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cmyk61(R)

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Edenkoben, Rheinland Pfalz,
09.09.2023,
15:29
(editiert von cmyk61
am 09.09.2023 um 15:30)
 

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten (Elektronik)

Moin zusammen,

wir diskutieren gerade die Vorzüge und Nachteile der unterschiedlichen Herangehensweise beim Handlöten einer Leiterplatte.
Ein Lager lässt die Anschlußdrähte von zB LEDs und Widerständen lang, lötet und kürzt sie nach dem Lötvorgang.
Das andere Lager kürzt vorher und lötet dann.
Allerdings hat keines der Lager einen Lötrahmen/Lötfix und muss die Bauteile händisch in Position halten.
Ein Teil der Lager biegt die Drähte auf der Lötseite um 45°, ein anderer Teil nur soviel dass die Bauteile beim umdrehen vom Bestücken nicht aus dem Print rutschen (und arbeiten nach, wenn die Bauteile doch krumm im Print stecken) ein paar wenige biegt die Drähte um fast 90°.

Wie geht Ihr vor? Welches wäre die beste Vorgehenweise und warum?

Mit fallen thermische Belastung der Bauteile (dereinst sollte man GE-Transistoren mit angeklemmter Spitzzange löten), mechanische Belastung des Lötauges und mechanische Belastung am Bauteil als Kontra-Argumente der verschiedenen Varianten ein.

Gruß
Ralf

bigdie(R)

12.09.2023,
16:21

@ matzi682015

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

» Und aus einem DDR Fön mit Spaltpolmotor habe ich dann
» » einen Lüfter für den Kühlkörper gebaut. War so ein Teil
» » https://www.ebay.de/itm/265415922241?
»
» So einen Fön habe ich auch mal vor einigen Jahren sehr günstig bei eBay
» erstanden, 400W hat der, gäll, den benutze ich z.B. um 2-K.-Kleber oder die
» damit zu klebenden Werkstücke zu erwärmen, daß der Kleber dünnflüssiger
» wird und in Ritzen reinkriecht.
»
» » Am Ende hatte ich dann eine Endstufe, die mehr als 2x100W Sinus an 4 Ohm
» » lieferte und das Gehäuse war gleich groß, wie das DDR Kassettendeck
» HMK100
» » Lange stand die aber nicht in meiner Stereo Anlage, irgendwann habe ich
» bei
» » einer mobilen Disco mitgemacht und da wurde die dort gebraucht:-( und
» hat
» » Dorfsääle beschallt
»
» Aber die VEB und RFT und wie sie alle hießen, das war doch gute Qualität,
» oder nicht? Wird oder wurde das nur gehypt?
Klar, die Vermona Endstufen und mischpulte sind teilweise heute noch in irgend einem Probenraum im Einsatz. Aber ohne gute Beziehungen hast du so etwas nie kaufen können, Mal abgesehen, das die vom Preis her etwa so viel gekostet haben wie ein Auto. Hier ist mal eine schöne Übersicht, leider ohne Preise
https://www.rft-hifigeraete.de/85385.html
Nur die Preise im Conrad Katalog stehen dabei, und die kannst du vermutlich x10 in Mark der DDR umrechnen. Aber selbst wenn du die Kohle gehabt hättest, die gingen zuerst in den Westen und wenn die keine mehr wollten, dann nach Russland und wenn auch dort der Bedarf gedeckt war, dann kamen alle Betriebe der DDR dran, denn die hatten ja meist auch einen Saal für Veranstaltungen und dann noch Kinos, oder städtische Kulturhäuser. Profi Bands und für privat gab es das praktisch höchstens mal, wenn es defekt war und man Beziehungen hatte. Ergo musste man sich selbst was bauen

matzi682015(R)

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Aachen,
11.09.2023,
22:10

@ bigdie

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

Und aus einem DDR Fön mit Spaltpolmotor habe ich dann
» einen Lüfter für den Kühlkörper gebaut. War so ein Teil
» https://www.ebay.de/itm/265415922241?

So einen Fön habe ich auch mal vor einigen Jahren sehr günstig bei eBay erstanden, 400W hat der, gäll, den benutze ich z.B. um 2-K.-Kleber oder die damit zu klebenden Werkstücke zu erwärmen, daß der Kleber dünnflüssiger wird und in Ritzen reinkriecht.

» Am Ende hatte ich dann eine Endstufe, die mehr als 2x100W Sinus an 4 Ohm
» lieferte und das Gehäuse war gleich groß, wie das DDR Kassettendeck HMK100
» Lange stand die aber nicht in meiner Stereo Anlage, irgendwann habe ich bei
» einer mobilen Disco mitgemacht und da wurde die dort gebraucht:-( und hat
» Dorfsääle beschallt

Aber die VEB und RFT und wie sie alle hießen, das war doch gute Qualität, oder nicht? Wird oder wurde das nur gehypt?

--
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bigdie(R)

11.09.2023,
21:57
(editiert von bigdie
am 11.09.2023 um 22:00)


@ matzi682015

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

»
» geht und ging mir auch so, zwar nicht in der DDR aufgewachsen, aber es
» mangelte an allem, von vorne bis hinten. Mitnehmen kann ich auch nix, und
» bis zum Ende meiner Tage habe ich genug LEDs usw... wenn ich überlege, wie
» stolz ich war, die erste LED zu verbauen in den 70ern und zum Blinken zu
» bringen :-D Aber eine LED 2.-DM (oder RM?), das ist reichlichg.
Die billigste LED, die der DDR Bastler kaufen konnte, war rot 5mm Durchmesser und die kostete 2,35 Mark der DDR. andere Farben und auch die beliebten Rechteckigen für die Aussteuerungsanzeige waren deutlich teurer. Später hatte ich dann Beziehungen zur Materialbeschaffung in einem Industriebetrieb. Da kostete die gleiche LED 38 Pfennige. Leider hatte der Betrieb nur Rote 5mm LEDs. Die Anderen musste ich also trotzdem teuer kaufen:-( Problem war aber eher die Beschaffung allgemein. Habe damals mal eine Endstufe 2x100W Sinus gebaut. Hat bestimmt 3 Jahre gedauert, bis ich alles zusammen hatte. Die 4 Endstufentransistoren (KD503) Ähnlich 2N3055 haben mich 200 Mark gekostet. Weil ich keinen passenden Trafo bekam, habe ich 2 eingebaut, die wir in der Firma hatten, 70 Mark/Stück. Der größte Krampf war das beschaffen der Kühlkörper. Da gab es zu DDR Zeiten so eine Zeitschrift für Firmen, da konnten alle Firmen rein schreiben, was sie nicht mehr brauchen und unsere DDR Musikelektronikschmiede hatte dort Kühlkörper Abschnitte angeboten, 2kg im Karton. Ich kann leider nicht mehr sagen, was dieses Überraschungspaket gekostet hat, weil ich mir das mit noch einem Kollegen geteilt habe. Ich hatte dann jedenfalls 4 Stück a 6cm Länge so ähnlich wie diese

Die habe ich dann mit Silikon zusammen geklebt, aber so, das sie isoliert waren, denn Glimmerscheiben für die Transistoren wäre das nächste unlösbare Problem gewesen. Und aus einem DDR Fön mit Spaltpolmotor habe ich dann einen Lüfter für den Kühlkörper gebaut. War so ein Teil
https://www.ebay.de/itm/265415922241?
Am Ende hatte ich dann eine Endstufe, die mehr als 2x100W Sinus an 4 Ohm lieferte und das Gehäuse war gleich groß, wie das DDR Kassettendeck HMK100 Lange stand die aber nicht in meiner Stereo Anlage, irgendwann habe ich bei einer mobilen Disco mitgemacht und da wurde die dort gebraucht:-( und hat Dorfsääle beschallt

matzi682015(R)

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Aachen,
11.09.2023,
21:17

@ bigdie

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

» »
» » Ich tu die Bauteile gerne mit 2 oder 3mm Abstand löten.
» Hab ich zu DDR Zeiten auch oft gemacht, da waren Widerstände und andere
» Bauteile teuer und man hätte die ja noch für etwas anderes verwenden
» können. Ein Widerstand kostete 20 Pfennige, eine LED jenseits von 2 Mark.
» Heute habe ich so viele Widerstände und LEDs und noch anderen Kram im
» Regal, das die bis zu meinem Ende reichen. Wiederverwenden muss ich keine
» mehr:-D

geht und ging mir auch so, zwar nicht in der DDR aufgewachsen, aber es mangelte an allem, von vorne bis hinten. Mitnehmen kann ich auch nix, und bis zum Ende meiner Tage habe ich genug LEDs usw... wenn ich überlege, wie stolz ich war, die erste LED zu verbauen in den 70ern und zum Blinken zu bringen :-D Aber eine LED 2.-DM (oder RM?), das ist reichlichg.

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bigdie(R)

11.09.2023,
19:48

@ matzi682015

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

»
» Ich tu die Bauteile gerne mit 2 oder 3mm Abstand löten.
Hab ich zu DDR Zeiten auch oft gemacht, da waren Widerstände und andere Bauteile teuer und man hätte die ja noch für etwas anderes verwenden können. Ein Widerstand kostete 20 Pfennige, eine LED jenseits von 2 Mark.
Heute habe ich so viele Widerstände und LEDs und noch anderen Kram im Regal, das die bis zu meinem Ende reichen. Wiederverwenden muss ich keine mehr:-D

matzi682015(R)

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Aachen,
11.09.2023,
16:48

@ bigdie

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

» » Ich hab das mit dem Beinchen auseinander-biegen bis es ausreichend hält
» » gelernt. Vor vielen Jahren hat sich Sel dann mal hier im Forum darüber
» » ausgelassen, dass man mit verbogenen Beinchen Probleme hat Bauteile zu
» » tauschen oder bei Lochraster was zu ändern. Da hab ich dann verstanden
» » warum ich so viele Lötaugen kaputt mache wenn ich auf Lochraster was
» » ändere. Seitdem fixiere ich die Bauteile mit einer Kreuzpinzette, wenn
» das
» » nicht geht mit einer Unterlage die ich umdrehen kann (z.B. unbestückte
» » Platine) oder etwas Papier-Klebeband.
» »
» » Ich löte aber echt wenig und wenn ich Platinen ätzen lasse dann setze
» ich
» » eher auf SMD.
» Ich biege und da meist gleich alle mit einer Dicke, also Widerstände zuerst
» und Dioden löten abzwicken und und dann immer weiter die dickeren Dinger.

Ich tu die Bauteile gerne mit 2 oder 3mm Abstand löten.

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bigdie(R)

11.09.2023,
13:58

@ bastelix

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

» Ich hab das mit dem Beinchen auseinander-biegen bis es ausreichend hält
» gelernt. Vor vielen Jahren hat sich Sel dann mal hier im Forum darüber
» ausgelassen, dass man mit verbogenen Beinchen Probleme hat Bauteile zu
» tauschen oder bei Lochraster was zu ändern. Da hab ich dann verstanden
» warum ich so viele Lötaugen kaputt mache wenn ich auf Lochraster was
» ändere. Seitdem fixiere ich die Bauteile mit einer Kreuzpinzette, wenn das
» nicht geht mit einer Unterlage die ich umdrehen kann (z.B. unbestückte
» Platine) oder etwas Papier-Klebeband.
»
» Ich löte aber echt wenig und wenn ich Platinen ätzen lasse dann setze ich
» eher auf SMD.
Ich biege und da meist gleich alle mit einer Dicke, also Widerstände zuerst und Dioden löten abzwicken und und dann immer weiter die dickeren Dinger.

bastelix(R)

09.09.2023,
21:41

@ cmyk61

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

Ich hab das mit dem Beinchen auseinander-biegen bis es ausreichend hält gelernt. Vor vielen Jahren hat sich Sel dann mal hier im Forum darüber ausgelassen, dass man mit verbogenen Beinchen Probleme hat Bauteile zu tauschen oder bei Lochraster was zu ändern. Da hab ich dann verstanden warum ich so viele Lötaugen kaputt mache wenn ich auf Lochraster was ändere. Seitdem fixiere ich die Bauteile mit einer Kreuzpinzette, wenn das nicht geht mit einer Unterlage die ich umdrehen kann (z.B. unbestückte Platine) oder etwas Papier-Klebeband.

Ich löte aber echt wenig und wenn ich Platinen ätzen lasse dann setze ich eher auf SMD.

ingo

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09.09.2023,
18:38

@ cmyk61

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

Ich spanne sozusagen die Bauteile in der Platine fest, in dem ich die Beinchen so weit nötig umbiege.
Oft ist dann aber noch einmal Nachdruck nötig, damit sie richtig sitzen.
Das bedeutet höheren Temperaturen.
Da ich nicht viel löte, reicht mir das.

Gruß Ingo

matzi682015(R)

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Aachen,
09.09.2023,
18:32
(editiert von matzi682015
am 09.09.2023 um 19:04)


@ cmyk61

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

» Es handelt sich um fertige Bausätze - also nix mit SMD.
»
» Natürlich wäre mir das auch am liebsten.
» Aber für einige Grobmotoriker ist das nichts

Also mit Wurschtgriffeln :-P :-D

Ich biege z.B. Dreibeiner alle 3 ein bischen so daß das Bauteil einigermaßen gerade auf der Bestückcungsseite sitzt, dann eines anlöten, die anderen beiden dann wieder gerade biegen, abknipsen, festlöten, und zum Schluß die erste Lötung dann mit dem Lötkolben nochmal mit Flux und Zinn benetzen und dabei dann in die senkrechte Position drücken.

--
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cmyk61(R)

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Edenkoben, Rheinland Pfalz,
09.09.2023,
17:04

@ xy

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

Es handelt sich um fertige Bausätze - also nix mit SMD.

Natürlich wäre mir das auch am liebsten.
Aber für einige Grobmotoriker ist das nichts

Gruß

Ralf

» » Wie geht Ihr vor?
»
» SMD!
»
» Und wenn doch THT, dann 1-2 Pins lang lassen und anlöten. Dann alle kürzen,
» restliche Pins anlöten, anfängliche Pins nachlöten.
»
»
» » Welches wäre die beste Vorgehenweise und warum?
»
» Viele Wege führen nach Rom.

xy(R)

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09.09.2023,
15:59

@ cmyk61

Kürzen der Anschlußdrähte beim Handlöten

» Wie geht Ihr vor?

SMD!

Und wenn doch THT, dann 1-2 Pins lang lassen und anlöten. Dann alle kürzen, restliche Pins anlöten, anfängliche Pins nachlöten.


» Welches wäre die beste Vorgehenweise und warum?

Viele Wege führen nach Rom.