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@@GAST@@

06.04.2021,
16:42
 

X2 Kondensator (Elektronik)

Hallo zusammen

diesen Kondensator habe ich aus einem Messgerät ausgebaut (Medion Kwh Zähler).
Er hat nur noch ca. 118nF. Gemessen mit einem Metex. Habe eine Vergleichsmessung mit einem neuen 100nF X2 Kondensator gemacht. Gemessen wurden dann 98,7 nF.
Er defekte Kondensator müsste doch ca. 330nF haben. Wie kann eine solche Degradation stattfinden?

Gruß
Wolf

@@GAST@@

06.04.2021,
16:44

@ @@GAST@@

X2 Kondensator

Hier noch das Bild

Sel(R)

Radebeul,
06.04.2021,
17:05

@ @@GAST@@

X2 Kondensator

Der Kondensator ist selbstheilend nach einem Spannungsüberschlag in seinem Inneren. Das bedeutet jedesmal einen kleinen Kapazitätsverlust. Ein Austrocknen etc. findet meines Erachtens nicht statt, da der Kondensator mittels Kunstharz vergossen ist.

LG Sel

--
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Ich bin ein Elektronikbastler, der nur durch Schmerzen begreift, was schlauere Leute im Forum an Wissen vermitteln können.

@@GAST@@

06.04.2021,
17:09

@ Sel

X2 Kondensator

» Der Kondensator ist selbstheilend nach einem Spannungsüberschlag in seinem
» Inneren. Das bedeutet jedesmal einen kleinen Kapazitätsverlust. Ein
» Austrocknen etc. findet meines Erachtens nicht statt, da der Kondensator
» mittels Kunstharz vergossen ist.
»
» LG Sel

Da gibt es nichts zum Austrocken. Ist ja metallisierter Kunststoff.
Da das Gerät nur sehr wenig in Betrieb war, geschätzte 30h, kommt mir das mit den Überspannungen komisch vor.

Gruß
Wolf

MegaStatic(R)

93133,
06.04.2021,
19:07

@ @@GAST@@

X2 Kondensator

» Da das Gerät nur sehr wenig in Betrieb war, geschätzte 30h, kommt mir das
» mit den Überspannungen komisch vor.

Es geht hier nicht um permanent anliegende Überspannung sondern um Spikes aus dem Netz! Jeder Spike brennt ein Loch in die Alufolie . . .
Wenn du viele "elektronische" LED-Trafos oder Schaltnetzteile im Haushalt hast, kann das die Ursache sein.
Außerdem denke ich dass der Kondensatorhersteller seinen Materialeinsatz auf Kante genäht hat.
"Rote" Markenware kostet das Dreifache . . .

@@GAST@@

06.04.2021,
19:50

@ MegaStatic

X2 Kondensator

» » Da das Gerät nur sehr wenig in Betrieb war, geschätzte 30h, kommt mir
» das
» » mit den Überspannungen komisch vor.
»
» Es geht hier nicht um permanent anliegende Überspannung sondern um Spikes
» aus dem Netz! Jeder Spike brennt ein Loch in die Alufolie . . .
Und das nach höchstens 30 Betriebsstunden?
» Wenn du viele "elektronische" LED-Trafos oder Schaltnetzteile im Haushalt
» hast, kann das die Ursache sein.
» Außerdem denke ich dass der Kondensatorhersteller seinen Materialeinsatz
» auf Kante genäht hat.
» "Rote" Markenware kostet das Dreifache . . .

So, jetzt habe ich aus einem alten Markengerät einen X2 mit 0,22uF ausgelötet. Gemessen hatte er 0.215 uF.
Eingebaut. Gerät funktioniert nicht.
Nun habe ich 2 nagelneue 0,1uF parallel geschaltet und eingebaut. Gerät funktioniert wieder!!
Irgendwie scheinen alte X2 Kondensatoren trotz genügend "gemessener" Kapazität nicht mehr richtig zu funktionieren.
Die 0,1uF Kondensatoren habe ich auch mit dem Metex gemessen und sind in vom Messwert her in der Toleranz.
Hat jemand eine Erklärung für das Verhalten des nicht funktionierenden 0,22uF Kondensators?

@@GAST@@

06.04.2021,
20:56

@ MegaStatic

X2 Kondensator

» » Da das Gerät nur sehr wenig in Betrieb war, geschätzte 30h, kommt mir
» das
» » mit den Überspannungen komisch vor.
»
» Es geht hier nicht um permanent anliegende Überspannung sondern um Spikes
» aus dem Netz! Jeder Spike brennt ein Loch in die Alufolie . . .
» Wenn du viele "elektronische" LED-Trafos oder Schaltnetzteile im Haushalt
» hast, kann das die Ursache sein.
» Außerdem denke ich dass der Kondensatorhersteller seinen Materialeinsatz
» auf Kante genäht hat.
» "Rote" Markenware kostet das Dreifache . . .

Vermutlich ist der ESR stark angestiegen, anders kann ich es mir nicht erklären.

bigdie(R)

06.04.2021,
21:42

@ MegaStatic

X2 Kondensator

» » Da das Gerät nur sehr wenig in Betrieb war, geschätzte 30h, kommt mir
» das
» » mit den Überspannungen komisch vor.
»
» Es geht hier nicht um permanent anliegende Überspannung sondern um Spikes
» aus dem Netz! Jeder Spike brennt ein Loch in die Alufolie . . .
Nö, geht nicht um Spitzen im Netz sondern einfach um Sch.. Qualität oder Miniaturisierungswahn oder geplantes Kaputt oder um eine Kombi aus alledem. Wenn ich ein altes DDR Gerät öffne, ist der Kondensator 50% mehr Volumen und hält ewig, obwohl der mal für 220V gebaut wurde. Das Gleiche bei Motorbetriebskondensatoren. Die Alten gehen seit 30 Jahren, kaufst du heute ein Gerät, ist er nach 3 Jahren im Eimer.

Sel am Handy

06.04.2021,
23:34

@ bigdie

X2 Kondensator

Sehe ich auch so. Die alten Kondensatoren hatten bei der Herstellung größere Toleranzen. Um diese Abweichungen abzufangen baute man mit größerer Sicherheitsreserve.

Die Netzspannung ist heute fast immer über 235 Volt. Auch das trägt zum Ableben bei. Wie schon geschrieben, die allgegenwärtigen Schaltnetzteile (allen voran die Stromversorgung der LEDs) feuern unablässig relativ starke Impulse ins Netz.

Die Miniaturisierung erledigt den Rest. Die Kondensatoren haben physikalisch bedingt Leistung umzusetzen. Und bei 50 Hz Frequenz ist diese Leistung bei gleicher Kapazität auch gleich groß. Ist der Kondensator von kleinerer Bauart, muß trotzdem diese Leistung weg. Und das geht nur mittels Wärmeabgabe. Wärme haben aber Kondensatoren gar nicht gerne.

LG Sel

gast

E-Mail

07.04.2021,
00:54

@ Sel am Handy

X2 Kondensator

Und woran erkannt man "gute" neue Kondensatoren?

bigdie(R)

07.04.2021,
05:37

@ gast

X2 Kondensator

» Und woran erkannt man "gute" neue Kondensatoren?
Gar nicht. Das Beste ist, du nimmst einen, der die doppelte Spannung hat. Der ist aber dann auch doppelt so groß.

Sel(R)

Radebeul,
07.04.2021,
07:56
(editiert von Sel
am 07.04.2021 um 07:58)


@ bigdie

X2 Kondensator

» » Und woran erkannt man "gute" neue Kondensatoren?
» Gar nicht. Das Beste ist, du nimmst einen, der die doppelte Spannung hat.
» Der ist aber dann auch doppelt so groß.

Na ja...

Natürlich kann man zu den impulsfesten Kondensatoren greifen. Die halten einiges mehr ab. Und bei Markenware, wie von Kemet, Panasonic, Wima, Epcos (um nur paar Hersteller zu nennen), ist man auf der sichereren Seite. Außerdem sind solche Kondensatoren als "Funkentsörkondensatoren" definiert und nicht nur "Folienkondensatoren". Letztendlich hat man bei Markenherstellern meist ein aussagefähiges Datenblatt. Da reinschauen lohnt bei kritischen Anwendungen auf jeden Fall.

Auf Preis, Größe oder Spannungsangaben allein kann man nicht allein vertrauen.

LG Sel

--
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Ich bin ein Elektronikbastler, der nur durch Schmerzen begreift, was schlauere Leute im Forum an Wissen vermitteln können.

bigdie(R)

07.04.2021,
08:08

@ @@GAST@@

X2 Kondensator

»
» So, jetzt habe ich aus einem alten Markengerät einen X2 mit 0,22uF
» ausgelötet. Gemessen hatte er 0.215 uF.
» Eingebaut. Gerät funktioniert nicht.
Ist ja ebenfalls zu wenig, wenn der 330n haben soll bringt es nichts mit 220 anzufangen

simi7(R)

D Südbrandenburg,
07.04.2021,
11:07

@ @@GAST@@

X2 Kondensator

» Hat jemand eine Erklärung für das Verhalten des nicht funktionierenden
» 0,22uF Kondensators?

Kommt darauf an was der Kondensator zu tun hatte.
Als Filter eingesetzt oder als kapazitiver Vorwiderstand?

@@GAST@@

08.04.2021,
12:31

@ @@GAST@@

X2 Kondensator..hier das Bild des aufgewickelten Kondensator

Habe nun den Kondensator aufgewickelt.
Wie man sieht sehen gut 2/3 der metallisierten Oberfläche merkwürding aus.
Ich vermute mal, dass daher die reduzierte Kapazität herrührt.
Weiterhin vermute ich schlechte Qualität des Kondensators.

Gruß
Wolf

bigdie(R)

08.04.2021,
13:31
(editiert von bigdie
am 08.04.2021 um 13:41)


@ Sel

X2 Kondensator

» » » Und woran erkannt man "gute" neue Kondensatoren?
» » Gar nicht. Das Beste ist, du nimmst einen, der die doppelte Spannung
» hat.
» » Der ist aber dann auch doppelt so groß.
»
» Na ja...
»
» Natürlich kann man zu den impulsfesten Kondensatoren greifen. Die halten
» einiges mehr ab.
X2 sind Impulsfest bis 2,5 kV. Aber wie gesagt, die sterben nicht durch Impulse die sind einfach Schrott.

Habe letztens erst so einen Fall gehabt. Raumthermostate. einer bekannten Firma. Gehen nach 3 Jahren der Reihe nach kaputt in einem Einfamilienhaus meines Bekannten. Erst hat er sich neue gekauft, dann hat er mal einige mitgebracht. Kondensatornetzteil drin mit plattem Kondensator. Zum Glück nicht auf die Wand geschraubt sondern eine Schalterdose dahinter, deshalb auch Platz für größere Bauform. Ich hab 220n 630V aus DDR Zeiten angeschlossen. Wetten, das die in 5 oder auch 15 Jahren noch 220n haben :-D