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Hartwig(R)

05.10.2023,
16:27
(editiert von Hartwig
am 16.10.2023 um 18:28)
 

Oszis - wen es interessiert (Elektronik)

kürzlich stand ich vor dem Problem, unterwegs evtl. ein Oszi zu benötigen. Nur wollte ich kein Tischgerät auf Verdacht im Reisegepäck haben. So erinnerte ich mich daran, dass simi7 sich letzte Weihnachten einen Owon HDS242 gegönnt hatte. Da hier bisher keine Klagen von ihm zu hören waren, sah ich das als gutes Zeichen und bestellte ;-) - zum Glück, denn ich brauchte das Gerät dann wirklich. Es ermöglicht mit einiger Übung eine Einhandnutzung, unterstützt durch die reine Drucktastenbedienung. Der Einsatz mit Akku war hilfreich, nicht selten habe ich erlebt, das netzbetriebene Geräte durch Leitungen oder übersehene Erdschleifen auch ihre Streiche spielen. Die Empfindlichkeit des HDS242 ist mit 10mV/div. zwar nicht üppig, reicht aber, ich mach ja keine Labormessungen. Die Triggermöglichkeiten sind begrenzt, aber funktionieren sauber. Unvorhersehbar auftretende einzelne Spikes im nano/micro-Sekundenbereich wurden mit "single sweep" sicher erfasst und dargestellt. Das einfache Abspeichern von Referenzsignalen macht Vergleiche zwischen Komponenten bzw vorher/nacher sehr einfach möglich. Ein grober Test zeigte einen fast ebenen Frequenzverlauf, Die Verstärkerbandbreite von 40MHz scheint durchaus relistisch zu sein, eher besser. Auffallend ist auch die recht kurze Bootzeit, ich schätze mal knapp 1s! Da kann man gut zwischen den Messungen ausschalten, wenn man länger mit der Akkuladung auskommen muß. Die Protokollierung der Messungen als Bitmap oder CSV-Datei ist einfach und ohne zusätzliche Programme möglich. Der Nutzen der beigefügten Software hingegen erschliesst sich mir nicht.
Der beigefügte Tastkopf ist ok - eben ein Billigteil. Gut daran ist, dass beim Aufsetzen des BNC-Steckers am Gerät das Bajonett isoliert über eine "Rutschkupplung" gedreht wird und somit das geräteseitige Gegenstück des Bajonetts, welches ja aus Kunststoff besteht, nicht beschädigt werden kann. Hier hat also jemand mitgedacht - wie z. B. auch beim in der Frontplatte versenkten Einschaltknopf. Der Tastkopf hat die übliche ohmsche Leitungsdämpfung und reduzierte Kabelkapazität. Natürlich ist auch hier im 1:1 Betrieb die Grenzfrequenz extrem reduziert, leider gibt es in den Daten keine Angabe dazu. Also liegt die fu wohl irgendwo im unteren MHz-Bereich (wenn überhaupt). Bei Messungen in Schaltungen mit höheren Quellimpedanzen kann der Tastkopf dennoch hilfreich sein. Der Betrieb ohne die Li-Zellen funktioniert auch. Bei mir sah ich dann im Bild Störungen vom Netzteil, die allerdings direkt in den Messaufbau einstreuten. Bei Kurzschluß des Einganges war der Spuk weg. Eine änderung des Aufbaus löste dann das Problem.
Der Hinweis in der Anleitung auf die Autokalibration (des Oszis) ist durchaus ernst zu nehmen, gerade wenn Spannungswerte von Bedeutung sind.
Über das Multimeter gibt es wenig zu sagen - es tut, was es soll. Die Ansprechzeit bei der Durchgangsprüfung ist gerade noch OK, nicht gerade schnell. Auf den ersten Blick machen die 4mm Messbuchsen innen einen wackligen EIndruck - gebogenes dünnes Blech....Schaut man mal in das Gerät, sieht man, dass die Kontakte in einem soliden Kunststoffzylinder gehalten werden, die kontaktierung erfolg seitlich, so dass die mechanische Beanspruchung der Lötstelle und Platine reduziert sind. Allerdings fallen mir keine kräftigen Schutzbauelemente (außer einem VDR oder PTC und 2 Bauelemnten im Melf-Gehäuse, wenig im Vergleich zu anderen DMMs. Auch die Daten sagen wenig über den Überlastungsschutz. Somit würde ich das HDS242 eher für Messungen an Kleinspannung einsetzen, für höhere Spannungen / Netzspannung würde ich es nur mit größter Vorsicht benutzen - möglichst aber nicht....
Abschließend ein kleiner Vergleich: Ein kurzer Impuls (5ns Anstieg, 10ns Dauer, 5ns Abfall) wurde an den HDS242 (40MHz 250MSa/s) und einen Rigol 1052E (50MHz 1GSa/s) abgegeben. Der Impuls wurde manuell ausgelöst und per single sweep erfasst. Der Anschluss erfolgte über RG58U, beidseitig mit 50 Ohm abgeschlossen. Im Vergleich dazu und als "Referenz" wurde der gleiche Impuls (zyklisch, kein single sweep) mit einem Tek 2336 100MHz Oszi erfasst. An allen Geräten war ein Zeitmassstab von 10ns/div eingestellt. Der Tek-Oszi zeigte eine deutlich höhere Amplitude (~+25%). Das ist erklärbar, da der HDS242 und der 1052E nahe ihrer oberen Grenzfrequenzbetrieben wurden, die +25% des Tek passen also zu der -3dB / 70,7% Amplitudenreduktion. Um den Vergleich der Impulsmorphologie zu vereinfachen, wurde die Amplitudendarstellung des Tek auf den Bereich der anderen beiden Geräte eingestellt. Dafür, dass der HDS242 den Impuls aus nur 5 "samples" nachbildet, kommt er dem Tek sehr nahe. Der Rigol macht am Ende noch mal einen ausgedehnten "Unterschwinger" (bei 20 Samples!) - evtl. macht sich da ein Filter zur Bandbreitenbegrenzung bemerkbar? Aber das wird schon Kaffeesatzleserei. Für mich ist wichtig, dass der HDS selbst an seinen Grenzen noch plausible Werte liefert. Das ist leider nicht bei allen Oszis dieser Preisklasse der Fall.







Achtung: der Tek hat ein anderes Raster. Daher ist die Position der zentralen Y-Achse irreführend. 1 Raster horizontal entspricht immer 10ns! Die Triggerung erfolgt auf dem Niveau der zentralen x-Achse (mittlere Horizontale) oder einfach 2 div. von links...

Mikee

05.10.2023,
19:49

@ Hartwig

Oszis - wen es interessiert

Hallo!

Danke, dass Du dir die Mühe gemacht hast und Deine Erfahrungen mit uns teilst.

Mikee

bigdie(R)

06.10.2023,
06:24

@ Hartwig

Oszis - wen es interessiert

Wie im anderen Beitrag schon erwähnt, wenn es ein Multimeter gewesen wäre, bei dem man zusätzlich auch die Kurveb der gemessenen Spannung anzeigen könnte, ohne Tastkopf, gleich über den Multimetereingang, dann hätte ich das Teil auch gekauft.
Einen Oszi zum mitnehmen habe ich schon, den von Fnirsi
https://www.banggood.com/de/FNIRSI-1013D-7-inch-Digital-2-Channels-Tablet-Oscilloscope-100M-Bandwidth-1GS-or-s-Sampling-Rate-800x480-Resolution-Capacitor-Screen-Touch-+-Gesture-Operation-Oscilloscopes-p-1865539.html?
Der hat halt das größere Display und wenn ich auch sonst eher für Knöpfe bin, so wie die die Touch Bedienung umgesetzt haben, kann ich dem eigentlich nur positives abgewinnen. Das Gerät ist dadurch sehr klein, also wie ein zu dick geratenes 7"Tablet und die 7" sind halt schön, wenn die Augen im Alter nachlassen:-D
Vergleich zu richtig teuer habe ich nicht, sondern höchstens zu einem 30 Jahre altem Hameg 20MHz Gerät und ganz ehrlich, das will ich nicht mehr haben:-) Schon allein wegen der ganzen Zusatzinfos, die man einblenden kann, wie Spannungen, also Spitze, Effektiv und noch weitere, Frequenz Periodendauer, Tastgrad und noch bestimmt 10 weitere Werte pro Kanal. Per Touch kann man auch waagerechte und senkrechte Linien verschieben und die Spannung zwischen 2 waagerechten Linien und die Zeit zwischen den senkrechten anzeigen.
Im Bastelzimmer hängt das Teil per USB am PC aber der Sicherheit wegen habe ich da einen USB Isolierer dazwischen. Steht leider nirgends in der Anleitung, ob der das intern auch hat und wie viel Spannung der isoliert. Über den PC wird auch der Akku geladen, allerdings ist die Ladung kleiner als der Verbrauch. Wenn ich den also mal vergesse abzuschalten, (PC läuft immer) dann erreicht er irgendwann den Punkt, wo er sich permanent Ein/Aus schaltet. Würde vermutlich am Steckernetzteil nicht passieren. So schön, wie ein mech. Ausschalter ist, in dem Falle wäre der heute übliche elektronische Ein Aus Taster besser, da würde er einfach aus bleiben, wenn der Akku leer ist und der Akku würde sich wieder aufladen. Aber das ist eigentlich das Einzige, was mir so nicht gefällt. Und natürlich das, was ich eh an jedem Messgerät nachrüste. Alle meine Multimeter haben einen Magnet hinten dran um das Gerät auch mal z.B. an eine Schaltschranktür zu hängen. Und für die heimischen hab ich das Prinzip übernommen, die liegen oder stehen nicht irgendwo herum, sondern hängen an der Wand an einem Stück Blech. bzw Magnettafel.

Offroad GTI(R)

06.10.2023,
08:49

@ Hartwig

Oszis - wen es interessiert

» Der Rigol macht am
» Ende noch mal einen ausgedehnten "Unterschwinger" (bei 20 Samples!) - evtl.
» macht sich da ein Filter zur Bandbreitenbegrenzung bemerkbar? Aber das wird
» schon Kaffeesatzleserei. Für mich ist wichtig, dass der HDS selbst an
» seinen Grenzen noch plausible Werte liefert. Das ist leider nicht bei allen
» Oszis dieser Preisklasse der Fall.
Kann auch an der Darstellungsart liegen.
Oft ist "sin(x)/x Interpolation" standardmäßig eingestellt. Da kann es schon mal zu komischen Phänomenen kommen.
Stelle die Darstellung doch mal auf "einzelne Abtastpunkte" (oder wie auch immer das beim jeweiligen Hersteller genannt wird) um.

schaerer(R)

Homepage E-Mail

Kanton Zürich (Schweiz),
06.10.2023,
11:53

@ Hartwig

Oszis - wen es interessiert.

» kürzlich stand ich vor dem Problem, unterwegs evtl. ein Oszi zu benötigen.
» Nur wollte ich kein Tischgerät auf Verdacht im Reisegepäck haben. So
» erinnerte ich mich daran, dass simi7 sich letzte Weihnachten einen Owon
» HDS242 gegönnt hatte. Da hier bisher keine Klagen von ihm zu hören waren,
» sah ich das als gutes Zeichen und bestellte ;-) - zum Glück, denn ich
» brauchte das Gerät dann wirklich. Es ermöglicht mit einiger Übung eine
» Einhandnutzung, unterstützt durch die reine Drucktastenbedienung. Der
» Einsatz mit Akku war hilfreich, nicht selten habe ich erlebt, das
» netzbetriebene Geräte durch Leitungen oder übersehene Erdschleifen auch
» ihre Streiche spielen. Die Empfindlichkeit des HDS242 ist mit 10mV/div.
» zwar nicht üppig, reicht aber, ich mach ja keine Labormessungen. Die
» Triggermöglichkeiten sind begrenzt, aber funktionieren sauber.
» Unvorhersehbar auftretende einzelne Spikes im nano/micro-Sekundenbereich
» wurden mit "single sweep" sicher erfasst und dargestellt. Das einfache
» Abspeichern von Referenzsignalen macht Vergleiche zwischen Komponenten bzw
» vorher/nacher sehr einfach möglich. Ein grober Test zeigte einen fast
» ebenen Frequenzverlauf, Die Verstärkerbandbreite von 40MHz scheint durchaus
» relistisch zu sein, eher besser. Auffallend ist auch die recht kurze
» Bootzeit, ich schätze mal knapp 1s! Da kann man gut zwischen den Messungen
» ausschalten, wenn man länger mit der Akkuladung auskommen muß. Die
» Protokollierung der Messungen als Bitmap oder CSV-Datei ist einfach und
» ohne zusätzliche Programme möglich. Der Nutzen der beigefügten Software
» hingegen erschliesst sich mir nicht.
» Der beigefügte Tastkopf ist ok - eben ein Billigteil. Gut daran ist, dass
» beim Aufsetzen des BNC-Steckers am Gerät das Bajonett isoliert über eine
» "Rutschkupplung" gedreht wird und somit das geräteseitige Gegenstück des
» Bajonetts, welches ja aus Kunststoff besteht, nicht beschädigt werden kann.
» Hier hat also jemand mitgedacht - wie z. B. auch beim in der Frontplatte
» versenkten Einschaltknopf. Der Tastkopf hat die übliche ohmsche
» Leitungsdämpfung und reduzierte Kabelkapazität. Natürlich ist auch hier im
» 1:1 Betrieb die Grenzfrequenz extrem reduziert, leider gibt es in den Daten
» keine Angabe dazu. Also liegt die fu wohl irgendwo im unteren MHz-Bereich
» (wenn überhaupt). Bei Messungen in Schaltungen mit höheren Quellimpedanzen
» kann der Tastkopf dennoch hilfreich sein. Der Betrieb ohne die Li-Zellen
» funktioniert auch. Bei mir sah ich dann im Bild Störungen vom Netzteil, die
» allerdings direkt in den Messaufbau einstreuten. Bei Kurzschluß des
» Einganges war der Spuk weg. Eine änderung des Aufbaus löste dann das
» Problem.
» Der Hinweis in der Anleitung auf die Autokalibration (des Oszis) ist
» durchaus ernst zu nehmen, gerade wenn Spannungswerte von Bedeutung sind.
» Über das Multimeter gibt es wenig zu sagen - es tut, was es soll. Die
» Ansprechzeit bei der Durchgangsprüfung ist gerade noch OK, nicht gerade
» schnell. Auf den ersten Blick machen die 4mm Messbuchsen innen einen
» wackligen EIndruck - gebogenes dünnes Blech....Schaut man mal in das Gerät,
» sieht man, dass die Kontakte in einem soliden Kunststoffzylinder gehalten
» werden, die kontaktierung erfolg seitlich, so dass die mechanische
» Beanspruchung der Lötstelle und Platine reduziert sind. Allerdings fallen
» mir keine kräftigen Schutzbauelemente (außer einem VDR oder PTC und 2
» Bauelemnten im Melf-Gehäuse, wenig im Vergleich zu anderen DMMs. Auch die
» Daten sagen wenig über den Überlastungsschutz. Somit würde ich das HDS242
» eher für Messungen an Kleinspannung einsetzen, für höhere Spannungen /
» Netzspannung würde ich es nur mit größter Vorsicht benutzen - möglichst
» aber nicht....
» Abschließend ein kleiner Vergleich: Ein kurzer Impuls (5ns Anstieg, 10ns
» Dauer, 5ns Abfall) wurde an den HDS242 (40MHz 250MSa/s) und einen Rigol
» 1052E (50MHz 1GSa/s) abgegeben. Der Impuls wurde manuell ausgelöst und per
» single sweep erfasst. Der Anschluss erfolgte über RG59U, beidseitig mit 50
» Ohm abgeschlossen. Im Vergleich dazu und als "Referenz" wurde der gleiche
» Impuls (zyklisch, kein single sweep) mit einem Tek 2336 100MHz Oszi
» erfasst. An allen Geräten war ein Zeitmassstab von 10ns/div eingestellt.
» Der Tek-Oszi zeigte eine deutlich höhere Amplitude (~+25%). Das ist
» erklärbar, da der HDS242 und der 1052E nahe ihrer oberen
» Grenzfrequenzbetrieben wurden, die +25% des Tek passen also zu der -3dB /
» 70,7% Amplitudenreduktion. Um den Vergleich der Impulsmorphologie zu
» vereinfachen, wurde die Amplitudendarstellung des Tek auf den Bereich der
» anderen beiden Geräte eingestellt. Dafür, dass der HDS242 den Impuls aus
» nur 5 "samples" nachbildet, kommt er dem Tek sehr nahe. Der Rigol macht am
» Ende noch mal einen ausgedehnten "Unterschwinger" (bei 20 Samples!) - evtl.
» macht sich da ein Filter zur Bandbreitenbegrenzung bemerkbar? Aber das wird
» schon Kaffeesatzleserei. Für mich ist wichtig, dass der HDS selbst an
» seinen Grenzen noch plausible Werte liefert. Das ist leider nicht bei allen
» Oszis dieser Preisklasse der Fall.
»
»
»
»
»
»
»
» Achtung: der Tek hat ein anderes Raster. Daher ist die Position der
» zentralen Y-Achse irreführend. 1 Raster horizontal entspricht immer 10ns!
» Die Triggerung erfolgt auf dem Niveau der zentralen x-Achse (mittlere
» Horizontale) oder einfach 2 div. von links...

--
Gruss
Thomas

Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
https://tinyurl.com/zjshz4h9
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
https://tinyurl.com/fumtu5z9

Hartwig(R)

06.10.2023,
14:58

@ Offroad GTI

Oszis - wen es interessiert

» Kann auch an der Darstellungsart liegen.
» Oft ist "sin(x)/x Interpolation" standardmäßig eingestellt. Da kann es
» schon mal zu komischen Phänomenen kommen.
» Stelle die Darstellung doch mal auf "einzelne Abtastpunkte" (oder wie auch
» immer das beim jeweiligen Hersteller genannt wird) um.
Hallo,
ja, sin(x)/x war eingeschaltet. Ich hatte schon den Verdacht, konnte das aber nicht reproduzieren. Das lag aber daran, dass ja Trigger und sampling nicht synchronisiert sind. (ich hatte noch "analog" gedacht, dass das Sampling genau mit dem Trigger beginnt. Die ADCs laufen aber ja immer, bei Triggerung wird sozusagen nur ein Zeitmarke gesetzt, gerechnet und abgespeichert. Dadurch wird sich bei dieser noch übersichtlichen Anzahl von Samples die Morphologie von Impuls zu Impuls ändern, selbst wenn das Eingangssignalsignal immer identisch ist. Ich habe daher je 20x sin(x)/x und 20x "normal" angeschaut. Da wurde es in der Tat auffällig, dass bei sin(x)/x nach dem Impulsabfall zuweilen längere "Täler" auftauchten, die das Originalsignal (Tek analog) nie zeigte. Gut zu wissen, aber an der oberen Frequenzgrenze würde ich immer mit Fehlern rechnen.
Hartwig

Hartwig(R)

06.10.2023,
15:55

@ Mikee

Oszis - wen es interessiert

» Hallo!
»
» Danke, dass Du dir die Mühe gemacht hast und Deine Erfahrungen mit uns
» teilst.
»
gerne, es ging mir darum, das in einigen anderen Foren (nicht hier) ein ziemlicher Mist zu dem Thema verbreitet wird, und wenn dann alles obendrein nur subjektiv ist, hilft das nix. Ein Messgerät sollte das tun, was drauf steht, innerhalb der üblichen Fehlergrenzen - leider ist auch das ja nicht immer der Fall.

Hartwig

Offroad GTI(R)

06.10.2023,
21:03

@ Hartwig

Oszis - wen es interessiert

» und 20x "normal" angeschaut.
Was heißt "normal"? Punktmodus?
Gab es die 'Täler' da auch?

Hartwig(R)

06.10.2023,
22:51

@ Offroad GTI

Oszis - wen es interessiert

» » und 20x "normal" angeschaut.
» Was heißt "normal"? Punktmodus?
nein, nur ist das leider im Manual vom Rigol1054E nicht angegeben, sin(x)/x ist als Opotion wählbar. Wahrscheinlich wird in der Standardeinstellung ein (cubic) spline fit benutzt.
» Gab es die 'Täler' da auch?
so ausgeprägt nicht. aber das liesse sich nur statistisch genau ermitteln, da ja das Sampling nicht mit dem EIngangssignal oder Trigger zu synchronisieren ist. D. h. jeder Impuls sieht zwangläufig etwas anders aus. Und dann kommen noch andere Messfehler dazu. Wenn ich demnächst mal mehr Zeit habe, werde ich da mal nach mehr Info suchen.
Grüße
Hartwig

JBE(R)

E-Mail

07.10.2023,
20:26
(editiert von JBE
am 07.10.2023 um 20:30)


@ Hartwig

Oszis - wen es interessiert

» kürzlich stand ich vor dem Problem, unterwegs evtl. ein Oszi zu benötigen.
» Nur wollte ich kein Tischgerät auf Verdacht im Reisegepäck haben. So
» erinnerte ich mich daran, dass simi7 sich letzte Weihnachten einen Owon
» HDS242 gegönnt hatte. Da hier bisher keine Klagen von ihm zu hören waren,
» sah ich das als gutes Zeichen und bestellte ;-) - zum Glück, denn ich
» brauchte das Gerät dann wirklich. Es ermöglicht mit einiger Übung eine
» Einhandnutzung, unterstützt durch die reine Drucktastenbedienung. Der
» Einsatz mit Akku war hilfreich, nicht selten habe ich erlebt, das
» netzbetriebene Geräte durch Leitungen oder übersehene Erdschleifen auch
» ihre Streiche spielen. Die Empfindlichkeit des HDS242 ist mit 10mV/div.
» zwar nicht üppig, reicht aber, ich mach ja keine Labormessungen. Die
» Triggermöglichkeiten sind begrenzt, aber funktionieren sauber.
» Unvorhersehbar auftretende einzelne Spikes im nano/micro-Sekundenbereich
» wurden mit "single sweep" sicher erfasst und dargestellt. Das einfache
» Abspeichern von Referenzsignalen macht Vergleiche zwischen Komponenten bzw
» vorher/nacher sehr einfach möglich. Ein grober Test zeigte einen fast
» ebenen Frequenzverlauf, Die Verstärkerbandbreite von 40MHz scheint durchaus
» relistisch zu sein, eher besser. Auffallend ist auch die recht kurze
» Bootzeit, ich schätze mal knapp 1s! Da kann man gut zwischen den Messungen
» ausschalten, wenn man länger mit der Akkuladung auskommen muß. Die
» Protokollierung der Messungen als Bitmap oder CSV-Datei ist einfach und
» ohne zusätzliche Programme möglich. Der Nutzen der beigefügten Software
» hingegen erschliesst sich mir nicht.
» Der beigefügte Tastkopf ist ok - eben ein Billigteil. Gut daran ist, dass
» beim Aufsetzen des BNC-Steckers am Gerät das Bajonett isoliert über eine
» "Rutschkupplung" gedreht wird und somit das geräteseitige Gegenstück des
» Bajonetts, welches ja aus Kunststoff besteht, nicht beschädigt werden kann.
» Hier hat also jemand mitgedacht - wie z. B. auch beim in der Frontplatte
» versenkten Einschaltknopf. Der Tastkopf hat die übliche ohmsche
» Leitungsdämpfung und reduzierte Kabelkapazität. Natürlich ist auch hier im
» 1:1 Betrieb die Grenzfrequenz extrem reduziert, leider gibt es in den Daten
» keine Angabe dazu. Also liegt die fu wohl irgendwo im unteren MHz-Bereich
» (wenn überhaupt). Bei Messungen in Schaltungen mit höheren Quellimpedanzen
» kann der Tastkopf dennoch hilfreich sein. Der Betrieb ohne die Li-Zellen
» funktioniert auch. Bei mir sah ich dann im Bild Störungen vom Netzteil, die
» allerdings direkt in den Messaufbau einstreuten. Bei Kurzschluß des
» Einganges war der Spuk weg. Eine änderung des Aufbaus löste dann das
» Problem.
» Der Hinweis in der Anleitung auf die Autokalibration (des Oszis) ist
» durchaus ernst zu nehmen, gerade wenn Spannungswerte von Bedeutung sind.
» Über das Multimeter gibt es wenig zu sagen - es tut, was es soll. Die
» Ansprechzeit bei der Durchgangsprüfung ist gerade noch OK, nicht gerade
» schnell. Auf den ersten Blick machen die 4mm Messbuchsen innen einen
» wackligen EIndruck - gebogenes dünnes Blech....Schaut man mal in das Gerät,
» sieht man, dass die Kontakte in einem soliden Kunststoffzylinder gehalten
» werden, die kontaktierung erfolg seitlich, so dass die mechanische
» Beanspruchung der Lötstelle und Platine reduziert sind. Allerdings fallen
» mir keine kräftigen Schutzbauelemente (außer einem VDR oder PTC und 2
» Bauelemnten im Melf-Gehäuse, wenig im Vergleich zu anderen DMMs. Auch die
» Daten sagen wenig über den Überlastungsschutz. Somit würde ich das HDS242
» eher für Messungen an Kleinspannung einsetzen, für höhere Spannungen /
» Netzspannung würde ich es nur mit größter Vorsicht benutzen - möglichst
» aber nicht....
» Abschließend ein kleiner Vergleich: Ein kurzer Impuls (5ns Anstieg, 10ns
» Dauer, 5ns Abfall) wurde an den HDS242 (40MHz 250MSa/s) und einen Rigol
» 1052E (50MHz 1GSa/s) abgegeben. Der Impuls wurde manuell ausgelöst und per
» single sweep erfasst. Der Anschluss erfolgte über RG59U, beidseitig mit 50
» Ohm abgeschlossen. Im Vergleich dazu und als "Referenz" wurde der gleiche
» Impuls (zyklisch, kein single sweep) mit einem Tek 2336 100MHz Oszi
» erfasst. An allen Geräten war ein Zeitmassstab von 10ns/div eingestellt.
» Der Tek-Oszi zeigte eine deutlich höhere Amplitude (~+25%). Das ist
» erklärbar, da der HDS242 und der 1052E nahe ihrer oberen
» Grenzfrequenzbetrieben wurden, die +25% des Tek passen also zu der -3dB /
» 70,7% Amplitudenreduktion. Um den Vergleich der Impulsmorphologie zu
» vereinfachen, wurde die Amplitudendarstellung des Tek auf den Bereich der
» anderen beiden Geräte eingestellt. Dafür, dass der HDS242 den Impuls aus
» nur 5 "samples" nachbildet, kommt er dem Tek sehr nahe. Der Rigol macht am
» Ende noch mal einen ausgedehnten "Unterschwinger" (bei 20 Samples!) - evtl.
» macht sich da ein Filter zur Bandbreitenbegrenzung bemerkbar? Aber das wird
» schon Kaffeesatzleserei. Für mich ist wichtig, dass der HDS selbst an
» seinen Grenzen noch plausible Werte liefert. Das ist leider nicht bei allen
» Oszis dieser Preisklasse der Fall.
»
»
»
»
»
»
»
» Achtung: der Tek hat ein anderes Raster. Daher ist die Position der
» zentralen Y-Achse irreführend. 1 Raster horizontal entspricht immer 10ns!
» Die Triggerung erfolgt auf dem Niveau der zentralen x-Achse (mittlere
» Horizontale) oder einfach 2 div. von links...



Dieses Oszi ist ganz einfach gut , ich habe zwei davon.

ich war auch erst mal skeptisch, sieht ja schön aus, und ob es auch schöne Ergebnisse liefert,

zeigt deine Tolle Info :ok:

Und das tut das Teil in der Tat, ausreichend gute Ergebnisse liefern.

Bedienung erst mal unlogisch , aber man gwöhnt sich daran, die Software kann man sich sparen, und als gimmick ansehen mehr nicht.

Endlich ein Gerät das sich einstellen lässt , auotmatissch aus, und man kann weiter messen während einer Akku Ladung, oder einer Powerbank.

Allerdings wenn das Gerät abschaltet wegen Akku leer , verliert es ab und an mal die Einstellungen, die man vorgenommen hatte.

Klar ist natürlich das man das HDS242 nicht mit dem Mercedes Rohde und Schwarz vergleichen kann, dennoch werden die 40 MHz sogar übertroffen, und ist für

mal schnell was gucken gut genug. Ich würde es weiter empfehlen ohne schlechtes Gewissen.

Hartwig(R)

08.10.2023,
11:36

@ JBE

Oszis - wen es interessiert

»
»
» Dieses Oszi ist ganz einfach gut , ich habe zwei davon.
»
» ich war auch erst mal skeptisch, sieht ja schön aus, und ob es auch schöne
» Ergebnisse liefert,
»
» zeigt deine Tolle Info :ok:

Danke!
»
» Und das tut das Teil in der Tat, ausreichend gute Ergebnisse liefern.
»
» Bedienung erst mal unlogisch , aber man gwöhnt sich daran,

Und dabei ermöglicht es die Einhandbedienung mit links. Bei meinem Einsatz in einer "unbequemen" Umgebung (sehr eng) erleichtert das die Nutzung enorm.

» die Software
» kann man sich sparen, und als gimmick ansehen mehr nicht.
»
Seh ich auch so...

» Endlich ein Gerät das sich einstellen lässt , auotmatissch aus, und man
» kann weiter messen während einer Akku Ladung, oder einer Powerbank.

»
» Allerdings wenn das Gerät abschaltet wegen Akku leer , verliert es ab und
» an mal die Einstellungen, die man vorgenommen hatte.
»
» Klar ist natürlich das man das HDS242 nicht mit dem Mercedes Rohde und
» Schwarz vergleichen kann, dennoch werden die 40 MHz sogar übertroffen,
Handgerät ab >3k€, dafür natürlich auch viel mehr Sicherheit.

» und ist für mal schnell was gucken gut genug.
Passt noch neben einen Ordner mit Doku in den Rucksack, dafür fliegt das DMM raus.

» Ich würde es weiter empfehlen ohne
» schlechtes Gewissen.
Definitiv, selbst für den Anfänger als Alternative zum analogen Röhrenoszi aus der Bucht.