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geldo79(R)

27.03.2020,
17:48

@ Altgeselle

Grundsatzfragen bzgl. Erde/Masse an Verstärkergehäuse

» Schutzklasse 2 wählt an, wenn außen keine leitenden Teile vorhanden und die
» inneren leitende Teile auf eine bestimmte Weise isoliert sind. (Das ist
» wohl bei deiner Orgel der Fall). Dann ist kein Schutzleiteranschluss
» erforderlich.

Hmmm....ich denke nicht dass da alles so isoliert ist. Vielleicht sollte man dann doch eher Klasse 1 wählen. Was ist denn wenn im Inneren sich ein Kabel löst und an das Gehäuse kommt? Ok, der Amp ist vom Netzt isoliert, aber sind nicht trotzdem 300v im Gerät die Strom durch mich fliessen lassen können wenn ich das Gerät dann berühre?

Bzgl. Trafo: Ich werde ja keinen neuen Trafo verbauen. Ich werde mir die Heiz- und Anodenspannung für die Röhre von geeigneten Stellen aus dem AO28 Verstärker holen.

Altgeselle(R)

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27.03.2020,
15:54

@ geldo79

Grundsatzfragen bzgl. Erde/Masse an Verstärkergehäuse

Hallo,
wenn man ein Gerät selber baut, welches an das Netz angeschlossen werden soll, muss man sich bei der Konstruktion zunächst für eine "Schutzklasse" entscheiden. VDE-Vorschriften lesen ist langweilig, deswegen versuche ich hier eine Kurzversion:
Für dein Gerät kommt Schutzklasse 1 oder Schutzklasse 2 infrage. Schutzklasse 1 wählt man üblicherweise, wenn das Gerät ein von außen berührbares Metallgehäuse hat. Dann muss der Schutzleiter (PE, der grün/gelbe Draht) an das Gehäuse angeschlossen sein.
Schutzklasse 2 wählt an, wenn außen keine leitenden Teile vorhanden und die inneren leitende Teile auf eine bestimmte Weise isoliert sind. (Das ist wohl bei deiner Orgel der Fall). Dann ist kein Schutzleiteranschluss erforderlich.

Im Gerät wird ein Netztrafo zusammen mit anderen Bauteilen verbaut sein, welche die 300V erzeugen. Bei Schutzklasse 1 muss man einen Punkt der Sekundärspannung (üblich: den Minuspol) mit PE verbinden. Dann muss der Netztrafo geringere Anforderungen erfüllen, weil bei einem Isolationsschaden der Ableitstrom über PE fließt und dann der "FI" auslöst.
Nachteil: Bei asymmetrischen NF-Verbindungen zu anderen Geräten kann es zu Brummschleifen kommen, weil die Masse der Geräte über zwei Wege verbunden sind.
Bei symmetrischen Verbindungen tritt das Problem nicht auf. Aber die meisten Geräte besitzen aus Kostengründen asymmetrische Anschlüsse.
Also wähle Schutzklasse 2 und nimm einen geeigneten Netztrafo. Solche Trafos sind oft
mit eine Symbol (zwei Quadrate ineinander) gekennzeichnet. Verbinde den Minuspol der
Versorgunsgspannung nicht mit PE. Sorge für einen korrekten Aufbau, welcher eine
Isolationsprüfspannung von mindestens 2500 VAC aushält. Lasse das am fertigen Gerät prüfen.

Grüße
Altgeselle

Theo.

27.03.2020,
14:37

@ geldo79

Grundsatzfragen bzgl. Erde/Masse an Verstärkergehäuse

Hallo

Der Verstärker AO28 in der B3 hat einen Netztrafo, der dir schon mal die ganze Orgel vom Netz trennt. Du kannst also überall probemlos an Masse fassen. Ein extra Schutzleiter ist da für die Funktion nicht erforderlich. Worauf du bei der Einschleifung des Klangregers in die Schaltung achten solltest, sind Brummschleifen durch falsche Masseführung.

Theo