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Die Unwissenschaft und der Homo-Capitalis (Elektronik)

verfasst von schaerer(R)  E-Mail, Zürich (Schweiz), 06.08.2020, 10:59 Uhr

Hallo Axel

» Wenn ich das so lese fällt mir ein, dass mein EX Schwiegersohn in der
» Ausbildung zum Chemie Dr. mir von der Vorgehensweise bei Experimenten
» erzählt hat. Wenn da nicht das Ergebnis raus kam, was im Lehrbuch stand,
» wurde das so oft wiederholt bis es passte. Da hat wirklich keinen
» interessiert warum da was nicht funktioniert hat. Ist so und fertig.
» Da von Forschung der Studenten sprechen ist ein Witz.

Diese Art von Forschung ist eine Unwissenschaft. Pasta, so einfach ist das?

Unwissenschaft kommt primär dadurch zustande in dem die Unwissenschaftler entweder keine Ahnung davon haben, dass es Theorien gibt, die erklären was Wissenschaft ist oder zumindest sein soll. Man nennt dies Wissenschaftstheorie oder auch Erkenntnistheorie.

Natürlich ist auch das kein Evangelium. Es ist eine Wissenschaft über Wissenschaft und unterliegt ebenfalls der Notwendigkeit sich selbst kritisch in Frage zu stellen. Aber besser so etwas als gar nichts und die Unwissenschaft treibt faule Blüten auf Teufel komm raus.

Auch hier gilt, es ist alles relativ, - und nein, das hat Einstein nicht gesagt.

Theorien über das Wissen vom Wissen ist uralt. Gab's schon bei den alten Griechen. Wieviel man davon heute noch gebrauchen kann, keine Ahnung. Aber für diese Frage muss man glaub gar nicht zurück zu den alten Griechen.
Das selbe Kriterium gilt wohl auch für Goethe, dessen Existenz deutlich weniger weit zurück liegt.

Aus der Fast-Gegenwart ist mir der Wissenschafts- und Erkenntnistheoretiker Karl Raimond Popper ein wenig bekannt. Ein wenig, weil ein Buch zu lesen, so stellte ich schnell fast, war und ist mir (heute erst recht) zu schwierig.

Popper im Wiki:
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper

Ein paar wichtige Inhalte sind mir aber geblieben aus den frühen berühmten ORF2-Diskussionssendungen (wer kennt diese noch?), als er noch lebte und aus Artikeln in gewissen Zeitschriften, wie z.B. im Wissenschaftsteil in der "NEUE ZÜRCHER ZEITUNG" (NZZ). Es geht um das Prinzip der Falsifizierung. Kurz zusammengefasst: Wenn der Forschende nur gerade drauf aus ist zu verifizieren, läuft er oder sie rein in die Irrtümer. Nichts gegen das Verifizieren, weil es ist menschlich und spornt an. Aber der Forschende soll immer auch begleitend falsifizieren. So werden Irrtümer frühzeitig aufgedeckt und Korrekturen sind dann noch einfacher und auch billiger...

Ja aber, wenn man denn das schon weiss, warum falsifiziert man nicht deutlich mehr, als getan wird? Ganz einfach, das kostet Zeit. Man läuft in die Gefahr, dass die Konkurrenz gewinnt, weil die ja auch nicht falsifiziert. So lange es den Homo-Capitalis gibt, wird sich das auch nie ändern.

» Zur analogen Steuerung mit OP`s kann ich sagen, dass ich damit Anlagen mit
» vielen Antrieben sehr sauber zum Funktionieren gebracht habe. Der Aufwand
» zu Digitaltechnik war erheblich geringer und von den dann eingesetzten
» Mitarbeitern begreiflich.

Ich denke, das hat oft damit zu tun, dass die Abstraktion geringer ist. Das zeigt sich z .B. im Vergleich vom Begreifen wie ein analoges Tiefpassfilter z.B. zweiter Ordnung funktioniert. Man stelle sich das selbe im digitalen Bereich vor.....

Trotzdem soll das jetzt nicht bedeuten, dass ich denke ein digitales Tiefpassfilter z.B. zweiter Ordnung sei Quatsch. Ist es nicht, je nachdem was die Anwendung ist (Steuerung).

Ein Quasi-Zwischending ist das Switched-Capacitor-TP-Filter...

» Bei den Anlagen - Kühlwalzenantriebe - waren die
» Durchmesser nicht alle exakt gleich und die Durchmeser änderten sich durch
» die verschiedenen Temperaturen. Das Gegenstück waren in einer anderen
» Anlagenart eingesetzte FU aus Japan. Die verloren einfach mal die
» eingegebenen Parameter. Die konnten zwar viel - z.B. kritische Drehzahlen
» im Hochlauf überspringen - aber das war dann alles weg. Ganz Japan suche
» nach dem Grund und ich wurde meist in der Nacht gerufen um das alles wieder
» einzutippen. Ist einige Jahre her.

Verstehe, da kriegt man Vögel und noch ein paar Jahre dazu, landet man beim Pissiater.

--
Gruss
Thomas

Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
http://tinyurl.com/timerbuch
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
http://tinyurl.com/opamp-instrumamp-buch



Gesamter Thread:

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