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Hybrid-Festplatten

Hybrid-Festplatten sind normale Festplatten mit einem zusätzlichen Flash-Speicher. Der Flash-Speicher dient als Datenpuffer für Schreib- und Lesezugriffe. Mit diesem Verfahren wird die Leistungsaufnahme von Festplatten reduziert und die Geschwindigkeit erhöht.
Hybrid-Festplatte
Ein Teil des Flash-Speichers wird zum Puffern von Schreibzugriffen verwendet. Anstatt die Daten gleich auf die Festplatte zu schreiben, werden die Daten im Speicher abgelegt. Der Speicher wird so lange beschrieben, bis er voll ist. In dieser Zeit bleibt die Festplatte im Stromsparmodus. Erst dann, wenn der Speicher voll ist, wird die Festplatte aufgeweckt und der Inhalt des Flash-Speichers auf die Festplatte übertragen.
Auf diese Weise beschleunigt der Flash-Speicher auch die Schreibzugriffe. Vor allem die nichtlinearen Zugriffe, bei denen der Schreib-/Lese-Kopf der Festplatte sich mehrmals über die Platte bewegt. Das ist sehr zeitintensiv. Beim Schreiben auf den Flash-Speicher fallen die mechanischen Vorgänge erst mal weg.
Auch beim Lesevorgang können Geschwindigkeitsvorteile entstehen. Ein anderer Teil des Flash-Speichers wird dazu genutzt, Daten die häufiger geladen werden müssen, im Flash-Speicher zu hinterlegen. Das kann beim Starten von Anwendungen oder auch beim Bootvorgang, wenn die Daten für den Bootvorgang aus dem Flash-Speicher gelesen werden können. Leider optimiert bereits Windows XP seinen Bootvorgang, in dem es die notwendigen Daten und Dateien automatisch dicht beieinander auf der Festplatte speichert.
Interessant sind Hybrid-Festplatten vor allem in Notebooks. Hier kommt es auf geringe Leistungsaufnahme und schnelle Startzeiten an. Es gibt ein spezielles ATA-Kommando, mit dem eine Hybrid-Festplatte angewiesen werden kann den Flash-Speicher zum Stromsparen zu verwenden. Dabei wird die Festplatte möglichst oft schlafen gelegt und alle Schreibzugriffe erst mal im Flash-Speicher abgelegt. Ein anderes Kommando ermöglicht es dem Betriebssystem im Flash-Speicher gezielt Daten abzulegen. In Windows Vista wird diese Technik als ReadyDrive bezeichnet.

ReadyDrive und Windows Vista

Microsoft hat sehr viel in diese Technik investiert. Die Ergebnisse sind in Windows Vista eingeflossen. Um die Einführung von Hybrid-Festplatten anzukurbeln müssen ab dem Juli 2007 alle Notebooks eine Hybrid-Festplatte haben, damit sie das Windows-Vista-Logo tragen dürfen. Mit dem Flash-Speicher will Microsoft Festplattenzugriffe verwalten (ReadyDrive). Die Festplattenzugriffe auf kleine Datenblöcke sollen im Hauptspeicher beschleunigt bzw. vermieden werden. Die Zugriffsmuster werden protokolliert und analysiert, um eine optimale Entscheidung treffen zu können.
ReadyDrive arbeitet ausschließlich mit Flash-Speicher, der fest im Computer eingebaut ist. Dazu zählen Hybrid-Festplatten oder spezielle PCIe-Erweiterungskarten (Turbo Memory). Windows Vista unterstützt eine Hybrid-Festplatte pro Computer. Allerdings können auch weitere normale Festplatten installiert sein. Sofern man ReadyDrive nutzen möchte, muss Windows Vista auf der Hybrid-Festplatte installiert sein und von dort auch gebootet werden.
Ob Windows Vista die Hybrid-Festplatte erkannt hat, kann man im Gerätemanager in den Eigenschaften der Festplatte erkennen. Dort muss es einen Kartenreiter mit der Bezeichnung "Permanenter Cache" geben. Dort ist auch die Größe des Flash-Speichers angegeben. Die Energiesparoptionen der Festplatte lassen sich über die Energieoptionen einstellen. Die findet man in der Systemsteuerung.
Damit die Möglichkeiten einer Hybrid-Festplatte ausgereizt werden können, muss Windows Vista richtig eingestellt und auch trainiert werden. In Windows Vista gibt es die SuperFetch-Technik, die eine Weiterentwicklung der von Windows XP bekannten Prefetch-Technik ist. Damit kann Windows Vista durch Analyse des Nutzerverhaltens herausfinden welche Sektoren auf der Festplatte besonders oft angesprochen werden. Windows Vista hat dann die Möglichkeit diese Sektoren im Flash-Speicher zu speichern. Dadurch lassen sich diese Daten viel schneller bereitstellen, als wenn sie jedes Mal von der Festplatte gelesen werden müssen. Damit das für bestimmte Daten funktioniert, muss Windows Vista trainiert werden. Wenn es zum Beispiel auf einen schnellen Bootvorgang ankommt, dann wird empfohlen den Bootvorgang mindestens 5 mal hintereinander zu wiederholen und dazwischen das System ein paar Minuten im Leerlauf zu lassen. Dabei muss man insbesondere berücksichtigen, dass der Flash-Speicher nur bei verteilten (nichtlineare) Festplattenzugriffen einen Geschwindigkeitsvorteil bringt. Liegen die Daten auf der Festplatte direkt hintereinander (sequentiell) ist der magnetische Speicher dem Flash-Speicher überlegen.

Was bringen ReadyDrive und Hybrid-Festplatten?

Erste Tests haben gezeigt, dass die Wirkung durch Hybrid-Festplatten und ReadyDrive alles andere als optimal sind. Weder ein Geschwindigkeitsvorteil noch Stromspareffekte treten auf. Geht es um wirklich messbare und spürbare Geschwindigkeitsverbesserung und Energiesparen, dann sind reine Flash-Laufwerke, wie Solid State Disks (SSD) im Vorteil. Hybrid-Festplatten, auch mit großem Flash-Speicher, werden nur eine technologische Zwischenstation auf dem Weg eines vollwertigen Flash-Speichers als Festplatten-Ersatz sein. Nur bei besonders großen Speichermengen werden Festplatten mit Magnetscheiben noch ein lange Zeit günstiger sein.

Übersicht: Festplatten

Übersicht: Schnittstellen für Festplatten

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