Biene

14.07.2006,
00:17
 

Bootstrap-Schaltung Berechnungen (Schaltungstechnik)

Hallo!

Vielleicht sagt dem einem oder anderem hier der Begriff "Bootstrap-Schaltung" etwas. Dabei handelt es sich um eine leicht abgewandelte Kollektorschaltung.

Ich habe zum besseren Verständnis das Bild der Schaltung mal mit hochgeladen.

Weiß jemand wie man bei dieser Schaltung den Basisstrom IB bzw. den bei der Bootstrap-Schaltung hinzugefügten Widerstand R3 berechnet?

Vielen Dank im voraus!

Thomas Schaerer

Homepage E-Mail

14.07.2006,
08:33

@ Biene

Bootstrap-Schaltung Berechnungen

» Hallo!
»
» Vielleicht sagt dem einem oder anderem hier der Begriff
» "Bootstrap-Schaltung" etwas.

Im vorliegenden Fall wird, wenn ein AC-Signal vorhanden, der Eingangswiderstand erhoeht. Das geschieht dadurch, dass der Feedback-Kondensator (man kann die Nummer leider nicht lesen) dafuer sorgt, dass an beiden Enden von R3 fast die selbe AC-Spannung vorliegt. Dadurch fliesst kein AC-Strom durch R3, was bedeutet, dass fuer AC-Eingangssignale, oberhalb der unteren Grenzfrequenz, der Eingangswiderstand theoretisch unendlich gross wird. Auf dem selben Prinzip funktionieren sogenannte Guard-Drive-Schaltungen. Da wird die Abschirmung auf das selbe AC-Potential gebracht wie der Leiter in der Abschirmung und das neutralisiert die Kapazitaet zwischen Leiter und Abschirmung. Man tut die bei hochohmigen Quellen, wie z.B. intramuskulaere Draht-Elektroden bei EMG-Messungen.

> Dabei handelt es sich um eine leicht
» abgewandelte Kollektorschaltung.

Richtig, oder anders formuliert, Impedanzwandler.

» Weiß jemand wie man bei dieser Schaltung den Basisstrom IB bzw. den bei
» der Bootstrap-Schaltung hinzugefügten Widerstand R3 berechnet?


Genau gleich wie ohne diesen Bootstraping-Feedback-Kondensator, denn die DC-Situation (Arbeitspunkt-Definition) und Stromverstaerkung bleiben dabei gleich. Ignoriere dafuer einfach diesen C.

Die untere Grenzfrequenz fuer das Bootstraping ergibt sich dann aus diesem C und R3, falls R1¦¦R2 wesentlich niedriger ist als R3.

Gruss
Thomas :-D :-D :-D

Biene

15.07.2006,
00:06

@ Thomas Schaerer

Bootstrap-Schaltung Berechnungen

Hui, das ging ja schnell!

Vielen Dank für Hilfe, habs jetzt hinbekommen. Hatte mich anfangs dauernd mit dem Basisstrom vertan. Naja, man lernt ja nie aus.

Jedenfalls nochmals vielen Dank!

Biene

15.07.2006,
21:00

@ Biene

Bootstrap-Schaltung Berechnungen

Hallo,

leider hab ich jetzt nochmals ein kleines Problem mit dieser Schaltung.

Er ergibt sich untenstehenden Ersatzschaltbild.

Wie berechne ich daraus den Eingangswiderstand, den Ausgangswiderstand und die Spannungsverstärkung?

Eigentlich müsste man doch RL auflösen können um Eingangs- und Ausgangsseite von einander zu trennen.

Jedoch komm ich nicht darauf, wie ich den jetzt richtig zerleg.

Für den Eingangswiderstand dachte ich mir zuerst sowas wie rE = (R3||rBE) + B*RL ... B ist die Stromverstärkung, nur leider stimmt die Formel anscheinend nicht, weil ich nicht auf das richtige Ergebnis komme.

Also wie zerleg ich RL?

Danke im voraus!


oldeurope(R)

E-Mail

30.12.2007,
13:27
(editiert von oldeurope
am 30.12.2007 um 15:27)


@ Thomas Schaerer

Bootstrap-Schaltung Berechnungen

» » Hallo!
» »
» » Vielleicht sagt dem einem oder anderem hier der Begriff
» » "Bootstrap-Schaltung" etwas.
»
» Im vorliegenden Fall wird, wenn ein AC-Signal vorhanden, der
» Eingangswiderstand erhoeht. Das geschieht dadurch, dass der
» Feedback-Kondensator (man kann die Nummer leider nicht lesen) dafuer
» sorgt, dass an beiden Enden von R3 fast die selbe AC-Spannung vorliegt.
» Dadurch fliesst kein AC-Strom durch R3, was bedeutet, dass fuer
» AC-Eingangssignale, oberhalb der unteren Grenzfrequenz, der
» Eingangswiderstand theoretisch unendlich gross wird. Auf dem selben
» Prinzip funktionieren sogenannte Guard-Drive-Schaltungen. Da wird die
» Abschirmung auf das selbe AC-Potential gebracht wie der Leiter in der
» Abschirmung und das neutralisiert die Kapazitaet zwischen Leiter und
» Abschirmung. Man tut die bei hochohmigen Quellen, wie z.B. intramuskulaere
» Draht-Elektroden bei EMG-Messungen.
»
» > Dabei handelt es sich um eine leicht
» » abgewandelte Kollektorschaltung.
»
» Richtig, oder anders formuliert, Impedanzwandler.
»
» » Weiß jemand wie man bei dieser Schaltung den Basisstrom IB bzw. den bei
» » der Bootstrap-Schaltung hinzugefügten Widerstand R3 berechnet?
»
»
» Genau gleich wie ohne diesen Bootstraping-Feedback-Kondensator, denn die
» DC-Situation (Arbeitspunkt-Definition) und Stromverstaerkung bleiben dabei
» gleich. Ignoriere dafuer einfach diesen C.
»
» Die untere Grenzfrequenz fuer das Bootstraping ergibt sich dann aus
» diesem C und R3, falls R1¦¦R2 wesentlich niedriger ist als R3.
»
» Gruss
» Thomas :-D :-D :-D

Hallo Thomas,
die untere Grenzfrequenz für das Bootstraping
ergibt sich aus C Bootstrap und R1||R2.

Gruss Darius:-)

--
Gruß Darius
http://oldeuropesblogs.blogspot.com/

Thomas Schaerer

Homepage E-Mail

03.01.2008,
08:46

@ oldeurope

Bootstrap-Schaltung Berechnungen


» » Die untere Grenzfrequenz fuer das Bootstraping ergibt sich dann aus
» » diesem C und R3, falls R1¦¦R2 wesentlich niedriger ist als R3.
» »
» » Gruss
» » Thomas :-D :-D :-D
»
» Hallo Thomas,
» die untere Grenzfrequenz für das Bootstraping
» ergibt sich aus C Bootstrap und R1||R2.
»
» Gruss Darius:-)

Ja, stimmt natuerlich. Allerdings stimmt meine Aussage auch und zwar dann, wenn der Bootstraping-Effekt durch zu niedrige Frequenz abnimmt. Dann naehert sich die Eingangsimpedanz dem Wert von R3. Fazit: Es muesste durch geschickte Anpassung von C1 und C_bootstr eigentlich moeglich sein, ein HP-Filter 2. Ordnung zu realisieren, oder was meinst Du?

Gruss
Thomas :-D :-D :-D

oldeurope(R)

E-Mail

03.01.2008,
12:15

@ Thomas Schaerer

Bootstrap-Schaltung Berechnungen

»
» » » Die untere Grenzfrequenz fuer das Bootstraping ergibt sich dann aus
» » » diesem C und R3, falls R1¦¦R2 wesentlich niedriger ist als R3.
» » »
» » » Gruss
» » » Thomas :-D :-D :-D
» »
» » Hallo Thomas,
» » die untere Grenzfrequenz für das Bootstraping
» » ergibt sich aus C Bootstrap und R1||R2.
» »
» » Gruss Darius:-)
»
» Ja, stimmt natuerlich. Allerdings stimmt meine Aussage auch und zwar dann,
» wenn der Bootstraping-Effekt durch zu niedrige Frequenz abnimmt. Dann
» naehert sich die Eingangsimpedanz dem Wert von R3. Fazit: Es muesste durch
» geschickte Anpassung von C1 und C_bootstr eigentlich moeglich sein, ein
» HP-Filter 2. Ordnung zu realisieren, oder was meinst Du?
»
» Gruss
» Thomas :-D :-D :-D
Hallo Thomas,
ich denke schon, Du musst dafür sorgen, dass die
Eingangsspannung, ohne bootstraping, auch entsprechend
zusammenbricht. Dieser zweite, durch das Bootstraping
erzeugte, HP verhält sich wie ein CR HP bei dem parallel
zum C noch ein R liegt.
Das hat auch Auswirkungen auf den Ausgangswiderstand
des Emitterfolgers.

Gruss D.

--
Gruß Darius
http://oldeuropesblogs.blogspot.com/