste des Verbraucher statt am Netzteil selbst gebrückt. Einige Netzgeräte haben diese Anschlüsse auch intern bereits über ein R-Netzwerk mit +5V und -5V verbunden - die laufen dann korrekt auch ohne die sonst werksseitig eingesetzten Brücken. Am besten mal die Schaltung nachverfolgen. Die anderen Alternative für diese Anschlüsse wären "remote control" wie du schon vermutetest oder auch sowas wie "power ok" für die Info zu einer in den vorgegebenen Grenzen liegenden Ausgangsspannung.
Unter der Annahme einer sehr niederohmigen gnd-Verbindung könnte die Istwerterfassung am Verbraucher auch über nur einen Leiter erfolgen, dann wäre hier noch eine der anderen genannten Funktionen vorhanden. Das kenne ich aber nur von Netzgeräten, bei denen der gnd-Bezug nicht konfigurierbar ist, also -5V unveränderbar auf gnd liegt. |
simi7
D Südbrandenburg, 12.02.2026, 13:47
@ Hartwig
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Frage zu 5V / 30A Netzteil |
» Einige Netzgeräte haben diese Anschlüsse auch intern bereits über ein R-Netzwerk mit +5V und -5V verbunden
Oder auch direkt verbunden, einfach mal messen.
Vierleiter-Anschluss ist bei höheren Strömen immer sinnvoll. |
Hartwig
12.02.2026, 14:11
@ simi7
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Frage zu 5V / 30A Netzteil |
» » Einige Netzgeräte haben diese Anschlüsse auch intern bereits über ein
» R-Netzwerk mit +5V und -5V verbunden
»
» Oder auch direkt verbunden,
hm - kommt das nicht einer direkten Parallelschaltung zum Hauptleiter gleich? dann würde ein Ausgleichsstrom über die Messader fliessen - irgendwo muss da im Netzgerät also eine Entkopplung sein....
» einfach mal messen.
ja - nur gibt es bei der Umsetzung der Istwert-Erfassung viele Möglichkeiten - da bin ich schon manchmal ins Grübeln gekommen und hab die Messwerte erst nach Kenntnis des Schaltplans wirklich verstanden.
» Vierleiter-Anschluss ist bei höheren Strömen immer sinnvoll. |
Pit1509
12.02.2026, 14:23
@ Hartwig
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Frage zu 5V / 30A Netzteil |
» Bei 5V 30A würde ich sofort die Anschlüsse für "remote sense" suchen!
» (damit die Regelung die Spannung am Verbraucher regelt und somit den
» Spannungsabfall auf der Zuleitung zum Verbraucher ausgleicht).
Vielen Dank!
Somit sind es die Leitungen (Schaltplan anbei) von Pin 6 und Pin 30 (Harting-Steckverbinder 09061152932).
Gruß Pit
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Hartwig
12.02.2026, 14:49
@ Pit1509
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Frage zu 5V / 30A Netzteil |
ja, das sind klar die Sense-Anschlüsse, dann noch ein Tiefpass. Zu den möglichen Brücken auf der Filterplatine und deren Aussenverbindung sollt das Manual auskunft geben können (so vorhanden...). |
simi7
D Südbrandenburg, 12.02.2026, 19:47
@ Hartwig
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Frage zu 5V / 30A Netzteil |
» » » Einige Netzgeräte haben diese Anschlüsse auch intern bereits über
» ein
» » R-Netzwerk mit +5V und -5V verbunden
» »
» » Oder auch direkt verbunden,
» hm - kommt das nicht einer direkten Parallelschaltung zum Hauptleiter
» gleich? dann würde ein Ausgleichsstrom über die Messader fliessen -
» irgendwo muss da im Netzgerät also eine Entkopplung sein....
»
» » einfach mal messen.
» ja - nur gibt es bei der Umsetzung der Istwert-Erfassung viele
» Möglichkeiten - da bin ich schon manchmal ins Grübeln gekommen und hab
» die Messwerte erst nach Kenntnis des Schaltplans wirklich verstanden.
» » Vierleiter-Anschluss ist bei höheren Strömen immer sinnvoll.
Stimmt, hast recht.
Denkfehler von mir. |
Pit1509
13.02.2026, 11:40
@ Pit1509
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Nochmals Nachfrage (Nur für Netzteil-Fans ;-) ) |
Hallo zusammen,
anbei nochmals 2 Bilder des aktuell zerstörten Philips-Netzteils.
Was mir auffiel:
Die großen Elkos sind nicht aufgebläht, sondern rundherum eingedellt (sieht aus wie abgesaugt) (?)
Die beiden Sense-Platinchen (die Bilder im Post zuvor waren vom gestorbenen Netzteil aus dem Jahr 2023) sind
irgendwie "rostig-braun-staubig" eingesaut - was ist denn da passiert ?
Könnte ich das Netzteil mit einem TDK-Lambda 5V 30A (genaue Bezeichnung HWS150A-5/A) ersetzen?
(gefunden bei "eR eS" für knapp 200€)
Dieses hätte auch externe Remote-Sense-Anschlüsse.
Vielleicht könnte ich rein theoretisch aus den zwei vorliegenden, baugleichen, kaputten Originalnetzteilen
ein funktionierendes wiederherstellen, aber welche Bauteile vermixe ich da am besten? ich verbuche
das mal als "Mission Impossible", oder?
Danke im voraus für Tipps zu meiner Gesamtsituation 
Herzliche Grüße
Pit
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xy

13.02.2026, 12:12
@ Pit1509
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Nochmals Nachfrage (Nur für Netzteil-Fans ;-) ) |
» Die großen Elkos sind nicht aufgebläht, sondern rundherum eingedellt
» (sieht aus wie abgesaugt) (?)
Ab Werk so.
» Die beiden Sense-Platinchen (die Bilder im Post zuvor waren vom gestorbenen
» Netzteil aus dem Jahr 2023) sind
» irgendwie "rostig-braun-staubig" eingesaut - was ist denn da passiert ?
Ab Werk so.
» Könnte ich das Netzteil mit einem TDK-Lambda 5V 30A (genaue Bezeichnung
» HWS150A-5/A) ersetzen?
» (gefunden bei "eR eS" für knapp 200€)
Sollte gehen.
» Vielleicht könnte ich rein theoretisch aus den zwei vorliegenden,
» baugleichen, kaputten Originalnetzteilen
» ein funktionierendes wiederherstellen, aber welche Bauteile vermixe ich da
» am besten? ich verbuche
» das mal als "Mission Impossible", oder?
Erfordert einiges an Wissen über SNT. |
Pit1509
13.02.2026, 12:42
@ xy
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Nochmals Nachfrage (Nur für Netzteil-Fans ;-) ) |
Elkos eingedellt
» Ab Werk so.
ok, wow.
»
» » Die beiden Sense-Platinchen
» » irgendwie "rostig-braun-staubig" eingesaut - was ist denn da passiert ?
»
» Ab Werk so. - oha, ok.
»
» » Könnte ich das Netzteil mit einem TDK-Lambda 5V 30A (genaue
» Bezeichnung
» » HWS150A-5/A) ersetzen?
»
» Sollte gehen. Top! Danke!
»
» » Vielleicht könnte ich rein theoretisch aus den zwei vorliegenden,
» » baugleichen, kaputten Originalnetzteilen
» » ein funktionierendes wiederherstellen, aber welche Bauteile vermixe ich
»
» Erfordert einiges an Wissen über SNT.
Einiges hätte ich, aber nicht alles. Ich ahne, welchen Mindest-Umfang und Erfahrung in Sachen SNT-Reparaturen Du meinst. |
kuddel
13.02.2026, 12:46
@ Pit1509
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Nochmals Nachfrage (Nur für Netzteil-Fans ;-) ) |
» Elkos eingedellt
Früher wurden die auch so hergestellt
um ein Wackeln im Becher zu verhindern |
bigdie
13.02.2026, 14:45
@ Pit1509
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Nochmals Nachfrage (Nur für Netzteil-Fans ;-) ) |
Man sollte halt ein ESR Messgerät haben um die Elkos prüfen zu können. Oft sind aber auch nicht die "großen" schuld sondern eher so ein kleiner 47 oder 100µ direkt am Regler IC. der platt ist. Bei Meanwell Netzteilen, die in unseren maschinen drin sind hatte ich das jedenfalls schon oft. Aber die sind auch ziemlich einfach gestrickt. Bei größeren von Siemens wird es dann grausam |
Pit1509
16.02.2026, 15:14
@ bigdie
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Nochmals Nachfrage (Nur für Netzteil-Fans ;-) ) |
» Man sollte halt ein ESR Messgerät haben um die Elkos prüfen zu können.
» Oft sind aber auch nicht die "großen" schuld sondern eher so ein kleiner
» 47 oder 100µ direkt am Regler IC. der platt ist. Bei Meanwell Netzteilen,
» die in unseren maschinen drin sind hatte ich das jedenfalls schon oft. Aber
» die sind auch ziemlich einfach gestrickt. Bei größeren von Siemens wird
» es dann grausam
Hallo Bigdie,
Vielen Dank nochmals!
Verdächtig waren drei Stück in dem von Dir genannten Bereich (220µ und 2 x 100µ), und mit ESR-Messgerät,
siehe da - alle drei platt (eigentlich komisch, nach 35 Jahren schon? ).
Jetzt wieder stabile 5V am Ausgang.
Gruß Pit |
cmyk61

Edenkoben, Rheinland Pfalz, 17.02.2026, 10:57 (editiert von cmyk61 am 17.02.2026 um 10:58)
@ Pit1509
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Nochmals Nachfrage (Nur für Netzteil-Fans ;-) ) |
Tja, das zeigt mal wieder die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Elkos trocknen aus oder können platzen
Wärmeleitpaste trocknet aus und vergrößert die Wärmeübergangswiderstand
Kunststoffe verlieren Weichmacher (Steckverbinder...)
Gummi beginnt zu schmieren
Zebragummi verliert seine Elastizität
Widerstände ???
Halbleiter ???
...
Ob es irgendwelche Statistiken gibt die aufzeigen, welche Bauteile in welchen Zeiträumen und aus welchen Gründen sterben?
In Bereichen Raumfahrt, Medizin, Luftfahrt und Militär sind solche Infos sicher sehr wichtig. Gibt es ein Werk in welchem das für Otto-Normal-Elektroniker verständlich aufbereitet wurde?
Gruß
Ralf
» Verdächtig waren drei Stück in dem von Dir genannten Bereich (220µ und 2
» x 100µ), und mit ESR-Messgerät,
» siehe da - alle drei platt (eigentlich komisch, nach 35 Jahren schon? 
» ).
» Jetzt wieder stabile 5V am Ausgang.
» Gruß Pit |
mabue
17.02.2026, 11:29
@ cmyk61
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Nochmals Nachfrage (Nur für Netzteil-Fans ;-) ) |
» Ob es irgendwelche Statistiken gibt die aufzeigen, welche Bauteile in
» welchen Zeiträumen und aus welchen Gründen sterben?
» In Bereichen Raumfahrt, Medizin, Luftfahrt und Militär sind solche Infos
» sicher sehr wichtig. Gibt es ein Werk in welchem das für
» Otto-Normal-Elektroniker verständlich aufbereitet wurde?
Ein solches Werk anzugehen wäre wegen zu hoher Komplexität wohl ein uferloses Unterfangen, zumal der Ausfall von Bauteilen stark von den Betriebsbedingungen abhängt.
Dazu käme noch die Überlegung, wen das im Konsumgüterbereich tatsächlich interessiert. Letztlich ist Langlebigkeit schon deshalb kein Thema mehr, weil vieles nicht wegen Alterung oder Ausfall weggeworfen wird, sondern weil es etwas Neues gibt, das noch mehr (unnütze . .) Funktionen hat. Wenn ich hier auf der Recycling-Anlage bin und schaue mir den Elektro- bzw. Elektronik-Bereich an - da blutet mir das Herz. Wenn ich dürfte, hätte ich da bei der Rückfahrt manchmal mehr im Kofferraum als bei der Hinfahrt, und da bin ich hier ganz sicher nicht der einzige. Wer wie du in einem Repair-Cafe engagiert ist, wird mich sicher voll verstehen.  |
cmyk61

Edenkoben, Rheinland Pfalz, 17.02.2026, 12:24
@ mabue
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Nochmals Nachfrage (Nur für Netzteil-Fans ;-) ) |
Deinen Worten kann ich nur zustimmen.
Im Repaircafe tauchen regelmäßig solche Kandidaten auf deren Reparatur sich nicht lohnt, weil des das defekte Teil als Ersatzteil nicht gibt.
So aktuell die Gehäuseblende einer Mikrowelle. Das Scharnier des Türöffnungsmechanismus ist gebrochen. Da hat mich mal wieder der wahnsinnige Ehrgeiz gepackt und ich habe begonnen das Teil aus dem massiven Kunststoff zu bohren, sägen, feilen...
Jetzt zahlt es sich aus in der Ausbildung mal Werkstoffbearbeitung erlernt zu haben.
Aber lohnen tut sich das natürlich nicht. Ich schätze mal, dass das E-Teil auf diese Weise mit 250€ vergütet werden müsste. Aber für die Umwelt...
LG
Ralf
» Ein solches Werk anzugehen wäre wegen zu hoher Komplexität wohl ein
» uferloses Unterfangen, zumal der Ausfall von Bauteilen stark von den
» Betriebsbedingungen abhängt.
» Dazu käme noch die Überlegung, wen das im Konsumgüterbereich
» tatsächlich interessiert. Letztlich ist Langlebigkeit schon deshalb kein
» Thema mehr, weil vieles nicht wegen Alterung oder Ausfall weggeworfen wird,
» sondern weil es etwas Neues gibt, das noch mehr (unnütze . .) Funktionen
» hat. Wenn ich hier auf der Recycling-Anlage bin und schaue mir den
» Elektro- bzw. Elektronik-Bereich an - da blutet mir das Herz. Wenn ich
» dürfte, hätte ich da bei der Rückfahrt manchmal mehr im Kofferraum als
» bei der Hinfahrt, und da bin ich hier ganz sicher nicht der einzige. Wer
» wie du in einem Repair-Cafe engagiert ist, wird mich sicher voll verstehen.
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