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Mathias100(R)

02.08.2017,
00:57
 

Brummsiebung als "Rauschfilter" (Schaltungstechnik)

Hallo,

es geht um den schönen Minikurs: Spannungsregelschaltung mit elektronischer Brummsiebung (Brummunterdrückung).
https://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/lnpowsup.htm
Wirkt diese Brummsiebung je nach Dimensionierung auch bei höherfrequenten Störungen?
Z.B. bei einem DC/DC-Wandler, Taktfrequenz 1,2MHz, ca. 60mV Rauschen?

Danke

Mikee

02.08.2017,
07:50

@ Mathias100

Brummsiebung als "Rauschfilter"

Hallo,

vom Ansatz her erst einmal ja. Die Schaltung dämpft ja als Tiefpass mit 20dB/Dekade alle hochfrequenten Anteile.
Aber: Bei 1,2MHz und das vielleicht auch noch als Rechteck (also mit entsprechendem Oberwellenanteil) hast
Du allerdings ein Übersprechen kapazitiver Art vom Eingang auf den Ausgang.
Würdest Du die Schaltung 1:1 übernehmen, dann müsste eine 1MHz Sinus-Schwingung ja um 126dB (Faktor 2 Mio)
gedämpft werden. Und spätestens bei dem Wert -126dB sehe ich, dass das so nicht sein wird (ich hoffe Du auch).

Tipp: Primärseite (verseucht) von Sekundärseite (sauber) möglichst weit auseinder montieren.
Eindeutige Masseleitungen für sämtliche Rippleströme, zusätzliche Masseflächen zur Abschirmung (dürfen natürlich
nicht mit der eigentlichen Ripplespannung verseucht sein!), sternförmiger Masseaufbau und möglichst kapazitätsarmer Aufbau.
Dann könnte das was werden.
Die 1,2MHz müssen nätürlich durch ein passendes Gehäuse abgeschirmt werden, sonst strahlen sie Dir auf die
saubere Sekundärspannung gleich wieder rein und alle Mühe war umsonst.

Mikee

schaerer(R)

Homepage E-Mail

Zürich (Schweiz),
02.08.2017,
10:39

@ Mathias100

Brummsiebung als "Rauschfilter"

Hallo Mathias,

» es geht um den schönen Minikurs: Spannungsregelschaltung mit elektronischer
» Brummsiebung (Brummunterdrückung).
» https://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/lnpowsup.htm
» Wirkt diese Brummsiebung je nach Dimensionierung auch bei höherfrequenten
» Störungen?
» Z.B. bei einem DC/DC-Wandler, Taktfrequenz 1,2MHz, ca. 60mV Rauschen?

Vielen Dank am Interesse meines Elektronik-Minikurses.

Mikee hat bereits eine prima Antwort gegeben. Weitgehend beantwortet Deine Frage auch das letzte ausführliche Kapitel "Hochfrequente Störprobleme". Hast Du dieses Kapitel in Ruhe gelesen und beim Lesen auch immer wieder Bilder 6 und 7 betrachtet? Wenn noch nicht, tu das bitte, es lohnt sich.

--
Gruss
Thomas

Buch von Patrick Schnabel und mir zum Timer-IC NE555 und LMC555:
http://tinyurl.com/timerbuch
Mein Buch zum Operations- u. Instrumentationsverstärker:
http://tinyurl.com/opamp-instrumamp-buch

Mathias100(R)

03.08.2017,
06:08

@ schaerer

Brummsiebung als "Rauschfilter"

Danke für die Tipps.
Bin vom Konzept einen DC/DC-Wandler mit über 1MHz abgekommen.
Meine, daß es ein "Zweiphasen-Spannungsvervielfacher" nach der guten Anleitung hier auch tut.
https://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/vadd2.htm
Brauche nur ca. 10mA für ein paar OPs, aber mit mindestens +/- 10V und "wenig" Störungen.
Die Eingangsspannung sind vier Mignonzellen, also 3,6 bis 6,4V.
Im Anhang das Schaltbild.
Gibt's noch etwas zu verbessern?


schaerer(R)

Homepage E-Mail

Zürich (Schweiz),
03.08.2017,
11:42

@ Mathias100

Brummsiebung als "Rauschfilter"

»
» Gibt's noch etwas zu verbessern?

Auf dem Schaltbild bei kurzer Durchsicht ,nicht. Mehr ist so auch gar nicht möglich.

Ich würde aber überall dort wo Du für 2.2µF und 10µF, Elkos einsetzt, parallel dazu 100nF-Kerkos einsetzen.

Frage: Wieso bei 2.2µF nicht auch gleich 10µF einsetzen?

Ich empfehle Dir, eine Platine für dieses Netzteil und eine andere Platine für die Opamp-Schaltung.

An den Speiseeingängen bei der Opamp-Platine mittels Kerkos 100 nF ±Ub nach GND abblocken und dies auch bei jedem Opamp. Bei einem richtigen PCB-Board, empfiehlt sich ein GND-Plane auf der Elementenseite. Eher kein Metallgehäuse verwenden.

Viel Erfolg!

--
Gruss
Thomas

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http://tinyurl.com/opamp-instrumamp-buch

Hartwig(R)

03.08.2017,
12:44
(editiert von Hartwig
am 03.08.2017 um 13:01)


@ Mathias100

Brummsiebung als "Rauschfilter"

Hallo,
nur als Anmerkung: Die ZMM15 ist als "obsolete" gelistet, aber es gibt ja mehr Auswahl. Ich würde überlegen, ob der TL431 (0,7mA "Eigenbedarf";) oder gar ein LM317LZ (2,5mA Eigenbedarf) sinnvoll sind. Dann kann man - je nach Anwendung - die Versorgungsspannung evtl. auch als Referenz hernehmen. Der TL431 wäre direkter Ersatz der Z-Diode (ok, die Spannung muß angepaßt werden), der LM317LZ wäre die platzsparende Variante als vollständiger Stabi mit hervorragender Filterung (besser als die Festspannungs-Dreibeiner, bei 100kHz kommt er mit C am ref-Pin noch auf knapp -40dB)). Aber wenn es einfach sein soll, ist Deine Schaltung sicher auch OK.
Ach ja, und noch eine Frage: bei der Drossel lese ich 68µH 9Ohm - der Widerstand ist ja für 68µH recht hoch - hat das einen besonderen Grund?

Grüße
Hartwig