T-DSL

Die Deutsche Telekom AG stellt mit T-DSL einen DSL-Schluss über das Telefonleitungsnetz in Deutschland zur Verfügung. Zusammen mit T-ISDN oder T-Net (analog) wird T-DSL im Paket angeboten. T-DSL ist von der Deutschen Telekom nur mit einem analogen oder ISDN-Anschluss zu bekommen.
Die Basis-Technologie von T-DSL ist ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line), das seit seiner Einführung in mehreren Schritten weiterentwickelt wurde (ADSL2 und ADSL2+).
Neben der Deutschen Telekom bieten auch andere TK-Anbieter und Internet-Provider DSL-Anschlüsse an, die auf ADSL basieren und teilweise von der Deutschen Telekom bereitgestellt werden (Resale- oder Vollanschluss).
Seit dem 1. Januar 2002 gibt es von der Deutschen Telekom eine Spezifikation für die Schnittstelle zwischen Splitter und dem DSL-Modem. Deshalb kann man heute in Deutschland Inkompatibilitäten zwischen DSL-Modems und DSLAMs (Gegenstelle in der Vermittlungsstelle) ausschließen.

Hinweis: Die Deutsche Telekom bezeichnet ihre T-DSL-Anschlüsse nur noch als DSL-Anschlüsse, wie es im DSL-Markt üblich ist.

Übertragungsrate und technische Ausrüstung

Zusammenschaltung des T-DSL-Equipments
Mit T-DSL stehen, je nach Tarif, Übertragungsraten von 1 MBit/s bis 6 MBit/s downstream und 128 kbit/s bis 752 kbit/s upstream zur Verfügung.
Für den Einsatz von T-DSL zur Nutzung eines Internet-Zugangs reicht ein handelsüblicher Computer mit einer Ehternet-Schnittstelle. Dazu kommt ein ADSL-Modem und ein Splitter, der den Datenkanal und den Sprachkanal voneinander trennt, und an die richtigen Endgeräte weiterleitet. Der Splitter wird in die vorhandene TAE-Dose eingesteckt.
Der Splitter nennt sich BBAE (Breitband-Anschlusseinheit) und das ADSL-Modem NTBBA (Netzwerkterminationspunkt Breitbandangebot).
Die Anschlüsse des T-ISDN oder T-Net können parallel zum T-DSL über das selbe Kabel betrieben werden, ohne dass sie sich beeinflussen. Eine vorgeschaltete Weiche, der sogenannte Splitter, trennt das normale Telefonsignal vom T-DSL-Signal.
T-DSL ist ein Breitband-Internet-Anschluss. Also ein Datendienst. Leitungsbezogene Dienst, wie Telefonie oder Fax sind nur über spezielle softwaretechnische Lösungen und Schnittstellen möglich.

Tarife

Welcher DSL-Anschluss beim Kunde möglich ist, ist von der Leitungsdämpfung abhängig. Die kann je nach Kunde unterschiedlich sein. Die Deutsche Telekom ermittelt die Leitungsdämpfung rechnerisch aus Kabelqualität, -querschnitt und -länge. Sie bezieht diese Angaben aus ihrer Datenbank. Nur bei einer Neuschaltung von DSL misst die Deutsche Telekom nochmal nach, ob DSL wirklich funktioniert.

Ab einer Leitungslänge von rund 2,5 km schaltet die Deutsche Telekom je nach Länge nur noch 16, 6, oder 2 MBit/s. Als besonders kritisch wird eine Leitungslänge ab 4,7 km angesehen. Hier ist DSL nur noch mit 768 oder 384 kBit/s möglich.

Die Telekom-Konkurrenten schalten in solchen Fällen meist deutlich höhere DSL-Bandbreiten, da sie einerseits mit geringeren Sicherheitsmargen auf der DSL-Leitung operieren als die Telekom und andererseits keine Mindestbandbreite zusichern. Wo die Deutsche Telekom nur 384 kBit/s schaltet, holen die Wettbewerber in Einzelfall bis zu 4 MBit/s heraus. Vorausgesetzt, die Wettbewerber setzen eigene DSLAMs ein. Ansonsten setzen die Wettbewerber auf die Infrastruktur der Deutschen Telekom.

T-DSL Light * 1.000 2.000 6.000 16.000
Downstream384 kBit/s
48 kByte/s
1024 kBit/s
128 kByte/s
2048 kBit/s
256 kByte/s
6016 kBit/s
752 kByte/s
16000 kbit/s
2000 kByte/s
Upstream64 kBit/s
8 kByte/s
128 kBit/s
16 kByte/s
192 kBit/s
24 kByte/s
576 kBit/s
72 kByte/s
1024 kbit/s
128 kByte/s

* T-DSL Light: Diese T-DSL-Variante bekommt der Kunde, wenn die Reichweite zur nächsten Vermittlungsstelle zu hoch für die normale T-DSL-Variante ist. Es handelt sich dabei um keinen offiziellen Tarif.

T-DSL light

Das sogenannte T-DSL light oder Bauern-DSL, das in der Öffentlichkeit herumgeistert, ist offiziell zu bekommen. Diese T-DSL-Variante hat allerdings keinen Produktnamen, sondern wird dem Kunden dann angeboten, wenn die Leitungslänge bzw. Leitungsqualität für 1024/128 kBit/s nicht ausreicht.
Die Reichweite bei T-DSL light steigt nur um weniger als 10 Prozent. Bei einem Telefon-Kabel guter Qualität kann die Entfernung von der Vermittlungsstelle bis zu 4,3 km betragen. Die Halbierung der Bandbreite erhöht diese Maximalreichweite nach Angaben der Telekom nur auf 4,6 km.

Verfügbarkeit

Seit April 1999 bietet die Deutsche Telekom T-DSL für Geschäftskunden und seit Juli 1999 für Privatkunden an. Der Ausbau der Infrastruktur für T-DSL wurde entsprechend der Nachfrage vorangetrieben. Im Jahr 2003 war die Versorgung der Kerngebiete erreicht.
Die nationale Vollversorgung ist wegen technischer Gründe nicht realisierbar. Die Übertragungsgeschwindigkeit nimmt mit zunehmender Entfernung von der Vermittlungsstelle ab. Vor allem in ländlichen Gebieten sind die Endanwender häufig über sehr lange Kabelwege an die nächste Vermittlungsstelle angeschlossen. Hier ist es schwierig die ADSL-Technik zu realisieren. In einzelnen Gebieten in Deutschland liegen Lichtwellenleiter (Glasfaserkabel), teilweise bis zum Kunden. Auf Lichtwellenleitern ist ADSL nicht eignet. Dort ist kein T-DSL möglich.

Ratgeber: T-DSL-Installation

Zusammenschaltung des T-DSL-Equipments
Am Besten verbindet man die Geräte mit den beiliegenden Kabeln miteinander. Selbstverständlich lassen sich bei Bedarf die Kabel gegen längere austauschen.
Zwischen Splitter und DSL-Modem empfiehlt die Deutsche Telekom höchstens 20 Meter. Wer auf sorgfältige Installation achtet und auf einfache und billige Kabel verzichtet, der kann es auch länger machen. Wer weiter muss, der sollte gleich den Splitter mit verlegen und von der TAE-Dose bis zum Splitter ein Installationskabel verlegen (I-ST-..). Auf ein billiges Telefonverlängerungskabel sollte verzichtet werden, wenn man sich keine Störungen am DSL-Anschluss einfangen will.
Die Status-LEDs am DSL-Modem zeigen schon recht deutlich, wie es mit dem DSL-Anschluss steht. Eine LED, die mit T-DSL oder Sync beschriftet ist, blinkt, wenn das DSL-Modem sich mit der Vermittlungsstelle synchronisiert. Leuchtet die LED grün, dann besteht zwischen Vermittlungsstelle und DSL-Modem eine Verbindung. Leuchtet sie rot, dann gibt es Probleme in der Verkabelung zwischen DSL-Modem und Vermittlungsstelle. In diesem Fall sollte man das Modem und den Splitter an der ersten TAE-Dose anschließen und sicherstellen, dass sich auf der Kabelstrecke zum Installationsort ken Fehler befindet. Erst wenn sich an der ersten TAE-Dose keine Synchronisation herstellen lässt, dann könnte das Problem auch beim Netzbetreiber liegen oder DSL-Modem oder Splitter defekt sein.
Bitte beachten: Die Synchronisation kann mehrere Minuten dauern.

Zu Anfangszeiten von T-DSL wurden DSL-Modems mit Ethernet-Schnittstelle ausgeliefert. Zwangsläufig musste man den Computer über ein Netzwerkkarte mit dem DSL-Modem verbinden. Inzwischen gibt es verschiedene Varianten. Mit Ethernet- oder USB-Schnittstelle, aber auch integriert in einem Router. Beim Router fällt die abgehende Kabelverbindung vom DSL-Modem weg. Seltener aber auch möglich sind DSL-Modems als PCI-Steckkarte für den Einbau in den Computer.
Das DSL-Modem verbindet man über das mitgelieferte Patchkabel mit der Ethernet-Schnittstelle. Wer möchte kann auch über installiertes Netzwerkkabel und Dosen (Twisted Pair, RJ45) ein Strecke von knapp 100 Meter überbrücken. Für diese Reichweite ist die Ethernet-Schnittstelle ausgelegt. Ein Treiber muss auf dem Computer meist nicht installiert werden. Bei Windows XP ist ein Breitband-Internet-Zugangs-Assistent für Ethernet-Geräte schon dabei.
DSL-Modems mit USB-Schnittstelle sind nicht ganz so einfach zu handhaben und flexibel, wie Ihre Ethernet-Kollegen. USB-Geräte teilen sich die Schnittstelle mit anderen Geräten. Zwingend muss ein Treiber installiert werden. Sonst geht der Internet-Zugang gar nicht.

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