Forum

Einloggen | Registrieren | RSS  

Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) (Schaltungstechnik)

verfasst von bastelix(R), 16.10.2020, 00:47 Uhr

» Etwas drastisch gesagt: wenn dieser Thread so weiter fortgesetzt wird, ist
» Dein Projekt schnell tot.
Naja, so viel tut sich hier ja grad nicht :-D

» Du sagst ja selbst:
» "Sag das nicht, ich neige dazu viel zu viele optionale Features in sowas
» einzubauen"
Ja, mein Hang zum Perfektionismus und zu zu vielen Features ist manchmal echt ein Problem.

» in Zeiten, wo alles mit Hühnerfutter und einigen Script-Zeilen zu machen
» ist, sind die Möglichkeiten fast unendlich - leider dann auch die
» Stolperfallen.
So gesehen wäre es fast sinnvoller die RTC nicht auf der Platine zu verbauen sondern eher mehr Verbinder für I2C einzusetzen. Dann kann man da optional ranhängen was man will aber die Platine tut erstmal mit einem externen I2C-RTC-Modul was ich jetzt brauche. Und dann auch einen Teil der Ausgängen vom PCA auf einen Stecker führen statt direkt mit FETs zu versehen, damit man da ranhängen kann was man will. Z.B. eine weitere FET-Platine, eine LDD-Platine, irgendwas das vielleicht irgendwann gebraucht wird, oder einfach nur garnichts.

» Nach meiner auch
» beruflichen Erfahrung sind solide durchdachte und umgesetzte Konzepte, die
» genau auf den Bedarf zugeschnitten sind, die, die sich später wirklich
» bewähren.
Mein Erfahrung ist da ähnlich, aber nicht gleich. Wenn ich da ins Detail gehe schreibe ich bis ende November noch an diesem Post aber ich versuchs mal auf ein einfaches Beispiel runterzubrechen. Ich baue eine Software für einen Onlineshop, da muss der Shop-Kunde bezahlen können. Vorerst geht das nur via PayPal und Vorauskasse. Also kann ich das hart reincoden oder ich überlege mir gleich eine Architektur die es mir erlaubt einfach weitere Zahlungsarten einzubauen. Ersteres geht schneller und ist vorerst einfacher. Letzteres erfordert mehr Aufwand am Anfang aber andere Zahlungsdienstleister (Amazon Pay, ...) lassen sich dafür schneller und einfacher anbinden. Und der ganze Code bleibt wartbarer wenn mal ein neuer Zahlungsdienstleister dazu kommt oder Wirecard *hust* rausfliegt.
Wenn man dabei von Anfang an versucht alle Eventualitäten abzubilden erreicht man eher das Gegenteil vom gewollten (das ganze wird viel zu Komplex) aber wenn man nur die zwei erstgenannten berücksichtigt wird es genau so schwierig einen weiteren anzubinden. Der Spagat ist es also mit einer möglichst einfachen aber zugleich möglichst flexiblen Lösung sich möglichst wenig Probleme in der Zukunft aufzuhalsen.

» Auch SIcherheitsfeatures sollte man auf das wesentliche
» beschränken, auch hier wieder "sicher konzipieren" und nicht "Hosenträger
» und Gürtel gleichzeitig" anwenden.
In der IT vergrößert jedes Sicherheitsfeature auch die Angriffsfläche (mehr Software die automatisch mehr Fehler enthalten kann). Bei der Sicherheit der Platine gehts mir eher darum im Worst-Case nur die Platine oder Bauteile darauf zu himmeln. Nur bitte nichts wo im Fehlerfall die Feuerwehr anrücken muss ;-)

» Die Chance ist groß, dass man nach einigen Jahren ein ganz neues
» Konzept umsetzen möchte, statt ein bestehendes Konzept aufzubohren.
Ich denke, ich verstehe dich. Früher konnte man PCs noch vernünftig aufrüsten, heute rentiert sich das nach relativ kurzer Zeit nicht mehr (wenn es überhaupt noch geht, weil da ja mittlerweile viele Hersteller lieber Löten und Kleben statt Stecken und Schrauben). Aber in dem konkreten Fall will ich die Platine schon für ein paar mehr Jahre verwenden. Und ich bin auch eher der Typ der sein "neues" Mobiltelefon gebraucht kauft - nicht weils billiger ist, sondern weil ich nicht das neuste Modell haben muss und wenn das Gebrauchte noch ein paar Jahre länger im Einsatz ist müssen nicht Ressourcen für ein neues Gerät vergeudet und dem Recycling des alten aufgebracht werden.

» IEin "schlankes" System läßt sich einfacher
» warten oder reparieren.
Da stimme ich dir völlig zu.

» Wenn ich erst anfangen muß "wie war das noch, was
» habe ich da gemacht?" dann wird es nervig.
Ach wenn das in der IT auch so einfach wäre :-D Aber dafür kann man bei Software auch einen ganzen Roman als Dokumentation direkt in den Code schreiben. Wird nur in der Praxis leider zu selten gemacht.

» Wichtig ist Dir doch die korrekte gewünschte Beleuchtung und deren
» Zuverlässigkeit. Und da sehe ich es so, wie es wohl auch Dir im IT Bereich
» geht: jede Zeile Code muß gewartet werden und erhöht potenziell das
» Fehlerrisiko.
Ja!

» Und zudem: überwacht ein System sich selbst, muß ich im
» Fehlerfall auch davon ausgehen, daß die Überwachung betroffen sein kann,
Du meinst das Tool, welches den Mail-Server überwacht und wenn der ausfällt eine Mail verschickt (natürlich über den ausgefallenen Mail-Server, an ein Postfach auf dem ausgefallenen Mail-Server :-D alles schon gesehen :-D Aber meistens nicht selber verbrochen ;-) )

» also:...KISS (Keep it simple, snoopy) ;-)
Ich kenn das eher als Keep It Simple, Stupid (finde deine Version freundlicher) und irgendwie muss ich da auch immer an "I was made for lovin' you" denken (und Panda-Bären... :-D )

Ich schau mal wie ich den Spagat aus Fexiblität, Kosten/Aufwand und Einfachheit hinbekomme. Hab jetzt jedenfalls ein paar gute Ansätze:
* RTC wird extern angebunden (spart Platz, den man für weitere Verbinder oder kleineren Platinenabmessungen verwenden kann)
* Ein Teil der Ausgänge vom PCA wird sirekt auf einen Verbinder gelegt
* Alle freien Digital-Pins werden auf Verbinder gelegtt
* Es wird mehr Verbinder für I2C geben
* Alle freien Analog-Pins werden nach Möglichkeit auf Verbinder geroutet

Aber um nochmal zu meiner Ausgangsfrage zurückzukommen: Macht die Sicherung an der stell Sinn? So unter dem Aspekt: Jemand programmiert einen Lampen-Test wo alle LEDs auf maximaler Leistung gleichzeitig leuchten. Jemand anderes stellt seine Kaffeetasse auf den Lampentest-Taster und verlässt den Raum weil er sich noch kurz die Hände waschen will. Demjenigen fällt dann aus heiterem Himmel ein ACME-Flügel (oder ACME-Tresor) auf den Kopf und die Kaffeetasse bleibt ein paar Tage auf der Lampentest-Taste stehen. Wenn die Platine oder Bauteile darauf kaputt gehen ist das (unter den fiktiv widrigsten Umständen) OK, wenn die Feuerwehr anrücken muss um den Zimmerbrand zu löschen eher nicht.



Gesamter Thread:

LED-Beleuchtungssystem - Macht eine Sicherung Sinn? - bastelix(R), 11.10.2020, 00:12 (Schaltungstechnik)
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - bastelix(R), 12.10.2020, 23:11
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - cmyk61(R), 13.10.2020, 01:21
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - cmyk61(R), 13.10.2020, 13:17
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - bastelix(R), 14.10.2020, 02:18
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - Hartwig(R), 14.10.2020, 09:49
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - bastelix(R), 16.10.2020, 00:47
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - matzi682015(R), 16.10.2020, 02:57
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - bastelix(R), 16.10.2020, 23:22
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - bastelix(R), 17.10.2020, 00:01
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - Hartwig(R), 17.10.2020, 12:13
Pflichenheft, Schaltplan, etc. ;-) - bastelix(R), 18.10.2020, 01:54