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Markus Zingst

02.07.2020,
21:37
 

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen (Schaltungstechnik)

Hallo!

Manchmal sieht man in Schaltnetzteilen so eine weiße Isoliermasse. Auf den ersten Blick wirkt es wie normales Sanitärsilikon, ist aber fester und anscheinend nicht elastisch. Was ist das für ein Zeug und wird es heiß oder kalt verarbeitet? 1K oder 2K? Ich würde das gerne als hitzebeständigen Isolierkleber verwenden. Silikon würde zwar prinzipiell den selben Zweck erfüllen aber ich befürchte die enthaltene Essigsäure beschädigt die Elektronik.

Bei diesem Netzteil sieht man in der Vergrößerung bei dem dicken Elko in der Mitte und bei den kleineren Elkos oben diese weiße Masse:

https://www.pollin.de/p/schaltnetzteil-meanwell-lps-50-12-12-v-4-2-a-351119

Grüße
Markus

xy(R)

E-Mail

02.07.2020,
22:06

@ Markus Zingst

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

» Manchmal sieht man in Schaltnetzteilen so eine weiße Isoliermasse. Auf den
» ersten Blick wirkt es wie normales Sanitärsilikon, ist aber fester und
» anscheinend nicht elastisch. Was ist das für ein Zeug und wird es heiß oder
» kalt verarbeitet? 1K oder 2K?

Kalt, und das gibts als 1K und als 2K, und es ist Silikon.


» Ich würde das gerne als hitzebeständigen
» Isolierkleber verwenden. Silikon würde zwar prinzipiell den selben Zweck
» erfüllen aber ich befürchte die enthaltene Essigsäure beschädigt die
» Elektronik.

Nimm Natursteinsilikon, das ist nicht auf Acetatbasis.

Markus Zingst

02.07.2020,
22:22

@ xy

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

» Kalt, und das gibts als 1K und als 2K, und es ist Silikon.

Hätte ich echt nicht gedacht. Das Aussehen ja, aber die Konsistenz (zumindest bei dem SNT das ich hier habe) ist eher die von Heißkleber. Ziemlich hart und zäh.

» Nimm Natursteinsilikon, das ist nicht auf Acetatbasis.

Werde ich probieren. Danke für den Tip.

xy(R)

E-Mail

02.07.2020,
22:33
(editiert von xy
am 02.07.2020 um 22:35)


@ Markus Zingst

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

» » Kalt, und das gibts als 1K und als 2K, und es ist Silikon.
»
» Hätte ich echt nicht gedacht. Das Aussehen ja, aber die Konsistenz
» (zumindest bei dem SNT das ich hier habe) ist eher die von Heißkleber.
» Ziemlich hart und zäh.

Gibts auch in verschiedenen Härten. Und ob es evtl doch Heißkleber ist, das kannst du ja leicht ausprobieren. Silikon schmilzt nicht mit dem Lötkolben, Heißkleber schon.

Sel(R)

Radebeul,
03.07.2020,
07:51
(editiert von Sel
am 03.07.2020 um 07:53)


@ Markus Zingst

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

Statt Silikon geht viel besser Acryl. Gibts in denselben Kartuschen wie Silikon, in allen Farben und das Zeug enthält nichts, was der Elektronik schaden könnte. Außerdem ist es standardmäßig fester als Silikon. Dafür klebt es nicht so extrem fest, was aber bei dieser Anwendung kein Nachteil ist. Das Acryl gibts in billig, da taugt es nichts (zu flüssig, keine Dehnbarkeit). Kaufe welches ab etwa 4 Euro/Kartusche. Beachte die Trocknungszeit von 24 Stunden, ehe du Spannung auf die Baugruppe gibst.

LG Sel

--
******************************************
Ich bin ein Elektronikbastler, der nur durch Schmerzen begreift, was schlauere Leute im Forum an Wissen vermitteln können.

Hartwig(R)

03.07.2020,
12:20

@ Sel

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

Hallo,
» Beachte die
» Trocknungszeit von 24 Stunden, ehe du Spannung auf die Baugruppe gibst.
ob das immer reicht???
Bei einigen Herstellern ist z.B. die "Durchtrocknung" mit etwa 1mm/Tag angegeben. Also ein "Klacks" 10 mm hoch und 20mm im Durchmesser auf einer Platine wäre dann nach 10Tagen auf der Platine vollständig durchgetrocknet. Und damit das Wasser nach aussen verdunsten kann, ist wohl eine minimale Dampfdurchlässigkeit erforderlich. Wie lange die erhalten bleibt, ist dann eine andere Frage. Auch der Schwund von 10-20% wäre noch zu berücksichtigen.
Grüße
Hartwig

bigdie(R)

03.07.2020,
12:31

@ Sel

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

» Statt Silikon geht viel besser Acryl. Gibts in denselben Kartuschen wie
» Silikon, in allen Farben und das Zeug enthält nichts, was der Elektronik
» schaden könnte. Außerdem ist es standardmäßig fester als Silikon. Dafür
» klebt es nicht so extrem fest, was aber bei dieser Anwendung kein Nachteil
» ist. Das Acryl gibts in billig, da taugt es nichts (zu flüssig, keine
» Dehnbarkeit). Kaufe welches ab etwa 4 Euro/Kartusche. Beachte die
» Trocknungszeit von 24 Stunden, ehe du Spannung auf die Baugruppe gibst.
»
» LG Sel
Acryl ist aber nicht Wasserdicht.
Um Bauteile auf einer Platine zu sichern nehme ich in der Regel Heißkleber.

Ingo

E-Mail

03.07.2020,
20:17

@ Markus Zingst

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

Mit dem empfohlenen Heißkleber wäre ich vorsichtig bei Anwendungen mit Temperaturen über 60 °C.

Gruß Ingo

Hartwig(R)

03.07.2020,
21:17

@ Ingo

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

» Mit dem empfohlenen Heißkleber wäre ich vorsichtig bei Anwendungen mit
» Temperaturen über 60 °C.
»
» Gruß Ingo

Da hält der noch recht gut und bleibt noch in Form. Aber man merkt das natürlich schon. Erst gegen 100°C wird er sehr weich - das kann man auch als erwünschten "Nachklebeeffekt" sehen ;-).
Grüße
Hartwig

Markus Zingst

03.07.2020,
21:58

@ xy

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

» Gibts auch in verschiedenen Härten. Und ob es evtl doch Heißkleber ist, das
» kannst du ja leicht ausprobieren. Silikon schmilzt nicht mit dem Lötkolben,
» Heißkleber schon.

Ich hatte ein Stück mit dem Cuttermesser abgetrennt. Mit dem Feuerzeug getestet. Weder schmilzt es noch brennt es. Ich kenne halt nur das gewöhnliche Sanitärsilikon. Deswegen hatte ich gefragt. Habe mir jetzt Natursteinsilikon bestellt. Mal schauen wie das ist.

Axel R(R)

04.07.2020,
13:05

@ Hartwig

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

Hallo,
es gibt sogar rotes Silikon für 300°C . Das habe ich einmal zur Abdichtung eines Ofenrohrs benutzt. Ob das agressiv mit Essigsäure vernetzt war, weiss ich nicht mehr.

Gruss Axel R

xy(R)

E-Mail

04.07.2020,
13:17

@ Axel R

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

» Hallo,
» es gibt sogar rotes Silikon für 300°C . Das habe ich einmal zur Abdichtung
» eines Ofenrohrs benutzt. Ob das agressiv mit Essigsäure vernetzt war, weiss
» ich nicht mehr.

Das ist leider auf Acetatbasis.

matzi682015(R)

E-Mail

Aachen,
04.07.2020,
22:37

@ Markus Zingst

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

» » Gibts auch in verschiedenen Härten. Und ob es evtl doch Heißkleber ist,
» das
» » kannst du ja leicht ausprobieren. Silikon schmilzt nicht mit dem
» Lötkolben,
» » Heißkleber schon.
»
» Ich hatte ein Stück mit dem Cuttermesser abgetrennt. Mit dem Feuerzeug
» getestet. Weder schmilzt es noch brennt es. Ich kenne halt nur das
» gewöhnliche Sanitärsilikon. Deswegen hatte ich gefragt. Habe mir jetzt
» Natursteinsilikon bestellt. Mal schauen wie das ist.

Dieses Zeug ist nur zum mechanisch befestigen.

--
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Markus Zingst

04.07.2020,
23:23

@ Sel

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

» Statt Silikon geht viel besser Acryl. Gibts in denselben Kartuschen wie
» Silikon, in allen Farben und das Zeug enthält nichts, was der Elektronik
» schaden könnte. Außerdem ist es standardmäßig fester als Silikon. Dafür
» klebt es nicht so extrem fest, was aber bei dieser Anwendung kein Nachteil
» ist. Das Acryl gibts in billig, da taugt es nichts (zu flüssig, keine
» Dehnbarkeit). Kaufe welches ab etwa 4 Euro/Kartusche. Beachte die
» Trocknungszeit von 24 Stunden, ehe du Spannung auf die Baugruppe gibst.

Acryl hat meiner Erfahrung nach einen entscheidenden Nachteil: Es altert und wird porös. Besonders wenn Wärme im Spiel ist. Zweitens liegst du mit deiner Zeitangabe deutlich daneben. Wenn man so einen dicken Proppen wie auf dem von mir eingangs verlinkten SNT damit setzen würde, bräuchte der mehrere Wochen zum Durchtrocknen. Weil Acryl lufttrocknend ist, geht das von außen nach innen, d.h. die Kontaktfläche zu evtl. stromführenden Teilen würde als letztes trocken werden.

Wobei ich noch nicht weiß ob Natursteinsilikon da wesentlich besser ist. Ich werde mal die Leitfähigkeit im zeitlichen Verlauf messen.

bastelix(R)

06.07.2020,
22:33

@ Hartwig

Weiße Isoliermasse in Schaltnetzteilen

» Da hält der noch recht gut und bleibt noch in Form. Aber man merkt das
» natürlich schon.
Naja, ich hab mal einen Klettverschluss mit Heißleim auf die dafür vorgesehene Leiste geklebt weil der Original-Kleber abgegangen ist. Da hat die mechanische Belastung und Temperaturen um die 40°C ausgereicht, dass der Vorhang im Sommer nach einiger Zeit wieder abging. (Keine direkte Sonneneinstrahlung)

» Erst gegen 100°C wird er sehr weich - das kann man auch
» als erwünschten "Nachklebeeffekt" sehen ;-).
Dann ist das natürlich wieder von Vorteil :-D