NFS-Freigabe mounten/einhängen

Mit Raspbian Wheezy und Raspbian Jessie geprüft.

Prinzipiell besteht ein NFS-Export (Network File System) immer aus zwei Seiten. Die Server-Seite und die Client-Seite. Den NFS-Server haben wir konfiguriert. Jetzt geht es um die Einrichtung bzw. das Einhängen (Mount) des exportierten Verzeichnisses in das lokale Dateisystem eines Clients oder eines anderen Servers.

NFS wird unabhängig vom Benutzer gemountet. Wenn ich beim Client als Hugo angemeldet bin, werden auch Dateien auf dem NFS-Mount mit der Benutzer-ID von Hugo des Client-Rechners angelegt. Sollte Hugo auf dem Server nicht existieren, bekommt die Datei trotzdem die ID (eine einfache Integernummer), die der ID von Hugo auf dem Client-Rechner entspricht.

Vorbereitungen

Bevor man eine NFS-Freigabe mounten kann, muss sie auf einem Server im Netzwerk existieren. Wenn nicht, muss man zuerst eine NFS-Freigabe einrichten.

Lösung: NFS-Client konfigurieren

Dazu müssen wir auf dem Client bzw. Server ein paar Pakete installieren. Weil NFS unter Linux-Distributionen weit verbreitet ist, kann es natürlich sein, dass die NFS-Pakete schon installiert sind.

sudo apt-get update
sudo apt-get install nfs-common

Anschließend müssen wir auf dem Client ein lokales Verzeichnis erstellen, das später als Mountpoint dient, um das entfernte Verzeichnis einzuhängen.

sudo mkdir -p /home/nfs/public

Bevor wir ein Verzeichnis einhängen schauen wir, ob es überhaupt vom NFS-Server exportiert wurde. Hierfür brauchen wir die IPv4-Adresse des NFS-Servers. In diesem Beispiel hat der NFS-Server die IPv4-Adresse "192.168.1.2".

showmount -e 192.168.1.2

Wird dort das Verzeichnis "/home/public" angezeigt, dann können wir es auf dem Client manuell einhängen.

sudo mount -t nfs -o soft 192.168.1.2:/home/public /home/nfs/public

Der Default-Wert des Parameters "-o" ist "hard". Das führt dazu, dass ein Programm, das auf ein NFS-Verzeichnis zugreift, nicht mehr reagiert, wenn der NFS-Server nicht verfügbar sein sollte. Damit das nicht passiert, wählen wir "soft".

Wenn das Kommando ohne Fehler durchgegangen ist, testen wir die Freigabe bzw. den Export.
Dazu erstellen wir auf dem NFS-Server eine Datei und prüfen, ob sie vorhanden ist.

touch /home/public/test
ls /home/public

Wenn ja, dann testen wir die Freigabe auf dem Client und löschen die Datei.

ls /home/nfs/public
rm /home/nfs/public/test

Wenn die Datei anschließend auf dem Server weg ist, dann hat alles wie gewünscht funktioniert.

Erweiterung: NFS-Freigabe automatisch mounten

Leider ist das NFS-Verzeichnis nur temporär eingehängt. Das heißt, bei einem Reboot ist es wieder weg und muss erneut manuell eingehängt werden. Auf Dauer empfiehlt es sich, einen Automatismus einzurichten, der automatisch beim Systemstart ausgeführt wird.

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