Kupferkabel in der Kommunikationstechnik

Symmetrische Kabel werden für alle Arten der Signalübertragung bevorzugt eingesetzt. In der klassischen Kommunikationstechnik werden sie als Telefonkabel oder Installationskabel bezeichnet. In der Netzwerktechnik werden sie als Twisted-Pair-Kabel (TP-Kabel) bezeichnet. Twisted-Pair ist die englische Bezeichnung für ein symmetrisches Kabel, das an gekreuzten, verseilten bzw. verdrillten Adernpaaren zu erkennen ist.


Leitungen und Kabel

Die Begriffe Leitungen und Kabel werden häufig gleichwertig verwendet. Doch das ist nicht ganz richtig. Leitungen und Kabel kann man folgender Maßen unterscheiden. Kabel sind Leitungen, die im Boden oder auf hoher See (Meeresboden) verlegt werden. Was man sehen kann sind Leitungen, Kabel sieht man nicht wenn sie genutzt werden.

Umgangssprachlich sagen die meisten Menschen zur Leitung Kabel, was falsch (unfachlich) ist. Es ist die häufigste Fehlbenennung in der Elektrotechnik und Informationstechnik, noch vor der Glühbirne.

Kabel ist kürzer und damit das schneller gesprochene Wort. Daher ist der falsche Begriff in vielen Bereichen üblich auch wenn es falsch ist. So befinden sich auf der Kabeltrommel kein Kabel, sondern eine Leitung. Aber den Begriff Leitungstrommel wird man im Fachhandel sicher nichts finden. Netzwerkleitung sagt auch niemand, obwohl das korrekt wäre.


Netzwerk-Kabel

Mit Netzwerkkabel werden die Stationen bzw. Teilnehmer eines Netzwerks physikalisch miteinander verbunden.

Es gibt verschiedene Netzwerkkabel. Sie unterscheiden sich im Material und im Aufbau. Während es Kupferkabel entweder als Twisted-Pair-Kabel oder Koaxialkabel gibt, bestehen Lichtwellenleiter aus Kunststoff oder dem Grundstoff Glas.


Update: Strukturierte Verkabelung

Eine strukturierte Verkabelung oder universelle Gebäudeverkabelung (UGV) ist ein einheitlicher Aufbauplan für eine zukunftsorientierte und anwendungsunabhängige Netzwerkinfrastruktur, auf der unterschiedliche Dienste (Sprache oder Daten) übertragen werden. Damit sollen teure Fehlinstallationen und Erweiterungen vermieden und die Installation neuer Netzwerkkomponenten erleichtert werden.


Update: Twisted-Pair-Kabel

„Twisted Pair“ ist die englische Bezeichnung für ein Kupferkabel mit gekreuzten, verdrillten bzw. verseilten Adernpaaren. Es hat Ähnlichkeit mit dem in Deutschland verwendeten Telefonkabel, das man als Installationskabel J-Y(ST)Y bezeichnet.

Twisted-Pair-Kabel sind genormt und in verschiedene Klassen und Kategorien eingeteilt. Jede Kategorie deckt verschiedene Anforderungsprofile mit bestimmten Qualitätsvorgaben ab. Die Kategorien reichen von 1 bis 7.

Neben der Einteilung in Klassen und Kategorien bezieht man sich bei der Bezeichnung von Twisted-Pair-Kabel auf deren Zusammensetzung aus Mantel, Schirm und Adernpaaren. Hier gibt es deutliche Unterschiede, die sich direkt in der Qualität der Kabel und deren Einsatzzweck bemerkbar macht.


Update: Kabelmodemtechnik

Die Betreiber der Kabelnetze sind Kabelgesellschaften, die in der Regel regional tätig sind. Über ein weit verzweigtes Kabelnetz bieten sie ihren Kunden einen Kabelanschluss an. Darüber kann man Fernseh- und Radiosender empfangen.

Durch die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes in Deutschland haben sich für die Kabelnetzbetreiber ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Die Kabelnetzbetreiber haben ein weitflächiges Netz auf dem sie TV- und Rundfunk-Programme übertragen. Da ist es nahe liegend dieses Netz für die Übertragung von Daten auszubauen und zu nutzen, um zusätzliche Dienste, wie Telefonie und Internet-Zugang anbieten zu können.


Nebensprechen / Übersprechen / Crosstalk

Als Nebensprechen oder Übersprechen (engl. crosstalk) bezeichnet man die gegenseitige Beeinflussung parallel verlaufender Leitungen. Die verschiedenen Übertragungsverfahren auf überlappenden Frequenzbereichen auf unterschiedlichen Leitungen stören sich gegenseitig.

Um eine möglichst hohe Übertragungsrate zu erreichen, müssen alle Arten von Übersprechen (Crosstalk) vermieden oder mindestens reduziert werden.


Warum leiten sauerstofffreie Kupferkabel besser?

Angeblich leiten sauerstofffreie Kupferkabel besser. HiFi-Freaks behaupten sogar eine bessere Signalqualität hören zu können. Was ist da dran?

Die richtige Antwort

Tatsächlich, die sehr teuren sauerstofffreien Kupferkabel haben einen klein wenig kleineren Innenwiderstand als normale Kupferkabel. Doch dieser hat keinen nennenswerten und schon gar keinen hörenswerten Einfluss auf die Signalqualität von Audio-Signalen.

Viel größeren Einfluss auf die Signalqualität haben die Steckverbindungen an Verstärker und Lautsprecher. Besonders billige Kabelklemmen, die einen hohen Übergangswiderstand haben, können die Qualität von guten Lautsprecherkabeln zu nichte machen.


Warum sollen versilberte Audiokabel einen besseren Klang haben?

Silber leitet besser als Kupfer. Deshalb werden Audiokabel versilbert. Bringt das wirklich was?

Die richtige Antwort

Die bessere Leitfähigkeit von Silber macht sich nur bei Frequenzen im MHz-Bereich bemerkbar. Bei Audiosignalen, die sich im niederfrequenten Bereich befinden, weshalb man auch von NF-Signalen oder NF-Kabeln spricht, haben versilberte Leitungen keinen Vorteil.

Nur bei sehr hohen Frequenzen tritt der so genannte Skin-Effekt auf, der die Elektronen an die Außenseite des Leiters drückt. Nur dann macht es Sinn, die Oberfläche eines Leiters mit Silber zu überziehen. Bei besonders hohen Frequenzen spart man sich sogar den Innenteil eines Leiters, da dieser Bereich nicht mit Strom durchflossen wird und deshalb überflüssig ist. Man hat dann einen Hohlleiter, der wie ein Rohr aussieht.


Warum müssen Lautsprecherkabel besonders dick sein?

HiFi-Freaks sind der Meinung, dass Lautsprecherkabel besonders dick sein müssen. Warum soll das so sein?

Die richtige Antwort

Ein Lautspreicherkabel leitet die verstärkten Audiosignale von der Endstufe zu den Lautsprechern. Die übertragene Leistung ist nicht besonders hoch. Sie beträgt wenige Watt. Dafür reicht ein Kabel mit einem Querschnitt von 1 mal 0,75 mm bereits aus, um auch größere Leistungen ohne nennenswerte Verluste zu übertragen. Dicke Lautsprecherkabel mit mehreren Quadratmillimeter Durchmesser sind für die üblichen HiFi-Anlagen völlig überdimensioniert.

Die Ausnahme bilden Hochleistungsverstärker, die mehrere hundert Watt Ausgangsleistung haben. Hier braucht man selbstverständlich dicke Lautsprecherkabel.